Kompost selber bauen

Wer einen Garten bewirtschaftet, sollte auf die Vorzüge einer eigenen Kompostierung nicht verzichten. Für die Beherbergung des Komposthaufens sind im Fachhandel verschiedene Behältnisse erhältlich, allerdings können Sie einen solchen Kompost auch ohne großen Aufwand selber bauen.

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Besonders praktisch ist ein doppelter Komposter

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Komposter aus Holz ist am einfachsten selbst zu bauen
  • Auch aus Strohballen, Draht oder Steinen lassen sich Komposter bauen
  • Der Komposter sollte unbedingt auf einem lebendigen Untergrund stehen, also kein Fundament haben

Kompost selber bauen

Klassisch besteht ein selbst gebauter Kompostbehälter aus Holzlatten. Sie haben jedoch noch viele andere Möglichkeiten, Ihren Kompost ganz unkompliziert in einem Behältnis zu “verstecken”. Doch ganz gleich, was Sie auch verwenden: Lassen Sie genügend Lücken in Ihrem Baumaterial, dass die Luft zirkulieren kann. Der Rotteprozess braucht viel frische Luft, weshalb es unter einem Verschluss nicht dazu kommt.

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Komposter aus Holz

Wollen Sie einen Kompostbehälter aus Holz bauen, so greifen Sie auf möglichst unbehandeltes Holz zurück. Zwar ist behandeltes Holz länger gegen eine Verrottung geschützt, allerdings beinhalten viele dafür verwendete Holzschutzmittel giftige Chemikalien oder Schwermetalle. Sie können das Schnittholz jedoch auch selbst behandelt, etwa mit natürlichem Leinöl. Auch ist der unterste Standbereich des hölzernen Kompostbehälters oft kritisch zu sehen, da er durch den ständigen Kontakt mit der feuchten Erde schnell verrottet. Bauen Sie hier einen Schutzsockel aus flachen Steinen, Ziegeln oder (zerbrochenen) Gehwegplatten und ummanteln Sie die in die Erde getriebenen Holzpfähle zuvor mit einer metallenen Ummantelung.

Und so bauen Sie einen Kompostbehälter aus Holz selber:

MaterialienBenötigte MengeMaße
Holzpfähle oder Kanthölzer4etwa 150 Zentimeter lang
Holzlatten4ca. 100 Zentimeter lang
Bretter28ca. 100 Zentimeter lang
Nägelmindestens 3 Zentimeter lang
Holzschraubenmind. 6 Zentimeter lang
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Komposter aus Holz sind praktisch, günstig und einfach selbst zu bauen

Schritt-für-Schritt Anleitung:

  1. Messen Sie zunächst die gewünschte Grundfläche auf.
  2. Heben Sie eine eventuelle Grasnarbe ab, so dass der Kompost auf der nackten Erde steht.
  3. Entfernen Sie Steine und Unkräuter.
  4. Treiben Sie nun die vier Holzpfähle in die Ecken.
  5. Sie sollten ein Quadrat ergeben und jeweils ca. 90 Zentimeter voneinander entfernt stehen.
  6. Die Pfähle sollten ca. 50 Zentimeter tief im Boden stecken.
  7. Bringen Sie nun die Bretter an den Seitenwänden und an der Rückwand an.
  8. Lassen Sie zwischen den Brettern Abstände von je ca. drei Zentimetern, dies ist für die Belüftung notwendig.
  9. Bauen Sie nun die Frontseite. Befestigen Sie die vier Holzlatten so, dass diese ein Quadrat ergeben.
  10. Verschrauben Sie nun die restlichen Bretter quer über dieses Quadrat. Vergessen Sie dabei die Lücken für die Belüftung nicht!
  11. Befestigen Sie die Fronttür mit Hilfe von Scharnieren so, dass sie sich bequem zur Entnahme von Kompost öffnen lässt.

Ist das geschafft, können Sie den fertigen Kompostbehälter nun befüllen.

Komposter aus Paletten

Holzbretter und -pfähle im Baumarkt zu kaufen, kann ganz schön ins Geld gehen. Daher können Sie, sofern Sie sie irgendwo günstig organisiert bekommen oder sogar welche herum liegen haben, auch Holzpaletten für den Bau eines Komposters verwenden. Dabei muss es sich nicht unbedingt um genormte Euro-Paletten handeln, da Sie sie je nach Bedarf auch selbst auf die benötigten Maße zurecht schneiden können.

