Sichtschutz im Garten selber bauen – so gelingt es mit Fertigelementen aus Holz

Wer mag schon Sonnenbaden unter den neugierigen Blicken der Nachbarn? Mit einem Sichtschutz wahren Sie nicht nur Ihre Privatsphäre, sondern sind zugleich geschützt vor lästigem Wind. Praktisch und kostengünstig sind Fertigelemente aus Holz, um daraus selbst einen stabilen und dekorativen Blickschutz zu bauen. Diese Anleitung erklärt, wie Sie es richtig machen.

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Ein geschickter Heimwerker kann problemlos seinen eigenen Gartenzaun bauen

Sichtschutz-Zäune unterliegen der Bauordnung

Bevor der Startschuss für die Bauarbeiten fällt, nehmen Sie bitte Kontakt auf mit der örtlichen Baubehörde. Die Erstellung von Einfriedungen unterliegt in den einzelnen Bundesländern unterschiedlichen Vorgaben. Diese betreffen nicht nur die Höhe und den Abstand zum Nachbargrundstück. In einigen Regionen sind bestimmte Materialien oder eine maximale Höhe für einen Zaun vorgeschrieben.

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Material- und Werkzeugliste

Kompetente Anbieter von Zaunelementen als Blickschutz halten verschiedene Planungshilfen bereit, um die genaue Anzahl der Elemente zu ermitteln. Da sich die meisten Module nachträglich nicht kürzen lassen, ist eine detaillierte, maßstabsgetreue Skizze unverzichtbar. Neben den Zaunelementen sind folgende Werkzeuge und Materialien für den Bau erforderlich:

  • Spaten
  • Hammer
  • Akku-Schrauber
  • Maurerkelle
  • Ratsche
  • Senklot
  • Zollstock und Bleistift
  • Maurerschnur oder Rollbandmaß
  • Wasserwaage
  • Sechskantschrauben (M10 x 110 mm)
  • Unterlegscheiben und Muttern
  • Pfostenanker
  • Klebezettel
  • Fertigbeton
  • Holzlatten
  • Holzlasur mit dem Blauen Engel
  • Pinsel

Sofern ein Blickschutz-Element an eine Hausmauer anschließt, benötigen Sie zusätzliche Maueranker für die Befestigung der Eckpfosten.

Vorbereitungsarbeiten – so behalten Sie die Orientierung

Markieren Sie den genauen Verlauf des Blickschutz-Zaunes mithilfe einer straff gespannten Maurerschnur von Eckpfosten zu Eckpfosten eines jeden Zaunelementes. Verläuft der Sichtschutz über Eck, richten Sie den Verlauf mithilfe eines Bauwinkels aus. Entlang der gespannten Schnur markieren Sie die Positionen der Pfosten mit Klebezetteln. Hängen Sie an einen Klebezettel das Senklot, wissen Sie genau, wo das Loch für den Pfostenanker zu graben ist.

Pfosten für Zaunelemente einsetzen – so geht es

Nachdem Sie die Positionen für die Eckpfosten der Zaunelemente ermittelt haben, heben Sie am besten alle Gruben in einem Arbeitsgang aus. So machen Sie es richtig:

  • Mit der Schaufel 80 cm tiefe Löcher ausheben für ein frostfreies Betonfundament
  • Mit dem Akku-Schrauber Löcher in die Pfosten vorbohren für die Sechskantschrauben der Pfostenanker
  • Pfosten und Anker miteinander verschrauben
  • Positionen der Beschläge auf den Pfosten ausmessen und markieren
  • Beschläge in einem Arbeitsgang an allen Pfosten anbringen

In der Regel werden mindestens 4 Beschläge pro Pfosten benötigt, um daran die Zaunelemente später zu fixieren. Damit das Holz nicht reißt, bohren Sie bitte jedes Schraubenloch vor.

Zaunelemente anbringen – darauf sollten Sie achten

Damit große Zaunelemente für den Blickschutz nicht abknicken, stützen Sie die unteren Kanten mit aufgeschichteten Steinen ab. Bei diesem Arbeitsgang empfehlen wir einen zweiten Mann als helfende Hand. Mit Holzkeilen richten Sie jedes Modul gerade aus. So verfahren Sie weiter:

  • Vormontierte Pfosten in die Grube setzen und gerade ausrichten
  • Unten und oben am Zaunelement überprüfen, ob die Kante in einer geraden Linie auf dem Pfosten verläuft
  • Zaunmodule mit den vorinstallierten Beschlägen verschrauben

Die Herausforderung bei diesem Arbeitsschritt besteht darin, den noch nicht einbetonierten Pfosten soviel Stabilität zu verleihen, dass Sie die Zaunelemente daran festschrauben können. Schichten Sie an zwei Seiten eines Pfostens Ziegelsteine auf. Schieben Sie nunmehr eine stabile Holzlatte durch den Pfostenanker, sodass sie auf den Flächen der Steine aufliegt. Fehlt es dann immer noch an Stabilität, schieben Sie rechts und links Keile dazwischen.

Eckpfosten einbetonieren – so machen Sie es richtig

Mit Holzlatten stützen Sie den Blickschutz provisorisch ab. Geben Sie sich erst dann zufrieden mit der Ausrichtung, wenn die Wasserwaage eine senkrechte Justierung bestätigt. Jetzt füllen Sie Fertigbeton oder Estrichbeton in die Pfostenlöcher ein. Gehen Sie dabei schichtweise vor, indem Sie Beton und Wasser im Wechsel hinein kippen. Mit der Maurerkelle glätten Sie die Oberfläche.

Holzlasur schützt vor Witterungseinflüssen

Damit Ihr neuer Blickschutz aus Holz nicht verwittert, streichen Sie den Zaun im letzten Arbeitsschritt mit Holzlasur. Wir empfehlen ein Produkt mit dem Blauen Engel. Dieses Zertifikat bestätigt, dass sich keine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe darin befinden, wie Weichmacher und ähnliche Chemikalien.

Was tun bei abschüssigem Gelände?

Stellen Sie im Rahmen der Planung und Abmessung fest, dass Ihr Garten ein leichtes Gefälle aufweist, können Sie die Fläche begradigen. Mithilfe von gespannten Schüren und Senklot stellen Sie den Höhenunterschied fest. Diesen gleichen Sie anschließend mit Mutterboden sukzessive aus, bis die Wasserwaage eine ebene Fläche signalisiert.

Stärkeres Gefälle erfordert eine andere Vorgehensweise, wenn Sie einen Blickschutz im Garten selber bauen. Unter diesen Umständen hat sich eine treppenartige Montage in der Praxis gut bewährt. Die Pfosten werden passgenau am unteren Ende gekürzt. Wichtig zu beachten ist, dass ein hangabwärts gelegener Pfosten am oberen Ende stets bündig abschließt mit dem hangaufwärts gerichteten Zaunelement.

Tipps

Im naturnahen Garten steht der Blickschutz aus Sträuchern hoch im Kurs. Mit Wachstumsraketen, wie Liguster oder Kirschlorbeer, gehören neugierige Blicke über den Gartenzaun rasch der Vergangenheit an. Kostengünstig gelingt es mit wurzelnackter Ware, die Sie zur besten Pflanzzeit im Herbst in die Erde setzen.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: SutidaS/Shutterstock

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