Tulpen pflanzen wie die Profis – Wie Sie es richtig machen

Ihre Tulpen gedeihen über Jahre hinweg in Bestform, wenn Sie die Zwiebeln mit Sachverstand einpflanzen. Gehen Ihnen noch Fragen rund um den fachgerechten Anbau durch den Kopf? Dann vertiefen Sie sich hier in einen ebenso kompakten wie informativen Überblick, der alle relevanten Aspekte beleuchtet.

Tulpenzwiebeln setzen
Tulpenzwiebeln werden im Herbst gesetzt
Nächster Artikel Tulpen richtig pflegen – so geht’s vor, während und nach der Blüte

Wie kann ich Tulpenzwiebeln vorziehen?

Damit Ihre Tulpen mit einem vitalen Wachstumsvorsprung in die Blütezeit starten, können Sie die Tulpenzwiebeln auf der Fensterbank vorziehen. Diese Methode ist überdies empfehlenswert, wenn Ihr Garten von Wühlmäusen heimgesucht wird. Zu diesem Zweck füllen Sie Mitte Januar ausgediente Kunststoff-Töpfe bis auf halbe Höhe mit torffreier Blumenerde. Darauf setzen Sie die Zwiebeln im Abstand von 15 cm ein und füllen mit Substrat bis auf 20-25 cm auf.

Am frostfreien, hellen Standort halten Sie die Erde leicht feucht. Innerhalb weniger Wochen spitzen die ersten Blätter aus dem Substrat hervor. Prahlen die Tulpen mit den ersten Blütenknospen, setzen Sie die Blumen mitsamt den Töpfen ins Beet.

An welchem Standort gedeihen Tulpen?

Die große Mehrheit der Tulpensorten favorisiert einen sonnigen, warmen und windgeschützten Standort. Das gilt explizit für die eleganten Edel-Tulpen, die sich bis 70 cm gen Himmel strecken. Damit Sie sich in halbschattigen Lagen an einer farbenfrohen Tulpenblüte erfreuen können, stecken Sie hier die robusten Wildsorten. Dank ihrer stabilen Stängel und geringen Wuchshöhe, haben Tulipa fosteriana und Kollegen gegen ein wenig Wind nichts einzuwenden.

Wann ist Pflanzzeit für Tulpenzwiebel?

Herbstzeit ist Pflanzzeit für Tulpenzwiebeln. Ungeduldige Hobbygärtner legen gleich los mit dem Einpflanzen, wenn die ersten Blätter fallen. Dabei ist diese Eile keinesfalls von Vorteil für die Frühlingsboten. Tatsächlich öffnet sich das ideale Zeitfenster erst dann, wenn der Boden bereits erkaltet ist. Warten Sie ab, bis die Temperaturen unter 10 Grad Celsius fallen, um die Zwiebeln zu setzen.

Gedeihen Tulpen in jeder Erde?

Ungeachtet einer breit angelegten Standortamplitude, akzeptieren Tulpen nicht jede Bodenbeschaffenheit. Um den Frühlingsschönheiten ihr Optimum zu entlocken, sollten Sie die Tulpenzwiebeln in dieser Erde anpflanzen:

  • Humoser, tiefgründig-lockerer Boden
  • Frisch-feucht und mit gutem Wasserabzug
  • Neutraler bis alkalischer pH-Wert größer 7

Entspricht die Erde am gewählten Standort nicht den Idealbedingungen, beheben Bodenhilfsstoffe das Problem. Lehmbetontes Erdreich reichern Sie an mit Sand, während sandig-trockenes Substrat mit Kompost oder Rindenhumus verbessert wird.

Worauf ist beim Anpflanzen zu achten?

Neben den Standortbedingungen und der Bodenbeschaffenheit, spielt die Pflanztiefe eine maßgebliche Rolle, wenn Sie Tulpenzwiebeln richtig einpflanzen möchten. So geht es:

  • Ab Mitte/Ende Oktober am sonnigen Standort im Abstand von 15 cm kleine Pflanzgruben ausheben
  • In normaler Gartenerde beträgt die Pflanztiefe 15-20 cm, im sandigen Boden bis zu 30 cm
  • In jedes Loch eine Tulpenzwiebel setzen mit der Spitze gen Himmel
  • Alternativ die Tulpenzwiebeln in kleinen Tuffs anpflanzen mit einem Abstand von 1-2 cm

Drücken Sie die Erde mit den Händen fest an und gießen großzügig bemessen an. Eine Schicht aus Kompost stellt bereits jetzt die Weichen für eine ausreichende Nährstoffversorgung im Frühjahr.

Wie lange dauert die Blütezeit?

Der jahrhundertelange Anbau von Tulpenzwiebeln mündete in einer atemberaubenden Vielfalt von mehr als 4.000 Sorten. Als erfreuliche Folgeerscheinung sind dabei Züchtungen mit unterschiedlichen Blütezeiten entstanden. Richtig kombiniert, erstreckt sich die Blütezeit in Ihrem Garten über viele Monate. Frühe Sorten, wie Fosteriana- und Kaufmanniana-Tulpen blühen von März bis April. Mittlere Sorten, wie Triumpf- und Darwin-Tulpen setzen sich von April bis Mai in Szene. Die späten Schönheiten, wie Papageien- und Päonien-Tulpen erfreuen uns von Mai bis in den Juni hinein mit ihrer Farbenpracht.

Welche Methoden der Vermehrung von Tulpen gibt es?

Im Anbau von Tulpen stehen Ihnen gleich 2 Methoden der Vermehrung zur Verfügung: Die vegetative Nachzucht mithilfe von Brutzwiebeln sowie die generative Vermehrung durch Aussaat von Samen. Im Hobbygarten dominiert die Verwendung von Brutzwiebeln, aufgrund des zügigen Ablaufs. Hierzu holen Sie im August/September die Mutterzwiebeln aus dem Boden, um die Tochterzwiebeln mit einem scharfen Messer abzutrennen. Anschließend stecken Sie die Zwiebeln an anderer Stelle wieder in die Erde.

Demgegenüber erfordert die Aussaat von Samen einen langen Geduldsfaden. Hierzu belassen Sie nach der Blüte die Fruchtknoten an der Tulpenblüte. Zwei Monate später können die reifen Samenstände geerntet werden. Im Anschluss an eine Stratifikation (Kältebehandlung) säen Sie die Samen aus. Bis zur ersten Blüte ziehen dann freilich nicht selten 5 Jahre und mehr ins Land.

Tipps

Es waren Tulpenzwiebeln, die Anfang des 17. Jahrhunderts die erste Spekulationsblase der Geschichte heraufbeschworen. Bis 1637 grassierte in den Niederlanden eine Tulpomanie, in deren Verlauf astronomische Summen für eine einzige Tulpenzwiebel hingeblättert wurden. Dann kam es zum unvermeidlichen Börsencrash, der die gesamte Wirtschaft auf Jahre hinweg zum Erliegen brachte. Die Objekte der Begierde haben sich mittlerweile geändert, die Systematik nicht.

Text: Paula Jansen

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.