Geigenfeige: Pflegen und vermehren

Geigenfeigen sind exotische Gehölze, die mit ihren auffälligen Blättern Räume dekoriert. Wenn sie einmal den richtigen Standort gefunden hat, gedeiht die Pflanze ohne großen Pflegeaufwand prächtig. Es gibt aber einige Sachen, welche das Gewächs nicht mag.

geigenfeige
Die Geigenfeige ist bei uns zulande eine Zimmerpflanze

Herkunft

Die Geigenfeige ist eine Art aus der Gattung der Feigen. Sie trägt den lateinischen Namen Ficus lyrata und stammt ursprünglich aus tropischen Gebieten. Geigenfeigen wachsen in den Regenwäldern. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom westlichen über das mittlere Afrika. Sie gilt nicht nur in Europa sondern auch in topischen und subtropischen Regionen als beliebte Zimmerpflanze. Dadurch hat sie sich vielerorts ausgebreitet. Auf Hawaii kommen verwilderte Pflanzen vor, die aus kultivierten Beständen stammen.

Lesen Sie auch

Blüte

Geigenfeigen entwickeln becherförmige Blüten, die klein und unscheinbar sind. Zur Blütenbildung kommt es nur, wenn die Bedingungen perfekt sind. Die als Zimmerpflanzen kultivierten Exemplar blühen sehr selten.

Blätter

Das Laub dieser Gewächse war die Inspiration bei der Namensgebung. Sie sehen aus, als ob sie sich nach dem Zerknüllen wieder entfaltet haben. Der Blattrand ist gewellt und ganzrandig. Die Gestalt der Blätter erinnert an die Form des bekannten Saiteninstruments. An der Spreitenbasis sind die Blätter herzförmig ausgebuchtet. Geigenfeigen entwickeln Blätter in wechselständiger oder spiraliger Anordnung.

Auf den dunkelgrün gefärbten Blättern sind erhabene Blattnerven deutlich erkennbar. Die gesamte Blattspreite ist derb und ledrig. Ihre Oberfläche erscheint glänzend. Die Blattspreite kann zwischen 20 und 45 Zentimeter lang werden. In der Breite erreichen die Blätter Ausmaße zwischen zwölf und 28 Zentimetern.

Wachstum

Diese Art wächst strauch- oder baumförmig. Sie ist immergrün und wirft ihre Blätter im Herbst nicht ab. Geigenfeigen wachsen zwischen zehn und 16 Metern hoch. Bei einer Kübelkultivierung bleiben die Pflanzen deutlich kleiner. Im Topf erreicht das Gehölz Wuchshöhen zwischen zwei und vier Metern. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet wachsen die Pflanzen auf dem Boden, als Aufsitzerpflanze auf anderen Bäumen oder als Würgefeige, die Luftwurzeln ausbildet und mit ihnen andere Gehölze umschlingt.

Verwendung

Geigenfeigen entwickeln eine stattliche Größe, weswegen sie sich besonders gut für die Verschönerung von hohen Räumen eignen. Als Zimmerpflanze dekorieren sie Büroräume oder große Eingangsbereiche. Die ansprechende Grünpflanze hat am Arbeitsplatz gleich mehrere Funktionen Sie setzt optische Akzente und verbessert das Raumklima, denn ihre riesigen Blätter haben eine luftreinigende Wirkung.

Ableger

Mit dem Abmoosen können Sie Ihre Geigenfeige erfolgreich vermehren. Dazu müssen Sie einen halbverholzten Trieb schräg bis zur Hälfte anschneiden, sodass der Zweig noch durch die Pflanze mit Nährstoffen versorgt wird. Damit sich der entstandene Spalt nicht schließt, sollten Sie ein Steinchen dazwischen klemmen. Umwickeln Sie den Ansatz mit einem durchfeuchteten Moos. Zur Stabilisierung wickeln Sie zum Schluss etwas Frischhaltefolie um das Moos. Es dauert etwa vier bis sechs Wochen, bis sich an der Schnittstelle neue Wurzeln gebildet haben. Dann können Sie Folie und Moos entfernen und den Trieb vollständig abschneiden.
weiterlesen

Ist Geigenfeige giftig?

Alle Pflanzenteile der Geigenfeige führen einen Milchsaft, der bei Beschädigungen austritt. Die Flüssigkeit kann bei empfindlichen Personen nach einem Kontakt Hautreizungen verursachen. Werden Blätter verzehrt, kann es zum allgemeinen Unwohlsein kommen. Die Pflanze ist auch für Katzen und Pferde giftig.
weiterlesen

Welcher Standort ist geeignet?

