strauchveronika
Die Strauchveronika ist immergrün und begeistert im Sommer mit ihren violetten Blüten

Strauchveronika: Pflanzen und Pflegen

Strauchveronikas haben einige Vorzüge. Sie vertragen salzhaltige Luft der Küstengebiete und können in Regionen mit frostigen Wintermonaten kultiviert werden. Bei der Anpflanzung sollten Sie die besonderen Ansprüche der Pflanze beachten, damit die Kultivierung gelingt.

Herkunft

Die Strauchveronika wurde früher zur Gattung Hebe gezählt. Mittlerweile gehört sie zu den Veronica-Arten und trägt die lateinische Bezeichnung Veronica subgen. Hebe. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Pflanzengruppe liegt auf Neuseeland, wo sie mit etwa 90 Arten die größte Pflanzengattung der Insel darstellt. Weitere Vorkommen existieren auf Französisch-Polynesien und den Falklandinseln. Auch in Südamerika kommen einige Arten wild vor. Die Pflanzen wachsen sowohl an der Küste als auch in alpinen Regionen.

Wachstum

Die Veronica-Arten wachsen als immergrüne Sträucher, deren Sprossachsen mit zunehmendem Alter verholzen. Es gibt Zwergsträucher mit Wuchshöhen zwischen 15 und 40 Zentimeter und teppichbildende Arten. Einige Pflanzen entwickeln strauchförmige und aufrechte Formen. Sie werden bis 150 Zentimeter hoch. Andere Strauchveronika-Arten wachsen baumförmig und erreichen Wuchshöhen bis sieben Meter.

Blätter

Das Laub ist paarweise angeordnet, sodass sich zwei Blätter gegenüberstehen. Die Blattpaare sitzen kreuzgegenständig am Stängel. Von oben betrachtet sind zwei rechtwinklig zueinanderstehende Blattreihen erkennbar.

Es gibt großblättrige Arten, die an Küsten, Waldrändern und im Flachland vorkommen. Mit zunehmender Höhenlage entwickeln sich die Blätter immer kleiner. In alpinen Vegetationsgürteln über der Baumgrenze bilden Heben Blätter, die zu ledrigen Schuppen reduziert sind. Ihre Gestalt erinnert an eine Peitschenschnur.

Die Farbpalette der lanzettförmigen Blätter reicht von dunkel- zu hellgrün mit glänzender Oberseite. Mittlerweile gibt es zahlreiche Zuchtformen mit bunt gefärbtem oder panaschiertem Laub. Einige Sorten haben grüne Blätter mit gelben oder weißen Blatträndern. Sie erinnern an das Laub der Spindelsträucher.

Blüte

Die Blütenkrone setzt sich aus vier ungleich gestalteten Kronblättern zusammen. Im Zentrum sitzen zwei Staubblätter und ein langer Griffel. Die Einzelblüten drängen sich zu einem kerzenförmigen Blütenstand zusammen, der sich zur Spitze verjüngt. Der Blütenstand wirkt von Weitem stachelig.

Die Krone erinnert an die zarte Blütenpracht der Ehrenpreis-Arten. Strauchveronikas sind herbst- oder sommerblühend. Viele kleinblättrige Arten beginnen bereits im Mai mit der Blütenentwicklung. Während der Sommermonate sind die Arten wichtige Nahrungsquellen für Schmetterlinge. Herbstblühende Pflanzen sind überwiegend großblättrig. Den Großteil dieser Gruppe machen Hybriden von Veronica andersonii aus. Diese Zuchtformen entwickeln Blütentrauben mit einer Länge bis 15 Zentimeter.

Die Bandbreite der Farbtöne ist breit. Während die natürlichen Arten feine pinkfarbene oder violette Blüten entwickeln, erstrahlen Zuchtformen in Weiß, Rot oder Blauviolett. Im blütenlosen Zustand ist eine eindeutige Identifizierung der natürlichen Arten nahezu unmöglich, da sich die Arten in ihrer Wuchsform stark ähneln.

Verwendung

Heben sind beliebte Strukturgeber, die mit ihrem satten Grün das ganze Jahr farbliche Akzente setzen. Sie dienen als Beeteinfassung und betonen den Garten im Winter. Auf Gräbern werden die Pflanzen häufig als Bodendecker genutzt. Ihr buntes Laub macht sie zu attraktiven Blickfängen in Staudenanpflanzungen. Aufgrund ihrer Ansprüche an den Boden kann die Strauchveronika im Moorbeet angepflanzt werden. Hier harmoniert der Strauch mit Heidekraut und Fetthenne, deren Blütezeiten sich über den Herbst erstrecken.

