Marder

Wiesel vs. Marder: Die Unterschiede erkennen

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Wiesel und Marder sind faszinierende Raubtiere, die häufig in unseren Gärten und Landschaften beobachtet werden können. Obwohl sie auf den ersten Blick ähnlich erscheinen mögen, gibt es deutliche Unterschiede in Bezug auf Größe, Aussehen, Verhalten und Lebensraum.

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Wiesel haben einen ganz weißen Bauch, Marder dagegen nur einen weißen Fleck am Hals

Unterschiede in Größe und Körperbau

Schon auf den ersten Blick lassen sich Wiesel und Marder anhand ihrer Größe und Statur gut voneinander unterscheiden. Mauswiesel, die kleinsten Vertreter der Wiesel, erreichen eine Körperlänge von nur 11 bis 26 cm. Hermeline, eine weitere Wieselart, werden mit 17 bis 33 cm zwar etwas größer, bleiben aber dennoch deutlich kleiner als Marder. So misst der Steinmarder, ein typischer Vertreter der Marder, stolze 40 bis 54 cm.

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Wiesel besitzen einen schlanken, langgestreckten Körper mit kurzen Beinen, was ihnen erlaubt, sich flink durch enge Gänge und dichtes Unterholz zu bewegen. Marder hingegen haben einen kräftigeren Körperbau mit längeren Beinen, was auf ihre Anpassung an das Klettern und Springen hindeutet.

Körperlänge:

  • Wiesel: 11-26 cm (Mauswiesel), 17-33 cm (Hermelin)
  • Marder: 40-54 cm (Steinmarder)

Körperbau:

  • Wiesel: Schlank und langgestreckt mit kurzen Beinen
  • Marder: Kräftiger mit längeren Beinen

Diese Unterschiede in Größe und Körperbau sind wichtige Merkmale, um Wiesel und Marder in freier Wildbahn sicher zu bestimmen.

Fellfarbe und Fellzeichnung

Auch das Fellkleid bietet hilfreiche Anhaltspunkte zur Unterscheidung der beiden Tierarten.

Wiesel:

  • Sommerfell: Das Oberfell ist dunkelbraun, während der Bauch weiß gefärbt ist. Die Grenze zwischen beiden Farbbereichen verläuft in einer gezackten Linie.
  • Winterfell: Einige Wieselarten, wie das Hermelin, wechseln im Winter zu einem vollständig weißen Fellkleid. Lediglich die Schwanzspitze bleibt schwarz und bildet ein markantes Erkennungszeichen.
  • Füße: Die Füße sind in der Regel braun.

Marder:

  • Das Fell ist überwiegend braun und wirkt durch die graue Unterwolle gräulich.
  • Charakteristisch für Marder ist der weiße oder gelbliche Latz im Halsbereich. Beim Steinmarder kann sich dieser Latz bis zu den Vorderpfoten erstrecken und gegabelt sein, während er beim Baummarder gelblich bis rötlich ist und eine einzigartige Form aufweist.
  • Marder wechseln im Gegensatz zu manchen Wieseln ihr Fell im Winter nicht.

Anhand dieser Beschreibungen können Sie Wiesel und Marder anhand ihres Fells leicht voneinander unterscheiden.

Lebensraum und Lebensweise

Lebensraum und Lebensweise

Wiesel sind oft auf Wiesen oder in lichten Wäldern anzutreffen

Wiesel und Marder zeigen deutliche Präferenzen in Bezug auf ihren Lebensraum und ihre Lebensweise. Während Wiesel sich durch ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume auszeichnen, bevorzugen Marder oft die Nähe des Menschen.

Lebensraum:

  • Wiesel: Wiesel meiden dichte Wälder und bevorzugen offene Landschaften wie Wiesen, Felder und lichte Wälder. Sie sind in einer Vielzahl von Habitaten zu finden, darunter unter Büschen, in Baum- und Erdhöhlen sowie auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.
  • Marder: Marder sind Kulturfolger und leben gerne in der Nähe menschlicher Siedlungen. Sie bewohnen Dachböden, Ställe oder Schuppen und nutzen ihre Kletterkünste, um sich Zugang zu diesen Orten zu verschaffen. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst Wälder und offene Waldränder.

Lebensweise:

  • Wiesel: Wiesel sind sowohl tag- als auch nachtaktiv. Sie sind agile Jäger und bewegen sich schnell und wendig in ihren Revieren, die bis zu 200 Hektar groß sein können.
  • Marder: Marder sind hauptsächlich nachtaktiv. Sie sind ausgezeichnete Kletterer, bewegen sich aber auch am Boden fort. Ihre Reviere sind kleiner als die der Wiesel. Baummarder können bis zu 4 Meter weit springen, was ihre Mobilität unterstreicht.

Die Kenntnis der unterschiedlichen Lebensräume und Lebensweisen hilft dabei, die Anwesenheit und das Verhalten von Wieseln und Mardern in der Natur besser zu verstehen.

Nahrung und Jagdverhalten

Wiesel und Marder unterscheiden sich auch in ihren Ernährungsgewohnheiten und Jagdstrategien. Wiesel sind spezialisierte Jäger, die sich vorwiegend von kleinen Säugetieren wie Mäusen und Wühlmäusen ernähren. Dank ihrer geringen Größe und Wendigkeit können sie ihre Beute bis in deren unterirdische Gänge verfolgen.

Marder hingegen sind Allesfresser und ernähren sich von einer vielfältigen Diät. Neben kleinen Säugern wie Ratten und Kaninchen stehen auch Vögel, Insekten sowie Früchte und Beeren auf ihrem Speiseplan. Marder jagen sowohl am Boden als auch in Bäumen und im Wasser, was ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume unterstreicht.

Zusammenfassung der Unterschiede

Merkmal | Wiesel | Marder

-

Größe | Klein (11-26 cm) | Größer (40-54 cm)

Körperbau | Schlank, langgestreckt | Stämmiger

Fellfarbe | Braun mit weißem Bauch, im Winter weiß | Braun mit weißem Latz oder gelblichem Kehlfleck

Lebensraum | Offene Landschaften | Wälder und menschliche Siedlungen

Aktivität | Tag- und nachtaktiv | Nachtaktiv

Nahrung | Kleine Nagetiere | Breiteres Beutespektrum, auch größere Tiere

Bilder: Werner Baumgarten / Shutterstock