Leberblümchen

Mit Grazie verwandelt das Leberblümchen halbschattige und schattige Lagen in ein blaues Blütenmeer. Hadern Sie mit lichtarmen, kalkhaltigen Nischen, ist die liebreizende Staude zur Stelle mit vitaler Wuchskraft. Wie die florale Charmeoffensive in Ihrem Garten gelingt, verraten die folgenden Antworten auf häufige Fragen.

Anemone hepatica
Das Leberblümchen ist ein zarter Frühjahrsblüher im Wald und im Garten

Leberbluemchen richtig pflanzen

Wählen Sie als Standort einen frühjahrshellen Platz unter Laubgehölzen oder im halbschattigen Staudenbeet in tiefgründig lockerer und kalkhaltiger Erde, frisch-feucht und reich an Humus. Während dort kleine Pflanzgruben im Abstand von 20-25 cm entstehen, befinden sich die noch eingetopften Leberblümchen in einem Gefäß mit Wasser. Ein vollständig durchtränkter Wurzelballen forciert den anschließenden Prozess des Anwachsens spürbar. So gehen Sie weiter vor:

  • Den Aushub anreichern mit Kompost, Hornspänen und ein wenig Vitalkalk
  • Pflanzen austopfen, in die Erde setzen bis zum unteren Blattpaar und angießen

Folgen Sie unserer Empfehlung und wählen den Herbst als optimale Pflanzzeit, breiten Sie vor dem ersten Frost eine dicke Schicht aus Laub über dem Beet aus als Schutz vor Frost und Nässe.
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Pflegetipps

Ungestört entwickeln Leberblümchen leuchtend blaue Blütenteppiche in prachtvoller Opulenz. Diesem Wunsch nach Ruhe können Sie ohne weiteres folgen, denn am adäquaten Standort dreht sich die Pflege einzig um folgende Maßnahmen:

  • Gießen bei Trockenheit mit kalkhaltigem Leitungswasser
  • Im März eine organische Startdüngung mit Kompost oder besser Brennnesseljauche
  • Leberblümchen im Topf alle 14 Tage flüssig düngen
  • Schnitt ist nicht erforderlich

Gedeihen Leberblümchen unter Laubgehölzen, darf im Herbst kein Laub geharkt werden. Die herabgefallenen Blätter fungieren als natürlicher Winterschutz. Kultiviert im Pflanzgefäß siedelt die aparte Staude um ins helle Winterquartier, um Ende Februar/Anfang März umzusiedeln auf den Balkon.
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Welcher Standort ist geeignet?

In halbschattigen bis schattigen, frühjahrshellen Lagen gedeihen Leberblümchen üppig und vital. Diese Voraussetzungen sind ausgezeichnet erfüllt unter laubabwerfenden Gehölzen. Während die kleine Staude im März/April prächtig blüht, durchdringen genügend Sonnenstrahlen das laublose Astwerk von Bäumen und Sträuchern. Hat sich im Sommer das Blätterdach geschlossen, genügen die reduzierten Lichtverhältnisse für das sommergrüne Laub vollauf..
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Der richtige Pflanzabstand

Mit einem Pflanzabstand von 20-25 cm sind Sie gut beraten, um mit Leberblümchen einen dichten Blütenteppich zu arrangieren. Siedeln Sie 12-16 Exemplare pro Quadratmeter an, inszenieren die zierlichen Stauden ein prächtiges Frühlingsbild im Beet.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Je besser die Erde am gewählten Standort es mit humusreichem Waldboden aufnehmen kann, desto opulenter entfaltet sich der blaue Blütenflor. In sandig-lehmigem Boden mit einem alkalischen pH-Wert von 7 bis 7,4 spielt die Staude ihre Stärken aus. Leberblümchen suchen sich in freier Natur stets lockere, gut durchlässige und kalkhaltige Erde ohne jegliche Gefahr von Staunässe.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Die beste Pflanzzeit für frühjahrsblühende Stauden ist der Herbst. Da macht das Leberblümchen keine Ausnahme. Setzen Sie die hübschen Winzlinge in der Zeit von Anfang September bis Mitte Oktober in die Erde, sind sie im März mit ihrem ersten Blütenflor pünktlich zur Stelle.

Wann ist Blütezeit?

