Lorbeer für die Pflanzung von Hecken oder als Küchengewürz selbst vermehren

Der Echte Lorbeer (Laurus nobilis) wird aufgrund seiner vielseitigen Verwendbarkeit als natürliches Heilkraut und Gewürz auch als Gewürzlorbeer bezeichnet. Die Pflanze kann wie auch der giftige Kirschlorbeer auf verschiedene Arten vermehrt werden.

Lorbeer vermehren
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Verschiedene Vermehrungsarten und ihre Eigenheiten

Um den Gewürzlorbeer selbst zu vermehren gibt es grundsätzlich die folgenden Möglichkeiten:

Dabei gibt es zwischen den Vermehrungsarten durchaus Unterschiede. So dauert die Anzucht von Lorbeerbäumchen für die Pflanzung von Hecken oder das Formen von Formschnittfiguren aus Sämlingen mehrere Jahre. Während manche Lorbeerpflanzen sehr stark Wurzelausläufer bilden, die sich als Grundlage für neue Lorbeerbäumchen eignen, kann dies bei anderen Exemplaren dagegen gar nicht der Fall sein. Eine Vermehrung des Lorbeers aus Stecklingen kommt überhaupt nur dann in Betracht, wenn Ihnen ausreichend Material in Form von frisch geschnittenen Lorbeerzweigen zur Verfügung steht.

Gewürzlorbeer selbst aus Samen ziehen

Im Gartenfachhandel erworbene Samen können Sie auf der Fensterbank ganzjährig zur Keimung bringen. Sie sollten die Samen zunächst für etwa 2 Tage in Wasser einweichen, bevor Sie diese mit etwas Abstand zwischen den einzelnen Samen dann etwa 1 Zentimeter tief in ein Gemisch aus lockerer Erde und Sand stecken. Bei einer konstanten Feuchtigkeit und an einem hellen Standort keimen die Samen in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen. Sollten Sie für die Aussaat die Früchte eigener Lorbeerbäumchen verwenden wollen, so müssen Sie für eine erfolgreiche Vermehrung am Standort über mindestens zwei Pflanzen verschiedenen Geschlechts verfügen. Ist dies gegeben, so kann es mitunter rund um die Mutterpflanzen auch ohne Ihr Zutun zu einer Selbstaussaat kommen.

Wurzelausläufer für die Vermehrung verwenden

Der Echte Lorbeer neigt oftmals stark zur Bildung von Wurzelausläufern, wenn ihm ein entsprechend humoser und lockerer Boden am Standort zur Verfügung steht. Sobald die so entstandenen Triebe oberirdisch eine Höhe von mindestens 10 Zentimetern erreicht haben, können Sie diese nach dem Freilegen der Wurzeln von der Mutterpflanze abtrennen. Achten Sie darauf, dem Ableger ausreichend Wurzelmaterial für die eigene Entwicklung zuzugestehen. Das Umpflanzen in das Freiland oder in einen Topf gelingt besonders schonend, wenn es außerhalb der Vegetationsperiode im Frühjahr oder Herbst gemacht wird.

Lorbeer über Stecklinge vermehren

Schneiden Sie im Herbst von kräftigen Lorbeerbüschen möglichst halbreife Kopfstecklinge und stecken Sie diese in ein gleichmäßig feucht gehaltenes Gemisch aus Erde und Sand. Diese Stecklinge bilden an einem schattigen Standort in der Regel nach einigen Monaten eigene Wurzeln und können dann an einen sonnigeren Platz umgepflanzt werden.

Tipps & Tricks

Bei Lorbeer im Topf kann ein Umpflanzen in einen größeren Topf alle zwei bis drei Jahre notwendig sein. Bei dieser Gelegenheit kann nicht nur das Pflanzsubstrat erneuert werden, sondern Sie sollten auch Wurzelausläufer abtrennen und die beim Pflanzschnitt anfallenden Zweige für die Stecklingsvermehrung nutzen.

WK

Text: Alexander Hallsteiner
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