Wie Sie aus simplen Holzpaletten einen Komposter selber bauen, zeigt dieses Video in einer anschaulichen Schritt-für-Schritt Anleitung:

video:

Youtube

Komposter aus Steinen

Deutlich haltbarer als Holz sind Kompostbehälter aus Steinen, wofür Sie etwa Lochziegel (gut für die Belüftung!) oder auch Steinplatten (etwa ausrangierte Gehwegplatten) verwenden können. Beide lassen sich zu einer niedrigen Mauer – diese sollte nicht höher als etwa ein Meter sein – vermauern oder auch mit Metallstreben stabil verankern. Lassen Sie die Vorderseite offen oder decken Sie sie mit einem geeigneten, luftdurchlässigen Material ab. Hierzu eignet sich etwa ein alter Teppich.

Komposter aus Draht

Aus Maschendraht (15,61€ bei Amazon*) können Sie einen ebenso preiswerten wie rasch aufgebauten Kompostbehälter herstellen. Und so geht’s:

  1. Treiben Sie vier ca. 150 Zentimeter lange Holzpfosten etwa 50 Zentimeter tief in den Boden.
  2. Sie sollten einen Abstand von ca. 75 bis 90 Zentimetern aufweisen.
  3. Umgeben Sie die Pfosten mit engmaschigem Maschendraht, den Sie mit Hilfe von Krampen an den Pfosten befestigen.
  4. Lassen Sie die Vorderseite dabei offen.
  5. Schneiden Sie überschüssigen Maschendraht ab.
  6. Schieben Sie nun die Kartonpappe so zwischen Pfosten und Draht, dass sie stabil halten und nicht herausfallen.
  7. Bauen Sie den Komposthaufen auf.
  8. Decken Sie das Behältnis ab (z. B. mit einem ausrangierten Teppich), um es vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Zwar verrottet die Pappe recht bald, lässt sich aber immer wieder leicht ersetzen.

Komposter aus Autoreifen

Alte Autoreifen müssen Sie nicht auf einer Deponie vermodern lassen, sondern können Sie aufeinandergestapelt wunderbar als haltbare Kompostbehälter nutzen.

Strohballen-Komposter

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Strohballen eignen sich als Komposter und können zudem bepflanzt werden

Auch aufgeschichtete Strohballen eignen sich als Kompostbehälter. Stroh isoliert sehr gut, weshalb sich mit dieser Methode selbst kleinere Mengen Kompost stärker als mit herkömmlichen Behältnissen erhitzen. Das Stroh verrottet mit der Zeit und wird ebenfalls Bestandteil des Kompostes, zudem lassen sich die obersten Ballen mit allerlei Blumen und Gemüse bepflanzen. Hierzu eignen sich beispielsweise (Busch)Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Kapuzinerkresse oder sogar Petunien. Heben Sie für die Bepflanzung Löcher im Stroh aus, füllen Sie diese mit Erde und sorgen Sie für eine regelmäßige Düngung und Wässerung der Pflanzen – Stroh selbst ist recht nährstoffarm. Vergessen Sie auch nicht, die aufgestapelten Strohballen mit von außen in die Erde getriebenen Pfählen zu sichern, da sie sonst umkippen können.

Exkurs

Ist ein mobiler Komposter sinnvoll?

Grundsätzlich sollte eine Kompostanlage stets an einem festen Ort bleiben und nicht “wandern”. Wo ein Komposthaufen erst einmal “in Schwung” gekommen ist, findet sich ein reiches Bodenleben aus nützlichen Bakterien, Pilzen und Würmern, welche den nächsten Haufen wieder “infizieren” und somit für eine gute Rotte sorgen. Sie können jedoch Küchen- und andere kompostierballe Abfälle zunächst in kleineren Behältern sammeln, um sie dann zu einem späteren Zeitpunkt auf den richtigen Kompost zu befördern.

Gute Gründe für einen Kompostbehälter

“Kompostierung ist nicht viel anders als Kuchenbacken. Zuerst muß man die richtigen Zutaten in den richtigen Mengen haben…” (Wolfgang Storl, Autor zahlreicher Gartenbücher)

Genau genommen ist für die Kompostbereitung gar kein Behälter notwendig, schließlich verrotten die Gartenabfälle auch im Freien ganz wunderbar. Dennoch gibt es einige Punkte, die für die Verwendung eines Komposters sprechen:

  • Unkrautsamen: Unkräuter neigen dazu, sich auf offen geschichteten Komposthaufen schnell anzusiedeln. In Behälter – gerade wenn diese einen Deckel haben – sind sie hingegen nicht so schnell anzutreffen.
  • Regen: Ein bedeckeltes Behältnis verhindert das Ausschwemmen wertvoller Nährstoffe aus dem Kompost, was durch Regengüsse zwangsläufig geschieht. Als Deckel eignen sich auch ein alter Teppich oder eine Plastikplane.
  • Hitzeentwicklung: Für einen schnellen Verrottungsprozess (Bakterien lieben Wärme!) braucht es eine gute Wärmeentwicklung, wobei sich Kompost in einem Behältnis besser erwärmt.
  • Platzbedarf: Ein offen angelegter Komposthaufen hat einen höheren Platzbedarf als ein Kompostbehälter, zudem trocknet die oberste Schicht leicht aus.
  • Ordnung: In einem Kompostbehältnis sieht ein Komposthaufen einfach ordentlicher aus als ein offen herumliegender.

