Gemüsegarten: Süßkartoffeln kultivieren

Die aus Südamerika stammende Süßkartoffel (Batate) hat sich einen festen Platz in der europäischen Küche erobert. Mit unseren Tipps können Sie die wärmeliebenden, schmackhaften Knollen auch im eigenen Garten anbauen und in reicher Zahl ernten.

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Ab September können Süßkartoffeln geerntet werden

Aussehen und Wuchs

Süßkartoffeln treiben aus den bis zu dreißig Zentimeter großen Speicherorganen lange Sprossen. Diese bedecken mit ihren zahlreichen, herzförmigen Blättern rasch den Boden oder können an einem Rankgitter wie ein Sichtschutz in die Höhe gezogen werden. Je nach Sorte bilden Bataten hübsche Blüten, die allerdings schnell verwelken.

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Sortenauswahl

Die rund 7.000 Süßkartoffelarten unterscheiden sich unter anderem in der Farbe der Schalen. Das darunter liegende Fruchtfleisch kann weiß, gelb, orange, rosa oder violett sein.

Neben diesen Merkmalen ist beim Anbau in unseren Breiten die Kulturdauer von Bedeutung. Wählen Sie stets Sorten, die sich rasch entwickeln und innerhalb weniger Monate zuverlässig Erträge liefern. Dies ist beispielsweise bei den Varianten „Beauregard“, „Bonita“ und „Evangelilna“ der Fall.

Standort und Bodenansprüche

Süßkartoffeln bevorzugen einen sonnigen, warmen und geschützten Standort. Ideal ist auch ein Platz im Gewächshaus, wo die Pflanzen bei gleichmäßiger Bodenfeuchte viele Tochterknollen ausbilden.

Bataten zählen zu den Starkzehrern und gedeihen nur auf nährstoffreichen Böden. Das Substrat sollte sandig locker sein und einen hohen Stickstoffgehalt aufweisen.

Knollen vorkeimen

  • Stechen Sie einige Zahnstocher in die Knolle, sodass diese aufrecht in einem Glas steht.
  • Füllen Sie dieses zur Hälfte mit Wasser und stellen Sie es auf die Fensterbank.
  • Sobald sich zwanzig bis dreißig Zentimeter lange Triebe gebildet haben, können Sie die Süßkartoffel auspflanzen.

Bataten einsetzen

Ins Freiland dürfen Süßkartoffeln erst nach den Eisheiligen umziehen. Pflanzen Sie die ganze Knolle ein, sollte diese etwa zur Hälfte aus dem Boden schauen. Sie können zudem die Sprossstecklinge, die beim Vorkeimen gewachsen sind, einsetzen.

Bewährt hat sich, wie bei Kartoffeln, die Dammkultur. Die aufgehäufte Erde erwärmt sich schneller und die Exoten entwickeln sich besonders gut. Gleichzeitig sinkt die Gefahr von Staunässe und das damit verbundene Fäulnisrisiko.

Gießen und düngen

Je mehr Blattwerk sich im Laufe des Sommers bildet, desto häufiger sollten Sie zur Gießkanne greifen. Insbesondere an warmen Sommertagen haben die Pflanzen einen beachtlichen Wasserverbrauch und müssen täglich gegossen werden.

Haben Sie das Beet vor der Pflanzung gut vorbereitet und mit reifem Kompost gedüngt, müssen Sie die Süßkartoffeln während der Vegetationsperiode nicht mehr mit zusätzlichen Nährstoffen versorgen.

Die Ernte

Da die Bataten erst ab September mit der Knollenbildung beginnen, können Sie frühestens ab Ende Oktober ernten. Den richtigen Zeitpunkt erkennen Sie am sich gelb verfärbenden Laub.

Zeichnen sich Nachtfröste ab, sollten Sie die Knollen zuvor aus der Erde holen. Diese schmecken auch etwas kleiner und nicht völlig ausgereift sehr lecker.

Tipps

Das Laub der Süßkartoffel ist ebenfalls essbar und schmeckt, zubereitet wie Spinat, ausgesprochen exquisit. Es passt zudem gut in asiatisch angehauchte Gerichte. Je Pflanze können Sie etwa ein Drittel der Blätter unbesorgt verwenden.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Alexander Knyazhinsky/Shutterstock

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