Ein gefährlicher Schädling für das Salomonssiegel: die Blattwespe

Das Salomonssiegel ist nicht nur an vielen Waldrändern in der Natur ein reizvoller Frühlingsblüher, auch in manchen Gärten wird die giftige Zierpflanze an schattigen Standorten angebaut. Sind an den Blättern des "Wohlriechenden Weißwurzes" plötzlich Fraßschäden zu entdecken, dann sind daran meistens die Raupen der Salomonssiegel-Blattwespe schuld.

Blattwespe Raupen
Die Raupen der Blattwespe können dem Salomonssiegel erheblichen Schaden zufügen

Die Salomonssiegel-Blattwespe erkennen

Die ausgewachsenen Exemplare der Salomonssiegel-Blattwespe sehen relativ unscheinbar aus und können aufgrund ihrer glänzend schwarzen und rauchgrauen Färbung mitunter mit Fliegen verwechselt werden. Während diese Imagines an den Pflanzen keine direkte Schädigung verursachen, stellen die Raupen im Larvenstadium eine Gefahr dar, da sie teilweise nur rippenartige Gerüste an den Blättern des Echten Salomonssiegels zurücklassen. Die Raupen sind hell graugrünlich oder fast weißlich gefärbt, manchmal mit zunehmender Größe auch etwas bläulich. Die Raupen sind optisch relativ leicht zu identifizieren durch:

  • einen puderigen Wachsüberzug
  • schwarze Thorakalbeine
  • eine rundem, schwarze Kopfkapsel

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Lebensweise und Entwicklungsstadien der Salomonssiegel-Blattwespe

Die ausgewachsenen Exemplare dieser Blattwespe schlüpfen im Frühjahr und fliegen in der Paarungszeit von Mitte April bis Mitte Mai um die Wirtspflanzen. Die Weibchen legen in der Folge ihre Eier mit einem sägeartigen Legebohrer in den Stängeln des Salomonssiegels ab. Nach dem Schlupf der Larven Ende Mai dauert die Wachstumsphase der sich schnell entwickelnden Raupen meist nur etwa 2 bis 3 Wochen. Danach verpuppen sich die Larven in einem Kokon in einer Erdhöhlung, bevor der Kreislauf im nächsten Frühjahr von Neuem beginnt. Da die Salomonssiegel-Blattwespe sehr standorttreu ist, treten Schäden an den Pflanzen ohne ergriffene Gegenmaßnahmen wiederkehrend auf.

Das Salomonssiegel im Garten vor der Blattwespe schützen

Oftmals werden die für Fraßschäden an den Blättern verantwortlichen Raupen nicht gleich entdeckt, da sie sich bei Sonneneinstrahlung überwiegend an der Unterseite des Blattwerks aufhalten. Im Allgemeinen sind keine Pflanzenschutzmittel chemischer Art nötig, wenn Sie die Raupen mit Handschuhen einfach absammeln. Weisen einzelne Stängel Ihres Pflanzenbestands rötliche Verfärbungen auf, die auf eine Eiablage durch die Salomonssiegel-Blattwespe hinweisen, so können die betroffenen Pflanzenteile zeitnah abgeschnitten und kontrolliert verbrannt werden.

Tipps

Sofern Sie an einem größeren Bestand des Salomonssiegels (Polygonatum odoratum) nur einzelne Fraßstellen bemerken, so sind Gegenmaßnahmen nicht zwingend erforderlich. Befallene Pflanzen werden zwar geschwächt, sterben dadurch aber nicht automatisch auch ab. Für insekteninteressierte Gärtner kann eine Beobachtung der Salomonssiegel-Blattwespe und ihrer speziellen Verteidigungsstrategie des „Reflexblutens“ durchaus interessant sein.

Text: Alexander Hallsteiner

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