Kaltkeimer: Pflanzen, die im Winter gesät werden

Haben Sie schon einmal den Begriff „Kaltkeimer“ gehört? Dabei handelt es sich um Gewächse, welche niedrige Temperaturen brauchen, um überhaupt keimen zu können. In diesem Artikel finden Sie viele Tippse rund um Aussaat und Pflege dieser ursprünglich als Frostkeimer bezeichneten Pflanzen.

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Schlüsselblumen brauchen den Kältereiz, um zu keimen

Schutz vor frühem Austrieb

Kaltkeimer besitzen einen sehr sinnvollen Überlebensmechanismus. Sie benötigen einen Kältereiz, damit die Saat aufgeht. Dadurch wird verhindert, dass das Saatgut bereits im Herbst keimt und der Sämling beim ersten Frost wieder erfriert.

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Die Samen der Frostkeimer enthalten austriebshemmende Hormone, die nach der Quellung in der feuchten Erde den Austrieb verhindern. Fallen die Temperaturen, verschiebt sich das hormonelle Gleichgewicht zugunsten der keimfördernden Botenstoffe.

Welche Pflanzen zählen zu den Kaltkeimern?

Zu den Frostkeimern gehören überwiegend mehrjährige Gehölze und Stauden, deren natürliche Heimat die gemäßigten, subarktischen Gebiete sind.

Dies sind beispielsweise:

Kaltkeimer aussäen

Vor der Aussaat sollten Sie einen Blick auf das Samentütchen werfen. Es gibt Frostkeimer, die bereits im Herbst ausgesät werden und solche, deren Samen erst im Winter in den Boden dürfen.

  • Füllen Sie eine Aussaatschale mit Anzuchterde.
  • Verteilen Sie die kleinen Samenkörner gleichmäßig auf dem Substrat.
  • Lassen Sie etwas feine Erde über die Samen rieseln, die Schicht sollte sehr dünn sein.
  • Mit einem Brettchen oder einem speziellen Erdstempel leicht andrücken und mit einem Sprühgerät befeuchten.
  • Mit Maschendraht (15,61€ bei Amazon*) abdecken, damit Vögel nicht an dem Saatgut picken.
  • Saatschale für den nötigen Kältereiz im Beet platzieren.
  • Schnee auf der Schale liegen lassen, denn diese begünstigt das spätere Wachstum.

Die Stratifizierung, hilfreich bei der Keimung

Durch dieses Verfahren lässt sich die Keimhemmung mancher Pflanzen umgehen. Besonders ausgeprägt ist diese bei Gehölzen mit hartschaligen Samen. Bei diesen muss zunächst die harte Samenhülle aufweichen und im Anschluss muss die hormonelle Keimhemmung überwunden werden. Erst dann keimt die Saat.

Durch Stratifizierung können Sie diesen Vorgang beschleunigen:

  • Lagern Sie die Samen in kleinen Kisten, die unten mit einem feinmaschigen Gitter versehen sind.
  • Stellen Sie die Kästen an einen Ort, an dem Sie den Witterungsbedingungen ausgesetzt sind.
  • Befüllt wird mit Estrichsand oder mit einem Gemisch aus Sand und Torf.
  • Bis zur Aussaat im Frühjahr müssen die Saatkisten gleichmäßig feucht gehalten werden.

Alternativ können Sie im Kühlschrank stratifizieren. Geben Sie die Samen einfach in ein oben offenes Glas mit Sand und stellen Sie den Behälter in das Gemüsefach. Ab und zu befeuchten Sie das Substrat leicht und mischen es durch.

Nach der Keimung

Zeigen sich die Keimblätter, hat die Nachzucht dieser besonderen Gewächse geklappt. Pikiert wird allerdings erst, wenn die Pflänzchen zwei Paar vollständig ausgebildete Laubblätter haben. Verpflanzen Sie die Setzlinge an den zukünftigen Platz und beginnen Sie diese zu gießen und zu düngen.

Tipps

Die Nachzucht von Kaltkeimern kann wirklich zum Geduldsspiel werden. Zu den rekordverdächtigsten Frostkeimern, welche den Gärtner auf eine harte Probe stellen kann, gehört die Zaubernuss. Bei ihr kann es bis zu drei Jahre dauern, bis sich ein Keimling zeigt.

Text: Michaela Kaiser

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