Geeignete Pflanzpartner sind:

  • Rhododendren
  • Schmalblättrige Lorbeerrose
  • Japanische Lavendelheide

Ist Strauchveronika giftig?

Die Strauchveronika zählt zu den unbedenklichen Zierpflanzen. Sie enthält keine giftigen Inhaltsstoffe und kann in Gärten gepflanzt werden, in denen sich Kinder oder Haustiere aufhalten.
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Welcher Standort ist geeignet?

Heben bevorzugen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ideal ist ein Standort an der Ostseite eines Hauses, denn die Sträucher sollten vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Hier genießen die Pflanzen Sonne am Morgen und schattige Bedingungen ab der Mittagszeit. Dadurch wird es auch im Sommer nicht zu warm für die verholzenden Sträucher.

Ein Halbschattiger Standort unter lichten Gehölzen ist ebenfalls für die Kultivierung geeignet. Es gibt Sorten, die bis zu drei Sonnenstunden pro Tag vertragen. Sorten mit buntem Laub benötigen mehr Licht, da ihre Blattfärbung an zu dunklen Standorten verloren geht. Achten Sie bei der Standortwahl auf einen windgeschützten Platz.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Veronica subgen. Hebe bevorzugt einen sauren Boden. Versorgen Sie den Untergrund mit reichlich organischem Material, damit der pH-Wert im niedrigen Milieu bleibt. Das gilt sowohl für Gartenböden als auch für Kübelsubstrate. Ideal ist eine Mischung aus Humus, Torf und Sand mit jeweils gleichen Anteilen.

Achten Sie auf frische Verhältnisse. Die Sträucher benötigen eine gute Substratdurchlässigkeit, da ihnen Staunässe schadet. Bevor Sie Ihre Strauchveronika einpflanzen, sollten Sie den Boden von Kübel und Pflanzloch mit Tonscherben bedecken. Sie wirken als Drainage und sorgen dafür, dass das Gießwasser optimal ablaufen kann.

Stecklinge

Schneiden Sie junge Triebe von einer gesunden Mutterpflanze direkt unter einem Knoten ab. Die Stecklinge sollten noch nicht verholzt sein. Nutzen Sie ein Werkzeug mit scharfer Klinge, die Sie vorher gründlich gereinigt und desinfiziert haben. Entfernen Sie die Blätter im unteren Drittel des Stecklings. Dieser wird bis zum beblätterten Abschnitt in ein mit Anzuchterde gefülltes Pflanzgefäß gesteckt. Als Substrat eignet sich eine nährstoffarme Mischung aus Torf und Sand.

Befeuchten Sie die Erde und stülpen Sie ein Glas über das Gefäß. Stellen Sie den Topf an einen mäßig hellen Standort und achten Sie darauf, dass die Bodentemperatur nicht unter 20 Grad Celsius sinkt.

Sobald sich frische Blätter entwickeln, sind die Stecklinge bereit zum Umtopfen. Sie können dann in ein nährstoffreiches Substrat eingepflanzt oder ins Freiland gesetzt werden. Während der Wachstumsphase können Sie regelmäßig einige Triebspitzen mit dem Fingernagel abknipsen. Durch diese Maßnahme wächst die Strauchveronika buschiger.

Strauchveronika im Topf

Strauchveronika-Arten eignen sich für die Kübelpflanzung. Wählen Sie ein ausreichend großes Gefäß, damit sich die Wurzeln optimal entfalten können. Sobald das Substrat vollständig durchwurzelt ist benötigen die Pflanzen einen größeren Kübel. Ein Tontopf eignet sich ideal für die Anpflanzung, da das poröse Material Feuchtigkeit aufnimmt. In Kunststofftöpfen findet keine Regulierung der Substratfeuchte statt. Bei diesen Modellen müssen Sie zusätzlich auf einen guten Wasserabfluss achten.

In Balkonkästen können die Sträucher mit anderen Pflanzen kombiniert werden. Als Pflanzpartner eignen sich Hohe Fetthenne, Lampionblume oder Lampenputzergras.

Strauchveronika gießen

Der Wasserbedarf ist bei diesen Arten während der Wachstumsphase hoch. Gießen Sie zwischen Frühling und Herbst reichlich. An sehr heißen Tagen sollten Sie die Feuchtigkeit im Boden mehrmals täglich überprüfen und bei Bedarf öfter gießen. Strauchveronika verträgt weder Hitze in der Luft noch Trockenheit im Substrat. Ein Wassermangel kann dazu führen, dass sich die Blätter gelb verfärben. Besprühen Sie diese mit Wasser, um die Vitalität der Pflanze zu unterstützen.

