Die Giftigkeit der Engelstrompete – das ist zu beachten

Engelstrompeten ernten mit ihrer prachtvollen Blüte allseits viel Bewunderung. Wie manch andere Zierpflanzenschönheit darf man sich aber nicht zu sehr blenden lassen - denn das Nachtschattengewächs ist hoch giftig.

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Die schöne Engelstrompete ist wie alle Nachtschattengewächse giftig

Wie giftig ist die Engelstrompete?

Die Engelstrompete gehört zu den Nachtschattengewächsen, die generell auf die ein oder andere Weise giftigen Charakter haben. Wie die meisten Arten ihrer Familie enthält die Engelstrompete viele Alkaloide, vor allem Scopolamin, Hyoscyamin und Atropin. Diese Stoffe sorgen dafür, dass alle Pflanzenteile stark giftig sind. Am giftigsten sind dabei die Wurzeln und die Samen. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass bei den heutigen Zuchtformen die Giftstoffe oft weitgehend ausgemerzt sind.

  • Giftstoffe der Engelstrompete: Alkaloide
  • Alle Pflanzenteile giftig, besonders Wurzeln und Samen
  • Zuchtsorten teils vermindert giftig

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Gefährliche Dosen

Bei ungezüchteten Arten kann allerdings schon der Duft der Blüten, der durch seine Strenge schon ein Warnsignal ist, leichte Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Diese äußern sich in leicht betäubenden Wirkungen, Kopfschmerz und gegebenenfalls sogar Übelkeit mit Erbrechen.

Wirklich gefährlich wird es allerdings erst, wenn Pflanzenteile der Engelstrompete gegessen werden. Eine Dosis ab etwa 0,3 g gilt schon als riskant. Die Wirkung zeigt sich erst etwa 2-4 Stunden nach der Aufnahme und äußert sich in starken Hautreizungen und Tempetarurerhöhung, Übelkeit und Erbrechen, Unruhe und Verwirrung, Sehstörungen, Pulsbeschleunigung und starkem Durst. Höhere Dosen können auch zu Krämpfen, starken Erregungen und Tobsuchtsanfällen führen.

Maßnahmen

Wenn ein etwas zu neugieriger Bewunderer oder ein Kleinkind etwas von der Engelstrompete aufgenommen haben sollte, müssen möglichst unverzüglich Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Wenn medizinische Kohle greifbar ist, sollte diese sofort verabreicht werden – sie bindet das Gift und schleust es aus dem Körper heraus. Durch die natürliche Reaktion des Erbrechens versucht der Körper allerdings auch schon selbst, sich des Giftes zu entledigen.

Weiterhin sollten Sie den Notarzt rufen bzw. gleich die Giftnotfallzentrale kontaktieren. Überprüfen Sie beim Patienten bis zum Eintreffen der Hilfe laufend die lebensnotwendigen Körperfunktionen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Stanley Ford/Shutterstock

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