Kompostieren ohne Behälter

Kompost selber bauen - Schichten eines Komposts

Anstatt einen Behälter zu bauen oder einfach alle kompostierbaren Materialien auf einen Haufen zu werfen, können Sie auch eine sogenannte Kompostmiete anlegen. Hierbei werden die Zutaten nach einem bestimmten Prinzip – siehe Bild – aufgeschichtet und zum Schluss abgedeckt. Für eine klassische Kompostmiete empfiehlt sich eine Basisbreite von bis zu zwei Metern sowie eine maximale Höhe von etwa anderthalb Metern. Größere Ausmaße sind nicht empfehlenswert, da die Miete ansonsten nicht stabil steht. Traditionell wird eine solche Miete trapezförmig angelegt, zudem sollten Sie frische Abfälle stets von hinten aufhäufen und den fertigen Kompost am vorderen Ende entnehmen.

Damit die Kompostmiete sich harmonisch ins Gesamtbild einfügt und optisch nicht stört, können Sie sie im Frühjahr mit Kürbis bepflanzen. Die wüchsigen Kürbispflanzen überwuchern die Miete schnell und sorgen zudem für ein besseres Innenklima.

Exkurs

Von der Wichtigkeit eines lebendigen Untergrunds

In manchen Bauanleitungen für Komposter wird empfohlen, diesen auf einem Fundament zu setzen. Nehmen Sie von solchen Empfehlungen unbedingt Abstand, denn für einen gesunden Rotteprozess ist ein lebendiger Untergrund notwendig. Nur so können die Bodenlebewesen aus dem Untergrund in den Komposthaufen wandern und dort ihr Werk tun. Außerdem läuft ein nach unten geschlossener Komposthaufen Gefahr, viel zu nass zu werden. Aus diesem Grund sollten Sie bei auf lehmigen Böden stehenden Komposthaufen stets eine Drainageschicht aus Sand einplanen.

Häufig gestellte Fragen

Darf mir der Nachbar das Kompostieren verbieten?

Grundsätzlich darf Ihr Nachbar Ihnen den Komposthaufen nicht verbieten, auch wenn er selbst diesen für “unordentlich” hält. Allerdings sind Sie zu einer fachgerechten Pflege verpflichtet, damit Ihr Nachbar nicht durch Ungeziefer oder Gestank belästigt wird. Übrigens subventionieren manche Gemeinden die Kompostierung, indem sie Ihnen den Kompostbehälter finanzieren. Fragen Sie einfach mal bei Ihrer zuständigen Verwaltung nach!

Kann man eigentlich auch auf dem Balkon kompostieren?

Sie können tatsächlich auch auf dem Balkon kompostieren, wofür Sie im Fachhandel kleine Kunststofftonnen (ganz wichtig: mit Deckel!) erhalten. Beachten Sie jedoch, dass diese Komposthäufchen für die notwendige Wärmebildung nicht groß genug sind und Sie sie deshalb mit Würmern oder speziellen Bakterienmischungen “impfen” sollten.

Was darf auf keinen Fall in den Kompost?

Für den Kompost ungeeignet sind auf jeden Fall Katzenstreu, Hundekot, Koks- und Kohlenasche, Molkereiprodukte, Fisch- und Fleischabfälle, Öle und Fette, Zeitungspapier und Magazine / Zeitschriften, Verpackungen (z. B. Tetrapacks), Samenunkräuter sowie mit Krankheiten oder Schädlingen befallene Pflanzenteile.

Gibt es Hausmittel, die man als Kompostbeschleuniger verwenden kann?

Kompostbeschleuniger können Sie im Fachhandel kaufen, aber auch ganz unkompliziert selbst herstellen. Für diesen Zweck eignen sich beispielsweise Beinwell- oder Brennnesselblätter bzw. eine Jauche daraus, Gartenkalk (9,95€ bei Amazon*) (ohne jegliche Zusätze!), Geflügeldüng (frisch oder getrocknet) sowie Ammoniumsulfat.

Tipps

Auch als biegsamen Haselnuss- oder Weidenzweigen können Sie einen ansprechenden Kompostbehälter flechten.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbilder: bluejava1/Shutterstock, Maren Winter/Shutterstock, tanakornsar/Shutterstock

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