Stechapfel

Stechapfel: Giftigkeit, Wirkung & Vorsichtsmaßnahmen

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Der Stechapfel ist eine attraktive, aber hochgiftige Pflanze. Erfahren Sie hier mehr über die Giftstoffe, Vergiftungserscheinungen, Behandlungsmöglichkeiten und wie Sie sich und Ihre Familie schützen.

Stechapfel Gefahr
Die Stechapfel-Samen sind besonders giftig

Welche Giftstoffe enthält der Stechapfel?

Der Gemeine Stechapfel (Datura stramonium) enthält giftige Tropan-Alkaloide. Diese chemischen Verbindungen sind in allen Pflanzenteilen vorhanden, wobei die höchste Konzentration in den Samen und Wurzeln liegt. Die Hauptgiftstoffe des Stechapfels sind Hyoscyamin, Scopolamin und Atropin. Bereits kleine Mengen dieser Alkaloide können schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen. Schon 15 Samen können für Kinder eine tödliche Dosis darstellen. Vermeiden Sie daher jeglichen Kontakt mit dieser Pflanze.

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Welche Symptome treten bei einer Stechapfelvergiftung auf?

Die Symptome einer Stechapfelvergiftung variieren je nach Menge der aufgenommenen Giftstoffe und der individuellen Empfindlichkeit. Erste Anzeichen können wenige Minuten nach dem Verzehr auftreten, meist jedoch nach etwa einer Stunde. Typische Vergiftungserscheinungen umfassen:

Herz-Kreislauf-System:

  • Beschleunigter Puls und Herzrhythmusstörungen
  • Erhöhte Körpertemperatur und Fieber
  • Blässe oder Hautrötungen

Nervensystem:

  • Erweiterte Pupillen und Sehstörungen
  • Verwirrtheit, Desorientierung, Verhaltensauffälligkeiten wie Erregung und Unruhe
  • Halluzinationen und Wahnvorstellungen
  • Krampfanfälle und Muskelzuckungen
  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen

Gastrointestinaltrakt:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen und blutiger Durchfall
  • Mundtrockenheit und starkes Durstgefühl

In schweren Fällen kann es zu Bewusstlosigkeit, Koma, Atemnot durch Atemlähmung und letztlich zum Tod kommen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollten Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Wie kann eine Stechapfelvergiftung behandelt werden?

Bei einer Stechapfelvergiftung ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich. Gehen Sie umgehend in eine Klinik oder rufen Sie den Notarzt. Schnelles Handeln ist entscheidend.

Erste Maßnahmen

  1. Bleiben Sie ruhig und handeln Sie schnell: Lassen Sie die betroffene Person stilles Wasser trinken, um das Gift zu verdünnen. Vermeiden Sie Milch, da diese die Aufnahme der Giftstoffe beschleunigen kann.
  2. Giftinformationszentrum kontaktieren: Rufen Sie sofort das lokale Giftinformationszentrum an. Dort erhalten Sie spezifische Anweisungen.
  3. Keine häuslichen Maßnahmen: Versuchen Sie nicht, Erbrechen auszulösen oder Hausmittel anzuwenden. Diese können mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.

Medizinische Behandlung

1. Symptomatische Behandlung:

  • Aktivkohle: Hilft, die Aufnahme des Giftes im Magen-Darm-Trakt zu reduzieren.
  • Magenspülung: Kann durchgeführt werden, wenn die Giftaufnahme kürzlich erfolgte.
  • Physische Kühlmaßnahmen: Um die erhöhte Körpertemperatur zu senken.

2. Spezifische Behandlungen:

  • Antidote: Physostigmin kann die toxische Wirkung der Stechapfel-Alkaloide mindern.
  • Kreislauf- und Atemunterstützung: Bei schweren Fällen kann künstliche Beatmung notwendig sein.

Behandlung bei Tieren

Falls Haustiere Stechapfel gefressen haben, sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen. Die Symptome und Behandlungsmethoden ähneln denen beim Menschen.

Wie kann man eine Stechapfelvergiftung verhindern?

Vermeiden Sie den Kontakt mit dem Stechapfel durch akribische Maßnahmen, um Ihre Familie und Haustiere zu schützen.

Vorsichtsmaßnahmen im Garten

  • Erkennen und Entfernen: Lernen Sie, den Stechapfel zu erkennen, und entfernen Sie entdeckte Pflanzen sofort vollständig. Reißen Sie die Pflanzen mitsamt der Wurzel aus und entsorgen Sie sie in einem Müllsack.
  • Regelmäßige Kontrolle: Überprüfen Sie in den Sommermonaten Ihre Gartenflächen regelmäßig auf Stechapfelpflanzen.

Schutzmaßnahmen für Kinder und Haustiere

  • Erklären Sie die Gefahr: Informieren Sie Kinder über die Gefährlichkeit des Stechapfels. Sie sollten unbekannte Pflanzen im Garten nicht berühren oder pflücken.
  • Abgesicherte Spielebereiche: Richten Sie abgegrenzte Spielbereiche für Kinder ein, die regelmäßig kontrolliert werden.
  • Haustiere beaufsichtigen: Seien Sie wachsam, wenn Ihre Haustiere draußen sind.

Handhabung und Hygiene

  • Schutzhandschuhe tragen: Nutzen Sie beim Entfernen des Stechapfels immer Schutzhandschuhe.
  • Händewaschen: Waschen Sie nach der Gartenarbeit gründlich Ihre Hände und säubern Sie Werkzeuge.

Vorbeugende Maßnahmen in landwirtschaftlichen Bereichen

  • Kulturen schützen: Entfernen Sie Stechapfelpflanzen von landwirtschaftlich genutzten Flächen, insbesondere vor der Ernte. Achten Sie darauf, dass keine Pflanzen in das Futter gelangen.
  • Aussaatkontrolle: Überprüfen Sie Ackerflächen regelmäßig auf Stechapfel, insbesondere in Reihenkulturen wie Mais.

Durch achtsames Vorgehen und die Umsetzung dieser Maßnahmen können Sie das Risiko einer Stechapfelvergiftung erheblich reduzieren.

Bilder: ArtesiaWells / iStockphoto