Lorbeer

Echter Lorbeer im Topf: Wie gelingt der Anbau am besten?

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Der Lorbeerbaum, bekannt für seine aromatischen Blätter, kann auch abseits seines mediterranen Ursprungs erfolgreich im Topf kultiviert werden. Dieser Leitfaden bietet umfassende Informationen zu Standort, Substrat, Pflege und Vermehrung, um Ihren Lorbeerbaum gesund und ertragreich zu halten.

Lorbeer im Topf

Der richtige Platz für den Lorbeer im Topf

Um Ihrem Lorbeerbaum optimale Wachstumsbedingungen zu bieten, sollten Sie den passenden Standort sorgfältig auswählen.

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Licht und Wärme

Lorbeerbäume stammen aus warmen und sonnigen Regionen Vorderasiens und bevorzugen daher einen hellen und warmen Platz. Mindestens drei Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag sind ideal für ein gesundes Wachstum und eine reiche Blütenbildung. Halbschatten wird zwar toleriert, führt jedoch zu einem weniger kompakten Wuchs.

Schutz vor Kälte und Wind

Als nicht winterharte Pflanze benötigt der Lorbeerbaum Schutz vor Frost. Stellen Sie ihn daher spätestens im Herbst, bevor die Temperaturen dauerhaft unter 10 °C fallen, an einen geschützten Ort. Optimal sind frostfreie Winterquartiere mit Temperaturen zwischen 0 °C und 5 °C, wie beispielsweise ein unbeheiztes Gewächshaus, eine Garage oder ein heller Kellerraum. Achten Sie auch darauf, den Lorbeer vor kalten Windzügen zu schützen, da er darauf empfindlich reagiert.

Das ideale Substrat

Ein geeignetes Substrat ist die Basis für die erfolgreiche Kultivierung des Lorbeers im Topf. Es sollte nährstoffreich und gut durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden und gleichzeitig ausreichend Feuchtigkeit zu speichern.

Zusammensetzung

Mischen Sie hochwertige Kübelpflanzenerde mit Sand und Lehm, um die Drainage und Struktur zu verbessern. Humus erhöht die Nährstoffkapazität, während Perlite oder Blähton die Durchlässigkeit weiter fördern. Gartenkalk dient zur Einstellung des pH-Wertes. Für eine ausreichende Nährstoffversorgung können Sie dem Substrat Langzeitdünger beimischen.

Nährstoffbedarf

Der Lorbeerbaum benötigt nur moderate Mengen an Nährstoffen. Eine Gabe von Langzeitdünger im Frühjahr deckt in der Regel den Bedarf für die gesamte Wachstumsperiode. Bei Anzeichen von Nährstoffmangel, etwa durch hellgrüne Verfärbungen des Laubs, kann zusätzlich Flüssigdünger verabreicht werden. Vermeiden Sie jedoch eine Überdüngung.

Gießen und Düngen

Die richtige Wasser- und Nährstoffversorgung ist entscheidend für das Wohlbefinden des Lorbeers.

Wasserbedarf

Gießen Sie regelmäßig, aber maßvoll, um ein Austrocknen des Substrats zu verhindern, ohne Staunässe zu verursachen. Die Oberfläche der Erde sollte zwischen den Wassergaben antrocknen dürfen. In heißen Sommermonaten kann der Wasserbedarf steigen, sodass Sie häufiger gießen müssen. Verwenden Sie möglichst kalkarmes Wasser, idealerweise Regenwasser.

Düngung

Ein regelmäßiges Umtopfen alle zwei bis drei Jahre in frisches Substrat deckt in der Regel den Nährstoffbedarf des Lorbeers ab. Ein vorsichtiges Lockern des Wurzelballens beim Umtopfen stimuliert das Wurzelwachstum und verbessert die Nährstoffaufnahme. Bei Bedarf kann im Frühjahr ein milder Flüssigdünger für Kräuter verabreicht werden.

Der passende Topf

Wählen Sie einen Topf mit einem Durchmesser von 30 bis 40 cm, der über Abflusslöcher verfügt, um Staunässe zu verhindern.

Umtopfen

Umtopfen Sie Ihren Lorbeerbaum alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr in einen etwas größeren Topf mit frischem, lockerem und nährstoffreichem Substrat. Lockern Sie den Wurzelballen vorsichtig auf, um das Wachstum neuer Wurzeln anzuregen. Nach dem Umtopfen gründlich wässern und die Pflanze zunächst an einem halbschattigen Platz akklimatisieren lassen, bevor sie wieder an ihren sonnigen Standort zurückkehrt.

