Sichtschutzzaun aus Holz selber bauen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Bau von Sichtschutzzäunen aus Holzelementen verlangt dem Gärtner handwerklich nur wenig ab, erfordert indes so manchen Kompromiss bei der Gestaltungsplanung. Wer die Dinge gerne von der Pike auf selbst in die Hand nimmt, entscheidet sich für einen Holzzaun aus Pfosten, Brettern und Schrauben. Die folgende Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wie Sie einen Sichtschutzzaun aus Holz selber bauen.

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Ein Zaun muss nicht teuer sein

Planung und Baugenehmigung – darauf sollten Sie achten

Messen Sie auf Ihrem Grundstück den Verlauf des Zaunes bitte präzise aus. Damit Sie und Ihre Familie vor schaulustigen Blicken sicher geschützt sind, planen Sie eine Höhe von 180 bis 200 cm ein. Soll der Zaun zugleich als Lärmschutz fungieren, empfehlen wir den Bau mit einer Doppellage aus Brettern. Die Wahl der Holzart bestimmt maßgeblich über die optische Wirkung. Rustikalen Stil erzielen Sie mit einfachen, sägerauen Brettern. Edel wirkt ein Sichtschutzzaun aus dem Holz von Eiche, Douglasie oder Lärche.

Sind die Planungsarbeiten abgeschlossen, nehmen Sie bitte vorab Kontakt auf mit dem Bau- oder Ordnungsamt. Sichtschutzzäune unterliegen in der Regel der örtlichen Bauordnung und sind genehmigungspflichtig. Regional beziehen die Vorschriften mitunter die konkrete Ausgestaltung mit ein bis hin zur verwendeten Holzart.

Material, Werkzeug und Vorbereitungsarbeiten – Checkliste

Sind Sie mit sich und dem Bauamt über den neuen Sichtschutzzaun im Reinen, werden folgende Materialien und Werkzeuge herbeigeschafft:

  • Holzbretter zugeschnitten mit leicht angeschrägter Oberkante, damit Regenwasser gut abläuft
  • Querriegel aus Holz so zugeschnitten, dass die Stoßstellen direkt auf einem Pfosten aufliegen
  • Holzpfosten
  • Pfosten-Anker
  • Als Abstandhalter: Holzklötzchen mit halber Lattenbreite (bei doppelseitiger Verbretterung)
  • Schnellbeton, Wasser, Bottich
  • Edelstahlschrauben
  • Schraubendreher, Akkuschrauber oder Bohrmaschine
  • Wasserwaage, Zollstock, Schnur, Holzstäbe, Klebezettel, Senklot
  • Schaufel

Markieren Sie den Zaunverlauf mit Schnüren, die Sie zwischen Holzstäben aufspannen. Kontrollieren Sie mit der Wasserwaage bitte wiederholt die gerade Ausrichtung. Wenn Sie beim Zuschnitt an den Querriegeln an der Oberseite ebenfalls eine leichte Schräge einarbeiten, kann sich hier kein Regenwasser ansammeln und Fäulnis oder Schimmel ansetzen.

Kesseldruckimprägniertes Holz hält länger

Achten Sie beim Erwerb von Latten und Pfosten bitte darauf, dass es sich um kesseldruckimprägniertes Holz handelt. Bei diesem Verfahren wird das Holz teilweise oder ganz unter hohem Druck mit einem Holzschutzmittel bearbeitet. Ein Sichtschutzzaun aus diesem Holz hält Belastungen durch Witterung, Pilze und Insekten besser stand.

Da die grüne oder braune Farbe der Imprägnierung rasch verblasst, ist dennoch ein Anstrich mit Holzlasur zu empfehlen. Verwenden Sie in diesem Fall bitte ein Lösemittel-freies Produkt, gekennzeichnet mit dem Umweltsiegel ‚Blauer Engel‘.

Pfosten setzen – Tipps & Tricks

Die Anzahl der benötigten Pfosten können Sie mithilfe dieser Formel berechnen: Zaunbreite + Pfostenstärke + 1,5 cm = Pfostenabstand. Markieren Sie an der gespannten Schnur die errechnete Position mit einem Klebezettel. Daran hängen Sie ein Senklot, das Ihnen präzise anzeigt, wo zu graben ist. Für perfekte Stabilität betonieren Sie die Anker für die Holzpfosten ein. So gehen Sie fachmännisch vor:

  • Grube ausheben mit 35 cm Länge, 35 cm Breite und 80 cm Tiefe
  • Pfosten-Anker mittig einsetzen und mit Leisten stabilisieren
  • Schnellbeton anrühren, einfüllen und mit einem Holzbrett glatt streichen
  • Ausrichtung des Ankers mit der Wasserwaage kontrollieren

Wenn die Betonfläche einige Zentimeter unterhalb der Bodenoberfläche endet, können Sie hier später Erde verteilen oder Rasenstücke verlegen. Bitte beachten Sie, dass es einige Zeit in Anspruch nimmt, bis der Beton ausgehärtet ist. Erst dann verschrauben Sie die Pfosten an den Ankern. Legen Sie wiederum die Wasserwaage an für eine schnurgerade Ausrichtung.

Sichtschutzzaun bauen – So geht es Schritt für Schritt

In der Praxis hat sich gut bewährt, die senkrechten Zaunlatten mit den Querriegeln vorab am Boden zu verschrauben und als komplettes Holz-Element an den Pfosten zu befestigen. Sofern Sie einen doppelwandigen Sichtschutzzaun aus Holz selber bauen, bringen Sie anschließend die zweite Bretter-Lage an. So gehen Sie Schritt für Schritt fachkundig vor:

  • Querriegel auf festem Untergrund auslegen
  • Zaunlatten für die erste Bretter-Lage darauf positionieren
  • Mit den Holzklötzchen als Abstandhalter auf die richtige Distanz bringen
  • Position der Schrauben mit einer Linie anzeichnen und Löcher für die Schrauben vorbohren
  • Holzbretter erst fest anschrauben, wenn alle Abmessungen stimmen

Um die fertig verschraubten Querriegel mit der ersten Bretter-Lage an den Pfosten anzuschrauben, sollte Ihnen spätestens jetzt eine helfende Hand zur Seite stehen. Die zweite Bretter-Lage fixieren Sie zunächst mit Schraubzwingen an den Querriegeln. Wiederum dienen die Abstandhalter als praktisches Hilfsmittel, um jede Latte gerade und bündig auszurichten. Zeichnen Sie die Positionen der Schrauben an, bohren vor und verschrauben erst dann jedes Holzbrett an seinem endgültigen Platz.

Tipps

Halten Sie Ausschau nach einer natürlichen Alternative zu einem Sichtschutzzaun aus Holz? Mutter Natur beschert Ihnen einen bunten Reigen prächtiger Sträucher, die sich zu einer blickdichten Hecke formieren. Klassisch und edel erfüllen Koniferen diese Aufgabe mit Bravour, wie der Lebensbaum ‚Brabant‘ (Thuja occidentalis). Mit verschwenderischer Blütenpracht schirmen Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) das Grundstück ab vor neugierigen Blicken.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: SergeyMarina/Shutterstock
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