Radieschen

Radieschen: Schädlinge erkennen und bekämpfen

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Radieschen, ein beliebtes Wurzelgemüse im heimischen Garten, können von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Dieser Artikel gibt einen Überblick über häufige Probleme, die beim Anbau von Radieschen auftreten können, und bietet sowohl vorbeugende Maßnahmen als auch Bekämpfungsstrategien.

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Von der Kohlfliege befallene Radieschen sind meist nicht mehr zu retten

Erdflöhe

Erdflöhe sind kleine, sprungfreudige Käfer, die mit einer Größe von 1,5 bis 3 mm und ihrer variablen Färbung für den aufmerksamen Beobachter gut erkennbar sind. Vor allem in trockenen und warmen Perioden treten sie vermehrt auf und hinterlassen durch ihren Fraß charakteristische, kleine Löcher in den Blättern Ihrer Radieschen. Während ältere Pflanzen davon meist unbeeinträchtigt bleiben, kann der Blattfraß bei jungen Pflanzen zu einer Beeinträchtigung des Wachstums führen. Um Erdflöhen vorzubeugen und sie zu bekämpfen, empfehlen sich folgende Methoden:

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Vorbeugende Maßnahmen:

  • Lockern Sie den Boden regelmäßig, um den Erdflöhen ihre Lebensgrundlage zu entziehen.
  • Sorgen Sie für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit, insbesondere in trockenen Perioden.
  • Entfernen Sie regelmäßig Unkraut, da es den Erdflöhen Unterschlupf und Nahrung bietet.
  • Spannen Sie nach der Aussaat ein Schädlingsschutznetz über das Beet, um die Erdflöhe fernzuhalten.
  • Pflanzen Sie Zwiebeln oder Knoblauch zwischen die Radieschenreihen, da Erdflöhe diese Pflanzen meiden.

Bekämpfungsmaßnahmen:

  • Sammeln Sie die Erdflöhe frühmorgens von den Pflanzen ab, da sie zu dieser Zeit weniger aktiv sind.
  • Eine Mulchschicht um die Pflanzen herum hält den Boden feucht und kann Erdflöhe abschrecken.
  • Schützen Sie junge Radieschen direkt nach der Aussaat mit Kulturschutznetzen.

Erdflöhe bevorzugen junge Pflanzen und sind vor allem bei trockenem Boden aktiv. Eine ausreichende Bewässerung und physische Barrieren wie Schutznetze bieten daher einen effektiven Schutz.

Kleine Kohlfliege

Die Kleine Kohlfliege, auch bekannt als Kohlwurzelfliege, Wurzelfliege oder Rübenfliege, ähnelt der Stubenfliege, ist aber durch ihre starke Behaarung und ihre etwas geringere Größe (5-6 mm) unterscheidbar. Es sind ihre Larven, die durch das Anfressen der Wurzeln erhebliche Schäden anrichten können. Neben Radieschen befällt die Kleine Kohlfliege auch andere Kreuzblütler wie Raps, Rettich und Kohlgemüse. Charakteristische Fraßgänge im Wurzelbereich führen dazu, dass befallene Pflanzen verwelken und absterben.

Um einen Befall mit der Kleinen Kohlfliege zu vermeiden, sind vorbeugende Maßnahmen von großer Bedeutung. Kulturschutznetze mit einer Maschenweite von 0,8 x 0,8 mm halten die Kohlfliege effektiv ab, sofern sich keine Puppen im Boden befinden, die überwintert haben. Eine gute Unkrautbekämpfung ist ebenfalls wichtig, da beim Umgraben mögliche Eier freigelegt werden und austrocknen, sodass die Radieschen geschützt sind.

Da im Haus- und Kleingarten keine direkten Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Kohlfliege verfügbar sind, ist eine vorbeugende Herangehensweise von großer Bedeutung, um einen Befall zu verhindern oder zumindest zu minimieren.

Japankäfer

Der Japankäfer (Popillia japonica) gilt als einer der vielseitigsten Schädlinge, da er mehr als 300 Pflanzenarten befällt und sowohl als Larve als auch als ausgewachsener Käfer erhebliche Schäden verursacht. Ursprünglich aus Japan stammend, hat sich der Käfer in zahlreichen Regionen weltweit ausgebreitet und stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für Zier- und Nutzpflanzen dar.

Der Japankäfer erreicht eine Körperlänge von etwa 1 cm und ist an seinem grün-metallisch schimmernden Körper sowie den kupferbraunen Flügeln leicht zu erkennen. Adulte Tiere weisen zudem charakteristische weiße Haarbüschel an den Seiten ihres Hinterleibs auf.

Typische Schadbilder sind:

  • Umfangreicher Wurzelfraß durch Larven, der besonders Rasenflächen schädigt.
  • Skelettierfraß an Blättern und Schäden an Blüten und Früchten durch adulte Käfer. Sie konsumieren das grüne Blattgewebe zwischen den Blattadern und hinterlassen ein skelettiertes Blatt.