Die heimische Wildstaude Hepatica nobilis und daraus hervorgehende Sorten erblühen im März und halten durch bis weit in den April. Kombinieren Sie das eingewanderte Siebenbürgener Leberblümchen (Hepatica transsilvanica) dazu, dürfen Sie sich bereits ab Januar/Februar über den fröhlichen Blütenzauber freuen.
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Leberbluemchen richtig schneiden

An Leberblümchen ist ein Rückschnitt per se nicht erforderlich. Putzen Sie im Frühjahr verwelkte Blüten aus, schafft diese Maßnahme ein sauberes Erscheinungsbild. Damit die ersehnten Blütenteppiche entstehen, sollte der Staude ohnehin die Möglichkeit der Selbstaussaat gewährt werden. Das Laub zieht die Pflanze selbsttätig ein, sodass Sie sich nicht unnötigerweise dem Giftgehalt im Rahmen von Schnittmaßnahmen aussetzen müssen.

Leberbluemchen gießen

Unter dem Einfluss normaler Frühjahrswitterung mit wiederholten Regenfällen, rückt der Bedarf nach zusätzlichem Gießwasser in den Hintergrund. Einzig bei anhaltender Trockenheit werden Leberblümchen gewässert. Das gilt umso mehr, wenn im Sommer der dichte Blätterbaldachin benachbarter Laubgehölze das Regenwasser nicht mehr hindurch lässt. Idealerweise geben Sie das kalkhaltige Leitungswasser mit der Tülle unmittelbar an die Wurzeln, denn eine Überkopf-Beregnung beeinträchtigt die Schönheit der Blüten.

Leberbluemchen richtig düngen

Reicht die Qualität des Erdreichs an humosen Waldboden heran, genügt eine organische Startdüngung Ende Februar/Anfang März vollkommen aus. Um dem Wunsch nach Ungestörtheit nachzukommen, empfehlen wir eine flüssige Düngung mit Brennnesseljauche oder einem handelsüblichen Präparat. Im Kübel besteht hingegen ein höherer Bedarf an Nährstoffen. Verabreichen Sie ab März alle 14 Tage bis zum Ende der Blütezeit einen Flüssigdünger für Blühpflanzen, lässt die Blütenfülle keine Wünsche offen. Im Pflanzjahr sowie nach einem Umtopfen in nährstoffreiches Substrat erübrigt sich die Gabe von Dünger.

Überwintern

Damit Leberblümchen bis zum Start der Blüte im Spätwinter keinen Schaden erleiden, erhalten sie vor dem ersten Frost einen Schutz aus Laub. Befindet sich der Standort unter Laubbäumen, lassen Sie die abgeworfenen Blätter einfach liegen. In Topfkultur räumen Sie die kleine Staude ein ins helle, frostfreie Treibhaus oder das unbeheizte Treppenhaus. Ende Februar/Anfang März tragen Sie die Pflanzgefäße auf den Balkon, damit sie ihr Blütenfestival beginnen. Gießen Sie während der Überwinterung im Beet bei Kahlfrost. Im Winterquartier darf der Wurzelballen keinesfalls austrocknen, sodass hier wiederholt gewässert wird.

Leberbluemchen vermehren

Die auf den ersten Blick naheliegende Vermehrung durch Teilung, ist für Leberblümchen nicht empfehlenswert. Wird die Ausbreitung am Standort derart massiv gestört, lässt die nächste Blüte im Anschluss 2-3 Jahre auf sich warten. Für die Nachzucht empfehlen wir somit die Aussaat. Diese ist gleichwohl gepaart mit einem langen Geduldsfaden, denn mit der Keimung haben Hepatica-Samen es nicht eilig. So gehen Sie richtig vor:

  • Die reifen Samenstände rechtzeitig ernten, bevor sie von Ameisen verschleppt werden
  • Eine Saatschale füllen mit lockerer Aussaaterde, um darauf die frischen Samen auszustreuen
  • Mit Sand oder Vermiculite übersieben, andrücken und mit feiner Brause anfeuchten
  • Am halbschattigen, geschützten Platz im Garten oder auf dem Balkon platzieren

Im darauf folgenden Jahr setzt im Januar/Februar die Keimung ein, sofern die Kaltkeimer den erforderlichen Kältereiz von 0 bis 4 Grad Celsius über 4 Wochen erhielten. Im ersten Jahr gedeihen die beiden Keimblätter, denen im darauf folgenden Jahr weitere Laubblätter folgen. Pikiert werden Leberblümchen somit im dritten Jahr nach der Samenreife, um im Herbst des vierten Jahres ausgepflanzt zu werden.

Wie pflanze ich richtig um?