Schneiden und Formen

Regelmäßiger Schnitt und Formgebung fördern die Gesundheit und Ästhetik des Lorbeerbaums.

Formschnitt

Der erste Formschnitt kann im Mai erfolgen, nachdem der Lorbeer seine erste Wachstumsphase abgeschlossen hat. Ein zweiter Schnitt im Juli oder August erhält die gewünschte Form. Verwenden Sie eine scharfe Gartenschere, um die Triebe sauber zu schneiden. Vermeiden Sie motorisierte Heckenscheren, da diese die Blätter beschädigen können.

Rückschnitt

Entfernen Sie abgestorbene, kranke oder beschädigte Triebe regelmäßig. Kürzen Sie zu lange Triebe, um einen dichteren Wuchs zu erzielen. Ein tieferer Rückschnitt zur Verjüngung oder Formveränderung kann im Februar oder März vor dem Neuaustrieb erfolgen. Verwenden Sie scharfes Schneidwerkzeug und setzen Sie die Schnitte sauber über einem Blatt oder einer Knospe an.

Überwinterung

Der frostempfindliche Lorbeerbaum benötigt ein frostfreies Winterquartier mit Temperaturen zwischen 0 und 10 Grad Celsius. Gießen Sie während der Wintermonate maßvoll, um ein Austrocknen oder Staunässe zu vermeiden.

Geeignete Orte

Unbeheizte Gewächshäuser, kühle Wintergärten oder helle Kelleräume eignen sich zur Überwinterung. Achten Sie auf ausreichende Lichtverhältnisse, Luftzirkulation und einen zugluftfreien Standort.

Vermehrung

Lorbeerbäume lassen sich durch Stecklinge oder Absenker vermehren.

Stecklinge

Im Spätsommer oder Frühherbst können Sie etwa 15 cm lange, nicht vollständig verholzte Triebspitzen als Stecklinge verwenden. Entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie die Stecklinge in ein Gefäß mit sandig-humosem Substrat. Stellen Sie das Gefäß an einen warmen Ort mit indirektem Licht und halten Sie das Substrat feucht.

Absenker

Wählen Sie im Frühjahr einen gesunden Ast in Bodennähe. Schneiden Sie den Ast an der Unterseite bis zur Hälfte ein und graben Sie den eingeschnittenen Teil in die Erde ein. Fixieren Sie den Ast und halten Sie die Erde feucht. Nach etwa acht Wochen, wenn sich Wurzeln gebildet haben, können Sie den Absenker vom Mutterstrauch trennen und einpflanzen.

Krankheiten und Schädlinge

Lorbeerbäume sind relativ robust, können jedoch gelegentlich von Schädlingen oder Krankheiten befallen werden.

Häufige Probleme

Schildläuse sind die häufigsten Schädlinge und lassen sich durch braune, höckerartige Gebilde auf den Blättern erkennen. Entfernen Sie die Schädlinge frühzeitig mit einer Seifenlösung oder einem Pflanzenschutzmittel. Blattfleckenkrankheit und Falscher Mehltau können durch das Entfernen befallener Blätter bekämpft werden. Hagelschäden lassen sich mit einem schwefelhaltigen Sprühmittel behandeln.

Verwendung in der Küche

Lorbeerblätter sind ein beliebtes Gewürz in der Küche. Sie verfeinern Suppen, Eintöpfe, Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichte.

Ernte und Lagerung

Lorbeerblätter können das ganze Jahr über geerntet werden, idealerweise im Herbst oder Frühjahr. Ernten Sie vorwiegend Blätter von mindestens zweijährigen Sträuchern. Einzelne Blätter können je nach Bedarf gepflückt werden, während längere Triebe beim Rückschnitt anfallen. Trocknen Sie die Blätter an einem warmen und luftigen Ort. Getrocknete Lorbeerblätter sollten in einem verschließbaren Glas an einem dunklen Ort gelagert werden.

Mit diesen Informationen und einer liebevollen Pflege wird Ihr Lorbeerbaum im Topf zu einem aromatischen und dekorativen Highlight in Ihrem Zuhause.

Bilder: mtreasure / iStockphoto