Orchideen-Dünger im Fokus – Tipps zu Dosierung und Anwendung

Die erfolgreiche Pflege von Orchideen erfordert ein hohes Maß an gärtnerischem Einfühlungsvermögen. Erst wenn alle Rahmenbedingungen harmonisch ineinander greifen, erblühen die epiphytischen und terrestrischen Blumen aus den Regenwäldern der Tropen. Der adäquate Dünger trägt maßgeblich zum erhofften Blütenspektakel bei. Erkunden Sie hier das breite Spektrum geeigneter Düngemittel für Ihre Orchideen mit praxisnahen Tipps rund um die Verwendung.

Orchidee Dünger
Die richtige Menge Dünger belohnt die Orchidee mit Blütenreichtum
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Welche Nährstoffe sollten a priori in Orchideen-Dünger enthalten sein?

Orchideen gedeihen mehrheitlich epiphytisch. Dabei klammern sie sich auf den Ästen mächtiger Regenwaldbäume fest, während ihre Luftwurzeln dem Regen oder aufgewirbelten Blättern die lebensnotwendigen Nährstoffe entnehmen. Diese Hauptkomponenten sollte ein guter Orchideendünger mitbringen:

  • Stickstoff (N): Fördert das Wachstum von Blättern und Trieben
  • Phosphor (P): Begünstigt die Blütenbildung und trägt zum gesunden Wachstum der Wurzeln bei
  • Kalium (K): Optimiert die Widerstandskraft, indem der Stoffwechsel in Orchideen unterstützt wird
  • Kalzium (Ca): Wichtiges Spurenelement, das Wachstum und Zellvermehrung ankurbelt
  • Magnesium (Mg): Sorgt als Spurenelement unter anderem für eine sattgrüne Blattfarbe

Die prachtvollen Blumen sind von Natur aus eher auf eine Nährstoff-Diaspora eingestellt. Die geballte Ladung herkömmlicher Blumendünger vertragen die empfindlichen Wurzeln nicht, wobei ihnen insbesondere die hohe Salzkonzentration zu schaffen macht. Erkunden Sie daher im Folgenden geeignete Dünger, die dem unorthodoxen Habitus Rechnung tragen.

Flüssigdünger für Orchideen punkten mit zahlreichen Vorzügen

Orchideendünger in flüssiger Form überzeugen mit einer speziellen Zusammensetzung, die exakt abgestimmt ist auf die Bedürfnisse der anspruchsvollen Pflanzen aus den tropischen und subtropischen Regionen. Fernerhin ist eine präzise Dosierung möglich, die Rücksicht nimmt auf Faktoren, wie Orchideen-Art, Alter der Pflanze oder die Jahreszeit. So verwenden Sie das Düngemittel richtig:

  • Während der Wachstums- und Blütezeit alle 2 Wochen dem Gieß- oder Tauchwasser hinzufügen
  • Flüssigdünger niemals unmittelbar auf Substrat oder Wurzeln verabreichen
  • Orchideen in der Ruhephase nicht düngen

Sofern die Orchideenerde angetrocknet ist, gießen Sie bitte zunächst mit klarem Wasser an und fügen erst dann den Flüssigdünger hinzu. An Jungpflanzen oder frisch erworbenen Orchideen empfehlen wir, zunächst die vom Hersteller angegebene Dosierung zu halbieren.

Stäbchen als Orchideen-Dünger nicht immer das Nonplusultra

Dünger in Stäbchenform erfreuen sich in der Pflege von Zimmerpflanzen großer Beliebtheit. In adäquater Anzahl ins Substrat gedrückt, ist die Pflanze für die nächsten 3 Monate mit allen Nährstoffen bestens versorgt. Das spart Zeit und Geld. Unter Experten wird die Effektivität dieser Methode an Orchideen dennoch kritisch gesehen. Da das Substrat feucht sein muss, damit sich die Wirkstoffe verteilen, ist in grober, poröser Orchideenerde diese Voraussetzung nicht immer erfüllt. Fernerhin kann es punktuell zu einer konzentrierten Abgabe der Nährstoffe kommen, während weiter entfernt liegende Wurzelstränge leer ausgehen.

Blattdüngung – Pflege und Düngung in einem Zug

Beheimatet im feucht-warmen Klima tropischer Regenwälder, gedeihen Orchideen einzig unter dem Einfluss einer hohen Luftfeuchtigkeit von 50 bis 80 Prozent. Im gleichen Zug reagieren die edlen Blumen auf Staunässe äußerst ungehalten und sterben schlimmstenfalls aufgrund von Wurzelfäulnis ab. Mit Blick auf diese Prämissen, haben findige Experten speziell für Orchideen ein Vitalspray für die Blattdüngung entwickelt.

Dank einer salzarmen Rezeptur und ausgestattet mit allen wichtigen Nährstoffen in einer NPK-Formulierung von 0,1-0,25-0,25, nimmt die Orchidee Feuchtigkeit und Dünger über ihre Blätter und Luftwurzeln auf. Insbesondere für substratfrei kultivierte Orchideen, wie Vanda, stellt die Blattdüngung eine ausgezeichnete Alternative dar. So wenden Sie das Mittel richtig an:

  • Den flüssigen Dünger gemäß angegebener Dosierung mit kalkfreiem Wasser in einen Handsprüher einfüllen
  • Ganzjährig auf den Ober- und Unterseiten der Blätter sowie den Wurzeln aufsprühen
  • Eine Blattdüngung nicht unter direkter Sonneneinstrahlung anwenden
  • Blüten nicht einsprühen

Homöopathischer Dünger – Ideal für ökologisch orientierte Orchideengärtner

Organische Dünger, wie Hornspäne, Kompost oder Guanogranulat, sind für die Nährstoffversorgung an Orchideen ungeeignet. Die Materialien müssen zunächst von Bodenorganismen so bearbeitet werden, dass sie für die Wurzeln verfügbar sind. Als umweltbewusster Hobbygärtner können Sie in der Orchideenpflege dennoch Ihrer Linie treu bleiben.

Verschiedene Hersteller offerieren homöopathische Düngesprays als anwendungsfertige Stärkungsmittel für Ihre Orchideen. Darin enthalten sind ausschließlich natürliche Komponenten, wie Wurmhumus, Schachtelhalmextrakt, Guano oder Kupfersulfat. Während der Wachstums- und Blütezeit regelmäßig angewendet, wird die Blütenbildung aktiviert, das Blätterwachstum gefördert und die Widerstandskraft gestärkt.

Erdorchideen nehmen Kompost und Hornspäne gerne an

Für Ihre winterharten Erdorchideen im Garten sind in der Nährstoffversorgung keine aufwändigen Klimmzüge erforderlich. Diese robusten Orchideen-Arten, wie Knabenkräuter oder Frauenschuh, nehmen reifen Laubkompost und Hornspäne als Startdüngung im Frühjahr dankbar an. Im Spätsommer stärkt Kalium-reiche Beinwelljauche die Winterhärte.

Tipps

Unabhängig davon, welchen Dünger Sie für Ihre Orchideen favorisieren, können Sie die Effektivität noch optimieren. Das Pflanzenhilfsmittel ‘Wurzel Complex’ der Firma Hesi verbessert die Aufnahme der Wirkstoffe, ohne selbst Dünger zu enthalten oder den Salzgehalt zu erhöhen. Vor und nach dem Umtopfen verabreicht, reduziert das Präparat zudem die Stressbelastung für Ihre empfindlichen Orchideen.

Text: Paula Jansen

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