Weinreben umpflanzen: So gelingt der Standortwechsel
Weinreben lassen sich durch Umpflanzen an einen neuen Standort versetzen. Dieser Artikel beschreibt detailliert die optimale Vorgehensweise und gibt Tipps für die anschliessende Pflege.

Die Saftruhe ist entscheidend für einen erfolgreichen Pflanzzeitpunkt
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Umpflanzen?
Der optimale Zeitpunkt, um Weinreben umzusiedeln, liegt in der Ruhephase der Pflanzen. Am besten pflanzen Sie die Reben im Herbst nach dem Blattfall um. Zu diesem Zeitpunkt hat die Pflanze ihren Wachstumszyklus abgeschlossen, was das Risiko eines Transplantationsschocks reduziert. Eine Alternative stellt das zeitige Frühjahr dar, bevor die neuen Triebe austreiben.
Stellen Sie sicher, dass der Boden frostfrei ist, um Schäden an den Wurzeln zu vermeiden. In milden Wintern kann die Umpflanzung auch während der Wintermonate erfolgen, jedoch muss der Boden immer zunächst auf Frostfreiheit überprüft werden.
Wichtige Aspekte für den richtigen Zeitpunkt
- Herbst nach dem Blattfall oder zeitiges Frühjahr vor dem Blattaustrieb
- Saftruhephase der Pflanze abwarten
- Frostfreier Boden zur Vermeidung von Wurzelschäden

Ein gut durchlässiger Boden fördert das Wachstum der Weinrebe nachhaltig
Wie bereite ich den neuen Standort vor?
Um sicherzustellen, dass Ihre Weinrebe am neuen Standort gut anwächst, sollten Sie den Pflanzbereich sorgfältig vorbereiten.
Standortauswahl
Ein idealer Standort für Weinreben ist vollsonnig und warm. Vermeiden Sie schattige Plätze und schützen Sie den Standort vor kalten Winden, beispielsweise durch eine Südwand.
Bodenbeschaffenheit
Der Boden sollte gut durchlässig und reich an Mineralien sein. Weinreben bevorzugen tiefgründige Böden und der pH-Wert sollte zwischen 6,0 und 7,0 liegen. Bei schwerem, lehmigem Boden mischen Sie etwas Sand unter, um die Durchlässigkeit zu verbessern.
Bodenvorbereitung
Graben Sie den Boden etwa zwei Spaten tief um und lockern Sie ihn auf. Entfernen Sie Unkräuter vollständig. Mischen Sie reichlich Kompost unter, um den Boden mit Nährstoffen anzureichern. Eine zusätzliche Gabe von Steinmehl oder Algenkalk kann ebenfalls hilfreich sein, um die Bodenqualität zu verbessern.
Pflanzgrube ausheben
Heben Sie eine Pflanzgrube aus, die etwa 1,5 Mal so breit und tief ist wie der Wurzelballen der Rebe. Da Weinreben lange Pfahlwurzeln entwickeln, sollte die Grube besonders tief sein.
Drainageschicht anlegen
Am Boden der Pflanzgrube sollten Sie eine Drainageschicht aus Splitt oder Kies einbringen, um die Wasserdurchlässigkeit zu gewährleisten. Dies verhindert Staunässe und sorgt dafür, dass die Wurzeln atmen können.
Erdaushub anreichern
Mischen Sie den entfernten Erdaushub mit Kompost und gegebenenfalls Steinmehl oder Algenkalk, bevor Sie ihn später zum Auffüllen der Grube verwenden.

