Geranien erfolgreich züchten und vermehren

Anstatt jedes Jahr im Herbst die verblühten Geranien - die eigentlich botanisch richtig Pelargonien heißen und nicht mit den "Geranium" genannten Storchschnäbeln zu verwechseln sind - wegzuwerfen und im Frühjahr neue zu kaufen, können Sie die Blumen auch überwintern und sogar selbst züchten und vermehren.

Pelargonien züchten
Am einfachsten ist es, Geranien aus Stecklingen zu ziehen

Junge Geranien aus Stecklingen züchten

Recht einfach gelingt die Geranienzucht auf vegetative Weise, indem Sie im August halbreife – d. h. bereits leicht verholzte – Triebe abschneiden und diese hell überwintern. Noch grüne und weiche Triebe eignen sich für diesen Zweck nicht, da sie zu schnell faulen.

  • Schneiden Sie ca. 10 Zentimeter lange, halbreife Seitentriebe von einer geeigneten Mutterpflanze ab.
  • Diese sollte robust, reich blühend und starkwüchsig sein
  • Der Steckling erbt als Klon ihre Eigenschaften zu 100 Prozent.
  • Der Trieb darf weder Blüten noch Knospen aufweisen.
  • Entfernen Sie alle Blätter bis auf die beiden obersten.
  • Pflanzen Sie die frisch geschnittenen Triebe in kleine Pflanzgefäße mit Anzuchterde.
  • Stellen Sie die Pflanzgefäße an einen hellen und warmen Ort,
  • vermeiden Sie dabei aber direktes Sonnenlicht.
  • Halten Sie das Substrat leicht feucht.

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Überwintern Sie die jungen Geranien an einen hellen (aber nicht vollsonnigen!) Platz bei Temperaturen zwischen 10 und 15 °C. Gießen Sie die Pflänzchen regelmäßig, aber nicht zu viel und verzichten Sie auf eine Düngung. Die Jungpflanzen werden im Februar / spätestens im März schließlich in nährstoffreiche Komposterde gepflanzt.

Geranien aus Samen ziehen

Viele Balkongärtner sind auch erfolgreich darin, ihre Geranien selbst aus Samen zu züchten. Diese sollten bereits im Januar, spätestens im Februar ausgesät werden. Beachten Sie dabei, dass Geranien zu den Lichtkeimern gehören und deshalb nur dünn mit Erde bedeckt werden dürfen – am besten sieben Sie nur eine hauchfeine Schicht Substrat über die Körnchen.

  • Säen Sie die Geraniensamen in Anzuchterde.
  • Stellen Sie die Pflanzgefäße bestenfalls in ein Zimmergewächshaus,
  • welches Sie an einem hellen und warmen Ort platzieren.
  • Geranien keimen am besten bei Temperaturen zwischen 20 und 22 °C.
  • Halten Sie das Substrat leicht feucht
  • und pikieren Sie die Pflänzchen, sobald diese vier Blätter haben.

Die Jungpflanzen können schließlich ab Anfang bis Mitte Mai allmählich an die Witterungsbedingungen im Freien gewöhnt und so abgehärtet werden.

Weshalb produzieren meine Geranien selbst keine Samen?

Balkongärtner machen oft die Erfahrung, dass ihre Geranien nur selten Samenschoten ansetzen und diese meist auch noch leer bleiben. Hierfür kommen verschiedene Gründe in Frage:

  • Die Geranien sind steril, ergo nur vegetativ zu vermehren.
  • Geranien werden nur selten von bestäubenden Insekten wie Bienen, Schmetterlingen oder Hummeln besucht.
  • Ergo eignen sich die Blumen auch nicht als Bienenweide,
  • da die Befruchtungsmöglichkeit fehlt.

Tipps

Sie können Geranienstecklinge auch, anstatt sie gleich einzupflanzen, zunächst im Wasserglas bewurzeln. Bei dieser Methode sollten Sie das Wasser jedoch regelmäßig gegen frisches austauschen.

Text: Ines Jachomowski

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