Leuchterblume: Pflanzen und pflegen

Leuchterblumen haben Blütenformen entwickelt, die in ihrer Komplexität mit keiner anderen Blüte vergleichbar sind. Aufgrund ihrer besonderen Spezialisierung auf die Umweltbedingungen benötigen die Pflanzen kaum Pflege. Hinsichtlich der Standort- und Substratauswahl müssen Sie einige Faktoren berücksichtigen, damit sich Leuchterblumen wohlfühlen.

leuchterblume
Leuchterblumen tragen leuchterartige Blüten

Herkunft

Als Leuchterblume werden sowohl die Pflanzengattung Ceropegia als auch die Art Ceropegia linearis subsp. woodii bezeichnet. Sie ist eine beliebte Zierpflanze und wird auch unter der Bezeichnung Ceropegia woodii angeboten. Leuchterblumen gehören zu den Hundsgiftgewächsen. Das natürliche Verbreitungsgebiet der als Zierpflanze kultivierten Unterart beschränkt sich auf die subtropischen Regionen Südafrikas. Andere Unterarten von Ceropegia linearis kommen auch in Mosambik, Simbabwe und Malawi bis nach Kenia im Norden des Kontinents vor.

Blätter

Ceropegia woodii hat fleischig verdickte Laubblätter, die als Wasserspeicher dienen. Diese sukkulenten Blätter sind in eine lanzett- bis herzförmige Blattspreite und in einen drei bis zehn Millimeter langen Blattstiel gegliedert. Die Blätter können mehr oder weniger rund ausgeformt sein. Die Spreite ist am Ende zugespitzt und auf der Oberseite dunkelgrün gefärbt. Die Blattunterseite erscheint hellgrün und besitzt oft einen Rotstich. Die kleinen Blätter sitzen gegenständig am Spross und haben aufgrund ihrer silbrig-weißen Maserung einen hohen Zierwert.

Blüte

Die Leuchterblume hat ihren Namen den auffällig geformten Blüten zu verdanken. Diese sind zwittrig aufgebaut und besitzen eine Symmetrieachse. Jede Blüte erreicht eine Länge zwischen zwei und 2,5 Zentimeter. Ihre Kronblätter sind miteinander verwachsen und bilden einen Kronkessel, der mit einer sichtbaren Einschnürung in die Kronröhre übergeht. Der Kronkessel ist kugelig bis oval ausgeformt und etwa vier Millimeter breit. Die Kronröhre hat einen Durchmesser von zwei Millimeter.

Blütenfarbe

Während der Kronkessel grünlich-weiß bis weißlich-violett mit einer dunkelvioletten Aderung gefärbt ist, erscheint die Kronröhre hellviolett oder violett gestreift. Sie ist häufig am oberen Ende weißlich gepunktet oder netzartig strukturiert. Ihre hellgrünen bis purpurfarbenen Kronzipfel wölben sich nach innen. Sie sind an ihrer Spitze schirmartig miteinander verwachsen.

Blütenökologie

Die Blütenanatomie erinnert an kleine Lampenschirme. Leuchterblumen verfolgen mit dieser Blütenform einen besonderen Zweck. Sie verströmen einen Geruch aus, der kleine Fliegen anlockt. Diese verirren sich in die Kronröhre, in der sie durch die kleinen Härchen gefangen sind. Die Fliegen bestäuben die zuerst herangereiften weiblichen Blütenorgane mit ihren mitgebrachten Pollenpaketen. Anschließend reifen die männlichen Organe heran und produzieren neuen Pollen, den die Fliegen durch ihre Bewegungen in der Blüte aufnehmen. Die Härchen im Blütenschlund erschlaffen, sodass die Fliegen wieder entkommen können.

Wachstum

Ceropegia woodii entwickelt Wurzelknollen, die kugelig verdickt sind und eine raue Oberfläche aufweisen. Mit zunehmendem Alter wird der Wurzelstock immer kräftiger. Aus ihnen treiben windende, kriechende oder hängende Sprossachsen, die eine Länge von 100 Zentimeter erreichen können. Sie sind mit einem Durchmesser zwischen einem und zwei Millimeter sehr dünn. Ältere Exemplare bilden in den Blattachseln kleine weiße Knöllchen, die der vegetativen Vermehrung dienen.