Geigenfeigen bevorzugen einen hellen Standort, der morgens und abends besonnt wird. Je heller der Platz ist, desto kompakter und dichter wachsen die Gehölze. Sie vertragen keine pralle Mittagssonne. Eine Gardine schützt die Pflanzen vor der direkten Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden. Den Sommer verbringen die Pflanze gerne draußen an einem sonnengeschützten Ort. Achten Sie auf einen Standort, an dem keine Zugluft herrscht. Vermeiden Sie häufige Standortwechsel, da das den Pflanzen schadet.

Die Temperaturen sollten nicht unter 15 Grad Celsius fallen. Auch unter künstlichem Licht gedeiht die Pflanze gut. Sie sollte jedoch nicht ausschließlich unter Kunstlicht stehen. Da die Pflanzen keine kalten Füße mögen, ist eine Fußbodenheizung ideal. Alternativ können Sie den Kübel auf Holzpaletten stellen, um die Wurzeln vor der Bodenkälte zu isolieren. Damit sich die Pflanzen ungehindert ausbreiten können, sollten sie nicht direkt in die Zimmerecke gestellt werden. Es bekommt den Gehölzen nicht gut, wenn die Blätter gegen eine Wand drücken.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Die Gehölze haben keine großen Ansprüche an das Pflanzsubstrat. Junge Pflanzen gedeihen optimal in herkömmlicher Blumenerde. Ausgewachsene Pflanzen bevorzugen eine Kübelpflanzenerde. Mischen Sie dem Substrat Perlite (32,90€ bei Amazon*) oder Sand unter. Das sorgt für eine gute Durchlässigkeit, sodass sich keine Staunässe bilden kann.

Die ideale Substratmischung:

  • zwei Teile Gartenerde
  • ein Teil Kompost
  • ein Teil Kokohum

Im Gewächshaus

Geigenfeigen wachsen ursprünglich in Regionen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Das macht sie zu idealen Gewächsen für die Kultivierung in Gewächshäusern, sofern diese ausreichend Platz bieten. Wenn Sie Ihre Geigenfeige im Gewächshaus anpflanzen möchten, sollten Sie die Lichtbedingungen berücksichtigen. Wenn die Sonne in den Mittagsstunden ungehindert auf das Gewächshaus scheint, kann die Pflanze zu schaden kommen.

Geigenfeige vermehren

Die Gehölze können über Samen herangezogen werden. Diese bekommen Sie aus dem Fachhandel. Da Geigenfeigen in Zimmerkultivierung äußerst selten blühen, ist auch die Samenbildung eine Seltenheit. Die Samen werden auf Anzuchterde gestreut und befeuchtet. Achten Sie darauf, dass die Samen nicht vom Substrat bedeckt werden. Sie sind Lichtkeimer und benötigen viel Helligkeit und Wärme. Wenn Sie keinen hellen Standort zur Verfügung stellen können, empfiehlt sich die Nutzung einer Pflanzenlampe.(28,51€ bei Amazon*)

Bedecken Sie das Pflanzgefäß mit einer Klarsichtfolie, damit eine hohe Luffeuchtigkeit gewährleistet werden kann. Sobald die Samen Keimen, sollten Sie die Folie entfernen.

Eine weitere Methode ist die Vermehrung durch Blattstecklinge. Dazu schneiden Sie ein gesundes Blatt von der Mutterpflanze und stecken es mit dem Stiel maximal zwei Zentimeter tief in ein feuchtes Substrat. Achten Sie darauf, dass die Erde weder zu feucht noch zu trocken ist. Es dauert etwa fünf bis acht Wochen, bis sich neue Wurzeln entwickelt haben. Aus den Wurzeln entwickelt sich ein neuer Stamm und das Blatt stirbt mit der Zeit langsam ab.
weiterlesen

Stecklinge

Geigenfeigen lassen sich über Kopfstecklinge vermehren. Schneiden Sie Triebspitzen von Ihrer Pflanze ab, die mindestens 15 Zentimeter lang sind. Da aus der Schnittstelle Milchsaft austritt, sollten Sie das Schnittende kurz in eine Schüssel mit warmem Wasser halten. Nachdem der Trieb ausgeblutet ist, lassen Sie die Wunde etwas antrocknen.