Das Leberblümchen mag Störungen so gar nicht leiden. Wo die Staude ihre Ruhe hat, entwickeln sich im Laufe der Jahre dichte, üppige Blütenteppiche. Pflanzen Sie die kleine Schönheit daher möglichst nicht um, denn auf eine erneute Blüte werden Sie im Anschluss etliche Jahre warten müssen. Gedeiht die aparte Blume im Topf oder Balkonkasten, wird sie erst dann umgetopft, wenn das Gefäß durchwurzelt ist. Je weniger der Wurzelballen bei dieser Aktion in Mitleidenschaft gezogen wird, desto rascher erholt die Pflanze sich vom Stress.

Leberbluemchen im Topf

Im Topf und Balkonkasten fungieren Leberblümchen als malerische Unterpflanzung größerer Stauden oder Laubgehölze. Solange die Pflanznachbarn ebenfalls ein kalkhaltiges Substrat bevorzugen, entstehen kreative Kompositionen, die alle Blicke auf sich ziehen. Positionieren Sie das Gefäß am sonnigen Standort so, dass die Leberblümchen beschattet werden. Damit Pflanzen und Pflegen in geregelten Bahnen verlaufen, achten Sie bitte auf folgende Aspekte:

  • Über dem Wasserablauf im Topfboden feinen Splitt ausbreiten als Drainage
  • Als Substrat gängige Blumenerde verwenden, optimiert mit Vitalkalk oder Gesteinsmehl
  • Regelmäßig gießen, sobald die Erde angetrocknet ist
  • Mit Beginn des Austriebs bis zum Ende der Blütezeit alle 14 Tage flüssig düngen

Da im Winter der Wurzelballen im Topf durchfrieren könnte, räumen Sie die Leberblümchen ein ins helle, frostfreie Quartier. Gießen Sie die Stauden weiterhin, damit sie nicht austrocknen.

Ist Leberbluemchen giftig?

Leberblümchen zählen zu den Hahnenfußgewächsen. Diese Tatsache lässt erfahrene Hobbygärtner aufhorchen, denn derartige Pflanzen sind allesamt giftig. Im Familiengarten haben die Stauden folglich nichts zu suchen. Stopfen kleine Kinder neugierig die Blüten oder Blätter in den Mund, sind fatale Vergiftungserscheinungen die Folge. Wo sich Haustiere in der Nähe tummeln, sollten sich Leberblümchen nicht in Reichweite befinden. Da bereits der bloße Hautkontakt zu schlimmen Reizungen führen kann, ist für den Gärtner und die Gärtnerin das Tragen von Handschuhen bei allen Pflege- und Pflanzarbeiten unbedingt angeraten.

Leberbluemchen blüht nicht

In Leberblümchen steckt die Kraft für ein langes Staudenleben über viele Jahrzehnte lang. Somit haben die Pflänzchen es nicht sonderlich eilig mit ihrem Wachstum und geben sich gemächlich in Bezug auf ihre Blühwilligkeit. Erwarten Sie daher nicht gleich im ersten Jahr eine üppige Blüte. Sämlings-vermehrte Arten und Sorten nehmen sich bis zu 4 Jahre Zeit, bevor sie das erste Mal blühen. Darüber hinaus stecken folgende Ursachen dahinter, wenn ein Leberblümchen nicht blüht:

  • Zu saures oder trockenes Erdreich
  • Trockenstress
  • Nährstoffmangel

Zudem verweigert die kleine Schönheit eine Blüte, wenn sie dem Stress einer Teilung oder eines Umpflanzens ausgesetzt wurde.

Naturschutz

In freier Natur setzt sich das Leberblümchen mit leuchtend blauen Blütenteppichen auf Waldlichtungen und entlang des Weges bezaubernd schön in Szene. In begeisterten Hobbygärtnern weckt die zarte Schönheit den Wunsch, diese im eigenen Garten anzusiedeln. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange die Pflanze nicht im Garten von Mutter Natur gepflückt oder ausgegraben wird. Gemäß der Bundesartenschutzverordnung stehen Leberblümchen unter Naturschutz.

Schöne Sorten

  • Blue Forest: Die Sorte breitet sich als himmelblauer Blütenteppich gerne unter alten Bäumen aus; Wuchshöhe 10 cm
  • Red Forest: Wo rote Farbtöne dominieren, spielt diese Sorte ihre Stärken aus; Wuchshöhe 10 cm
  • Alba: Weiß blühendes, Siebenbürgener Leberblümchen mit flauschiger Behaarung; Wuchshöhe 10-15 cm
  • Winterfreuden: Die hellblauvioletten Blüten zeigen sich bereits ab Januar in milden Lagen; Wuchshöhe 15 cm
  • Flore pleno: Heimisches Leberblümchen mit gefüllten Blüten in leuchtendem Blau; Wuchshöhe 10 cm
Text: Paula Jansen

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