Walnussbaum erfroren – woran liegt es und was ist zu tun?

Walnüsse werden bis zu 30 Meter hoch, spenden uns im Sommer Schatten und erfreuen uns im Herbst mit kostbaren Schließfrüchten - den leckeren Walnüssen. Das ist alles sehr schön, doch leider handelt es sich beim Walnussbaum um eine frostempfindliche Pflanze, deren Blätter und Blüten bei Spätfrösten extrem schnell erfrieren. Dieser Ratgeber liefert Ihnen die wichtigsten Infos über erfrorene Walnussbäume.

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Spätfröste können beim Walnussbaum großen Schaden anrichten

Spätfröste machen der Walnuss zu schaffen

Ursprünglich stammt der Walnussbaum

  • aus dem östlichen Mittelmeergebiet,
  • von der Balkanhalbinsel und
  • aus Vorder- und Mittelasien.

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Kurzum: Die Walnuss hat sich in warmen Gefilden entwickelt.

Zwar wurden Walnussbäume in Deutschland schon in der Römerzeit kultiviert – allerdings nur im (wärmeren) Südwesten. Auch verwilderte Walnussbäume fanden (und finden) sich hauptsächlich in den wintermilden Regionen der heutigen Bundesrepublik.

Angesichts der Herkunft der Walnuss verwundert es nicht, dass sie eine frostempfindliche Pflanze ist. Vor allem mit Spätfrösten kommt der Walnussbaum schlecht zurecht.

Die gefährlichste Zeit für die Walnüsse sind April, Mai und Juni. In diesen Monaten bilden Walnussbäume Blätter und Blüten aus. Während dieser kritischen Phase reichen bereits Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt aus, dass Frostschäden resultieren.

“Spätfröste” nach zeitig einsetzendem Frühjahr

Es gibt noch eine spezielle Art der “Spätfröste”: Setzt das Frühjahr zeitiger ein als üblich, steigen die Temperaturen also frühzeitig an, fühlt sich der Walnussbaum angeregt – und treibt eher aus. Folgt dann plötzlich wieder eine längere Kälteperiode, sind die frischen Triebe dem Frost schutzlos ausgeliefert und Schäden vorprogrammiert.

Erfrorenen Walnussbaum erkennen

Es ist einfach zu erkennen, ob ein Walnussbaum erfroren ist. Eine frostgeschädigte Pflanze zeigt von heute auf morgen

  • schwarze Blätter und
  • bräunliche bis schwarze Blüten.

Erfrorenen Walnussbaum retten – wie?

Je nachdem, ob die Blätter oder Blüten erfroren sind, können Sie Ihrem Walnussbaum durch geeignete Maßnahmen helfen, sich zu erholen, oder müssen auf die ausgeprägte Selbstheilungskraft der Pflanze vertrauen.

Erfrorene Blätter

Gegen erfrorene Blätter sind Sie nicht völlig machtlos. Ihnen bleibt aber dennoch fast nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass Ihr Walnussbaum wieder neu austreibt.

Beobachten Sie den Baum. Nach ein paar Wochen sollte der Neuaustrieb beginnen. Mit passendem Dünger geben Sie der Pflanze zusätzlich Kraft. Achten Sie auch darauf, Ihrem Baum ausreichend Flüssigkeit zuzuführen.

Wichtig: Nach dem Spätfrost MUSS der Walnussbaum Blätter austreiben. Er benötigt sie zum Überleben. Ohne Blätter stirbt die Walnuss ab.

Im Übrigen ist es nicht sinnvoll, erfrorene Blätter abzuschneiden. Dies würde nur offene Wunden nach sich ziehen, für deren Heilung der Baum noch mehr Kraft bräuchte. Somit empfiehlt es sich, die Entsorgung der erfrorenen Blätter dem Wind zu überlassen.

Eine Ausnahme sind veredelte Walnussbäume. In diesem Fall sollten Sie nach der Frostnacht alle erfrorenen Blätter abschneiden. Dabei lassen Sie die Blattstiele aber stehen. Aus den Beiaugen treiben wenige Tage später Neutriebe aus. Binden Sie daraufhin den Leittrieb an. Nach einigen weiteren Wochen schneiden Sie den frostgeschädigten Trieb vorsichtig ab.

Erfrorene Blüten

Erfrorene Blüten können einen kompletten Ernteverlust bedeuten. Bei Spätfrösten sind stets die männlichen Blüten betroffen (sie kommen in der Regel vier Wochen vor ihren weiblichen Partnerinnen hervor).

In diesem Fall besteht nur dann eine realistische Chance auf eine Ernte im Herbst, wenn ein weiterer (gesunder) Walnussbaum in der Nähe steht.

Schäden durch Spätfröste vorbeugen

Erwachsene, große Walnussbäume lassen sich nicht vor Spätfrösten schützen. Sie sind einfach zu umfangreich. Bei kleineren Bäumen können Sie jedoch gut mit einem Vlies gegenarbeiten. Zumindest hilft diese Maßnahme, den Schaden in Grenzen zu halten.

Hinweis: Mit der Pflanzung einer spättreibenden Sorte vermindern Sie den Risikofaktor “Spätfrost” von Anfang an.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: douglasmack/Shutterstock

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