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Pfropfen von Walnussbäumen: Frühere Ernte und mehr Resistenz

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Durch die Veredelung von Walnussbäumen sichern Sie sich eine frühere Ernte und eine hohe Qualität der Früchte. Dieser Artikel erläutert die Vorteile, Methoden und die richtige Pflege von veredelten Walnussbäumen.

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Ist der Walnussbaum mindestens ein Jahr alt, kann er veredelt werden

Gründe für das Pfropfen von Walnussbäumen

Walnussbäume können zwar aus Samen gezogen werden, jedoch ist die Qualität der Früchte bei Sämlingen unvorhersehbar. Das Pfropfen bietet mehrere Vorteile:

  • Frühere Ernte und bessere Fruchtqualität: Die Veredelung führt oft zu einem früheren Fruchtansatz und gewährleistet konsistente Qualität.
  • Schädlings- und Krankheitsresistenz: Veredelte Sorten sind resistenter gegen Schädlinge wie die Walnussfruchtfliege und Krankheiten wie Marssonina.
  • Optimierte Wachstumseigenschaften: Durch die Wahl geeigneter Unterlagen kann die gewünschte Wuchshöhe und -form des Baumes beeinflusst werden.
  • Anpassung an Klimaveränderungen: Einige Unterlagen sind besser an trockene und warme Klimabedingungen angepasst, was im Hinblick auf den Klimawandel von Vorteil ist.
  • Ertragssteigerung: Veredelte Bäume haben oft einen höheren und regelmäßigeren Ertrag.

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Durch das Pfropfen stellen Sie sicher, dass der Walnussbaum die gewünschten Eigenschaften der Edelsorte übernimmt und konsistent hohe Qualität liefert.

Geeignete Jahreszeiten für das Pfropfen

Das Pfropfen von Walnussbäumen kann zu verschiedenen Jahreszeiten durchgeführt werden, wobei jede Methode ihre eigenen Vor- und Nachteile hat:

  • Winter (Dezember/Januar): Die Kopulation wird in der Regel im Winter durchgeführt. Dabei werden Edelreis und Unterlage mit einem schrägen Schnitt verbunden. Diese Methode eignet sich besonders für junge Bäume mit ähnlichem Stammdurchmesser. Wichtig ist, dass die Reiser im Dezember oder Januar geschnitten und kühl sowie frostfrei gelagert werden.
  • Frühjahr (März/April): Im Frühjahr erfolgt das Pfropfen, bei dem der Edelreis auf eine dickere Unterlage aufgesetzt wird. Techniken wie das Rindenpfropfen oder Spaltpfropfen sind hier gängig. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn der Baum im Saft steht und sich die Rinde leicht lösen lässt.
  • Sommer (Juli-September): Die Okulation ist eine Veredelungsmethode, die im Sommer durchgeführt wird. Dabei wird eine Knospe des Edelreises in die Rinde der Unterlage eingesetzt. Ideal ist der Zeitraum, wenn die Rindenlösung optimal und das Wachstum aktiv ist.

Benötigtes Werkzeug und Material

Für das Pfropfen von Walnussbäumen benötigen Sie folgende Werkzeuge und Materialien:

  • Veredelungsmesser: Ein scharfes Messer mit gerader Klinge ist unerlässlich für präzise Schnitte.
  • Okulationsmesser: Ein spezielles Messer mit einem Rindenlöser wird für die Okulation benötigt.
  • Verbandmaterial: Materialien wie Bast, Klebebänder, Veredelungsgummis oder Okulationsschnellverschlüsse fixieren die Veredelungsstelle.
  • Wundverschlussmittel: Zum Schutz der Schnittstellen können spezielle Wundverschlusspasten, Klebebänder oder Veredelungswachs verwendet werden.
  • Edelreiser: Junge, kräftige Triebe vom Vorjahr der gewünschten Walnusssorte dienen als Edelreiser.
  • Unterlage: Junge Walnussbäume oder Sämlinge mit einem Stammdurchmesser von 1-4 cm eignen sich als Unterlage. Sie sollten vor der Veredelung auf eine Länge von 10-15 cm gekürzt werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Kopulation

Die Kopulation ist eine gängige Methode zum Pfropfen von Walnussbäumen im Winter. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Vorbereitung: Edelreiser von der gewünschten Walnusssorte schneiden und kühl lagern. Die Unterlage vorbereiten, indem der Stamm auf eine Länge von 10-15 cm eingekürzt und alle Seitentriebe entfernt werden.
  2. Schnitt an der Unterlage: Ein schräger Schnitt von etwa 3-6 cm Länge wird gegenüber einem Auge an der Unterlage durchgeführt.
  3. Schnitt am Edelreis: Ein identischer Schnitt an einem Edelreis mit mindestens drei Knospen (ca. 3-4 Augen) wird angebracht, sodass die Schnittflächen von Unterlage und Edelreis möglichst gut aufeinanderpassen.
  4. Zusammenfügen: Edelreis und Unterlage sorgfältig zusammenfügen, sodass die Kambiumschichten (die grünen Schichten unter der Rinde) auf beiden Seiten exakt aufeinanderliegen.
  5. Fixieren: Die Veredelungsstelle mit Veredelungsband fest umwickeln, um die Verbindung zu stabilisieren.
  6. Versiegeln: Die Schnittstellen und das Veredelungsband mit Baumwachs versiegeln, um Austrocknung und Infektionen zu verhindern.

Pflege nach dem Pfropfen

Nach dem Pfropfen ist es wichtig, den Baum sorgfältig zu pflegen, um das Anwachsen des Edelreises zu fördern:

  • Wässern: Regelmäßig und gründlich gießen, besonders während längerer Trockenperioden.
  • Düngen: Im Frühjahr eine Gabe von Kompost oder Hornmehl ausbringen, um die Nährstoffversorgung zu unterstützen.
  • Schutz vor Wildverbiss: Junge Bäume vor Wildverbiss durch Schutzeinrichtungen wie Drahtkörbe bewahren.
  • Schnitt: Triebe, die unterhalb der Veredelungsstelle wachsen, entfernen, um die Energie des Baumes auf das Anwachsen des Edelreises zu konzentrieren.
  • Kontrolle: Die Veredelungsstelle regelmäßig auf Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingen überprüfen.
  • Frostschutz: Junge Pflanzen in frostgefährdeten Lagen durch Weißanstriche oder Schilfmanschetten vor Frostrissen schützen.
Bilder: Sergii Kuchugurnyi / Shutterstock