Rettich

Rettich schießt: Ursachen, Vermeidung & Erntezeitpunkt

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Rettich neigt zum Schießen, wenn ungünstige Anbaubedingungen herrschen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen und zeigt, wie Sie durch angepasste Kulturführung und die Wahl geeigneter Sorten das Risiko des Schießens minimieren und eine erfolgreiche Ernte erzielen.

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Rettich trägt schöne weiße Blüten

Ursachen für das Schießen von Rettich

Das Schießen von Rettich, also das frühzeitige Blühen, ist das Resultat suboptimaler Anbaubedingungen. Hier sind die häufigsten Ursachen:

  • Ungünstige Temperaturbedingungen: Rettich bevorzugt moderate Temperaturen und reagiert empfindlich auf extreme Schwankungen. Temperaturen unter 10 Grad Celsius oder über 25 Grad Celsius können die Pflanze stressen und zum Schießen führen.
  • Unzureichende Wasserversorgung: Rettich benötigt eine konstante Bodenfeuchtigkeit. Trockenperioden können Stress verursachen, was die Pflanze veranlassen kann, vorzeitig Blüten zu bilden.
  • Übermäßige Stickstoffdüngung: Während Rettich als Mittelzehrer moderaten Nährstoffbedarf hat, kann eine Überdüngung, insbesondere mit stickstoffreichem Dünger, das Blattwachstum auf Kosten der Wurzelbildung fördern und das Schießen beschleunigen.
  • Nicht angepasster Aussaattermin: Rettich sollte weder zu früh noch zu spät im Jahr ausgesät werden. Frühjahrs- und Sommerrettiche sollten ab April bis Anfang August gesät werden, während Herbst- und Winterrettiche später im Jahr ausgebracht werden sollten, um Temperaturspitzen zu vermeiden.
  • Schädlinge und Krankheiten: Schädlinge wie Erdflöhe und Kohlfliegen können Rettiche schwächen und somit das Schießen begünstigen. Effektiver Pflanzenschutz, z.B. durch Kulturschutznetze, ist daher essenziell.
  • Zu dichter Stand: Zu dicht gesäte Pflanzen konkurrieren um Licht, Wasser und Nährstoffe, was Stress verursacht und das Schießen verstärken kann.

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Berücksichtigen Sie diese Faktoren bei der Aufzucht, um das Schießen von Rettich möglichst zu vermeiden und eine erfolgreiche Ernte zu sichern.

Vermeidung von schießendem Rettich

Um das Schießen von Rettich zu vermeiden, ist es entscheidend, gewisse Anbauparameter zu optimieren. Hier einige konkrete Maßnahmen, die Ihnen dabei helfen können:

Standortwahl und Bodenbeschaffenheit

Pflanzen Sie Rettich in einen tiefgründigen, gut durchlüfteten Boden, der reich an Humus ist. Sandige Böden eignen sich besonders gut, da sie eine gleichmäßige Feuchtigkeit halten können. Stauende Nässe sollte vermieden werden, um Wurzelfäule vorzubeugen.

Temperaturanpassungen

Achten Sie auf die Bodentemperatur und wählen Sie den Aussaatzeitpunkt so, dass Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad Celsius herrschen. Insbesondere bei Frühjahrsaussaaten sollte die Bodentemperatur konstant über 10 Grad Celsius liegen, um frühen Kältereiz zu verhindern. Dies minimiert das Risiko eines Kältestresses, der zum Schießen führen kann.

Angepasste Bewässerung

Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Unregelmäßige Wassergaben und Trockenphasen sollten vermieden werden, da sie Stress verursachen und das Schießen begünstigen können. Regelmäßiges Mulchen kann helfen, die Bodenfeuchtigkeit zu stabilisieren.

Nährstoffversorgung

Düngen Sie nur maßvoll und vermeiden Sie stickstoffreiche Dünger. Ein Stickstoffüberschuss fördert das Blattwachstum, was das Schießen verstärken kann. Verbessern Sie den Boden stattdessen vier Wochen vor der Aussaat mit etwas Kompost.

Sortenauswahl

Wählen Sie schoßresistente Sorten, die speziell auf Ihre Anbaubedingungen und Aussaatzeitpunkte abgestimmt sind. Solche Sorten sind weniger anfällig für Kältereize und Temperaturschwankungen.

Schädlingsmanagement

Verwenden Sie Kulturschutznetze, um Rettich vor Schädlingen wie Erdflöhen und Kohlfliegen zu schützen. Diese Netze können auch als Schutz gegen unvorteilhafte Wettereinflüsse dienen, die ebenfalls zum Schossen beitragen können.

Optimierung der Lichtverhältnisse

Bauen Sie Rettich an halbschattigen Standorten an, wenn die Tage sehr lang sind. Da Rettich eine Langtagpflanze ist, kann starke Sonneneinstrahlung das Schießen fördern. Ein Schattierungsnetz kann hier hilfreich sein.

Diese präzisen Maßnahmen tragen dazu bei, das Schießen von Rettich zu minimieren und eine gute Ernte von schmackhaften, knackigen Wurzeln zu gewährleisten.

Einfluss von Licht auf das Schießen

Rettich ist als Langtagpflanze besonders anfällig für Blütenbildung bei langen Tagen mit intensiver Sonneneinstrahlung. Bei einer Tageslänge von zwölf Stunden oder mehr wird das Wachstum der Blätter gefördert, während das Wurzelwachstum stagniert und die Pflanze frühzeitig in die Höhe schießt. Diese Entwicklung beeinträchtigt die Qualität der Wurzel, da die Pflanze ihre Energie vermehrt in die Blütenbildung steckt.

