Ist Pilzbefall bei Ginkgos ein Problem?

Der Ginkgobaum (Ginkgo biloba) ist in jeglicher Hinsicht ein wahrhaft erstaunliches Gewächs: Seit schätzungsweise 170 Millionen Jahren übersteht die Art bereits Klimawandel, Krankheiten, Schädlinge und Bakterien und hat sich dabei als extrem widerstandsfähig erwiesen. Doch gilt das auch für einen möglichen Pilzbefall?

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Ginkgo 'Variegata' neigt zu Pilzbefall

Kann der Ginkgo tatsächlich nicht von Pilzen befallen werden?

In der Regel werden Ginkgos nicht von Pilzen befallen bzw. kommen mit einem möglichen Pilzbefall sehr gut zurecht. Die resistenten Bäume haben eine große Widerstandskraft, die pilzliche Krankheiten von ganz allein in Schach halten. Deshalb sind Pilzinfektionen bei Ginkgos so gut wie unbekannt.

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Allerdings gibt es Ausnahmen. In manchen Fällen können pilzliche Krankheiten auch Ginkgobäume bedrohen, etwa

  • weil es sich um einen jungen Baum handelt, der seine Widerstandskraft erst noch entwickeln muss
  • der Baum durch drastische Pflegefehler geschwächt wurde, insbesondere durch eine Überdüngung mit Stickstoff oder Staunässe
  • er erhebliche Nährstoffmängel erleidet

Grundsätzlich treten Pilzinfektion nur an aus verschiedenen Gründen stark geschwächten Bäumen auf.

Welche Ginkgo-Sorten sind besonders anfällig für Pilzbefall?

Als recht anfällig für einen Pilzbefall – und andere Krankheiten – gelten vor allem die panaschierten Sorten des Ginkgo, etwa ‚Variegata‘. Dies gilt übrigens im gesamten Pflanzenreich, egal um welche Art es sich handelt: Panaschierte Zuchtformen sind grundsätzlich empfindlicher als die eigentliche Wildform.

Ohnehin ist die weißbunte ‚Variegata‘ mit Vorsicht zu genießen, denn die Sorte gilt als instabil und vergrünt nach einigen Jahren wieder. Dann haben Sie einen Baum im Garten, der von einem normalen Ginkgo nicht zu unterscheiden ist – nur die Anfälligkeit bleibt.

Wie kann man einen Pilzbefall bei einem Ginkgo erkennen?

Einen möglichen Pilzbefall am Ginkgo erkennen Sie an denselben Symptomen, wie sie auch an anderen Pflanzen auftreten:

  • Blätter verfärben sich (z. B. schwarze oder braune Blattnekrosen)
  • Blätter rollen sich ein oder verkrüppeln
  • Blattfall zur falschen Jahreszeit
  • Vertrocknen und Absterben von Trieben
  • Faulige und absterbende Wurzeln

Doch Vorsicht: Hinter solchen Symptomen sollten Sie nicht gleich eine Pilzinfektion vermuten, auch wenn das Schadbild einer solchen sehr ähnlich sieht. In vielen Fällen stecken nämlich stattdessen andere Probleme dahinter, etwa einer Überdüngung mit Stickstoff im Falle schwärzlich verfärbter, weicher Blätter. Eine genaue Diagnose ist nicht einfach und sollte daher einem Fachmann überlassen werden.

Was kann man gegen einen Pilzbefall bei einem Ginkgo tun?

Ist der Ginkgo tatsächlich mit einem Pilz befallen, helfen dagegen dieselben Maßnahmen wie bei jeder anderen Pflanze auch:

  • befallene Blätter und Triebe so weit wie möglich zurückschneiden
  • Düngung einstellen
  • Wurzeln kontrollieren
  • gegebenenfalls mit einem (biologischen) Fungizid behandeln

Achten Sie auch auf eventuell vorhandene Überträger, die in der unmittelbaren Nähr des Ginkgos gepflanzt sind und Pilzsporen auf diesen projizieren. Das gilt beispielsweise für durch Rostkrankheiten gefährdete Beerensträucher, aber auch für andere Gewächse.

Tipp

Baumscheibe eines Ginkgos nicht bepflanzen

Ginkgos reagieren recht empfindlich auf Wasserkonkurrenz, weshalb die Baumscheibe nicht bepflanzt und auch von Rasen bzw. Wiese frei gehalten werden sollte – vor allem bei jungen Bäumen ist diese Maßnahme wichtig! Die Baumscheibe sollte einen Abstand von rund einem Meter haben und kann, zumindest bei nährstoffreicher Erde, mit Rindenmulch bedeckt werden.

Text: Ines Jachomowski