Giftige Bäume – Bei diesen Arten ist Vorsicht geboten

"Allein die Dosis macht das Gift" schrieb der Gelehrte Paracelsus schon im 15. Jahrhundert. Tatsächlich werden viele Giftpflanzen bis heute auch in der Heilkunde verwendet; die Grenze zwischen Heilen und Vergiften ist fließend. In deutschen Gärten finden sich zahlreiche giftige Gewächse, die insbesondere Kinder und Haustiere gefährden - etwa weil die leuchtend roten Früchte zum Verzehr locken. Hier kann bei manchen Arten schon ein Samenkorn dramatische Folgen haben.

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Der schöne Goldregen ist leider giftig

Welche einheimischen Bäume und Sträucher sind giftig?

Manche bei uns häufig in Gärten angepflanzte Bäume sind hochgiftig, der Verzehr ihrer toxischen Pflanzenteile kann gravierende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen und sogar mit dem Tod enden. Andere Arten wiederum sind lediglich schwach giftig, der Kontakt kann unangenehme Ekzeme (bei Hautkontakt) oder Störungen im Magen-Darm-Trakt verursachen. Wie giftig ein Baum und seine Bestandteile tatsächlich sind, ist individuell sehr verschieden. Der Grad der Vergiftung hängt unter anderem von der Menge der verzehrten Pflanzenteile sowie von Größe und Gewicht des Vergifteten ab. Vor allem kleine Kinder sind gefährdet, weshalb von den folgenden Bäumen Abstand genommen werden sollte.

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Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Das immergrüne Laubgehölz ist insbesondere als Heckenpflanze sowie als Formschnittgehölz sehr beliebt. Insbesondere die Blätter, aber auch andere Pflanzenteile sind giftig. Sie enthalten das Alkaloid Cyclobuxin D. Eine Vergiftung zeigt sich durch Nervosität, Brechdurchfälle und Krämpfe. Bei einer starken Vergiftung kann der Tod durch Atemstillstand eintreten.

Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides)

Dieser Strauch oder Kleinbaum entzückt im Frühjahr durch seine wunderschöne Blütenpracht: Leuchtend gelbe Blütentrauben hängen an den frischgrün belaubten Zweigen herab. Dennoch sind alle Teile des Goldregens hochgiftig, vor allem die Samen und Blätter enthalten das Alkaloid Cytisin. Eine Vergiftung zeigt sich durch Leibschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Es können Krämpfe, Herz-und Kreislaufstörungen sowie Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit auftreten. Der Tod durch Atemlähmungen ist möglich.

Europäisches Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

Vor allem die leuchtend roten Früchte des Strauches oder Kleinbaums verlocken Kinder zum Naschen. Allerdings sind diese (und vor allem die enthaltenen Samen) sowie alle anderen Pflanzenteile hochgiftig. Das auch als Spindelstrauch bezeichnete Gehölz enthält unter anderem das Herzglykosid Evonosid, welches die folgenden Symptome hervorrufen kann: Erbrechen und Durchfall, Koliken, Benommenheit bis hin zur Ohnmacht, Koma.

Europäische Eibe (Taxus baccata)

Die Eibe ist wahrscheinlich der giftigste der einheimischen Bäume. Holz, Rinde, Samen und Nadeln der immergrünen Nadelbäume enthalten mehrere Alkaloide, beispielsweise Taxin. Diese können Übelkeit bis hin zu Erbrechen und Durchfällen, schließlich Leber-und Nierenschäden und den Tod durch Atemlähmung hervorrufen. Die Wirkung der verwandten Japanischen Eibe (Taxus cuspidata) ist sehr ähnlich.

Gemeine Stechpalme (Ilex aquifolium)

Auch die Beeren und Blätter der immergrünen Stechpalme sind durch das enthaltene Alkaloid Theobromin sowie durch Glykoside und giftige Farbstoffe sehr giftig. Die Früchte enthalten des Weiteren Triterpene, die Blätter Saponine. Eine Vergiftung zeigt sich durch schwere Durchfälle und kann bei Kindern tödlich enden.

Lebensbaum (Thuja occidentalis)

Lebensbäume werden gern für die Gestaltung von Hecken verwendet, sind aber durch das enthaltene Monoterpen Thujon giftig. Dieses befindet sich vor allem in den Zweigspitzen und Zapfen und hat eine starke Reizwirkung auf den Magen. Krämpfe sowie Bewusstlosigkeit können auftreten, außerdem Leber-und Nierenschäden.

Tipps

Natürlich kann diese Auflistung nicht vollständig sein, dafür gibt es einfach zu viele giftige Zierpflanzen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kontaktieren Sie bitte umgehend einen Arzt, außerdem bringen Sie den Betroffenen nicht zum Erbrechen und geben Sie ihm auch keine Milch zu trinken. Stattdessen sollte Wasser in kleinen Schlucken getrunken werden.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Przemyslaw Muszynski/Shutterstock

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