Sind Anbau und Konsum von Engelstrompete verboten?

Die Engelstrompete sorgt nicht nur für Furore als prächtige Kübelpflanze. Als berauschende Naturdroge macht das südamerikanische Nachtschattengewächs ebenfalls von sich reden. Das bereitet Kopfzerbrechen im Hinblick auf die Legalität. Sind Anbau und Konsum von Engelstrompeten verboten? Lesen Sie hier wissenswerte Infos.

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Als Kübelpflanze ist die Engelstrompete nicht verboten

Ist ein Anbau von Engelstrompete verboten?

Die Verwendung von Engelstrompete als Rauschmittel wirft die Frage auf nach ihrer Legalität. Zumindest in Bezug auf die Nutzung als Kübel- und Beetpflanze besteht in Deutschland Rechtssicherheit.

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Engelstrompeten (Brugmansia) zählen zu den Nachtschattengewächsen und wachsen von Natur aus in Südamerika. Die prachtvoll blühenden Laubgehölze sind weltweit hochgeschätzte Zierpflanzen. Der Anbau, Besitz sowie An- und Verkauf einer Engelstrompete ist in Deutschland nicht verboten.

Ist der Konsum von Engelstrompete illegal?

Bei der Beantwortung dieser Frage begeben wir uns in eine rechtliche Grauzone. Einerseits ist der Besitz einer Engelstrompete nicht verboten. Andererseits versetzt die orale Aufnahme von Pflanzenteilen die Konsumenten in einen Rauschzustand. Unter dieser Voraussetzung wird der Konsum von Engelstrompete halblegal. Neben illegalen und legalen Drogen kursieren pflanzliche Substanzen mit psychoaktiver Wirkung, deren rechtlicher Status nicht eindeutig geklärt ist. Das bedeutet:

  • Die Legalität von Engelstrompete als Rauschmittel ist umstritten.
  • Als delirantes Nachtschattengewächs wird die Gattung Brugmansia den halblegalen Drogen zugeordnet.
  • In der legalen Pflanze enthaltene Substanzen sind nicht explizit legal.
  • Die psychoaktiven Inhaltsstoffe könnten unter das Arzneimittel- oder Betäubungsmittelgesetz fallen.
  • Der Gesetzgeber ist gefordert, den derzeit unklaren Rechtsstatus zu klären.

Warum ist der Konsum von Engelstrompete gefährlich?

Die Wirkstoffe in Engelstrompete sind stark giftig. Hierzu zählen psychoaktive Alkaloide mit halluzinogener Wirkung, wie Atropin, Hyoscyamin und Skopolamin. Wenn Konsumenten die Blätter, Blüten und Samen rauchen oder essen, kommt es zu unkontrollierbaren Rauschzuständen und Wahnvorstellungen.

Die Wirkstoff-Zusammensetzung kann von Pflanze zu Pflanze und sogar zwischen verschiedenen Pflanzenteilen extrem schwanken. Dieser Umstand macht die Dosierung zu einem lebensgefährlichen Unterfangen. Häufig kommt es zu Überdosierungen mit fatalen Folgen bis hin zum tödlichen Herz-Kreislauf-Zusammenbruch.

Tipp

Farbenrausch ohne Nebenwirkungen

Mit ihren atemberaubend schönen Blüten begeistert die Engelstrompete als eine Augenweide ohne giftige Nebenwirkungen. Wer bei Pflegearbeiten dem Giftgehalt den nötigen Respekt zollt und die Engelstrompete außerhalb der Reichweite von Kindern kultiviert, darf sich im Sommer über ein blütenreiches Fest der Farben freuen. In den Abendstunden verströmen die imposanten Blütentrompeten der schönsten Engelstrompete-Sorten einen betörenden Duft.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Manfred Ruckszio/Shutterstock

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