Kirschlorbeer

Kirschlorbeer-Wurzeln: Auswirkungen & Tipps

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Kirschlorbeer ist eine beliebte Heckenpflanze, die mit ihrem dichten Wuchs und immergrünen Blättern überzeugt. Doch vor der Pflanzung sollten Gartenbesitzer die Eigenschaften des Kirschlorbeers und seine Auswirkungen auf die Umgebung sorgfältig abwägen.

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Die Wurzeln von Kirschlorbeer wachsen schnell und invasiv

Auswirkungen des Wurzelwachstums auf die Umgebung

Der Kirschlorbeer, dessen immergrünes Laub und schnelles Wachstum ihn zu einer beliebten Heckenpflanze machen, besitzt ein anpassungsfähiges Wurzelsystem, das ihm das Gedeihen in verschiedensten Umgebungen ermöglicht. Diese Anpassungsfähigkeit kann jedoch auch zu Problemen führen, insbesondere in der Nähe von Gebäuden, Wegen oder Entwässerungssystemen.

  • Verdrängung einheimischer Arten: Als Neophyt, also eine Pflanze, die ursprünglich nicht in unserer Region beheimatet ist, kann der Kirschlorbeer einheimische Pflanzenarten verdrängen. Seine Wurzeln breiten sich effektiv aus und konkurrieren mit denen heimischer Gewächse um Nährstoffe und Wasser. Dies kann langfristig zu einer Verarmung der lokalen Flora führen.
  • Schädigung von Bauwerken: Die Wurzeln des Kirschlorbeers sind auf der Suche nach Wasser und Nährstoffen sehr hartnäckig. In der Nähe von Gebäuden können sie in Risse und Spalten von Fundamenten oder in Entwässerungssysteme eindringen und dort Schäden verursachen, die zu kostspieligen Reparaturen führen können.
  • Wasser- und Nährstoffkonkurrenz: Der dichte Wurzelbereich des Kirschlorbeers kann das Wachstum benachbarter Pflanzen hemmen, indem er ihnen Wasser und Nährstoffe entzieht. Dies ist besonders in Gärten problematisch, in denen eine vielfältige Pflanzenwelt gewünscht ist.
  • Invasive Ausbreitung: Neben der Ausbreitung durch sein Wurzelsystem kann sich der Kirschlorbeer auch durch Samen verbreiten, die von Vögeln getragen werden. Diese Eigenschaft führt zu seiner schnellen Verbreitung in Waldgebieten, wo er die natürliche Vegetation unterdrücken und den Lebensraum für lokale Tierarten beeinträchtigen kann.

Bei der Planung einer Hecke oder der Gestaltung Ihres Gartens mit Kirschlorbeer sollten Sie daher die langfristigen Auswirkungen auf die lokale Umgebung und bestehende Bauwerke berücksichtigen. Wählen Sie den Standort sorgfältig und lassen Sie genügend Abstand zu kritischen Strukturen, um potenzielle Schäden zu vermeiden.

Kirschlorbeer umpflanzen: Zeitpunkt und Vorgehensweise

Kirschlorbeer umpflanzen: Zeitpunkt und Vorgehensweise

Richtiger Zeitpunkt und sorgsame Methoden fördern das Anwurzeln des Kirschlorbeers

Wenn Sie Ihren Kirschlorbeer an einen geeigneteren Standort versetzen oder ihm mehr Raum zum Wachsen geben möchten, ist das Umpflanzen eine gute Option. Für einen erfolgreichen Umzug sind der richtige Zeitpunkt und eine sorgfältige Vorgehensweise entscheidend.

Zeitpunkt: Das Umpflanzen sollte idealerweise entweder im zeitigen Frühjahr erfolgen, sobald kein Frost mehr zu befürchten ist, oder im Spätsommer zwischen August und September. In diesen Zeiträumen ist der Boden noch warm genug, was ein schnelles Anwurzeln fördert, aber nicht zu heiß, um die Pflanze extremen Stresssituationen auszusetzen.

Vorbereitung und Umpflanzung:

  1. Rückschnitt: Um die Verdunstungsfläche zu reduzieren und die Pflanze handlicher zu machen, sollte sie vorab zurückgeschnitten werden. Im Frühjahr darf dieser Rückschnitt etwas großzügiger ausfallen, während im Herbst ein Drittel des Gesamtumfangs empfohlen wird.
  2. Ausgraben: Achten Sie beim Ausgraben des Kirschlorbeers auf einen möglichst großen Wurzelballen. Bei großen Pflanzen bedeutet das, dass die Grube eine Tiefe von mindestens 60 cm aufweisen sollte. Gehen Sie dabei sorgfältig vor, um die Wurzeln nicht zu beschädigen.
  3. Neue Pflanzstelle vorbereiten: Das Loch an der neuen Stelle sollte so tief und breit sein, dass der Wurzelballen ausreichend Platz findet. Das Beimischen von Kompost oder Pflanzerde verbessert die Bodenqualität und fördert das Anwachsen.
  4. Einsetzen: Pflanzen Sie die Pflanze in der gleichen Tiefe ein, in der sie zuvor gestanden hat. Ein fester Druck auf den umliegenden Boden sichert den Kirschlorbeer.
  5. Angießen und Nachpflege: Nach dem Umpflanzen ist eine gründliche Bewässerung wichtig. In den darauffolgenden Wochen muss der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden, um ein Austrocknen der Pflanze zu vermeiden. Gelbe Blätter können nach dem Umpflanzen auftreten, sind aber kein Grund zur Besorgnis, solange eine angemessene Bewässerung gewährleistet ist.

