Warum bekommt der Ginkgo nur noch kleine Blätter?

Einen Ginkgobaum erkennt man sofort an der charakteristischen, fächerartigen Form seiner Blätter. Es gibt weltweit keine andere Baumart, dessen Laub Ähnlichkeit mit einem Ginkgoblatt hat. Dieses wird normalerweise bis zu acht Zentimeter lang. Doch warum bekommt der Ginkgo manchmal deutlich kleinere Blätter?

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Kleine Blätter am Ginkgo können unterschiedliche Ursachen haben

Warum bekommt der Ginkgo nur sehr kleine Blätter?

Wenn der Ginkgo beim Austrieb im Frühjahr plötzlich nur noch sehr kleine Blätter bekommt, dann liegt wahrscheinlich ein Wurzelproblem vor. In der Regel tritt dieses Symptom nach dem Umpflanzen des Baumes auf – und zwar unabhängig davon, wie sorgfältig und vorsichtig diese Maßnahme vorgenommen wurde.

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Beim Umsetzen werden unweigerlich zahlreiche Wurzeln abgerissen oder beschädigt, die der Ginkgo an seinem neuen Standort erst einmal ersetzen muss. Deshalb steckt der Baum seine Kraft zunächst einmal ins Wachstum der Wurzeln, weshalb weniger lebenswichtige Pflanzenteile wie beispielsweise die Blätter vernachlässigt werden und deshalb kleiner bleiben.

Wie lange dauert es, bis sich das Laub wieder normal entwickelt?

Sofern der Ginkgo nach dem Umpflanzen nur noch kleine Blätter austreibt, hilft nur Geduld – es dauert erfahrungsgefäß etwa zwei bis drei Jahre, bis sich der Baum wieder einigermaßen stabilisiert und ausreichend neue Wurzeln gebildet hat. Ist das der Fall, erreichen die kleinen Blätter von ganz allein wieder ihre normale Größe.

Übrigens bleiben auch die Blätter von in Töpfen oder Schalen kultivierten Ginkgos kleiner, wenn diese nicht ausreichend Platz für ihre Wurzeln haben. Diesen Umstand machen sich etwa Bonsai-Züchter zunutze, die ihren Ginkgo klein halten wollen.

Wie werden beim Ginkgo aus den kleinen wieder große Blätter?

Damit aus den kleinen Blättern wieder große werden, brauchen Sie und Ihr Ginkgo vor allem Geduld. Ginkgobäume wachsen von Natur aus sehr langsam. Allerdings können Sie Ihren Baum bei seinen Bemühungen zur Wurzelneubildung unterstützen. Dazu gehört vor allem:

  • im Jahr des Umpflanzens nicht düngen
  • ausreichend gießen, vor allem an heißen und trockenen Tagen
  • Boden nicht austrocknen lassen!
  • lehmige Erde mit Sand oder ähnlichem auflockern

Vor allem das Gießen ist für die Neubildung der Wurzeln wichtig, zumal der Baum durch die Wurzelschädigungen selbst weniger Wasser als benötigt aufnehmen kann. Achten Sie jedoch darauf, dass sich keine Staunässe bildet.

Tipps

Ginkgo vor dem Umpflanzen zurückschneiden

Mit etwas Vorbereitung erleichtern Sie Ihrem Ginkgo den Umzug von einem Standort zu einem anderen. So sollten Sie etwa die Baumscheibe großzügig abstecken und zudem einen Teil der Äste und Zweige wegnehmen. So gleichen Sie die Wurzelverluste von vornherein aus, sodass der Baum weniger Probleme durch das Umpflanzen bekommt. Setzen Sie den Ginkgo möglichst vor dem Austrieb im Frühjahr oder im frühen Herbst um.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Johannes Ziegler Photo/Shutterstock

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