Immergrüner und pflegeleichter Bambusgarten

Ein Bambusgarten empfängt uns als immergrüne Oase. Schönheit, Stille und Entspannung endlos genießen und eins mit der Natur sein. Wer so ein Paradies im Garten haben will muss wissen, welche Arten sich eignen und wie man den Bambusgarten pflegeleicht gestalten kann?

Bambus Garten

Weltweit gibt es 47 Gattungen mit über 1300 Arten. Bambus ist nicht gleich Bambus und er ist auch nicht einfach nur grün: Der Rhizom bildende Flachrohr-Bambus Phyllostachys ist je nach Sorte gelbgrün gestreift bis hin zu mattem Schwarz. Die Bambusarten und Sortenvielfalt ist riesig und teilt sich in diese vier Gruppen:

  • Zwergbambus bis 1,5 m Höhe
  • kleiner Bambus 1,5 m bis 3 m
  • mittlerer Bambus 3 m bis 9 m
  • Riesenbambus über 9 m

Welcher Bambus für welchen Garten?

Welche Rolle im Garten soll der Bambus spielen? Wächter, Beschützer, Schattenspender oder exotischer Blickfänger? Bambuspflanzen erfüllen viele Wünsche. Als Kübelpflanze für Terrasse und Balkon. Im Topf als Zierpflanze. Wer einen uneinsehbaren Garten plant, kann den Bambus als Hecke pflanzen. Als Sichtschutz für einen lauschigen Sitzplatz am Gartenteich und nicht nur dort, sondern auch außerhalb des Gartens als Zierde und Knabbergras im Aquarium.

Bambus sollte man nicht nur nach Standort, Bodenbeschaffenheit oder seiner Schönheit aussuchen. Besonders wichtig ist neben dem individuellen Wuchsverhalten vor allem seine Winterhärte und Windanfälligkeit. Für Gärtner und Hobbygärtner die beiden wichtigsten Bambusgruppen sind:

  • Phyllostachys, der Flachrohrbambus
  • Fargesia, der Schirmbambus

Der Flachrohrbambus erreicht im wintermilden Klima als Riesenbambus Höhen bis 9 Meter und Halmstärken bis 5 Zentimeter. Seine filigranen Blätter mit den dekorativen Halmen überzeugen jeden Gartenbesitzer. Phyllostachys vivax Aureocaulis beispielsweise ist gelb mit grünen Längsstreifen. Phyllostaxgys nigra zeigt an älteren Halmen eine purpurbraune bis fast schwarze Zeichnung.

Der Schirmbambus verträgt Trockenheit besser als andere Sorten. Als mittlerer Bambus erreicht er eine Höhe bis 4 Meter. Seine malerisch überhängende Krone wirkt als Schattenspender. Er bildet nur kurze Rhizome.
Daneben gibt es noch die Gruppe der Bodendecker wie Sasa und Pleioblastus mit nur 1 Meter Höhe. Wegen dem Ausbreitungsdrang Bambus mit Rhizomsperre eingrenzen!
Gut zu wissen: Rhizombildende Bambusse benötigen wesentlich mehr Pflege und Platz. Für ein kleines Gartengrundstück eignen sie sich weniger.

Die horstig wachsenden Arten sind besonders pflegeleicht, immergrün, winterhart und lassen sich nach Lust und Laune formen und schneiden. Als einzelne Solitärpflanze im Garten, als Kübel- oder Topfbambus erfüllen sie alle Wünsche an einen pflegeleichten Bambusgarten auch im kleinen Grundstück. Infrage kommen hierfür nur die Bambusse der Gattung Fargesia Gartenbambus und Borinda.

Die besten Voraussetzungen für einen pflegeleichten Bambusgarten

Du hast einen pflegeleichten und horstigen Bambus für Deinen Garten ausgewählt und erworben? Herzlichen Glückwunsch! Jetzt kannst Du im Garten aktiv werden. Optimalen Bambusstandort entsprechend vorbereiten. Pflanzloch in doppelter Größe der Pflanze ausheben. Drainage mit Blähbeton oder Kies einfüllen, damit keine Staunässe entsteht. Anschließend Aushuberde 1:1 mit spezieller Bambuserde mischen und einfüllen. Achte auf einen pH-Wert von 6,5. Das ist ideal für das Wachstum des Bambus.

Nach dem Wässern des Wurzelballens kannst Du den neuen Bambus einpflanzen. Vergiss nicht, abschließend den Bambus gut einzuwässern und mit kalkfreiem Regenwasser oder energetisiertem Bambuswasser zu gießen. Auch in den nächsten Wochen benötigt der Bambus regelmäßig Wasser, eventuell einen organischen Bambusdünger und etwas Pflege, damit er gut einwurzelt. Erst im Frühjahr Bambus vor dem Neuaustrieb schneiden!

Bambus als vielseitig verwendbare Gartenpflanze

Bambus kann Schönes hervorheben als auch Störendes verbergen. Ideen und Verwendungsmöglichkeiten sind beim Bambus kaum Grenzen gesetzt:

  • als Heckenpflanze bietet er Sicht- und Windschutz
  • Strukturgeber für unterschiedliche Gartenbereiche
  • schafft stimmungsvolle Atmosphäre im Garten
  • auch im Winter ein grüner Blickfang
  • als pflegeleichter Bodendecker geeignet
  • kreative Pflanze für Innen und Außen

Je nach Bambusart finden die Pflanzen einzeln oder in Kombination mit anderen Gewächsen Verwendung als:

  • Einzelne Solitärpflanze: Gestaltung von Innen und Außenflächen.
  • Gruppenpflanzung: Bieten Bambuspflanzen als Hain großflächiges Dschungelfeeling.
  • Hecke: Für immergrünen, blickdichten Sicht- und Windschutz.
  • Einfassung: Für räumliche Trennung von Gartenbereichen.
  • Hintergrundbepflanzung: Kontrast zu anderen Pflanzen.
  • Unterpflanzung: Dichte Begrünung unter Bäumen und Sträuchern.
  • Bodendecker: Pflegeleichtes, robustes Flächengrün.
  • Hangbefestigung: Durch dichtes Rhizomgeflecht.

Tipps & Tricks

Nachbarrechtlich wird Bambus wie ein Zierstrauch behandelt. Deshalb die vorgegebenen Grenzabstände einhalten. Bei Wurzel bildenden Arten Rhizomsperre anlegen!

Text: Regina Müller

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