salomonssiegel
Das Vielblütige Salomonssiegel ist mit ihren zarten Blüte eine beliebte Zierpflanze

Salomonssiegel: Pflanzen und pflegen

Salomonssiegel erinnern an Maiglöckchen. Sie gehören ebenfalls zu den früh blühenden Pflanzen, die bestimmte Bereiche des Gartens mit weißen Blüten dekorieren. Am geeigneten Standort benötigen die Pflanzen kaum Pflege. Die wuchsfreudigen Gewächse erfreuen Hobbygärtner über Jahre als Blatt- und Blütenschmuckpflanze.

Herkunft

Hinter der Bezeichnung Salomonssiegel verbirgt sich die Gattung Polygonatum, die auch als Weißwurzen bezeichnet werden. Sie gehören mit etwa 70 Arten zu den Spargelgewächsen. Die Pflanzen sind in China heimisch. Vier Arten haben Lebensräume in Mitteleuropa besiedelt. Hier wachsen sie auf schattigen Standorten mit mäßig feuchten Böden. Als Zierpflanzen sind die Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum) und das Echtes Salomonssiegel (Polygonatum orodatum) von Bedeutung.

Typische Lebensräume:

  • Laub- und Mischwälder mit krautreichem Unterwuchs
  • Staudensäume
  • Gebüsche

Wachstum

Salomomssiegel wachsen als mehrjährige Pflanzen mit krautigen Trieben. Sie entwickeln unterirdische Rhizome als Überdauerungsorgan. Diese sind knotig verdickt und oft verzweigt. Jedes Jahr entsteht an der Wurzelknolle ein neuer Knoten, sodass Sie das Alter der Pflanze anhand ihrer Verdickungen einschätzen können. An den Rhizomen bilden sich feine und fleischige Wurzeln, die sich im Substrat ausbreiten und für die Nährstoffversorgung zuständig sind.

Die oberirdische Sprossachse wächst aufrecht oder leicht zurückgebogen. Sie ist beim Echten Salomonssiegel glatt und scharf vierkantig. Die Vielblütige Weißwurz entwickelt ebenfalls einen glatten Stängel, der im Querschnitt rund oder stumpfkantig erscheint. Diese beiden Arten erreichen Wuchshöhen zwischen 15 und 60 Zentimeter. Sind die Bedingungen perfekt, können die Pflanzen 100 Zentimeter hoch werden. Es gibt niedrige Polygonatum-Arten wie der aus Japan stammende Zwerg-Salomonssiegel, der bis 30 Zentimeter hoch wächst.

Blätter

Die Blätter der Weißwurzen sind wechselständig angeordnet. Sie stehen in zwei Reihen und sind ungestielt oder mit sehr kurzen Stielen versehen. Ihre einfache Blattspreite ist länglich oder leicht eiförmig ausgeformt und trägt parallel verlaufende Adern. Die zwölf bis 17 Zentimeter langen Blätter sind auf der Oberseite dunkelgrün gefärbt. Unterseits erscheinen sie heller und graugrün bereift.

Blüte

Während die Vielblütige Weißwurz drei bis fünf Blüten in einem Blütenstand entwickelt, wachsen am Echten Salomonssiegel ein bis zwei Blüten in Gruppen zusammen. Die Blütenstände entspringen aus den Blattachseln. Typisch für die Arten ist die herabhängende Erscheinung der Blüten. Sie folgen einem dreizähligen Aufbau und sind zwittrig. Sechs cremeweiße und gleich gestaltete Blütenhüllblätter sind zu einer Röhre verwachsen. Die Kronenröhre endet in sechs grünlich getönten Zipfeln. Sämtliche Blütenorgane sind tief in der Blüte verborgen.

Blütezeit

Beide Arten blühen zwischen Mai und Juni. Das Echte Salomonssiegel versprüht während der Blütezeit einen leicht süßlichen Duft, was der Pflanze den lateinischen Namenszusatz orodatum verschaffte. Daher wird die Art auch Wohlriechende Weißwurz genannt. Die Vielblütige Weißwurz duftet nicht.

Frucht

Zwischen August und September reifen entsprechend der Blütenanzahl Beerenfrüchte heran. Sie sind blauschwarz gefärbt und oft bereift. Jede Beere enthält zwischen sieben und neun Samen.

Verwendung

Polygonatum-Arten eignen sich zur Unterpflanzung von Gehölzbeständen. Als typische Waldarten schmücken die krautigen Pflanzen naturnahe Gärten mit alten Baumbeständen. Sie wachsen in Saumbereichen oder Staudenanpflanzungen und geben Felssteppen einen mystischen Charakter. Zwischen Frauenmantel, Fingerhut und Maiglöckchen wirken Weißwurzen sehr elegant.

