Kartoffeln pflanzen

Von der Saatkartoffel zur Kartoffelernte

Kartoffeln selber anpflanzen - das geht ganz leicht. So ein Kartoffelbeet sieht zunächst nach viel Arbeit aus, doch Umgraben, Aussäen, Anhäufeln und Pflegen sind auch für Laien gut zu schaffen. Eine hilfreiche Anleitung bieten die folgenden Antworten.

Wo kann ich Kartoffeln anbauen?

Besitzt Du einen Garten, legst Du Dir ein Kartoffelbeet an und mit ausreichend Platz kannst Du hier größere Mengen Kartoffeln anbauen. Kartoffeln kannst Du zudem in Töpfe, Eimer und Säcke pflanzen und auf dem Balkon aufstellen. Hier fällt der Ertrag zwar kleiner aus, aber Spaß macht es allemal.

Woher erhalte ich das Saatgut?

Kartoffeln werden aus Saatkartoffeln gezogen. Die erhältst Du im Gartencenter oder über den Gartenversand. Hast Du selbst schon Kartoffeln geerntet, gewinnst Du die Saatkartoffeln fürs nächste Jahr aus Deiner eigenen Ernte.

Welche Kartoffelsorten gibt es?

„Linda“ und „Agria“ zählen zu den beliebtesten Kartoffelsorten in Deutschland. Ein Klassiker unter den Kartoffeln ist die Sorte „Ackersegen“. Unterschieden werden sie nicht nur nach ihrem Namen, sondern auch nach Erntezeit, Kochtyp, Schalenfarbe und schließlich nach Geschmack und Verwendung.

Verschiedene Erntezeiten haben:

  • frühe Kartoffeln wie Gloria, Cilena, Sieglinde
  • mittelfrühe Sorten: Agria, Stella
  • späte Kartoffeln: Ackersegen, Granola, Vitelotte (blaues Fruchtfleisch)

Der Kochtyp unterscheidet:

  • festkochende Kartoffeln: Linda, La Ratte, Bamberger Hörnchen
  • vorwiegend festkochende Kartoffeln: Gloria, Granola, Agnes
  • mehligkochende Sorten: Ackersegen, Bintje

Bei der Schalenfarbe unterscheidet man:

  • gelbschalige Sorten: Adretta, Sieglinde
  • rotschalige Kartoffeln: Rosara, Laura

An welchem Standort lege ich mein Kartoffelbeet an?

Für Dein Kartoffelbeet suchst Du Dir eine sonnige und windgeschützte Lage in Deinem Garten aus. Auch wenn die Knollen unter der Erde wachsen, benötigen sie die Wärme der Sonne.

Wann ist es Zeit, das Beet vorzubereiten?

Der erste Schritt ist das tiefe Umgraben des Beetes im Herbst. Den Winter über bleiben die Schollen liegen. Der zweite Schritt ist das Zerkleinern der Schollen und das Ziehen der Furchen im Frühjahr.

Wie muss der Boden für den Kartoffelanbau beschaffen sein?

Kartoffeln benötigen einen lockeren, nährstoffreichen Boden. Den Boden kannst Du verbessern, indem Du verrotteten Mist untermischst.

Vorkeimen oder nicht?

Kartoffeln müssen nicht vorgekeimt werden. Das Vorkeimen ist dennoch ratsam, um das Wachstum der Pflanze zu fördern und höhere Erträge zu erzielen.

Mit dem Vorkeimen beginnst Du 2 – 4 Wochen vor der geplanten Aussaat. Damit die Saatkartoffel feste Keime ansetzen kann, benötigt sie Licht und eine Umgebungstemperatur von 10 bis 15 Grad Celsius.

Ab wann kann man Kartoffeln anpflanzen?

Der Zeitpunkt zum Pflanzen richtet sich nach der Kartoffelsorte. Frühe Sorten können bei frostfreiem Wetter ab Mitte März ausgesät werden.

Von Mitte April bis Mitte Mai erfolgt die Aussaat der mittelfrühen und späten Sorten. Als Schutz vor späten Frösten, deckst Du die Reihen mit Stroh, Decken oder Gartenvlies ab.

Wie werden Kartoffeln ausgesät?