Bei der Bewässerung sollten Sie darauf achten, dass sich das Wasser nicht auf der Oberfläche staut. Gießen Sie so viel, dass keine oberflächlichen Pfützen entstehen. Der Boden muss das Wasser vollständig aufnehmen. Lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben gut antrocknen, aber vermeiden Sie ein vollständiges Austrocknen.

Als immergrüne Pflanzen geht der Stoffwechsel auch im Winter nicht in den Ruhezustand. Das bedeutet, dass Strauchveronikas ganzjährig Feuchtigkeit benötigen. Gießen Sie Ihre Sträucher an frostfreien Tagen. Der Wurzelballen sollte nicht austrocknen. Eine dicke Mulchschicht sorgt dafür, dass der Boden nicht einfriert oder austrocknet.

Strauchveronika richtig düngen

Wenn die Vegetationsperiode im Frühjahr beginnt, erfreuen sich ausgewachsene Gehölze über eine Düngung. Jungpflanzen benötigen erst ab dem zweiten Jahr eine zusätzliche Nährstoffversorgung. Geben Sie den Heden im Abstand von 14 Tagen Nährstoffe in Form eines Flüssigdüngers, der mit dem Gießwasser verabreicht wird. Eine schwache Dosierung reicht aus, da die Gehölze nicht zu den Starkzehrern gehören.

Strauchveronika richtig schneiden

Heden müssen in der Regel nicht geschnitten werden. Sie haben von Natur aus ein kompaktes Wachstum und behalten ihre Wuchsform über einen langen Zeitraum. Wenn die verwelkten Blütenstände unansehnlich wirken, können diese gezielt abgeschnitten werden.

Mit zunehmendem Alter verkahlen die Sträucher von unten nach oben. Das ist ein natürlicher Vorgang, da die oberen Triebe den unteren Zweigen das Licht wegnehmen. Um diesem Prozess entgegenzuwirken, sollten Sie die Spitzen etwas einkürzen oder die Pflanze leicht auslichten. Dadurch bekommt der untere Teil der Pflanze wieder mehr Licht, sodass hier frische Blätter austreiben können. Streben Sie eine ovale Form an, damit die gesamte Pflanze ausreichend mit Licht versorgt wird.

Wie pflanze ich richtig um?

Wenn die Pflanze einen anderen Standort benötigt, können Sie den Wurzelballen im Frühjahr großzügig abstechen und ausgraben. Vor dieser Maßnahme empfiehlt es sich, kahle und verwelkte Triebe abzuschneiden und den Strauch insgesamt etwas einzukürzen. Schneiden Sie auch die Wurzeln zurück, sodass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Blattmasse und Wurzelballen entsteht.

Umtopfen

Alle zwei bis drei Jahre werden Kübelpflanzen in ein größeres Gefäß umgepflanzt. Diese Maßnahme ist spätestens dann notwendig, wenn die Wurzeln an die Topfinnenseite stoßen oder aus dem Abzugsloch heraus wachsen. Wählen Sie einen bedeckten Tag im späten Frühjahr, an dem milde Temperaturen herrschen.

Der neue Kübel sollte etwa zwei bis vier Zentimeter größer im Umfang sein. Wenn Sie gleich mehrere Größen überspringen, breiten sich die Wurzeln anfangs sehr schnell aus und der frische Blattaustrieb lässt auf sich warten. Entfernen Sie das alte Substrat vollständig, um einen Befall durch Krankheitserreger und Schädlinge vorzubeugen. Sie können die Wurzeln auch mit Wasser abspülen, um Reste zu entfernen.

Überwintern

Strauchveronikas haben eine gewisse Frostempfindlichkeit, obwohl sie oft als winterhart angeboten werden. Diese Sensibilität bezieht sich auf das Laub, das auch im Winter Feuchtigkeit verliert. Ist der Boden gefroren, können die Pflanzen ihren Wasserhaushalt nicht aufrecht erhalten. In der Folge vertrocknen sie. Achten Sie auf einen geschützten Standort, an dem im Winter keine direkte Sonneneinstrahlung herrscht. Auch Wind trägt zur übermäßigen Verdunstung bei.

