Nussbaum schneiden ist heikel – so machen Sie es richtig

Massiver Saftfluss macht den Rückschnitt am Nussbaum zu einer gärtnerischen Gratwanderung. Ohnehin ist ein Fruchtholzschnitt zwecks Ertragssteigerung an einer Walnuss der Mühe nicht wert. Lediglich zur Regulierung einer ausladenden Krone greifen Gärtner zur Baumschere. Diese Anleitung erklärt die richtige Schnittführung zum idealen Zeitpunkt.

Nussbaum Rückschnitt
Nussbäume sollte nur im äußersten Notfall geschnitten werden

Bester Schnittzeitpunkt ist im Herbst

Raumgreifende Kronenausdehnung ist häufigster Anlass, einen Nussbaum zu schneiden. Für Kopfzerbrechen sorgt ein massiver Saftfluss, der sich aus Schnittwunden ergießt. Das Problem ist vielen Hobbygärtnern geläufig vom allseits beliebten Kugelahorn.

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Ein blutender Nussbaum verliert seinen Schrecken, wenn Sie ihn im Herbst schneiden. Von Anfang Oktober bis Mitte November sinkt der Saftfluss auf sein Jahrestief, sodass keine nennenswerten Rinnsale aus offenen Holzkörpern zu befürchten sind.

Nussbaum alle 5 bis 10 Jahre schneiden

Wer seinem Nussbaum keinen unbegrenzten Platz einräumen kann, sollte die Kronenausdehnung regelmäßig regulieren. Indem Sie die Äste in Intervallen von 5 bis 10 Jahren schneiden, vermeiden Sie radikale Eingriffe ins Wachstum, wie einen Verjüngungsschnitt. So schneiden Sie richtig:

  • Zu Beginn abgestorbene, erfrorene und ungünstig stehende Äste auslichten
  • Dünne Triebe auf Astring abschneiden
  • Triebe ab 5 cm Durchmesser zurückschneiden auf 10 bis 20 cm lange Zapfen
  • Überhängende, zu lange und besenartig verästelte Äste ableiten auf einen innen stehenden Seitenzweig
  • Steil aufwärts gerichtete Konkurrenten zum Mittel- oder Leitast entfernen

Die Nachteile größerer Schnittwunden mildern Sie ab, indem Sie die betreffenden Äste auf Zapfen zurückschneiden. Diese spezielle Schnittführung verhindert ein Zurücktrocknen ins tiefe Holz und fördert den Neuaustrieb. Aus den Zapfen sprießen in der Folgezeit junge Triebe in alle Richtungen. Wählen Sie einen oder zwei vielversprechende Zweige aus. Überzählige Triebe entfernen Sie mitsamt der eingetrockneten Zapfenreste im nächsten oder übernächsten Herbst.

Wildtriebe zeitnah entfernen

Die langen Zeitintervalle von bis zu 10 Jahren implizieren nicht, dass ein Nussbaum in der Zwischenzeit überhaupt nicht geschnitten wird. Im Fokus stehen veredelte Sorten, die sich zusammensetzen aus Schwarznuss als Wildunterlage und einer schwächer wachsenden Krone.

Ihr kraftvolles Wachstum demonstriert die Unterlage in Gestalt von Wildtrieben. Diese sprießen unmittelbar aus dem Wurzelstock oder Stamm. Mit rasanter Geschwindigkeit von bis zu 50 Zentimetern im Jahr streben die Wildlinge danach, die edle Nussbaumkrone zu überwuchern. Dieses dreiste Treiben wird unterbunden, indem Sie einen Wildtrieb zeitnah entfernen.

Stammtriebe schneiden Sie kurz vor der Rinde senkrecht ab. Triebe aus der Wurzelscheibe reißen Sie ab. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass Sie den Großteil des Gewebes entfernen und einen erneuten Wildwuchs effektiv unterbinden.

Tipps

Bevor Sie einen Konkurrenztrieb am Mitteltrieb wegschneiden, wägen Sie eine vielversprechendere Option ab. Steiltriebe in günstiger Position innerhalb der Krone können Sie in wertvolles Fruchtholz verwandeln. Zu diesem Zweck binden Sie den Steiltrieb herunter in einen Winkel von etwa 45°. Das Wachstum beruhigt sich und Ihr Nussbaum findet Muße, an dieser Stelle Blüten und Nüsse zu bilden.

Text: Paula Jansen

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