Süßkartoffel

Süßkartoffel-Anzucht: So gelingt’s!

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Die Süßkartoffel, eine wärmeliebende Pflanze mit exotischem Ursprung, erfreut sich zunehmender Beliebtheit in heimischen Gärten. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung zur erfolgreichen Anzucht von Süßkartoffeln, von der Vorbereitung der Knollen bis zur Ernte und Lagerung.

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Eine Süßkartoffel kann im Wasserglas bewurzelt werden

Anzucht in Erde

Sie können Süßkartoffeln auf zwei Arten vorziehen: in Erde oder in Wasser. Für die Anzucht in Erde empfehlen sich folgende Schritte:

  • Wählen Sie unversehrte Knollen oder vorbereitete Knollenstücke.
  • Die Schnittflächen sollten bereits leicht angetrocknet sein und nach oben zeigen, wenn Sie die Knollen in die Erde setzen.
  • Verwenden Sie feuchte, humus- und nährstoffreiche Erde, die locker und sandig ist.
  • Achten Sie darauf, dass die oberen Enden der Knollen leicht aus der Erde herausschauen, um den Austriebspunkten ausreichend Licht zu bieten.
  • Halten Sie die Erde leicht feucht, um die Keimung zu unterstützen, aber vermeiden Sie Staunässe.

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Anzucht in Wasser

Alternativ können Sie Süßkartoffeln in Wasser vorziehen:

  • Schneiden Sie ein Ende der Süßkartoffel ab.
  • Stecken Sie mehrere Zahnstocher rundherum in die Knolle, um sie später im Wasserglas zu stabilisieren.
  • Hängen Sie die Süßkartoffel so in ein Glas, dass die angeschnittene Seite ins Wasser ragt.
  • Wechseln Sie das Wasser regelmäßig, um Fäulnis vorzubeugen.
  • Die Triebe sind bereit zum Einpflanzen, sobald sie etwa 20 cm lang sind. Sie können die Sprösslinge auch von der Knolle lösen, die unteren Blätter entfernen und den Sprössling schräg in Erde pflanzen.

Standort und Keimdauer

Ein geeigneter Standort und das Verständnis der Keimdauer sind entscheidend für die erfolgreiche Anzucht von Süßkartoffeln. Der ideale Standort ist sonnig und windgeschützt. Der Boden sollte locker, nährstoffreich und gut durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden.

Beginnen Sie idealerweise im Januar mit der Vorbereitung der Knollen. Die Auspflanzung ins Freiland erfolgt nach den Eisheiligen im Mai, da Süßkartoffeln frostempfindlich sind.

Die Keimdauer hängt von den Wachstumsbedingungen ab. Unter optimalen Bedingungen zeigen sich die ersten Triebe nach etwa zwei Wochen. Geduld und sorgfältige Pflege in dieser frühen Entwicklungsphase sind wichtig, um kräftige und widerstandsfähige Jungpflanzen zu erhalten.

Jungpflanzen eintopfen

Sobald die Jungpflanzen kräftige Wurzeln gebildet haben, sollten Sie sie in einzelne Töpfe umpflanzen. Dies fördert ihr weiteres Wachstum und bereitet sie auf das Auspflanzen ins Freiland vor.

So topfen Sie Ihre jungen Süßkartoffeln erfolgreich um:

  1. Wählen Sie Töpfe mit einem Durchmesser von mindestens 30 cm, um den Wurzeln genügend Platz zu bieten.
  2. Verwenden Sie leichte, gut durchlässige Blumenerde. Spezielle Anzuchterde, die nährstoffärmer ist als herkömmliche Blumenerde, fördert die Wurzelbildung.
  3. Entnehmen Sie die Stecklinge vorsichtig aus ihrem bisherigen Medium, ohne die Wurzeln zu beschädigen.
  4. Setzen Sie die Stecklinge mittig in die Töpfe und drücken Sie die Erde sanft an.
  5. Gießen Sie die Pflanzen gründlich an.
  6. Stellen Sie die Töpfe an einen warmen, hellen Standort.

Standort und Bodenbeschaffenheit im Freiland

Standort und Bodenbeschaffenheit im Freiland

Wärmeliebende Süßkartoffeln bevorzugen sonnige Standorte und erwärmende Böden

Süßkartoffeln benötigen einen warmen, sonnigen Standort und gedeihen in schnell erwärmenden Böden. In unseren Breitengraden sind daher Anbaumethoden außerhalb des klassischen Gartenbeets oft erfolgversprechender.

Topfkultur

Topfkultur

Größere Töpfe fördern das Wachstum und schützen vor Kälte

Die Topfkultur bietet Flexibilität, da Sie die Pflanzen bei Bedarf vor Kälteeinbrüchen schützen können. Wählen Sie einen Kübel mit mindestens 30 Litern Volumen, damit sich die Tochterknollen gut entwickeln können. Größere Töpfe sind von Vorteil.