Verwendung

Leuchterblumen sind ideale Ampelpflanzen. Der grüne Vorhang aus Trieben und Blättern ist in hängenden Töpfen ein interessanter Blickfang. Aber auch hohe Gefäße wie Vasen, alte Kupferkrüge oder Zinkwannen sind perfekt geeignet, um grüne Pflanzenarrangements mit der Leuchterblume zu gestalten. Die Triebe der sukkulenten Pflanze lassen sich nach Belieben formen. Sie können die Pflanze in Herzform oder als Spalier wachsen lassen. Nutzen Sie biegsame Drähte, um die Sprosse in die richtige Richtung zu lenken.

Ist Leuchterblume giftig?

Es sind keine Informationen über mögliche giftige Inhaltsstoffe bekannt. Die Leuchterblume führt in Wurzelknolle und Pflanzenteilen einen transparenten bis weißlichen Milchsaft, der als unbedenklich gilt. Empfindliche Personen sollten vorsichtshalber Pflegemaßnahmen mit Handschuhen durchführen, um mögliche Hautreaktionen vorzubeugen. Eine Gefahr für Tiere durch den Verzehr der Pflanze ist ebenfalls nicht bekannt.

Viele Hundsgiftgewächse, zu denen die Leuchterblume zählt, sind giftig und sollten nicht in Reichweite von Kindern und Haustieren kultiviert werden. Wenn Sie sich für dieses Gewächs entscheiden, sollte es vorsichtshalber an unerreichbaren Stellen platziert werden. Beachten Sie, dass die Triebe sehr lang werden können. Die herabhängenden Sprossachsen bergen ein Gefahrenpotential für Katzen, die sich beim Spielen darin verfangen und den Kübel herunter reißen können.
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Welcher Standort ist geeignet?

Geben Sie der Leuchterblume einen hellen Standort, an dem eine normale Zimmertemperatur herrscht. Vermeiden Sie Plätze, die in der prallen Sonne liegen. Die sukkulenten Pflanzen reagieren vor allem in den Mittagsstunden sensibel auf eine direkte Sonneneinstrahlung. Die Blütenentwicklung wird unterstützt, wenn die Pflanze in den Morgen- und Abendstunden etwas Sonne abbekommt. Leuchterblumen benötigen keine spezielle Luftfeuchtigkeit. Sie gedeihen auch bei trockener Luft gut. Im Sommer bedankt sich das Gewächs über einen Standort im Freien.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Ceropegia woodii bevorzugt ein nährstoffarmes und stark durchlässiges Substrat. Für eine höhere Durchlässigkeit können Sie 60 Prozent Erde mit 40 Prozent lockerem mineralischen Material vermischen. Hierfür eignen sich Kügelchen aus Blähton, Sand und Perlit, Bimskies oder Lavagranulat. Diese mineralischen Beimischungen sorgen für eine bessere Luftzirkulation, da sie die Krümelstruktur des Substrats erhöhen. Außerdem speichern sie Nährstoffe und Feuchtigkeit, die sie nach und nach an das Substrat abgeben.

Dieses Substrat eignet sich für die Kultivierung:

  • Kakteenerde
  • Kübelpflanzenerde
  • Pikiererde

Leuchterblume vermehren

Leuchterblumen lassen sich am einfachsten über ihre Brutknöllchen vermehren, die in den Blattachseln entstehen. Diese Vermehrungsvariante ist während der Hauptwachstumsphase vom Frühjahr bis in den Herbst möglich. Pflücken Sie die Knöllchen ab und streuen Sie diese auf ein geeignetes Substrat. Bedecken Sie die Knöllchen mit einer Schicht Quarzsand, die eine Fäulnisbildung vorbeugt. Stellen Sie den Topf an einen schattigen Platz, an dem sich die Temperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius bewegen. Achten Sie auf eine konstante Bodenfeuchte.
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Aussaat

Wenn Ihre Pflanze Früchte entwickelt hat, können Sie die darin befindlichen Samen für eine Vermehrung nutzen. Befüllen Sie einen Kunststofftopf mit einem geeigneten Anzuchtsubstrat, welches Sie mit mineralischen Beimischungen auflockern. Verteilen Sie die Samen gleichmäßig auf der Erde und bedecken Sie größere Samen leicht mit Substrat. Kleine Samen können frei liegen.

Stülpen Sie eine transparente Plastiktüte oder eine Folie über den Topf, damit die Luftfeuchtigkeit konstant bleibt. Um einer Schimmelbildung vorzubeugen, sollten Sie das tägliche Belüften berücksichtigen. Geben Sie bei dieser Gelegenheit etwas frisches Wasser auf das Substrat.