Diese Schritte ermöglichen es dem Kirschlorbeer, schnell am neuen Standort Fuß zu fassen und gesund weiterzuwachsen.

Vermehrung von Kirschlorbeer durch Stecklinge

Vermehrung von Kirschlorbeer durch Stecklinge

Erfolgreiche Kirschlorbeer-Vermehrung erfordert sorgfältige Vorbereitung und Geduld

Für Gartenliebhaber, die ihre Kirschlorbeerbestände erweitern möchten, bieten sich insbesondere Kopfstecklinge und Risslinge als effektive Methoden an. Beide Verfahren erfordern sorgfältige Vorbereitung und Geduld, führen aber zur erfolgreichen Vermehrung dieser beliebten Pflanze.

Kopfstecklinge:

  1. Wählen Sie im Juli gesunde Triebe von einer kräftigen Mutterpflanze, die eine Länge von etwa 15 Zentimetern haben sollten.
  2. Entfernen Sie die unteren Blätter und kürzen Sie die zwei obersten Blätter um etwa die Hälfte ein.
  3. Stecken Sie die Stecklinge etwa 5 bis 7 cm tief in ein Anzuchtsubstrat, vorzugsweise in einem Minigewächshaus, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu garantieren.
  4. Platzieren Sie die Anzuchtgefäße an einem hellen, warmen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  5. Bewahren Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe, bis sich nach einigen Wochen neue Wurzeln bilden.

Risslinge:

  1. Identifizieren Sie im Sommer junge Triebe, die bodennah an der Mutterpflanze wachsen.
  2. Fördern Sie die Wurzelbildung, indem Sie um die Triebe herum locker Erde anhäufen und diese ausreichend befeuchten.
  3. Wiederholen Sie diesen Schritt über den Sommer, um die Bildung der Wurzeln weiter anzuregen.
  4. Im Herbst können die nun eigenständigen Jungpflanzen vorsichtig von der Mutterpflanze getrennt und in lockeres Substrat gepflanzt werden, bis sie im Folgejahr stark genug für die Auspflanzung ins Freie sind.

In beiden Fällen sollte bis zur vollständigen Bewurzelung für ausreichende Feuchtigkeit und hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt werden. Bei den Kopfstecklingen kann nach erfolgreicher Bewurzelung das Umpflanzen in normale Pflanzenerde erfolgen, während Risslinge direkt im Garten eingepflanzt werden können.

Vermehrung von Kirschlorbeer durch Aussaat

Die Aussaat stellt eine effektive Methode dar, um Kirschlorbeer zu vermehren. Die zu erwartenden Sämlinge können dabei in ihren Eigenschaften variieren, da Kirschlorbeer generell durch Fremdbestäubung variierte Nachkommen hervorbringt. Für die Aussaat greift man idealerweise auf reife Früchte des Kirschlorbeers zurück, aus denen die Kerne entnommen und getrocknet werden.

Eine spezielle Vorbehandlung der Samen ist erforderlich, da diese Kaltkeimer sind. Sie benötigen eine Kälteperiode, um die Keimruhe zu brechen. Dies erreicht man, indem die getrockneten Samen für mehrere Wochen bei etwa 4 Grad Celsius gelagert werden, was einer natürlichen Überwinterung im Freien nachempfunden ist.

Nach dieser Stratifizierungsphase können die Samen in Aussaaterde ausgesät werden. Einem kühlen und hellen Standort gibt man dabei den Vorzug, um die optimalen Bedingungen für die Keimung zu schaffen. Die Keimdauer variiert und kann drei bis vier Monate betragen. Einen klaren Hinweis darauf, dass die Samen keimfähig sind und sich gut entwickeln, bietet das Erscheinen der ersten Sämlingsblätter.

Die jungen Kirschlorbeer-Pflanzen bedürfen anschließend einer sorgfältigen Pflege. Sie sollten an einem geschützten Ort großgezogen werden, bis sie kräftig genug sind, um in den Garten oder an ihren endgültigen Standort gepflanzt zu werden. Dies ist in der Regel im darauf folgenden Frühjahr oder Herbst der Fall.

Mit Geduld und einer sorgfältigen Pflege lassen sich auf diese Weise neue Kirschlorbeer-Pflanzen ziehen, die den Garten mit ihrer Präsenz bereichern werden.

Bilder: Michal / stock.adobe.com