Anschließend stecken Sie den Ableger in ein mit Anzuchterde gefülltes Pflanzgefäß. Stülpen Sie ein Glas oder eine transparente Tüte über den Topf, sodass die Luftfeuchtigkeit konstant bleibt. Stellen Sie den Anzuchttopf an einen hellen und warmen Platz und sorgen Sie täglich für eine Belüftung, damit sich kein Schimmel entwickelt.

Der beste Zeitpunkt zum Schneiden von Stecklingen ist das zeitige Frühjahr, bevor die Wachstumsperiode einsetzt. Dadurch verhindern Sie, dass die Mutterpflanze zu sehr geschwächt wird und die Stecklinge haben genügend Zeit, um bis zum Winter ein gesundes Wurzelwerk zu entwickeln.

Geigenfeige im Topf

Die Gewächse werden in mitteleuropäischen Breiten als Topfpflanze kultiviert. Bei ausreichend Platz wachsen sie im Kübel zu kleinen Bäumen heran. Wenn Sie eine buschige Wuchsform wünschen, setzen Sie zwei bis drei Pflanzen in einen Topf. Alternativ können Sie die Triebspitzen entfernen, um die Bildung von Verzweigungen anzuregen.

Geigenfeige gießen

Geigenfeigen haben einen mäßigen Wasserbedarf. Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht und verhindern Sie Staunässe und Trockenheit. Währen die Pflanze unter Wassermangel abstirbt, verfaulen die Wurzeln bei zu nassen Bedingungen. Bevor Sie die Pflanze erneut gießen, sollte das Substrat etwas angetrocknet sein.

So gießen Sie richtig:

  • Substrat ist nach sechs Tagen nass: Wassermenge reduzieren
  • Erde ist nach zwei Tagen trocken: Wassermenge leicht erhöhen
  • obere Schicht ist nach drei bis fünf Tagen angetrocknet: Wassermenge ist ideal

Geigenfeige richtig düngen

Im ersten Jahr benötigen die Pflanzen keinen Dünger. Normalerweise sind die Substratmischungen in den Töpfen leicht gedüngt. Ab dem zweiten Jahr erfreuen sich die Gehölze über eine regelmäßige Nährstoffversorgung. Geben Sie Ihrer Geigenfeige alle 14 Tage etwas Flüssigdünger über das Gießwasser. Alternativ empfiehlt sich ein Langzeitdünger in Form von Stäbchen, Pellets oder Granulat. Düngen Sie die Pflanze nur während der Wachstumszeit zwischen April und September. Im Winter stagniert das Wachstum, sodass eine Düngung überflüssig ist.

Geigenfeige richtig schneiden

Ein Schnitt ist nur dann notwendig, wenn Sie die Wuchshöhe reduzieren oder Verzweigungen anregen möchten. In diesem Fall können Sie die Triebspitzen kürzen. Schneiden Sie die Pflanze im Frühjahr, bevor der neue Wachstumsschub einsetzt. In dieser Zeit regeneriert sich die Pflanze schnell. Schnittmaßnahmen kurz vor dem Winter verträgt das Gehölz weniger gut.

Darauf sollten Sie beim Schneiden achten:

  • Schneidewerzkeug gründlich reinigen
  • Gartenschere oder Messer mit scharfer Klinge verwenden
  • Handschuhe tragen

weiterlesen

Wie pflanze ich richtig um?

Sobald der Kübel stark durchwurzelt ist, benötigt die Geigenfeige ein größeres Gefäß. Bei älteren Pflanzen empfiehlt sich alle zwei bis drei Jahre ein Umtopfen. Die beste Zeit für diese Maßnahme ist das Frühjahr. Geigenfeigen können auch im Sommer umgetopft werden. Wählen Sie einen Kübel, der etwa zwei Fingerbreit größer ist als der Alte.

Mischen Sie etwas Sand unter das Substrat. Sie können auch Perlite oder Styromull verwenden. Für eine bessere Stickstoffversorgung können Sie etwas Hornspäne (6,39€ bei Amazon*) unter die Erde mischen. Bevor Sie das Gemisch in den Kübel füllen, sollten Sie Tonscherben auf dem Boden verteilen. Sie sorgen für einen guten Wasserabfluss.