Als Säen von Kartoffeln bezeichnet man das Einlegen der Saatkartoffeln in die Furche. Hier dazu eine kurze Anleitung: Kartoffeln etwa 10 cm tief und in einem Abstand von 30 cm legen. Die Kartoffel wird dabei so gedreht, dass die Keime bzw. Augen nach oben zeigen. Die Furchen werden locker zugeharkt und vorsichtig angegossen.

Wie groß muss der Abstand zwischen den Kartoffelreihen sein?

Kartoffeln werde in Reihen gepflanzt. Der Abstand zwischen den Reihen muss mindestens 60 cm betragen.
Das lässt der Pflanze erstens Platz, ihre unterirdischen Triebe auszubreiten. Zweitens benötigst Du den Abstand, um später kleine Dämme anzuhäufeln.

Warum müssen Kartoffeln angehäufelt werden?

Das Anhäufeln schützt die Kartoffel vor Lichteinstrahlung. Das ist wichtig, damit sich keine grünen Kartoffeln bzw. grüne Stellen bilden, die das giftige Solanin enthalten.

Müssen Kartoffeln überhaupt gegossen werden?

Ja, denn nur wenn die Erde ausreichend Feuchtigkeit besitzt, können die Knollen wachsen. In längeren Trockenperioden muss deshalb unbedingt gegossen werden.

Womit werden Kartoffeln gedüngt?

Als Starkzehrer benötigen Kartoffeln ausreichend Nährstoffe. Das Düngen beginnt deshalb schon bei der Vorbereitung des Beetes.

Mischst Du verrotteten Mist oder Kompost unter, ist der Boden erst einmal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Während der Wachstumsphase kann zusätzlich mit Hornspänen und Magnesium gedüngt werden.

Wie blüht die Kartoffel?

Die Blüten der Kartoffel sind weiß bis violett. Sie bilden sich am oberirdisch wachsenden Teil der krautigen Kartoffelpflanze. Aus den Blüten entwickeln sich die eigentlichen Früchte der Kartoffel, kleine grüne Beeren. Diese enthalten Samen, sind aber wie alle grünen Teile der Kartoffel giftig.

Worin baue ich Kartoffeln auf dem Balkon an?

Kartoffeln wachsen praktisch in jedem Gefäß, was mindestens 10 Liter Fassungsvermögen besitzt. Am besten eignen sich schwarze Maurerkübel, Kunststoffeimer und stabile Plastiksäcke.

Eine größere Ernte erzielst Du mit einem Kartoffelturm. Der kann aus Blumenkübeln, gestapelten Ziegelsteinen, übereinander gestellten Maurereimern oder Röhren aus Bambus-oder Kunststoffmatten bestehen. Wobei Du bei gerade bei Letzterem bedenken musst, dass das Gießwasser über den Balkon abläuft.

Was muss ich beachten, wenn ich Kartoffeln auf dem Balkon anbaue?

  • für einen Eimer mit 10 Liter Fassungsvermögen 1 – 2 Saatkartoffeln verwenden
  • ab 20 Litern Inhalt bis zu 4 Saatkartoffeln stecken
  • Gefäß an einem geschützten, sonnigen Ort aufstellen
  • beste Pflanzzeit für den Balkon ist ab Mitte April
  • gibt es doch späte Fröste, Kübel hereinholen oder abdecken
  • gießen nicht vergessen, Staunässe jedoch vermeiden

Wann und wie werden Kartoffeln geerntet?

Die ersten Frühkartoffeln sind schon ab Juni erntereif. Das Kartoffelkraut ist zu diesem Zeitpunkt noch grün. Zum Überprüfen, ob die Knollen reif sind, gräbst Du vorsichtig eine Kartoffel aus. Lässt sich die Schale mit dem Finger nicht mehr abreiben, ist die Kartoffel reif.

Ab Ende August beginnst Du mit der Ernte der mittelfrühen Kartoffeln. Danach folgen die späten Sorten bis Ende Oktober.

Wie werden Kartoffeln gelagert?

Zunächst lässt Du die Kartoffeln gut abtrocknen. Dann müssen sie an einem dunklen und frostfreien Ort gelagert werden. Das ist idealerweise der Keller bei Temperaturen von 4 – 8 °C.