An diesem Standort keimen die Samen:

  • halbschattig auf der Fensterbank oder im Minigewächshaus
  • Temperaturen zwischen 23 und 28 Grad Celsius am Tag
  • 20 bis 22 Grad Celsius sind in der Nacht ideal

Stecklinge

Schneiden Sie Triebe mit einer Länge zwischen acht und zehn Zentimeter von der Pflanze ab und lassen Sie die Schnittstellen einige Tage an der Luft trocknen. Entfernen Sie die untersten Blätter und stecken Sie die Triebe in ein sandiges Substrat.

Die Stecklinge fühlen sich in einer leicht feuchten Erde wohl. Gießen Sie sparsam und lassen Sie die obere Schicht zwischen den Bewässerungseinheiten abtrocknen. Der Standort sollte hell sein und Temperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius gewährleisten. Nach sieben bis acht Wochen haben sich erste Wurzeln entwickelt.

Leuchterblume im Topf

Wählen Sie einen Kübel, der dem Wurzelwerk ausreichend Platz bietet. Leuchterblumen gedeihen in flachen Töpfen besser als in tiefen Gefäßen. Sie sollten bei der Wahl darauf achten, dass der Topf genügend Platz für eine Drainage bietet. Er sollte ein Abzugsloch besitzen, damit das Wasser abfließen kann. Bedecken Sie den Boden mit Tonscherben und füllen Sie das Gefäß anschließend mit Substrat auf.

Ceropegia woodii entwickelt ein feines Wurzelwerk, an dem zahlreiche Knöllchen gebildet werden. Diese Verdickungen dienen nicht nur als Wasser- und Nährstoffspeicher, sondern übernehmen auch Photosynthesefunktionen. Für die Energieumwandlung benötigen die Wurzeln etwas Licht. Bedecken Sie das Wurzelwerk nur leicht mit einer sandigen Schicht, die eine Dicke von einem Zentimeter nicht überschreiten sollte.

Balkon

Während der Sommermonate können Sie die Leuchterblume ohne Bedenken auf Balkon oder Terrasse stellen. Ein Platz im Halbschatten ist ideal geeignet, denn die Blätter reagieren empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung.

Leuchterblume gießen

Leuchterblumen sind Spezialisten, wenn es um die Wasserversorgung geht. Sie speichern Feuchtigkeit in ihren verdickten Pflanzenteilen und zehren in Trockenzeiten von diesen Reserven. Sie müssen Ihre Leuchterblume nur mäßig gießen. Lassen Sie die Erde zwischen den Gießeinheiten antrocknen. Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Schütten Sie das überschüssige Wasser im Untersetzer spätestens nach fünf Minuten aus.

Leuchterblume gießen im Winter

Reduzieren Sie die Bewässerung in der Ruhephase auf ein Minimum, sodass der Wurzelballen nicht austrocknen kann. Orientieren Sie sich an der Raumtemperatur des Winterquartiers. Je kühler es ist, desto seltener müssen Sie die Pflanze gießen. Zum Gießen eignet sich Regenwasser. Leuchterblumen geben sich auf mit Leitungswasser zufrieden, sofern dieses nicht zu kalkhaltig ist.

Leuchterblume richtig düngen

Düngen Sie die Pflanze sparsam, da ihr Nährstoffbedarf gering ist. Ausgewachsene und gesunde Pflanzen bekommen alle vier Wochen zwischen Frühjahr und Herbst eine Düngung. Kakteendünger ist ein guter Nährstofflieferant, der in schwacher Konzentration mit dem Gießwasser verabreicht wird. Wenn die Leuchterblume im Winter in den Ruhemodus geht, müssen Sie die Pflanze nicht weiter düngen.

Leuchterblume richtig schneiden

Leuchterblumen können ganzjährig geschnitten werden, wenn die Triebe zu lang werden. Größere Rückschnitte sollten im Frühjahr durchgeführt werden, damit sich die Pflanze anschließend schnell regeneriert. Ein starker Rückschnitt führt dazu, dass die Pflanze zahlreiche neue Triebe entwickelt. Die Brutknollen werden dadurch zum Austreiben angeregt.

Wie pflanze ich richtig um?

Sobald sich das Wurzelwerk im gesamten Topf ausgebreitet hat, sollten Sie die Leuchterblume umpflanzen. Jungpflanzen benötigen ein paar Jahre, bis der Platz zu eng wird. Ältere Pflanzen können Sie jährlich umtopfen. Der beste Zeitpunkt für diese Maßnahme ist das Frühjahr, kurz vor dem Ende der Winterruhe.

