Heimische Misteln finden und ernten

Misteln gelten seit Jahrtausenden als mystische Wunderpflanzen, die gegen böse Geister und Krankheiten schützen sollen. Bis heute konnten sich einige Bräuche erhalten, sodass die Schmarotzer zum beliebten Sammelobjekt geworden sind.

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Misteln werden am besten im Winter geerntet

Hinweise zur Ernte

Misteln werden von November bis Dezember und zwischen März und April geerntet. Bei der Frühjahrsernte besitzen die Sträucher unscheinbare Blüten, denn die Blütezeit erstreckt sich von Januar bis April. Die Beeren reifen in der Adventszeit. Mistelbüsche können vollständig mit Handsägen oder in Teilen mit einer Schere abgeschnitten werden. Eine Teleskopsäge erweist sich als hilfreich, falls Sie keine Leiter zur Hand haben.

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Heimische Arten

In Deutschland gibt es zwei Arten, die entfernt verwandt sind. Um Misteln zu finden, müssen Sie die bevorzugten Wirtspflanzen kennen. Die Pflanzenteile eignen sich nicht zum Verzehr, denn sie enthalten giftige Inhaltsstoffe.

Weißbeerige Mistel

Dieser strauchartige Halbschmarotzer gehört zu den eigentlichen Misteln und trägt den botanischen Namen Viscum album. Das Gewächs besiedelt Äste und Stämme hauptsächlich von Laubbäumen. Es ist an Obstbäumen, Ahorn, Linde, Birke, Pappel und Weide zu finden. Auch Hainbuchen und Weißdorn zählen zu den bevorzugten Wirten. Auf Robinien gedeiht die Art besonders kräftig und bildet breite Blätter aus.

Tipps

Suchen Sie auf verwilderten Obstwiesen nach Misteln, denn alte Apfelbäume sind ein Paradies für Misteln.

Eichenmistel

Diese Art mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Loranthus europaeus zählt zu einer anderen Gattung und ist in Deutschland selten anzutreffen. Sie bevorzugt Wuchsorte mit trockener Luft und mag warme Sommermonate. Im Gegensatz zur Weißbeerigen Mistel ist dieses Gewächs sommergrün.

Gefahr für Bäume

Misteln sind Schmarotzer, die ihren Wirtspflanzen Nährstoffe entziehen. Da alte Gehölze geschwächt sind, finden die strauchartigen Gewächse optimale Angriffspunkte. Wenn die Samen keimen, entwickelt sich unter den Keimblättern ein Schlauch. Dieser endet in einer Saugscheibe. Der Schlauch dringt in das Zellgewebe der Wirtspflanze ein, sodass der Parasit Nährstoffe aus den Leitbahnen ziehen kann. In alten Streuobstwiesen kann der Mistelbewuchs so stark sein, dass das Überleben des Baums in Gefahr ist.

So reduzieren Sie einen Befall:

  • Bäume regelmäßig im Winter kontrollieren
  • Misteln dicht über dem Stamm abschneiden
  • neu aufkommende Schmarotzer direkt beseitigen

Text: Christine Riel
Artikelbild: Unicus/Shutterstock

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