Siebenschläfer-Kot – Tipps zu Aussehen, Bestimmung und Beseitigung

Bereiten Ihnen verdächtige Kot-Spuren Kopfzerbrechen? In Kombination mit nächtlichem Gepolter auf dem Dachboden sind Exkremente typische Hinweise auf Siebenschläfer. Dieser Ratgeber leistet Hilfestellung bei der Bestimmung und erklärt, wie Sie Siebenschläfer Kot am Aussehen erkennen. Eine praxistaugliche Anleitung beschreibt, wie Sie die Hinterlassenschaften richtig entfernen.

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So niedlich die Tierchen auch sind, im Haus sind sie ungern gesehen

Das Wichtigste in Kürze

  • Siebenschläfer Kot ist 1-2 cm lang, bohnenförmig dunkelbraun bis schwarz. Kot und Urin sind geruchlos.
  • Das Aussehen von Siebenschläferkot die geprägt durch eine ungleichmäßige, geschuppte Oberfläche.
  • Kot von Siebenschläfer-Tieren ist nicht ernsthaft gefährlich, bedeutet allerdings ein Hygiene-Risiko für Lebensmittel und Haushalt.

Siebenschläfer-Kot bestimmen – Erkennungsmerkmale

Zu erkennen ist Siebenschläfer Kot am Aussehen. Insbesondere Größe, Farbe und Form geben wichtige Hinweise, ob es sich um die Hinterlassenschaften einer oder mehrerer Schlafmäuse handelt. Letzte Zweifel räumen weitere Indizien aus dem Weg, wie die Oberflächenbeschaffenheit der Exkremente oder der Fundort. Folgende Tabelle fasst zusammen, anhand welcher Erkennungsmerkmale Sie Siebenschläfer Kot bestimmen können:

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  Aussehen Fundorte weitere Merkmale
Größe 1-2 cm lang Dachboden geruchlos
Farbe dunkelbraun bis schwarz Rollladenkasten vereinzelte Ablage
Form länglich-bohnenförmig Nistkasten  
Oberfläche uneben, geschuppt Baumhöhle  
    Gartenhaus-Nische  

Losung mit diesem Aussehen ist zumeist das einzige Indiz, das Sie von einem Siebenschläfer zu sehen bekommen. Die drolligen grauen Pelztiere sind maximal 30 Zentimeter groß, nachtaktiv und sehr scheu. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Laubwälder, weil Bucheckern, Samen und Nüsse ihre Leibspeise sind und sie am liebsten in Baumhöhlen leben. Bedrückende Wohnungsnot zwingt die putzigen Schlafmäuse, sich in Häusern und Scheunen nach einer Bleibe umzusehen. Aus diesem Grunde kann es sich bei Kot-Funden mit dem erläuterten Aussehen immer häufiger um Siebenschläfer-Losung handeln.

Exkurs

Siebenschläfer – rekordverdächtige Schlafmützen

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Siebenschläfer haben sich ihren Namen verdient

Mit einem episch langen Winterschlaf schlagen Bilche Nahrungsmangel und Kälte ein Schnippchen. Siebenschläfer ziehen sich bis zu neun Monate in eine kuschelige Höhle zurück, die kaum größer ist, als die Schlafmützen selbst. Ab dem Spätsommer laufen die Vorbereitungen für die rekordverdächtige Ruhepause auf Hochtouren. Gefuttert wird alles, was schön dick macht. Am liebsten Kalorienbomben, wie Bucheckern und Nüsse. Zeitgleich buddelt jeder Bilch ein bis zu 100 Zentimeter tiefes Loch und polstert es weich aus. Mit doppeltem Körpergewicht hält die Schlafmaus Mitte September Einzug im Winterquartier und rollt sich kugelförmig ein. Bis zum Frühsommer laufen die Körperfunktionen auf Sparflamme mit 3 bis 5 Grad Körpertemperatur und 5 Herzschlägen pro Minute.

Unterschiede zu Marderkot und Rattenkot

Zum Glück sind Siebenschläfer nicht stubenrein, denn bei den nächtlichen Ruhestörern kann es sich auch um andere Eindringlinge handeln, wie Steinmarder. Exkremente zählen zu den wenigen Anhaltspunkten für eine zweifelsfreie Identifizierung und daraus resultierenden Maßnahmen. Besorgniserregend ist eigentlich jeder Fund von Kot im Haus, denn schlimmstenfalls handelt es sich um gefährlichen Rattenkot. Damit Sie die Präsenz von Mardern und Ratten im Haus ausschließen können, lesen Sie bitte die folgenden näheren Beschreibungen von Marderkot und Rattenkot mit Hinweisen auf die Unterschiede zu Siebenschläferkot:

Vergleich von Siebenschläferkot, Rattenkot und Marderkot

 