Eine gründliche Wasserversorgung stabilisiert den Wurzelballen der Rebe
Wie gehe ich beim Umpflanzen Schritt für Schritt vor?
Das Umpflanzen einer Weinrebe erfordert Sorgfalt und Geduld. Hier finden Sie eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung, um den Prozess reibungslos zu gestalten.
Rebe wässern und zurückschneiden
Gießen Sie die Rebe vor dem Ausgraben gründlich, um den Wurzelballen zu stabilisieren. Schneiden Sie die Rebe kräftig zurück, um den Verlust an Wurzelmasse auszugleichen.
Weinrebe ausgraben
Stechen Sie mit einem scharfen Spaten in einem Radius von etwa 50 bis 80 cm um den Stamm herum die Wurzeln ab. Graben Sie tief genug, um so viel Wurzelmasse wie möglich zu erhalten. Nutzen Sie eine Grabegabel (13,00€ bei Amazon*), um den Wurzelballen vorsichtig zu lockern und heben Sie die Rebe aus der Erde.
Wurzeln prüfen und kürzen
Kürzen Sie die Wurzeln leicht ein und entfernen Sie alle beschädigten und gequetschten Wurzelteile mit einem scharfen Werkzeug. Dies fördert die Bildung neuer Wurzeln am neuen Standort.
Neuen Standort vorbereiten
Heben Sie eine Pflanzgrube aus, die etwa das 1,5-fache Volumen des Wurzelballens hat. Zu Beginn sollten Sie eine Drainageschicht am Boden der Grube anlegen. Füllen Sie die Grube teilweise mit einer Mischung aus ausgegrabener Erde, Kompost und gegebenenfalls Steinmehl oder Algenkalk.
Weinrebe einsetzen
Platzieren Sie die Rebe mittig in die vorbereitete Pflanzgrube. Achten Sie darauf, dass die Pfahlwurzelspitze nicht nach oben zeigt und die Veredelungsstelle etwa 4–5 cm über dem Erdboden liegt.
Grube auffüllen und Pflanze stabilisieren
Füllen Sie den restlichen Erdaushub um den Wurzelballen auf und treten Sie die Erde fest, um Hohlräume zu vermeiden. Gießen Sie die Pflanze gründlich an, sodass die Erde gut durchfeuchtet ist.
Boden mulchen
Um die Feuchtigkeit zu erhalten und Unkrautwachstum zu unterdrücken, bedecken Sie den Boden rund um die Weinrebe mit einer Mulchschicht. Geeignet sind Materialien wie Grasschnitt, gehäckseltes Rebholz oder Traubenkernschalen. Achten Sie darauf, die Veredelungsstelle nicht zu bedecken.

Eine sorgfältige Pflege nach dem Umpflanzen fördert das Wachstum der Weinrebe
Welche Pflege benötigt die Weinrebe nach dem Umpflanzen?
Nach dem Umpflanzen braucht die Weinrebe besonders viel Aufmerksamkeit, damit sie sich gut am neuen Standort etablieren kann.
Regelmäßiges Gießen
Weinreben haben nach dem Umpflanzen einen hohen Wasserbedarf. Gießen Sie die Pflanze in den ersten sechs Wochen etwa alle zwei bis drei Tage reichlich. Eine gleichmäßige Bewässerung hilft, den Boden feucht zu halten und fördert das Wurzelwachstum. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, da dies den Wurzeln schaden kann.
Mulchen

Das Anbinden von Trieben fördert Stabilität und schützt vor Windbruch
Um die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und Temperaturschwankungen abzufedern, empfiehlt es sich, den Bereich um die Weinrebe zu mulchen. Geeignet sind Materialien wie Grasschnitt, gehäckseltes Rebholz oder Traubenkernschalen. Erneuern Sie die Mulchschicht regelmäßig und achten Sie darauf, dass die Veredelungsstelle frei bleibt.
Unterstützung der Wuchshöhe
Binden Sie die Triebe der jungen Weinrebe an eine Rankhilfe, um ihre Stabilität zu gewährleisten und das Wachstum zu fördern. Dies ist besonders wichtig in der Anfangsphase, um die Pflanze vor Windbruch zu schützen.
Dünger
Eine zusätzliche Düngung ist im ersten Jahr nach dem Umpflanzen in der Regel nicht notwendig, besonders wenn der Boden zuvor gut vorbereitet wurde. In den folgenden Jahren kann eine jährliche Düngung mit organischem Dünger wie Kompost sinnvoll sein, um das Wachstum zu unterstützen.
Winterschutz
Junge Weinreben sind frostempfindlich. Decken Sie die Pflanze im Winter mit einem Vlies ab, um sie vor Kälteschäden zu schützen. Bei Weinreben im Kübel sollten Sie zusätzlich darauf achten, dass die Erde nicht vollständig austrocknet.
Rückschnitt
Im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr sollte die Weinrebe zurückgeschnitten werden, um den Verlust an Wurzelmasse auszugleichen und das Wachstum neuer Triebe zu fördern. Entfernen Sie alle beschädigten oder schwachen Triebe, um die Pflanze zu kräftigen.