Was sind Frost- und Kaltkeimer?

Spätestens dann, wenn Sie Pflanzen wie Bärlauch oder Pfingstrosen aus Samen heranziehen möchten, werden sie mit den besonderen Ansprüchen der Kaltkeimer konfrontiert. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was Frost- und Kühlkeimer sind und wie Sie deren Saatgut zuverlässig zur Keimung bringen.

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Dill gehört zu den Kaltkeimern

Begriffsdefinition Kalt- und Frostkeimer

Bei Kaltkeimern handelt es sich um Pflanzen, deren Samen einen wochenlangen Kältereiz benötigen um aufzugehen. Die Saatkörner befinden sich zunächst in einer Ruhephase (Dormanz). Ausgelöst wird die Samenruhe bei den Kaltkeimern fast immer durch ein hoch konzentriertes Pflanzenhormon (Abscisinsäure) im Inneren. Es verhindert, dass die kälteempfindlichen Gewächse im Herbst keimen und dass die zarten Jungpflanzen in der darauffolgenden Frostperiode erfrieren würden.

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Die Samen überdauern die Wintermonate im Freien. Während dieser Zeit wird die Abscisinsäure nach und nach abgebaut. Sobald die Temperaturen wieder steigen ist der Gehalt des Pflanzenhormons so weit gefallen, dass die Saat aufgeht.

Unter dem Begriff Kaltkeimer werden Frost- und Kühlkeimer zusammengefasst. Frostkeimer benötigen für den Durchbruch der Samenruhe jedoch deutlich tiefere Temperaturen als die an das gemäßigte Klima angepassten Kühlkeimer.

Welche Pflanzen sind typische Kaltkeimer

Es gibt sowohl Gemüse als auch Zierpflanzen und Bäume, die zu den Kaltkeimern zählen:

  • Bärlauch
  • Schnittlauch
  • Dill
  • Salbei
  • Arnika
  • Haselnuss
  • Apfelbaum
  • Steinobst wie Kirsche, Zwetschge oder Mirabelle
  • Mohn
  • Kornblumen
  • Veilchen
  • Löwenmäulchen
  • Christrose
  • Flammenblume (Phlox)
  • Schlüsselblume
  • Vergissmeinnicht
  • Lavendel

Kaltkeimer aussäen

Um Kaltkeimer zuverlässig zur Keimung zu bewegen gibt es zwei Möglichkeiten:

Aussaat im Herbst

Säen Sie Kaltkeimer im November direkt ins Beet oder ein Aussaatgefäß, das Sie einfach im Freien stehen lassen. Markieren Sie die Stelle mit einem Pflanzenetikett, damit Sie im Frühling die keimende Saat von Beikräutern unterscheiden können.

Während der Wintermonate müssen Sie sich nicht um das Saatgut kümmern. Steigen die Temperaturen im Frühling, beginnen die Samen zu keimen.

Kältekeimer im Kühlschrank stratifizieren

Um die Kälteruhe zu brechen, können Sie das Saatgut auch einige Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  • Füllen Sie einen Gefrierbeutel mit zwei Teilen Anzuchterde und einem Teil Sand.
  • Geben Sie die Samen hinein und vermengen Sie alles gründlich.
  • Feuchten Sie das Gemisch leicht an.
  • Stellen Sie den offenen Folienbeutel ins Gemüsefach des Kühlschranks.
  • Achten Sie darauf, dass das Gemisch nicht austrocknet und schütteln Sie es einmal in der Woche durch.
  • Wenn es draußen wärmer wird, säen Sie die stratifizierten Samen im Freiland aus.

Tipps

Samen mit starker Keimruhe erhalten Sie im Fachhandel bereits mit unterbrochener Ruhephase. Das im Tütchen befindliche Saatgut befindet sich in einem Wartezustand, der durch Trocknung erreicht wird. Die Samen keimen direkt, wenn sie mit der feuchten Erde in Berührung kommen. Allerdings ist dieses Saatgut nur begrenzt haltbar und sollte zeitnah ausgesät werden.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Gaston Cerliani/Shutterstock

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