Der Vordergrund von wilden Hecken bekommt mit den zierlichen Gewächsen helle Farbakzente. Sie harmonieren mit Rhododendren, Funkien und Azaleen. Salomonssiegel macht sowohl in der Gruppe als auch in Einzelstellung eine gute Figur. Das krautige Gewächs dekoriert Frühblüherbeete und macht sich gut als Bepflanzung für Kübel und Balkonkästen.

Das sind gute Pflanzpartner im Schattenbeet:

  • Farne
  • Hostas
  • niedrig wachsende Astilben
  • Waldgräser

Ist Salomonssiegel giftig?

Polygonatum-Arten sind in allen Pflanzenteilen giftig. Insbesondere in den Beeren sind verschiedene Giftstoffe wie Schöll- und Jervasäure, Homoserinlacton und Saponine enthalten.

In der Heilkunde werden die Pflanzenteile wegen ihrer antibakteriellen Wirkung zur Wundheilung eingesetzt. Nach einem Verzehr können verschiedene Symptome auftreten wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Obwohl die Giftigkeit als leicht eingestuft wird, sollten Kinder und Haustiere nicht in Versuchung kommen und Kostproben vermeiden.
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Welcher Standort ist geeignet?

Die Pflanzen bevorzugen einen schattigen bis halbschattigen Standort. Ideal sind Plätze unter Gehölzen, die an Bachläufen oder größeren Gewässern stehen.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Ein gut durchlässiger Boden sorgt dafür, dass sich keine Staunässe bildet. Die Pflanzen reagieren weniger empfindlich auf nasse Bedingungen. Salomonssiegel wachsen besonders gut auf einem feuchten Boden, der leicht sumpfig sein darf. Ein humoses Substrat bietet den Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen. Sie mögen einen kalkhaltigen Boden.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Die beste Zeit zum Ausbringen der Pflanzen ist im zeitigen Frühjahr, denn dann dekorieren Salomonssiegel im selben Jahr den Garten mit einer üppigen Blütenpracht. Frisch abgetrennte Rhizome werden im Herbst eingepflanzt.

Der richtige Pflanzabstand

Salomonssiegel werden je nach Art zwischen 20 und 40 Zentimeter breit. Sie sollten entsprechend ihrer Wuchsbreite im Beet angepflanzt werden. Achten Sie auf einen Mindestabstand von 25 Zentimeter. Damit die Pflanzen einen dicht buschigen Bestand entwickeln, können Sie zehn bis zwölf Pflanzen pro Quadratmeter setzen. Die Gewächse werden von Jahr zu Jahr schöner. Es dauert etwas, bis Salomonssiegel mit einem stattlichen Wuchs überzeugen.

Salomonssiegel vermehren

Die rhizombildenden Pflanzen können durch Teilung vermehrt und auf diese Weise verjüngt werden. Dazu graben Sie im Herbst eine gesunde Pflanze aus und teilen einen kräftigen Wurzelstock mit einem scharfen Messer. Sie können sich an den knotigen Verdickungen orientieren, die als Sollbruchstelle dienen. Oft lassen sich die Rhizome durch Abbrechen einer Verdickung teilen. Das Teilstück sollte möglichst viele Feinwurzeln besitzen, damit es am neuen Standort schneller anwachsen kann. Die Mutterpflanze sollte ebenfalls über ein ausreichendes Geflecht aus Feinwurzeln verfügen. .

Der Boden am neuen Standort sollte gut aufgelockert werden. Eine Grabegabel eignet sich perfekt, da sie bis in tiefere Erdschichten vordringt. Pflanzen Sie das Teilstück in die gleiche Tiefe ein, in der die Mutterpflanze wächst. Drücken Sie das Substrat an und wässern Sie den Boden ausreichend, damit sich Luftlöcher schließen und die Knolle besser anwächst. In den nächsten Jahren sollte die Tochterpflanze nicht durch Ausgraben gestört werden. Es dauert einige Zeit, bis sich an der Wurzel neue Verdickungen gebildet haben.

Aussaat

Salomonssiegel können durch Samen vermehrt werden. Die Kaltkeimer benötigen einen Kältereiz, der die Samen anregt. Dieser kann natürlich durch den Wintereinbruch oder auf künstliche Weise erfolgen.