Aus stabilen Brettern baust Du Dir eine Kartoffelhorde oder Du besorgst Dir luftige Obstkisten, die Du übereinander stapelst. Zwischendurch sorgst Du immer wieder für Frischluftzufuhr.

Die beste Lagerfähigkeit besitzen mittelfrühe und späte Kartoffeln. Frühkartoffeln müssen dagegen innerhalb weniger Tage verbraucht werden.

Wie kann ich Saatkartoffeln gewinnen?

Saatkartoffeln gewinnst Du immer aus Deiner letzten Ernte. Anbaubedingungen, Erntezeit und Geschmack kennst Du dann bereits und Du kannst gute Erfahrungen für das nächste Jahr nutzen. Du suchst Dir gleich nach der Ernte die etwa 3 cm großen Knollen heraus und lagerst sie – am besten im Keller- trocken und dunkel bis zum nächsten Frühjahr.

Welche Pflanzen gedeihen in guter Nachbarschaft zu Kartoffeln?

Bohnen, Kohlrabi, Kohl, Spinat, Kümmel und Tagetes vertragen sich gut mit benachbarten Kartoffeln.

Was sind schlechte Nachbarn?

Kürbis, Zucchini, Gurken und Tomaten sind schlechte Nachbarn, da sie genau wie die Kartoffel Starkzehrer sind. Nebeneinander gepflanzt, würden sie sich gegenseitig wichtige Nährstoffe wegnehmen. Außerdem vertragen sich Kartoffeln nicht mit Sonnenblumen, Sellerie, Erbsen und Zwiebeln.

Wieso lese ich immer wieder, dass die Kartoffel giftig ist?

Es stimmt, das alle grünen Teile der Kartoffel giftig sind. Dazu gehören das Kartoffelkraut und die kleinen grünen Beeren, die sich aus den Blüten bilden. Verantwortlich dafür ist der giftige Stoff Solanin, der unter Lichteinfall entsteht.

Unbedenklich dagegen sind die unterirdischen Pflanzenteile der Kartoffel, also die Knollen, die uns als wertvolle Nahrung dienen. Eine Ausnahme bilden grüne Stellen und Keime sowie grüne Kartoffeln. Auch sie enthalten Solanin und dürfen deshalb nicht verzehrt werden. Also Kartoffeln gründlich schälen, grüne Stellen wegschneiden und grüne Kartoffeln aussortieren.

Grüne Kartoffeln sind nicht nur giftig für Menschen sondern auch für Tiere. Auch Futterkartoffeln müssen deswegen entsprechend sortiert werden.

Warum muss ich beim Kartoffelanbau eine Fruchtfolge einhalten?

Der Anbau von Kartoffeln entzieht dem Boden wichtige Nährstoffe. Umgangssprachlich sagt man auch, Kartoffeln laugen den Boden aus. Deshalb musst Du Deine Kartoffeln spätestens nach 3 Jahren an einer anderen Stelle anbauen.

Mit dem nachfolgenden Anbau von Klee oder Lupinen, der sogenannten Gründüngung, erholt sich der Boden wieder. Damit die Kartoffelzucht Jahr für Jahr ergiebige Erträge einbringt, wird die Einhaltung der Fruchtfolge von Stark-, Mittel- und Schwachzehrern empfohlen.

Warum geht das Kartoffelkraut ein?

Dabei handelt es sich normalerweise um einen natürlichen Prozess. Mit Beginn der Ruheperiode färbt sich das Kartoffelkraut gelb und stirbt ab. Bei mittelfrühen und späten Kartoffelsorten ist das das Startsignal zur Ernte.

Auch Krankheiten und Schädlinge und können für das Absterben des Krautes verantwortlich sein. Je nach Schadbild kann es sich dabei um Krautfäule, Pilze, Schorf und Schwarzbeinigkeit handeln oder den Befall mit Kartoffelkäfern und Schnecken.

Tipps & Tricks

Hast Du schon einmal blaue Kartoffeln probiert? Sorten wie Vitelotte und Hermanns Blau bieten mit blauen Blüten, blauer Schale und blauem Fruchtfleisch nicht nur ein Farberlebnis. Überzeugen können sie auch mit ihrem kräftigen Geschmack.

Text: Burkhard

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  1. JoseeRizal64
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