Decken Sie die Pflanze in schneefreien Wintermonaten mit einem Gartenvlies oder Reisig ab. Dieses schützt sowohl großblättrige als auch kleinblättrige Gehölze vor den gefährlichen Kahlfrösten. Kübelpflanzen verbringen die kalten Monate in einem milden Winterquartier. Stellen Sie das Gefäß in einen unbeheizten und hellen Raum. Ideal sind Temperaturen um zehn Grad Celsius und eine mäßig hohe Luftfeuchtigkeit.
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Schädlinge

Die typischen Schädlinge an Strauchveronikas setzen sich auf Blättern und Trieben ab und saugen mit ihren Mundwerkzeugen den Pflanzensaft aus den Adern.

Spinnmilben

Diese Schädlinge treten häufig auf. Sie hinterlassen helle Pünktchen auf den Blättern. Im späten Befallsstadium weist das Laub hellgraue bis bronzene Flecken auf. Die Blätter rollen sich ein und verwelken, bis sie schließlich abfallen. Spinnmilben breiten sich bevorzugt im Frühjahr aus und hinterlassen ein feines Gespinst auf den Pflanzenteilen. Entfernen Sie die betroffenen Blätter und behandeln Sie die Pflanze mit Insektiziden, die auf Basis von Rapsöl hergestellt wurden.

Blattläuse

Sie zählen zu den häufigen Schädlingen an Strauchveronikas. Blattläuse hinterlassen ein klebriges Sekret auf den Blättern und Zweigen. Ein typisches Schadbild sind gekräuselte, stark eingerollte und teilweise blasig aufgewölbte Blätter. Die Schädlinge setzen sich auf den Blattunterseiten fest und sind als schwarze Punkte erkennbar.

Geeignete Hilfsmaßnahmen:

  • Pflanze mit scharfem Wasserstrahl abspritzen
  • mit Seifenlösung besprühen
  • mit Auszügen aus Rainfarn und Brennnesseln bespritzen
  • Nützlinge wie Gallmilben und Florfliegen ausbringen

Schildläuse

Diese Schädlinge sind an ihrem schildförmigen Körper erkennbar, der die Insekten wie eine Kapsel schützt. Nur die weiblichen Schildläuse nehmen Nahrung auf und hinterlassen nicht verwertbare Reste in Form von klebrigen Absonderungen, die Blätter überziehen und mit der Zeit verkrusten. Ein starker Befall hemmt das Wachstum und lässt die Pflanze verkrüppeln. Wenn Ihr Gehölz betroffen ist, sollten Sie alle Pflanzenteile mit Ölpräparaten besprühen, die Paraffin- oder Rapsöl beinhalten. Es bildet sich ein durchgängiger Ölfilm, sodass die Schädlinge ersticken.

Pilzbefall

Botrytis cinerea gehört zu den Schadpilzen, die sich häufig auf Strauchveronikas ansiedeln. Sie hinterlassen einen samtigen Überzug in mausgrauer Färbung auf den Pflanzenteilen. Der Pilzrasen staubt sehr stark und gibt auf diese Weise zahlreiche Sporen frei. Grauschimmel breitet sich bevorzugt unter feuchten und warmen Bedingungen aus.

Vorbeugend hilft eine gute Durchlüftung der Pflanze. Geben Sie den Sträuchern ein Stärkungsmittel. Hier hat sich ein Auszug aus Schachtelhalm als erfolgreich erwiesen. Alternativ empfiehlt sich die Gabe von Gesteinsmehl. Entfernen Sie alle betroffenen Pflanzenteile und behandeln Sie stark befallene Pflanzen mit einem zugelassenen Fungizid.

Tipps

Auf dem Balkon sorgt die Strauchveronika zwischen Insektenhotels und rustikalen Gartenmöbeln für ein sommerliches Flair. Die intensiven Farben sind nicht nur Dekoration sondern auch der perfekte Hintergrund für Fotomotive mit selbst hergestellten Marmeladen und Säften. Dieser farbenfrohe Anblick macht Lust auf gesellige Runden.

Sorten

  • Green Globe: Winterhart bis -5° C. Kompakter Wuchs, gleichmäßige kugelförmige Gestalt. Wächst zwischen 20 und 30 Zentimeter hoch.
  • New Zealand: Kleinblättrig, Laub gelbgrün. Wuchshöhe 100 bis 150 Zentimeter.
  • Variegata: Blätter weiß-grün mit gelben, silbergrauen Flecken. Blüht ab Juli in Helllila. Bis 180 Zentimeter hoch.
  • James Stirling: Kleine nadelförmige Blätter, grün mit goldgelber Tönung. Bis 20 Zentimeter hoch.

Text: Christine Riel Artikelbild: Dorothy Chiron/Shutterstock

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  1. Maxi
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