Im Garten

Wenn Sie im Herbst Früchte sammeln, sollten Sie die Samen vom Fruchtfleisch befreien und trocknen lassen. Säen Sie das Saatgut kurz vor dem Winter direkt im Freiland aus. Wählen Sie einen halbschattigen Standort, an dem das Substrat humose Eigenschaften aufweist. Wenn der Schnee im nächsten Jahr schmilzt, quillt die Samenschale auf und die Keimung beginnt. Wenn Sie das Saatgut im Frühjahr aussäen, erfolgt die Keimung ebenfalls erst nach dem Winter im Folgejahr.

Im Haus

Sie können den Keimprozess positiv beeinflussen, indem Sie das Saatgut für vier Wochen an einem warmen Ort mit Temperaturen von 20 Grad Celsius lagern. Streuen Sie das Saatgut in einen mit Sand befüllten Gefrierbeutel und lagern Sie diesen für vier bis sechs Wochen im Kühlschrank. Kontrollieren Sie regelmäßig die Feuchtigkeit des Substrats. Diese Maßnahme dient als Stratifizierung.

Anschließend streuen Sie die Samen auf ein Anzuchtsubstrat und stellen das Pflanzgefäß an einen kühlen Ort mit Temperaturen zwischen null und zwölf Grad Celsius. Große Temperatursprünge sollten vermieden werden, um den Keimprozess nicht zu unterbrechen. Sobald sich die ersten Blätter zeigen, werden die Pflanzen pikiert. Im April können die Jungpflanzen am gewünschten Standort im Garten eingesetzt werden.

Salomonssiegel im Topf

Niedrige Polygonatum-Arten eignen sich für die Gefäßbepflanzung. Höher wachsende Arten sollten im Folgejahr in den Garten gesetzt werden. Sie können eine abgebrochene Wurzelknolle direkt in einen Kübel pflanzen. Nutzen Sie ein strukturstabiles Substrat, das sich nach den Gießeinheiten nicht sofort verdichtet. Hochwertige Mischungen haben Anteile von Lava, Bims, Sand, Ton und weiteren mineralischen Komponenten.

Das geeignete Gefäß:

  • besteht aus Ton oder Terrakotta
  • hat ein Abzugsloch
  • kann sowohl rund als auch breit geformt sein

Balkon

Der Zwerg-Salomonssiegel wächst auch im Balkonkasten prächtig, da sein Platzanspruch geringer ist als bei höher wachsenden Polygonatum-Arten. Mit dieser Pflanze können Sie schattigen Balkonen mit Nordausrichtung farbliche Akzente verleihen. Achten Sie auf einen leichten Windschutz. Direkt an der Hauswand oder auf der Fensterbank sind die Pflanzen vor starken Winden geschützt.

Salomonssiegel gießen

Der Wasserbedarf der Polygonatum-Arten ist hoch. Halten Sie die Erde während der Wachstumsperiode gleichmäßig feucht. Kurze Trockenperioden bereiten ausgewachsenen Pflanzen keine Probleme, solange das Rhizom nicht vollständig trocken liegt. Jungpflanzen sollten in regenfreien Perioden häufiger gegossen werden, sodass das Substrat kontinuierlich feucht ist. Im Frühjahr können Sie den Boden mulchen. Das wirkt wachstumsfördernd und sorgt gleichzeitig dafür, dass der Boden nicht austrocknet.

Salomonssiegel richtig schneiden

Schnittmaßnahmen sind nicht empfehlenswert, da sie die Salomonssiegel schwächen. Als sommergrüne Pflanzen ziehen sie ihre Energie im Herbst aus den oberirdischen Pflanzenteilen und lagern diese im Rhizom ein. Sobald die Blätter vollständig verwelkt sind, können diese bodennah abgeschnitten werden. Diese Maßnahme ist nicht zwangsläufig notwendig. Die Blattmasse schützt den Boden während der Wintermonate und wird durch die Mikroorganismen im Substrat zersetzt. Dadurch bekommen die Pflanzen im nächsten Frühjahr frische Nährstoffe, die sie für den neuen Austrieb nutzen.

Salomonssiegel richtig düngen

Wenn Sie im Frühjahr mulchen oder Kompost unter das Substrat mischen, ist im Laufe des Jahres keine weitere Düngung notwendig. Als Alternative kann Volldünger verwendet werden, der kurz vor dem Austrieb verabreicht wird. Die Pflanzen zehren während der gesamten Wachstumsperiode von den Nährstoffen. Eine Überdüngung kann die Pflanze schwächen und Krankheiten hervorrufen oder einen Schädlingsbefall begünstigen.

