Linde auf japanisch – in Bonsaikultur

Linden sind bei uns vor allem als handfeste Volksbäume bekannt, die auf Dorfplätzen, vor gutbürgerlichen Lokalen oder in Parks ihre schattenspendenden Kronen ausbreiten. Dass sie sich auch ideal für die Bonsaikultur eignen, mag manchem neu sein.

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Die Linde ist ein aparter Bonsai

Ein heimischer Baum ins Reich des Ostens versetzt

Die japanische Bonsaikultur ist schon Jahrtausende alt und hat ihre ursprünglichen Wurzeln in China. Die fernöstliche Gärtnerkunst von extrem zurechterzogenen, klein gehaltenen Baumkulturen im Topf hat sich insbesondere in den letzten Jahren aber auch bei uns im Westen stark verbreitet. In Gartencentern gehören Bonsaibäumchen mittlerweile genauso zum Standardsortiment wie klassische Stiefmütterchen.

Die Merkmale der Bonsaikultur im Überblick:

  • sehr alte Gärnterkunst aus Japan (Ursprung China)
  • sehr klein gehaltene Strauch-/ Baumkultur im Topf
  • allmähliche Kunstverformung des Wuchses durch Rückschnitt von Ästen und Wurzeln
  • mittlerweile auch im Westen in Mode

Die Linde als Bonsaikandidat

Wer selbst in die Bonsaikunst einsteigen und sich am Kunstverformen eines Gehölzes versuchen möchte, ist mit einer Linde gut beraten. Denn der pflegeleichte und formungstolerante Laubbaum verträgt diesen intensiven Kunsteingriff sehr gut und lässt schnelle Ergebnisse sehen. Das Holz der Linde ist ziemlich weich, was es für Schreiner eher minderwertig, für Bonsaikünstler aber umso wertvoller macht. Die gute Schnittverträglichkeit und Austriebsfreude macht die guten Bonsai-Eigenschaften der Linde komplett.

Was beim Lindenbonsai zu beachten ist

Die Lindenart

Dennoch gibt es beim Lindenbonsai ein paar Dinge zu beachten. Zunächst einmal ist die Lindenart wichtig. Es eignen sich nämlich vorrangig nur Winterlinden für die Bonsaikultur. Sie haben zum einen einen tiefen Astansatz und können dadurch kleiner und kompakter gehalten werden. Zum anderen haben sie kleinere Blätter als die Sommerlinde, was proportionstechnisch harmonischer wirkt.

Schneiden und Drahten

Beim Formen kann viel geschnitten werden – wenn Sie verunreinigende und quetschende Schnitte vermeiden, wird ihre Bonsailinde das gut verwinden. Um den Astwuchs in Form zu bringen, können Sie auch Drahten (Spanndrähte ziehen). Diese sollten Sie aber nicht zu lang verweilen lassen – in die weiche Lindenrinde wachsen die Drähte nämlich leicht ein.

Standort und Pflege

Ein sonniger Standort ist am besten für den Lindenbonsai. Frosthart ist er im Topf etwas weniger als im Freiland. Düngen sollten Sie regelmäßig mit organischem Dünger, da die Linde sehr salzempfindlich ist. Gießen Sie regelmäßig, vor allem an heißen Sommertragen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Walter Pall/Shutterstock

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