Vorbeugende Maßnahmen:

  1. Eine mechanische Bodenbearbeitung im frühen Herbst verringert die Überlebenschancen von Larven im Boden.
  2. Vermeiden Sie die Bewässerung von Rasenflächen während der Hauptflugzeit der Käfer, um die Attraktivität für weibliche Käfer zur Eiablage zu reduzieren.

Bekämpfungsstrategien gegen Larven:

  • Fördern Sie Nützlinge wie Vögel, Maulwürfe und spezialisierte Laufkäfer, die Engerlinge fressen.
  • Behandeln Sie den Boden mit natürlichen Feinden wie Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitischen Nematoden (z.B. Steinernema sp., Heterorhabditis sp.) und entomopathogenen Pilzen (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae).

Bekämpfung adulter Käfer:

  • Setzen Sie Lockstofffallen ein und sammeln Sie kleine Ansammlungen mechanisch ab.
  • Überprüfen Sie Pflanzen auf Skelettierfraß und untersuchen Sie den Boden unter befallenen Pflanzen – herabfallende Käfer sind oft ein Indiz für einen Befall.

Wegen der potenziellen Ausbreitungsgefahr des Japankäfers und seiner Bedeutung als Quarantäneschädling sollte bei Verdacht auf einen Befall eine Meldung an den zuständigen Pflanzenschutzdienst erfolgen, um gezielte Überwachungs- und Bekämpfungskampagnen zu unterstützen.

Falscher Mehltau

Falscher Mehltau ist eine Pilzinfektion, die Radieschen bei feucht-warmen Bedingungen befällt. Der Pilz parasitiert auf den Blättern und bildet auf deren Unterseite ein grauviolettes bis weißes Pilzgeflecht, während oberseits gelbliche bis braune Flecken sichtbar werden. Diese intensivieren sich im Verlauf der Krankheit und können in einem fortgeschrittenen Stadium auch auf Stängel und Blüten übergreifen. Besonders betroffen sind Radieschen in dicht bepflanzten Beeten, wobei geschwächte Pflanzen besonders anfällig sind.

Zur Vorbeugung können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  1. Setzen Sie Pflanzen nicht zu dicht, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten und das Mikroklima zu verbessern.
  2. Entfernen Sie regelmäßig Pflanzenreste und Falllaub, um den Pilzsporen die Überwinterung und damit den Neubefall im Frühjahr zu erschweren.
  3. Unterstützen Sie eine kaliumbetonte Ernährung der Pflanzen, was die generelle Widerstandskraft gegenüber Pilzkrankheiten erhöht.

Sollten Pflanzen von Falschem Mehltau befallen sein, helfen folgende Schritte:

  1. Entfernen und entsorgen Sie befallene Pflanzenteile umgehend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
  2. Optimieren Sie die Bewässerung, um die Blattoberflächen trocken zu halten und somit die Pilzentwicklung zu hemmen.
  3. Greifen Sie als letztes Mittel auf biologische oder chemische Pflanzenschutzmittel zurück, insbesondere bei starkem oder wiederholtem Befall.

Kohlhernie

Kohlhernie, verursacht durch den Bodenpilz Plasmodiophora brassicae, führt zu Verdickungen an den Wurzeln der Radieschen. Diese Erkrankung äußert sich in Form von Welkeerscheinungen und gehemmtem Wachstum der Pflanzen. Die Verdickungen machen die Wurzeln anfälliger für weitere Krankheiten, da keine schützende Außenschicht gebildet wird.

Eine richtige Vorsorge ist entscheidend, um die Pflanzen gesund zu halten. Hier sind effektive Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung:

Vorbeugende Maßnahmen:

  1. Verwenden Sie krankheitsfreies Kultursubstrat, um die Ansiedlung des Pilzes zu vermeiden.
  2. Kontrollieren Sie regelmäßig den pH-Wert des Bodens und streben Sie einen neutralen Wert (mindestens 7) an, da der Pilz saure Böden bevorzugt.
  3. Wenden Sie kohlensauren Kalk an, um den pH-Wert des Bodens zu erhöhen.
  4. Halten Sie eine Anbaureihenfolge von mindestens vier Jahren ein, um dem Pilz keinen Nährboden zu bieten.
  5. Achten Sie auf Sauberkeit bei der Lagerung und Hygiene der Werkzeuge, um eine Übertragung zu verhindern.

Bekämpfung:

Entfernen und entsorgen Sie befallene Pflanzen umgehend. Dadurch wird die Gefahr der Ausbreitung der Kohlhernie auf gesunde Radieschen verringert.

Bilder: Tomasz Klejdysz / Shutterstock