Hochbeet

Hochbeet

Hochbeete erwärmen sich schneller und sind damit optimal für Süßkartoffeln geeignet

Hochbeete eignen sich besonders gut, da der Boden hier schneller erwärmt. Die attraktiven Ranken und Blüten der Pflanzen sind zudem eine optische Bereicherung.

Freilandkultur

Freilandkultur

Humus und Sand sorgen für ideale Wachstumsbedingungen im Freiland

In geschützten, sonnigen Lagen mit warmen Klimabedingungen ist auch der Anbau im Freiland möglich. Reichern Sie den Boden mit Humus und Sand an, um eine lockere, durchlässige Struktur zu gewährleisten. Ein hoher Stickstoffgehalt fördert das Wachstum.

Planen Sie ausreichend Platz ein, um den Nährstoffbedarf der Pflanzen zu decken. Die Zugabe von Kompost vor der Pflanzung optimiert die Bodenqualität.

Unabhängig von der gewählten Anbaumethode sollten Sie die Pflanzen vor Bodenkälte schützen, beispielsweise durch Mulchfolie oder Dämme.

Auspflanzen und Abstand

Auspflanzen und Abstand

Die Pflanzen brauchen ausreichend Platz zum Wachsen

Der Pflanzabstand spielt eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Ernte:

  • Halten Sie einen Abstand von mindestens 50 cm zwischen den Pflanzen ein, um ausreichend Platz für das Wachstum zu gewährleisten.
  • Zwischen den Reihen ist ein Abstand von 1 bis 1,5 m empfehlenswert, um die Belüftung zu verbessern und das Risiko von Krankheiten zu verringern.
  • Für eine optimale Entwicklung der Tochterknollen empfiehlt sich das Pflanzen auf Dämmen. Erhöhen Sie das Beet um etwa 20 cm, um die Bodenerwärmung und Drainage zu fördern.
  • Setzen Sie die Knollen oder Stecklinge in angemessener Tiefe, um das Anwachsen und die Stabilität der jungen Pflanzen zu gewährleisten.

Düngung

Düngung

Reifer Kompost und organischer Langzeitdünger fördern das Knollenwachstum

Eine angemessene Düngung ist entscheidend für eine optimale Nährstoffversorgung der Süßkartoffeln:

  • Reichern Sie den Boden beim Auspflanzen im Freiland mit reifem Kompost an (ca. 3 Liter pro Quadratmeter). In Mischkultur kann eine zusätzliche Düngung erforderlich sein.
  • Geben Sie bei der Pflanzung eine Handvoll Hornmehl oder einen ähnlichen organischen Langzeitdünger ins Pflanzloch.
  • Bei der Kultivierung in Töpfen oder Kübeln ist eine regelmäßige Düngung mit einem phosphorhaltigen Flüssigdünger empfehlenswert.
  • Vermeiden Sie zu viel Stickstoff, da dies das Blattwachstum auf Kosten der Knollenbildung fördert.

Ernte

Wenn sich im Herbst die Blätter gelblich verfärben, ist Erntezeit. In der Regel erfolgt die Ernte zwischen September und Oktober.

So ernten Sie Ihre Süßkartoffeln:

  1. Entfernen Sie alle Blätter und Pflanzenranken.
  2. Heben Sie die Knollen vorsichtig mit einem Spaten oder einer Grabegabel aus dem Boden. Achten Sie darauf, die Knollen nicht zu beschädigen.
  3. Vermeiden Sie den Kontakt zwischen Metallwerkzeug und Süßkartoffel, um Verletzungen vorzubeugen.
  4. Verwenden Sie beschädigte Knollen möglichst bald, da sie sich nicht für eine langfristige Lagerung eignen.

Curing

Die Phase des Curing maximiert die Lagerfähigkeit und den Geschmack Ihrer Süßkartoffeln:

  1. Entfernen Sie verletzte oder faule Stellen von den Knollen.
  2. Lagern Sie die Knollen für 1 Woche bis 10 Tage in einem trockenen, gut belüfteten Raum bei einer Temperatur von bis zu 25° C.
  3. Halten Sie für drei bis vier Tage eine konstante Temperatur von ca. 30°C ein, damit die Knollen ihre Poren schließen und Wunden heilen können.
  4. Überprüfen Sie die Knollen nach dem Curing und entfernen Sie feuchte oder faule Stellen.
  5. Wickeln Sie die erfolgreich gecurten Knollen in Zeitungspapier und lagern Sie sie an einem kühlen Ort (13° C bis 15° C).
Bilder: elbud / Shutterstock