Um das Schießen wegen übermäßiger Lichtintensität zu minimieren, ist es ratsam, Rettich in halbschattigen Bereichen zu pflanzen. Dies reduziert die tägliche Lichtmenge und kann das Risiko des Schießens senken. Beachten Sie, dass ein vollständig schattiger Standort jedoch das Wachstum der Pflanze ungünstig beeinflussen kann.

Praktische Tipps zur Lichtregulierung

  • Halbschattige Standorte: Pflanzen Sie Rettich in Bereichen, die nicht den ganzen Tag direkte Sonneneinstrahlung erhalten.
  • Schattierungsnetze: Verwenden Sie Schattierungsnetze, um die Lichtintensität zu regulieren und die Pflanze vor zu starkem Sonneneinfluss zu schützen.
  • Sorgfältige Aussaatplanung: Säen Sie Rettich zu Zeiten, in denen die Tageslänge nicht übermäßig lang ist, um das Risiko des Schießens zu verringern. Für Frühjahrsaussaaten bieten sich daher Zeiträume an, in denen die Tage noch kürzer sind.

Mit diesen Maßnahmen können Sie die negativen Auswirkungen übermäßiger Lichtintensität auf Ihren Rettichanbau reduzieren und so eine gesunde Wurzelentwicklung fördern.

Sortenwahl

Bei der Wahl der richtigen Rettichsorte ist es entscheidend, die Sorte auf den geplanten Anbauzeitraum und die klimatischen Bedingungen abzustimmen. Rettich wird in zwei Hauptkategorien unterteilt: Frühjahrs- und Sommerrettiche sowie Herbst- und Winterrettiche.

Frühjahrs- und Sommerrettiche

Diese Sorten eignen sich gut für eine Aussaat von April bis Juli. Sie sind schneller wachsend und bevorzugen etwas mildere Temperaturen. Einige bekannte Sorten sind:

  • Runde Sorten: Diese haben oft eine rote Außenhaut und sind knackig-würzig im Geschmack.
  • Längliche Sorten: Diese Rettiche sind meist weiß oder rot-weiß und haben ein eher mildes Aroma.

Herbst- und Winterrettiche

Herbst- und Winterrettiche werden von Juli bis September ausgesät und können ab Herbst bis in den Winter hinein geerntet werden. Sie sind bekannt für ihre gute Lagerfähigkeit und den intensiveren Geschmack. Beispiele für diese Sorten sind:

  • Schwarze Sorten: Diese sind typischerweise kugelig und haben ein sehr scharfes Aroma.
  • Weiße Sorten: Diese länglichen Rettiche haben eine dicke Schale und sind ebenfalls scharf im Geschmack, aber oft etwas milder als die schwarzen Sorten.

Auswahlkriterien

Bei der Sortenwahl sollten Sie vor allem folgende Punkte beachten:

  • Anbauzeitraum: Wählen Sie eine Sorte, die für die entsprechende Jahreszeit geeignet ist.
  • Klimatische Bedingungen: Frühjahrs- und Sommerrettiche vertragen kühlere Temperaturen besser, während Herbst- und Winterrettiche auch kältere Phasen überstehen.
  • Geschmack: Entscheiden Sie sich je nach Vorliebe für mildere oder schärfere Sorten.
  • Verwendungszweck: Während einige Sorten besser für den Frischverzehr geeignet sind, eignen sich andere Sorten auch zum Kochen oder Lagern.

Durch die richtige Auswahl der Rettichsorte können Sie das Schießen Ihrer Pflanzen vermeiden und eine bessere Ernte erzielen.

Rettich ernten und lagern

Die Erntezeit für Rettich variiert je nach Sorte und Aussaatzeitpunkt. Erntebereit ist der Rettich, wenn die Knollen eine zufriedenstellende Größe erreicht haben. Achten Sie darauf, den Rettich nicht zu spät zu ernten, da dieser sonst holzig oder hohl werden kann. Bei der Ernte ziehen Sie einfach die gesamten Pflanzen mitsamt der Knollen aus dem Boden. Lockern Sie vorher die Erde mit einer Grabegabel, um Beschädigungen zu vermeiden.

Für die Lagerung empfiehlt es sich, das Laub der Knollen zu entfernen, um den Wasserverlust zu minimieren. Es gibt mehrere Methoden, um Rettiche zu lagern:

  • Kurzzeitlagerung: Sommerrettiche können im Kühlschrank in einem feuchten Tuch eingeschlagen bis zu zwei Wochen gelagert werden.
  • Langzeitlagerung: Winterrettiche ohne Blätter halten sich in kühlen, feuchten Bedingungen (0 bis 1 °C, hohe Luftfeuchtigkeit) bis zu sechs Monate frisch. Alternativ können Sie die Knollen in feuchten Sand in einem dunklen, kühlen Kellerraum einlagern.

Um Rettich länger haltbar zu machen, bietet sich auch die Methode des Fermentierens oder Einlegens in Essigsud an.

Durch Einhalten dieser Tipps sichern Sie sich eine knackige und wohlschmeckende Rettichernte über einen längeren Zeitraum.

Bilder: kaninw / Shutterstock