Die Kirschlorbeerhecke – immergrüner Sichtschutz statt tristem Zaun

Eine Hecke ist eine hervorragende Einfriedung des Grundstücks, die sich besser als eine hohe Einzäunung oder eine Mauer in die Gestaltung des Gartens einfügt. Viele Gartenbesitzer wünschen sich eine Kirschlorbeerhecke als Grundstücksbegrenzung, da das Gehölz immergrün und sehr anspruchslos ist und rasch die gewünschte Höhe erreicht. Was Sie bei der Anlage der Strauchreihe beachten müssen und wie die Hecke gepflegt wird, erfahren Sie in diesem Artikel.

Kirschlorbeerhecke

Die Sortenwahl

Im Handel erhalten Sie viele verschiedene Kirschlorbeer-Arten, sodass sich für nahezu jede Gartengröße eine passende Sorte finden lässt. Da der Kirschlorbeer sehr schnellwachsend ist, empfehlen sich Arten wie Etna und Caucasica, die eine Wuchshöhe von bis zu fünf Metern erreichen, eher für große Grundstücke.

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Möchten Sie einen Reihausgarten umfrieden, der meist sehr schmal ist, eigenen sich langsam und schlank wachsende Arten wir Novita oder Otto Luyken besser. Einen kleinen Garten können Sie beispielsweise mit Genolia begrenzen, die schmal aufrecht wächst, Höhen von bis zu vier Metern erreicht aber nur etwa einen Meter breit wird.

Planung und Anlegen der Hecke

Nehmen Sie sich etwas Zeit für die Planung der Heckenpflanzung, denn es gilt dabei einige Punkte zu beachten:

Mindestabstand zur Nachbargrenze und zu Gebäuden

Da der Kirschlorbeer sehr starkwüchsig ist, kann er im Laufe der Jahre ungeahnte Ausmaße annehmen. Als Faustregel gilt: Das Gehölz wird in etwa so breit wie hoch. Planen Sie zusätzlich etwa fünfzig Zentimeter Abstand zu Gebäuden und Zäunen, damit Sie beim Rückschnitt alle Pflanzenteile erreichen.

Pflanzabstand der einzelnen Lorbeerkirschen

Damit die Hecke in kurzer Zeit dicht wächst, dürfen die Sträucher nicht zu weit auseinander gesetzt werden. Zu eng gepflanzt hingegen bedrängen sich die Gehölze schon nach einigen Jahren. Je nach Höhe der erworbenen Lorbeerkirschen müssen Sie etwa drei Sträucher je laufendem Meter rechnen.

Bodenbeschaffenheit und Standort erfordern eventuell weitere Vorbereitungen

Die Lorbeerkirsche benötigt für gutes Wachstum durchlässige und nährstoffreiche Böden. Verdichteter Mutterboden muss vor dem pflanzen durch Kompost und groben Sand aufgelockert werden. Mischen Sie bei dieser Gelegenheit auch Langzeitdünger wie Hornspäne (32,40€ bei Amazon*) unter, damit die Sträucher in den ersten Monaten gut mit allen Nährstoffen versorgt sind.

Die Pflanzung

Sie benötigen für diesen Arbeiten folgende Werkzeuge:

  • eine scharfe Rosenschere
  • Pflanzspaten
  • abgemessen Latten als Abstandhalter
  • Pflanzleine

Der beste Zeitpunkt für die Pflanzung wurzelnackter Sträucher ist der Frühherbst, da die Lorbeerkirsche zum Ende der Wachstumsperiode alle Kraft in die Ausbildung des Wurzelwerks steckt. Alternativ können Sie die Hecke im Frühjahr setzen. Containerware dürfen Sie ganzjährig in den Boden bringen.

Vorgehensweise beim Anlegen der Hecke

  • Um den Verlauf der Hecke festzulegen, zunächst eine Pflanzleine spannen
  • Pflanzlöcher so groß ausheben, dass die Wurzeln gut Platz darin finden und nicht hineingestopft werden müssen.
  • Die Löcher sollten so tief sein, dass die Oberkante des Ballens mit der Erdoberfläche abschließt.
  • Beschädigtes Wurzelwerk einkürzen, dabei jedoch möglichst viele Wurzeln erhalten.
  • Sträucher einsetzen, dabei ist es hilfreich, wenn eine zweite Person den Kirschlorbeer festhält.
  • Erde rund um die Lorbeerkirsche gut festtreten, damit alle Hohlräume geschlossen sind und die Wurzeln einen guten Bodenschluss haben.

Lorbeerkirschen nach dem Setzen anbinden

Sichern Sie die Büsche mit Pfählen, an welche die Sträucher vorsichtig angebunden werden. Dies verhindert, dass die Gehölze schräg wachsen und die feinen Wurzeln durch Winde abgerissen werden.

Wässern und mulchen

Nach dem Setzen sollten Sie die Lorbeerkirsche schwemmen. Dadurch schließen sich die letzten Hohlräume und der Kirschlorbeer kann sofort Feuchtigkeit aufnehmen. Bedecken Sie den Boden rund um die einzelnen Sträucher mit einer fünf bis zehn Zentimeter dicken Schicht aus Rindenmulch. Dadurch wird die Erde vor Austrocknung geschützt und ein sehr gutes Bodenklima erzeugt.

Gießen und Düngen der Kirschlorbeerhecke

Um gut zu wachsen benötigt die Kirschlorbeerhecke ausreichend Feuchtigkeit. Gießen Sie den immergrünen Sichtschutz deshalb während längerer Trockenperioden immer dann, wenn sich die obersten Zentimeter trocken anfühlen.

Düngen Sie die Lorbeerkirsche das erste Mal im ersten Frühjahr nach dem Setzen der Hecke. Eine optimale Versorgung mit allen Nährstoffen und Spurenelementen gewährleistet, dass der nun eingewachsene Kirschlorbeer gut gedeiht und dabei gesund und widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten bleibt.

Gut geeignet für die Düngung sind:

  • Reifer Kompost
  • Hornspäne oder Hornmehl
  • Organisch-mineralischer Volldünger, beispielsweise Spezialdünger für Ziergehölze

Rückschnitt

Auch der erste Rückschnitt der Kirschlorbeerhecke erfolgt im Frühjahr nach der Pflanzung, idealerweise direkt nach der Blüte. Die zu diesem Zeitpunkt geschnittene Hecke wächst kurzstielig und sehr dicht. Ist die Hecke sehr starkwüchsig hält ein zweiter Rückschnitt im Spätsommer die Wuchsfreude der Lorbeerkirsche im Zaum. Alternativ können Sie die immergrüne Strauchreihe auch einmal jährlich im Juni oder Juli einkürzen.

Tipps & Tricks

Schützen Sie bei wurzelnackten Lorbeerkirschen unbedingt die feinen Haarwurzeln vor dem Austrocknen. Es hat sich bewährt, die Wurzelballen in einen feuchten Jutesack (8,28€ bei Amazon*) einzuwickeln oder die Wurzeln zumindest mit etwas feuchtem Vlies oder Jute abzudecken.

Text: Sabine Kerschbaumer

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