Winterhart

Heimische Salomonssiegel wie Polygonatum odoratum und Polygonatum multiflorum sind winterhart und überstehen Temperaturen bis – 32 Grad Celsius. Diese hohe Frostresistenz hängt mit dem natürlichen Standort zusammen, denn in Wäldern ist der Boden durch herab gefallenes Laub geschützt, sodass nur in besonders strengen Wintermonaten die oberste Bodenschicht durch friert. Die Wurzelknollen liegen in einer frostfreien Tiefe.

In schneereichen Wintermonaten schützt eine Schneedecke den Boden offener Gärten vor dem Erfrieren. Fehlt die Schneedecke, sollten Sie das Substrat mit einer dicken Mulchschicht bedecken. Hierfür eignen sich Tannenzweige, Reisig und Laub. Alternativ können Sie dicke Strohmatten im Beet verteilen.

Wie pflanze ich richtig um?

Wenn die Pflanzen nach mehreren Jahren dichte Horste ausgebildet haben und den Standort überwuchern, ist eine Bestandseindämmung empfehlenswert. Ein Umpflanzen ist nicht sinnvoll, da die Pflanzen Zeit zum Regenerieren benötigen und nach der Maßnahme unschön aussehen. Sie können frischen Rhizomstücke am neuen Standort einpflanzen. Dadurch wird der Bestand verjüngt und die alten Pflanzen können entfernt werden.

Krankheiten

Es sind keine Krankheiten bekannt, die dem Salomonssiegel Probleme bereiten. Schlaff hängende Blätter oder eine verminderte Wuchsfreudigkeit sind auf falsche Standortbedingungen oder Pflegemaßnahmen zurückzuführen. Kontrollieren Sie Feuchtigkeit und Kalkgehalt im Boden.

Schädlinge

Viele Schädlinge verbreiten sich auf bereits geschwächten Pflanzen. Sie können einen Befall vorbeugen, indem Sie die Pflanzen im Frühjahr mit Knoblauch- oder Meerrettichsud besprühen.

Salomonssiegel-Blattwespe

Die Wespenart legt ihre Eier im Mai auf den Blättern der Salomonssiegel ab. Ein Schädlingsbefall wird meist erst bemerkt, wenn die Larven geschlüpft sind und Fraßspuren in den Blättern hinterlassen. Sie fressen die Blätter von der Triebspitze bis zum Blattgrund kahl und hinterlassen ein Gerippe. Befallene Triebspitzen sollten großzügig abgeschnitten und entfernt werden, damit sich die Larven nicht weiter durch die Blattmasse fressen. Sie können die Pflanze regelmäßig nach Schädlingen und Eiern absuchen und diese von den Blättern streifen.

Schnecken

Im Frühjahr werden Schnecken zu lästigen Schädlingen, die sich von den frisch austreibenden Pflanzen ernähren. Sie fühlen sich an den feuchten und schattigen Standorten, an denen Salomonssiegel wachsen, besonders wohl. Der Zwerg-Salomonssiegel wird bevorzugt von Schnecken vernichtet. Innerhalb kurzer Zeit können die Schädlinge komplette Bestände kahl fressen. Lockern Sie den Boden regelmäßig auf, um den Schnecken den Weg zu erschweren.

Hilfe gegen Schnecken:

  • Schneckenzäune errichten
  • alternativ spitze Steine als Hindernisse auslegen
  • Kaffeesatz hält die Schädlinge fern
  • Bierfallen aufstellen
  • Schneckennematoden mit dem Gießwasser verteilen

Tipps

Die Pflanzen überzeugen nicht nur im Frühjahr mit einer interessanten Blütenpracht. Wenn der Winter vor der Tür steht, verfärben sich die saftig grünen Blätter in ein leuchtendes Gelb. Sie bilden einen harmonischen Kontrast zu den dunklen Früchten und kommen unter schattenspendenden Gehölzen besonders gut zur Geltung.

Sorten

  • Weihenstephan: Blüht zwischen Mai und Juni, Blüten groß. Wuchshöhe bis 100 Zentimeter.
  • Striatum: Blätter grün mit weißen Streifen. Besonders lange Blüten, cremeweiß. Wächst bis 100 Zentimeter hoch.
  • Variegatum: Ausladender Wuchs. Blätter grün, weiß gerandet. Wuchshöhe bis 40 Zentimeter.
  • Quirlblättrige Weißwurz: Nicht giftig. Blätter schmal, in Quirlen angeordnet. Wächst zwischen 40 und 100 Zentimeter hoch.
  • Schmalblütiges Salomonssiegel: Blüten länglich ausgezogen, Blütezeit Mai bis Juni. Wächst bis 80 Zentimeter hoch.

Text: Christine Riel Artikelbild: V J Matthew/Shutterstock

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