Setzen Sie die Pflanze in den Topf und füllen Sie ihn mit dem frisch gemischten Substrat auf. Drücken Sie die Erde gut an und gießen Sie die Pflanze durchdringend. Nach dem Umtopfen sollten Sie sechs bis acht Wochen bis zur ersten Düngung warten.

Überwintern

Die exotischen Gewächse stehen ganzjährig hell. Sie gedeihen auch im Winter in Räumen mit warmer Zimmertemperatur, bevorzugen aber Temperaturen zwischen 15 und 17 Grad Celsius. Achten Sie darauf, dass das Thermometer nicht unter 15 Grad Celsius fällt. Vor allem im Winter reagiert die Pflanze empfindlich auf Zugluft und kalte Füße. Legen Sie eine Styroporplatte unter den Kübel, um die Wurzeln zu schützen.

Im Winter ist ein Standort auf der Fensterbank suboptimal. Die Pflanze leidet unter Stress, wenn ihre Blätter an der kalten Fensterscheibe anliegen und diese gleichzeitig der aufsteigenden Heizungsluft ausgesetzt sind. Stellen Sie den Kübel an einen Ort, an dem gleichmäßige Temperaturen herrschen. Reduzieren Sie die Bewässerung. Je kühler der Raum ist, desto weniger müssen Sie gießen. Austrocknen darf das Substrat nicht.

Schädlinge

Geigenfeigen können von Schildläusen befallen werden, die sich am Stamm, auf den Blattadern und an Verzweigungen niederlassen. Ist der Befall fortgeschritten, verfärben sich die Blätter und sterben mit der Zeit ab. Geben Sie der Pflanze über das Gießwasser ein systematisch wirksames Mittel, das über die Wurzeln aufgenommen wird und mit dem Pflanzensaft im Organismus verteilt wird.

Es kann zu einem Befall durch Schmier- oder Wollläuse kommen. Sie hinterlassen Gespinste auf den Blättern und sondern eine klebrige Masse ab. Ein Kontaktgift sorgt für schnelle Abhilfe. Für eine langfristige Wirkung sollten Sie auf systematisch wirkende Mittel zurückgreifen. Diese helfen auch gegen Thripse, die sich auf den Blattunterseiten und in den Vertiefungen der Blattspreiten festsetzen. Die befallenen Blätter zeigen silbrige oder gelbe Verfärbungen. Handeln Sie schnell, um größere Schäden an der Pflanze zu vermeiden.

Wenn die Geigenfeige von Spinnmilben befallen wurde, zeigen sich gelbliche Verfärbungen auf den Blättern. Die Schädlinge legen ihre Eier auf die Blattunterseite und entziehen den Pflanzen Nährstoffe. Duschen Sie die gesamte Pflanze mit einem harten Wasserstrahl ab, um die Schädlinge zu entfernen. Bei einem starken Befall können Sie Produkte mit Auszügen des Niembaums nutzen. Sie haben sich als besonders wirksam gegen saugende Schädlinge erwiesen.

Verliert Blätter

Geigenfeigen reagieren sensibel auf häufige Veränderungen der Standortbedingungen. Wenn sie regelmäßig an einen neuen Platz gestellt werden, muss sich die Pflanze immer wieder an die neuen Verhältnisse anpassen. Diese Anpassung verursacht Stress. Ein häufiges Drehen des Kübels an seinem Platz verursacht Veränderungen des Lichteinfalls, was der Pflanze nicht gut bekommt.

Ein zu nasses Substrat führt dazu, dass die Wurzeln faulen. Sie können nicht mehr ausreichend Wasser und Nährstoffe aus dem Substrat ziehen, sodass die Blätter langsam absterben. Als erste Hilfsmaßnahme sollten Sie das nasse Substrat vom Wurzelballen entfernen und die Pflanze in trockene Erde setzen. Lassen Sie die oberste Schicht gut antrocknen, bevor Sie die Pflanze erneut gießen.
weiterlesen

Tipps

Wählen Sie einen runden Kübel mit einem tiefen Schwerpunkt aus. In rechteckigen Pflanztöpfen verhaken sich die Wurzeln schneller. Das erschwert das alljährliche Umpflanzen. Töpfe mit einem tiefen Schwerpunkt sind besonders wichtig. Geigenfeigen bilden eine üppige Krone aus, die einiges an Gewicht zulegt. Der Topf dient als stabilisierendes Gegengewicht.

Sorten

  • Bambino: Kompakter Wuchs, bleibt klein.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Shelsea Forward/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.