Muss man die Mistel überhaupt züchten?

Misteln wachsen in den Kronen zahlreicher Bäume, wie sie dorthin gelangen ist manchem ein Rätsel. Zur Weihnachtszeit werden Mistelzweige zum Kauf angeboten und gut bezahlt. Ist die Mistel also ein Schmarotzer oder eine lukrative Schmuckpflanze?

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Misteln können auch per Hand ausgesät werden

Gibt es verschiedene Misteln?

Es gibt mehrere Hundert Arten von Misteln, die als Halbschmarotzer auf verschiedenen Bäumen leben. Sie lassen sich grob in drei Unterarten einordnen, ihre Namen geben Aufschluss über die Wirtsbäume: Kiefern- oder Föhren-Mistel (bot. Viscum laxum), Tannen-Mistel (bot. Viscum abietis) und Laubholz-Mistel (bot. Viscum album), die am meisten verbreitete Art.

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Wie werden Misteln gezüchtet?

Um Misteln gezielt zu vermehren brauchen Sie nur einige Beeren, aus denen Sie die klebrigen Samen entnehmen. Diese „kleben“ Sie dann einfach in die Astgabel eines Baumes, festes Andrücken genügt dafür. Wichtig ist nur, dass Sie einen geeigneten Wirtsbaum auswählen. Für die Laubholz-Mistel sind dies Apfelbäume, Linden, Hainbuchen, Erlen und Pappeln.

Dann brauchen sie nur noch sehr viel Geduld. Erst nach ein bis zwei Jahren zeigt eine Wölbung in der „geimpften“ Astgabel, dass hier eine Mistel wachsen will. Bis zur ersten Blüten vergehen noch einige weitere Jahre. Die Mistel gilt übrigens als leicht giftig, die Beeren jedoch als ungiftig. Vom Verzehr wird aber dringend abgeraten, da die Beeren leicht im Rachen hängen bleiben.

Woher bekomme ich Mistelbeeren?

Misteln stehen nicht unter Naturschutz stehen und dürfen auch in der Natur gesammelt werden. Da sie aber hoch oben in den Bäumen wachsen, sind sie nicht so leicht zu erreichen. Zur Vermehrung eignen sich auch die Beeren von Mistelzweigen, die zur Weihnachtsdekoration über dem Türrahmen hängen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vermehrung bzw. Verbreitung in der Regel durch Vögel
  • gezielte Vermehrung möglich, mit geringem Aufwand
  • je nach Art auf den richtigen Wirtsbaum setzen
  • besonders geeignete Wirtsbäume für die Laubholz-Mistel: Apfelbaum, Linde, Hainbuche, Erle und Pappel
  • langsameres Wachstum des Wirtsbaums
  • sehr langwierig, dauert einige Jahre bis zur ersten Blüte

Tipps

Wenn Sie Misteln in Ihren Apfelbäumen züchten wollen, dann bedenken Sie, dass die Erntemenge dieser Bäume abnimmt.

Text: Ursula Eggers
Artikelbild: Hennadii Filchakov/Shutterstock

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