Sind Tulpen nun essbar oder nicht? Lesen Sie hier die Antwort

Widersprüchliche Berichte über den Verzehr von Tulpen sorgen fortwährend für Unsicherheit. In den Medien sind Hinweise zum Giftgehalt ebenso nachzulesen, wie Rezepte für eine schmackhafte Zubereitung. Tatsächlich kann die Frage nicht pauschal mit Ja oder Nein beantwortet werden. Alle relevanten Aspekte rund um den Genuss von Tulpen haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Tulpen essen
Tulpen können auch auf den Teller kommen

Tulpenblätter peppen die moderne Küche auf

In der modernen Blütenküche haben Tulpen sich längst etabliert. Wie nahezu alle Blütenblätter aus dem Reich von Mutter Natur, bereichern die bunten Tulpenblüten kalte und warme Speisen. Grundvoraussetzung für den kulinarischen Genuss ist die Herkunft aus ökologischem Anbau. Greifen Sie nicht zu Blumen, die unter Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und anderen Chemikalien angebaut wurden.

Tipps für die Verwendung

Tulpenblüten kommen mit einem neutralen bis leicht süßlichen Geschmack auf den Tisch. Somit liegt bei ihrer Verwendung der Fokus auf der Dekoration von Speisen. Feinschmecker plädieren unter anderem für diese Zubereitungen:

  • In großen Blüten den Stempel herausschneiden, um darin einen Krabbencocktail anzurichten
  • Wahlweise Tulpenblüten füllen mit pikantem Gemüsepüree oder süßer Sahne
  • Farbenfrohe Blütenblätter unter einen Frühlingssalat mischen

Nicht zuletzt lassen sich Tulpenblüten ganz einfach verzuckern mit einer Mischung aus Eiweiß und Puderzucker. In verführerisches Tulpenkonfekt verwandeln sich die gezuckerten und getrockneten Blüten kurz in flüssige Schokolade getaucht werden.

Tulpenzwiebeln in kleinen Mengen unbedenklich

Völlig zu Recht weist die Giftzentrale des Universitätsklinikums Bonn auf die Toxizität von Tulpen hin. Gesundheitsgefährdende Tuliposide konzentrieren sich insbesondere in den Zwiebeln. Wie Feldversuche erwiesen, kommt es gleichwohl erst beim Verzehr größerer Mengen zu Unwohlsein und Erbrechen. Mehr als 4 Tulpenzwiebeln sollten aus Gründen der Sicherheit nicht verspeist werden.

Wen die Neugier plagt, wie Tulpenzwiebeln munden, kann somit einen Selbstversuch durchführen. Von einem Rohverzehr werden Sie freilich enttäuscht sein. Für 15 Minuten in Wasser gekocht, ist der bittere Geschmack zumindest teilweise eliminiert. Ihr Gaumen nimmt ein süßliches Aroma wahr, das an geröstete Maronen erinnert. Der brennende Nachgeschmack, verbunden mit einem pelzigen Zungenbelag lassen den Wunsch nach einem Nachschlag indes gegen Null tendieren.

Tipps

Im Hungerwinter 1944 bewahrten Tulpenzwiebel unzählige Menschen in den Niederlanden vor dem Tod. Als die Lebensmittelvorräte unter deutscher Besatzung zur Neige gingen, gaben die Behörden die mit Tulpenzwiebeln prall gefüllten Lager frei. Ungeachtet des bitteren Geschmacks enthielten die trockenen, alten Zwiebeln wertvolle Nährstoffe. Zubereitet wie Kartoffeln, füllten sie die leeren Mägen der darbenden Bevölkerung.

Text: Paula Jansen
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