Überwintern

Ab November geht die Leuchterblume in die Winterruhe, die bis Februar andauert. Den Winter verbringt die sukkulente Pflanze gerne an einem kühleren Ort im Haus. Stellen Sie den Kübel in ein unbeheiztes Treppenhaus oder in ein selten genutztes Zimmer. Die Temperaturen sollten zwischen 12 und 18 Grad Celsius liegen. Sinkt das Thermometer unter acht Grad Celsius, kann die Leuchterblume Schaden nehmen.

Die Kälteperiode ist wichtig, damit die Pflanze im nächsten Frühjahr Blüten entwickelt. Während dieser Zeit sollten Sie die Pflegemaßnahmen auf ein Minimum reduzieren.

Krankheiten

Leuchterblumen sind robuste Pflanzen, die kaum von Krankheiten geschwächt werden. Häufige Schadbilder gehen auf Pflegefehler zurück. Staunässe ist der größte Feind der Pflanze, denn sie führt zur Wurzelfäule. Wird dieser Faktor nicht schnell genug erkannt, kann die Pflanze sterben.

Pilzbefall

Wenn die Blätter plötzlich welken oder eine fahlgrüne Farbe bekommen, kann ein Befall durch Pilze der Gattung Phytophthora die Ursache sein. Diese Pilze gelten als aggressive Gelegenheitsparasiten. Wenn sie sich an einer Wirtspflanze angesiedelt haben, übersteht diese die Infektion in der Regel nicht. Sie sollten die befallene Pflanze entfernen, damit sich der Pilz nicht auf andere Pflanzen in der Umgebung ausbreitet.

Phytophthora besiedelt faulige Pflanzenteile. Die Pilze sind häufig an der Wurzelfäule beteiligt und beschleunigen die Verrottungsprozesse zusätzlich. Vorbeugend sollten Sie darauf achten, dass sich im Substrat keine Staunässe bildet. Auch eine Überdüngung begünstigt die Lebensbedingungen der Pilzsporen.

Schädlinge

Leuchterblumen werden von Schädlingen befallen, die sich vom Saft der Pflanzen ernähren. Wird der Befall nicht rechtzeitig behandelt, wird das Gewächs zunehmend geschwächt.

Blattläuse

Die Schädinge hinterlassen einen klebrigen Film auf den Blättern. Dieser Honigtau bietet Rußtaupilzen optimale Wachstumsbedingungen. Diese Pilze sehen unansehnlich aus, schädigen die Pflanze aber nicht weiter. Blattläuse vermehren sich bevorzugt in trockenen Sommermonaten. Gesunde Pflanzen sind weniger anfällig für die Schädlinge. Wenn Ihre Pflanze befallen ist, können Sie die Blattläuse mit einem scharfen Wasserstrahl entfernen. Neem-Präparate sind hilfreich bei einem größeren Schädlingsbefall.

Schmier- und Wollläuse

Diese Schädlinge treten gelegentlich auf und hinterlassen weiße Gespinste, die an Wattebäusche erinnern. Sie saugen den Pflanzensaft aus und injizieren der Pflanze giftige Stoffe, die ihr Wachstum beeinträchtigen. Befallene Blätter verfärben sich gelb und rollen sich ein, bis sie schließlich abfallen. Durch Pflegefehler geschwächte Pflanzen sind besonders anfällig für einen Schädlingsbefall. Stellen Sie betroffene Pflanzen an einen hellen und kühlen Ort und besprühen Sie die Pflanzenteile mit einem Gegenmittel.

Bekämpfungsmittel gegen Schmier- und Wollläuse:

  • 15 ml Spiritus
  • 1 l Wasser
  • 15 ml Kernseife gelöste Kernseife oder Paraffinöl

Tipps

Leuchterblumen werden im Handel oft in normaler Torf- oder Blumenerde angeboten, in die einige Styroporperlen untergemischt wurden. Tauschen Sie das Substrat zu Hause durch besser geeignete Erde aus, denn dadurch unterstützen Sie ein gesundes und kräftiges Wachstum.

Sorten

  • Variegata: Silbrig-weiß gestreifte Blätter mit rosafarbenem Rand, wuchsfreudig. Triebe hängend, Wuchshöhe bis 51 Zentimeter.
  • Ceropegia sandersonii: Leuchterblume mit kletternden Trieben. Blüte bis sieben Zentimeter groß, hellgrün mit weißen Streifen und dunkelgrünen Sprenkeln. Sprosse bis zwei Meter lang.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Horst Lieber/Shutterstock
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