Sind Tomaten winterhart?

Wird behauptet, Tomaten seien winterhart, ist zweifellos der Wunsch der Vater des Gedankens - vollkommen abwegig ist diese Überlegung freilich nicht. Mit ein wenig Aufwand können selektierte Tomatensorten immerhin überwintern. Wir erklären, wie es funktioniert.

Tomaten winterhart

Überlebenskünstler mit dem Potenzial zur Überwinterung

Beheimatet in den tropischen Regionen Südamerikas, verträgt die Tomate keine Temperaturen unter 10-12 Grad Celsius. Folglich kultivieren Hobbygärtner die Pflanzen einjährig. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gedeihen Tomatenpflanzen indes problemlos mehrjährig. Sie verfügen somit über die nötige Kraftreserve, einen Winter zu überdauern. Wichtigste Voraussetzungen sind genügend Licht und angemessene Temperaturen. Die Rede ist von folgenden Wildtomaten-Sorten, den robusten Überlebenskünstlern:

  • ‚Golden Currant‘, gelbe Früchte 2 Gramm, Wuchshöhe bis 1,50 Meter
  • ‚Rote Murmel‘, rote Kugelfrüchte 20 Gramm, Wuchshöhe 1,00 Meter
  • ‚Grüne Birne‘, 15 Gramm kleine Früchte, Wuchshöhe 1,20 Meter
  • ‚Indigo Berries‘, dunkelblau-violette Tomaten 10 Gramm, Wuchshöhe 1,50 Meter
  • ‚Matt’s Wild Cherry‘, resistent gegen Kraut- und Braunfäule, 5 Gramm leichte Tomaten, Wuchshöhe maximal 2,50 Meter

Wild-Tomaten überwintern als Topfpflanze

Eine mächtige Fleischtomate im Haus zu überwintern, dürfte ein Fulltime-Job sein und trotzdem noch misslingen. Wildtomaten im Topf haben gleichwohl gute Chancen, am lichtdurchfluteten Standort den Winter zu überdauern. Ein ungeheizter Wintergarten oder ein helles Treppenhaus sind ideal. Wichtig zu beachten ist, dass die Temperaturen die 15-Grad-Marke nicht übersteigen. Nur soviel gießen, dass sie nicht vertrocknen und nicht düngen.

Als Ableger durch die kalte Jahreszeit

Wer den Mehraufwand nicht scheut, bringt seine Wildtomaten als Stecklinge durch den Winter.

  • im August/September 10 Zentimeter lange Ableger von einer gesunden, vitalen Mutterpflanze schneiden
  • zu zwei Drittel entlauben und eventuelle Blüten entfernen
  • bewurzeln lassen in einem Glas mit Wasser, vorzugsweise Weidenwasser
  • anschließend einpflanzen in 20-cm-Töpfe mit Gemüseerde oder einem Mix aus Kompost, Gartenerde und Sand

Auf der hellen, warmen Fensterbank gedeihen die Wildtomaten zügig. Mit ein wenig Glück, blühen sie im Oktober und liefern pünktlich zu Weihnachten eine leckere Ernte. Die Gefahr für einen Befall mit Schädlingen, ist angesichts der trockenen Heizungsluft hingegen exponentiell hoch.

Tipps & Tricks

Um die spärlichen Lichtstrahlen des Winters optimal ausnutzen zu können, bedienen sich clevere Hobbygärtner eines einfachen Tricks. Sie platzieren hinter die überwinternde Tomatenpflanze einen Spiegel, der das Licht reflektiert.

Text: Paula Jansen
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