Marderkot

Marder sind nachtaktiv, scheu und ebenso gute Kletterer, wie Siebenschläfer. Weil in penibel aufgeräumten Gärten geeignete Verstecke Mangelware sind, ziehen Marder ebenfalls gerne um in Gebäude und machen sich mit nächtlichem Radau bei den menschlichen Bewohnern unbeliebt. Im Gegensatz zu den Schlafmäusen sind Steinmarder mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 50 Zentimetern deutlich größer. Dieser Umstand schlägt sich nieder in der Kot-Größe als ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Diese Eigenschaften zeichnen Marderkot aus:

  • Größe: 8-10 cm lang, 1-2 cm dick
  • Farbe: hell- bis mittelbraun oder dunkelgrau
  • Form: wurstartig, gedrehte Spitze
  • Oberfläche: bröselig, erkennbare Nahrungsreste

Im Unterschied von Siebenschläfer-Kot verströmt Marder-Kot einen abstoßenden Geruch. Fernerhin koten Steinmarder bevorzugt an der gleichen Stelle, was an sogenannten Latrinen zu erkennen ist. Im Gegensatz dazu lassen Siebenschläfer ihre Exkremente dort fallen, wo sie sich gerade befinden.

Rattenkot

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Rattenkot ist bananenförmig und in frischer Form weich und glänzend

Die unappetitliche Aufgabe, Kot-Funde im Haus zu bestimmen, soll in erster Linie Rattenbefall ausschließen. Ratten sind gefürchtete Schädlinge und können mehr als 100 Krankheiten übertragen. Wo sich die Scheusale einnisten, droht innerhalb kurzer Zeit eine Rattenplage infolge einer explosionsartigen Vermehrung. Aus diesem Grunde sollten Ihnen folgende Erkennungsmerkmale von Rattenkot geläufig sein:

  • Größe: 0,5-2 cm lang, 0,5-1 cm dick
  • Farbe: dunkelbraun bis schwarz
  • Form: bananenförmig
  • Oberfläche: glatt, glänzend, weich

Verbreitet sich im Haus ein beißender Gestank nach Ammoniak, bestehen kaum noch Zweifel, dass Sie es mit gefährlichen Ratten und nicht mit harmlosen Siebenschläfern zu tun haben.

Ist Siebenschläfer Kot gefährlich?

Von den scheuen, friedliebenden Schlafmäusen geht keine Gefahr für Menschen aus. Das gilt leider nicht für deren Hinterlassenschaften. Siebenschläfer-Kot im Haus bedeutet in erster Linie ein hygienisches Risiko für Lebensmittel. Darauf machen die Experten um Umweltbundesamt explizit aufmerksam. Wenn die Nagetiere nachts durchs Haus flitzen auf der Suche nach Leckerbissen, lassen sie ihre Köttel überall fallen. Die Verunreinigung von Nahrungsmittelvorräten kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Tipps

Trittsiegel verraten die Präsenz vom Siebenschläfer auf dem Dachboden. Streuen Sie eine dünne Schicht Mehl auf dem Boden aus. Die nächtlichen Poltergeister werden ganz sicher hineintappen. Zu erkennen ist die Fährte am 10-15 mm langen und 10 mm breiten Vorderfuß. Der Hinterfuß ist mit 20-35 mm doppelt so lang. Kreisrunde Sohlen und nach vorne weisende Zehen sind charakteristisch für die Fußabdrücke von Schlafmäusen.

Siebenschläferkot richtig entfernen – Tipps

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Handschuhe und Mundschutz dürfen beim Entfernen von Siebenschläferkot nicht fehlen

Die Beseitigung von Nager-Kot erfordert besondere Vorsichtsmaßnahmen. Nicht nur Allergiker sollten vermeiden, dass es zu Staubaufwirbelungen kommt, die eingeatmet werden. Darauf macht das Robert-Koch-Institut aufmerksam und empfiehlt folgende Vorgehensweise. So entfernen Sie Siebenschläfer-Kot richtig:

Material

  • Gummihandschuhe
  • Atemschutzmaske
  • Besen
  • Handfeger, Schaufel
  • Eimer, Schrubber, Aufnehmer
  • Allzweckreiniger
  • optional Essig, Essigessenz
  • Mülltüte

Vorgehensweise

Vor Beginn der Reinigungsarbeiten öffnen Sie bitte die Fenster und lüften den Raum für mindestens 30 Minuten. Im Anschluss stellen Sie alle Fenster auf Kipp, ohne dass Durchzug entsteht. So gehen Sie Schritt für Schritt vor:

  1. Gummihandschuhe und Atemschutzmaske anlegen
  2. Köttel mit Besen zusammenkehren
  3. Exkremente mit Handfeger und Schaufel aufsammeln und in die Mülltüte werfen
  4. Eimer mit heißem Wasser und Allzweckreiniger füllen
  5. Boden wischen, trocknen lassen und nochmals putzen

Eine wirksame Vorbeugung gegen erneute Verunreinigungen durch Siebenschläfer-Kot ist Essig. Befeuchten Sie den sauberen Boden mit Essig oder Essigessenz. Den intensiven Geruch können Schlafmäuse nicht ausstehen und werden die Fläche zukünftig meiden. Ähnlichen Vergrämungseffekt erzielen Sie mit ätherischen Ölen aller Art. Fernerhin wird Weihrauch eine gute Wirksamkeit attestiert, um Siebenschläfer schonend und nachdrücklich aus dem Haus zu vertreiben.

Alternatives Quartier anbieten

Siebenschläfer Kot im Haus muss niemand tolerieren. Verantwortungsvolle Hausbesitzer belassen es allerdings nicht bei Beseitigung der Fäkalien und Vertreibungsmaßnahmen. Für schüchterne Schlafmäuse sind Dachboden oder Rollladenkasten nur eine Notlösung, weil sich im Garten keine Unterkunft finden lässt. Aus diesem Grunde bieten naturnahe Hobbygärtner vertriebenen Siebenschläfern draußen ein geeignetes Ausweich-Quartier an. Wie die Fachleute vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) empfehlen, nehmen Schlafmäuse mit Begeisterung unbewohnte Nistkästen als Tagesunterkunft an.

Häufig gestellte Fragen

Wie sieht Kot vom Siebenschläfer aus?

Siebenschläfer hinterlassen 1 bis 2 cm kleine, braun-schwarze, bohnenförmige Köttel. In der Regel liegen die Kotpartikel vereinzelt oder flächendeckend auf dem Boden und bilden keine Haufen. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu Exkrementen anderer Nagetiere ist, dass Siebenschläfer Kot und Urin keinen nennenswerten Geruch verströmen.

Gibt es eine Möglichkeit, Siebenschläferkot und Mäusekot zu unterscheiden?

In der Tat gibt das Aussehen keinen handfesten Hinweis, ob es sich um Kot von Siebenschläfer oder Maus handelt. Größe, Farbe und Form sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Der minimale Größenunterschied ist als Indiz nutzlos, denn junge Siebenschläfer hinterlassen eine ebenso große Losung mit adulte Mäuse. Einziges Unterscheidungsmerkmal ist der Geruch. Siebenschläfer-Kot ist geruchlos. Mäusekot hingegen verbreitet einen penetranten, intensiven Urin-Gestank.

Wir haben getrockneten Siebenschläfer-Kot auf dem Dachboden gefunden. Wie können wir feststellen, ob die Nager ausgezogen sind oder sich noch im Haus aufhalten?

Wenn Sie ausschließlich getrockneten Kot von Siebenschläfern finden, können Sie davon ausgehen, dass die Nagetiere ausgezogen sind. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen wir zwei Methoden. Streuen Sie am Fundort eine Mehlschicht aus. Sind auch nach zwei bis drei Tagen keine Trittsiegel zu erkennen, haben die pelzigen Hausbesetzer das Weite gesucht. Schneller geht es mit verführerischen Ködern, wie Apfelstückchen mit Nutella. Diesem Leckerbissen können die Nachtschwärmer nicht widerstehen und knabbern noch in der ersten Nacht daran herum.

Stehen Siebenschläfer unter Naturschutz?

Ja, alle Schläferarten zählen gemäß Bundesartenschutzverordnung zu den besonders geschützten Wildtieren. Hierzu gehören Siebenschläfer, Gartenschläfer und viele weitere Schlafmützen aus dem Tierreich. Ohne triftigen Grund dürfen Schlafmäuse nicht gestört, gejagt oder gar getötet werden. Untersagt sind fernerhin der Handel sowie die Haltung in Käfigen. Wer sich daran hält, leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser liebenswerten Kobolde mit dem ausgeprägten Schlafbedürfnis.

Tipps

Naturnahe Hobbygärtner widmen sich mit Besonnenheit den ersten Garten- und Aufräumarbeiten im Frühjahr. Unter Laubhaufen könnten sich Igel noch im Winterschlaf befinden. In Laub- und Mischhecken reiben sich die ersten Käfer und Insekten den Schlaf aus den Augen. Der Gartenboden wird erst umgegraben nach einer sorgfältigen Inspektion, weil in kleinen Erdhöhlen Siebenschläfer schlummern könnten.

Text: Paula Jansen
Artikelbilder: Geza Farkas/Shutterstock, COULANGES/Shutterstock, SOORACHET KHEAWHOM/Shutterstock, Alexey Laputin/Shutterstock

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