Rettich schießt – Ursachen, Vorbeugung und Ernte

Wenn der Rettich frühzeitig in die Höhe schießt und plötzlich Blüten entwickelt, ist es für die Ernte zu spät. Die Pflanzen benötigen optimale Wachstumsbedingungen. Konnte die Pflanze ihre Entwicklungsphase vollständig durchlaufen, ist Schnelligkeit gefragt.

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Rettich trägt schöne weiße Blüten

So wächst Rettich

Die meisten Kultursorten wachsen als zweijährige Gemüsepflanzen, sodass sich der Blütenstand im zweiten Standjahr entwickelt. Bildet das Gewächs in der ersten Vegetationsperiode übermäßig viele Blätter, stagniert das Wurzelwachstum und die Pflanze bereitet sich auf die Blütenentwicklung vor, während die Wurzeln keine Masse zulegen. Diese Entwicklung kann nicht gestoppt oder rückgängig gemacht werden.

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Ursachen für Wachstumsschübe

Kommt es zum vorzeitigen Schossen, sind die Umgebungsbedingungen suboptimal. Auch wenn das Wurzelgemüse keine Ernteerträge mehr einbringt, sollten Sie den Stressfaktoren auf den Grund gehen. Dadurch verhindern Sie, dass sich der Fehler wiederholt.

Zu hohes Nährstoffangebot

Als Mittelzehrer benötigt Rettich ein ausgewogenes Verhältnis an Nährstoffen. Eine Überdüngung führt dazu, dass die Gemüsepflanze übermäßig wächst und viel Blattmasse entwickelt. Nicht selten führen diese suboptimalen Bedingungen zum verfrühten Schossen. Es reicht aus, wenn Sie das Beet vier Wochen vor der Saat mit Kompost verbessern. Alternativ eignet sich Das Gewächs als Zwischen- oder Nachfrucht.

Falscher Anbauzeitpunkt

Frühlings- und Sommerrettiche sind für eine frühe bis mittelfrühe Aussaat von April bis Anfang August geeignet. Liegen die Aussaattermine zwischen Februar und März, können niedrige Temperaturen von weniger als zehn Grad eine vorzeitige Blütenbildung auslösen. Nachtfröste vertragen die Gewächse nicht.

Zu lange sollten Sie mit der Frühjahrsaussaat ebenfalls nicht warten, da diese Sorten bei zu warmer Witterung einen Wachstumsschub zeigen. Sommersorten sind etwas toleranter, wobei sich ein mildes und nicht zu heißes Wetter als günstig erweist. Herbst- und Winterrettiche benötigen eine späte Direktsaat.

Tipps

Rettich gehört zu den Langtagpflanzen, die ab einer Tageslänge von mindestens zwölf Stunden Blüten ansetzen. Durch eine Pflanzung unter halbschattigen Bedingungen lässt sich in geringem Maß Einfluss auf das Wachstum nehmen.

Rettich rechtzeitig ernten

Frühe Sorten sind nach acht bis zehn Wochen erntereif, während Winterrettich zwischen 13 und 15 Wochen für die Entwicklung benötigt. Das Erntefenster ist in den Sommermonaten sehr schmal, denn die Bedingungen veranlassen die Pflanzen leicht zur Blütenentwicklung.

Obwohl sich zu dieser Zeit kräftige Pfahlwurzeln entwickelt haben, werden diese mit der Zeit ungenießbar. Sie verholzen und schmecken zunehmend pelziger. Oft liegt zwischen Genuss- und Überreife nur eine Woche. Bei Wintersorten können Sie sich etwas mehr Zeit lassen, da die Gewächse wegen sinkender Temperaturen nicht mehr weiter wachsen.

Erntereife erkennen

Frühjahrssorten ernten Sie idealerweise kurz vor dem empfohlenen Erntezeitpunkt, auch wenn die Wurzeln bis dahin noch nicht ihre optimale Größe erreicht haben. Wenn das Gewebe durch Zusammenpressen zwischen Daumen und Zeigefinger nicht nachgibt, hat es seine Genussreife erreicht.

Text: Christine Riel
Artikelbild: kaninw/Shutterstock

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