Geigenfeige

Geigenfeige vermehren: Schritt-für-Schritt Guide

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Die Geigenfeige, auch bekannt als Ficus Lyrata, ist eine beliebte Zimmerpflanze, die sich durch ihre großen, dekorativen Blätter auszeichnet. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung zur Vermehrung von Geigenfeigen, von der Auswahl geeigneter Stecklinge bis hin zur Pflege der jungen Pflanzen.

Geigenfeige Stecklinge
Die Geigenfeige lässt sich wunderbar über Kopfstecklinge vermehren

Kopfstecklinge der Geigenfeige schneiden

Um Ihre Geigenfeige erfolgreich zu vermehren, ist das sorgfältige Schneiden von Kopfstecklingen der erste Schritt. Beachten Sie dabei Folgendes:

  • Vorbereitung: Wählen Sie einen gesunden, kräftigen und noch nicht verholzten Trieb Ihrer Geigenfeige aus. Verholzte Triebe bilden nur schwer Wurzeln. Ideal ist ein etwa 15 cm langer Steckling mit mindestens zwei Blättern. Da der Pflanzensaft Hautirritationen verursachen kann, empfehlen wir Ihnen, bei der Arbeit Handschuhe zu tragen.
  • Schneiden: Führen Sie mit einer scharfen, desinfizierten Schere oder einem Messer einen sauberen Schnitt direkt unterhalb eines Blattknotens durch. So regen Sie die Bildung neuer Wurzeln an. Um die Verdunstungsfläche zu reduzieren und die Überlebenschancen des Stecklings zu erhöhen, können Sie die Blätter etwa um die Hälfte einkürzen oder das unterste Blatt ganz entfernen.
  • Nachbehandlung: Tauchen Sie den Steckling nach dem Schnitt für einige Minuten in lauwarmes Wasser. Dies stoppt den Milchsaftfluss und schützt die Schnittstelle vor Infektionen.

Mit dieser Anleitung schaffen Sie die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vermehrung.

Bewurzelung der Kopfstecklinge im Wasserglas

Bewurzelung der Kopfstecklinge im Wasserglas

Kopfstecklinge treiben im Wasserglas schnell Wurzeln aus

Die Bewurzelung von Kopfstecklingen im Wasserglas ist eine einfache und beliebte Methode. So gehen Sie dabei vor:

  • Vorbereitung: Wählen Sie einen kräftigen Steckling mit einer Länge von etwa 10 cm und mindestens zwei Blättern. Schneiden Sie ihn mit einem scharfen, sauberen Messer knapp unterhalb eines Blattknotens ab, um die Wurzelbildung zu fördern.
  • Wasserbad: Stellen Sie den Steckling in ein Glas mit lauwarmem Wasser. Achten Sie darauf, dass keine Blätter im Wasser hängen, da diese sonst faulen könnten. Wählen Sie einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung und mit einer Temperatur von mindestens 18 °C.
  • Pflege: Wechseln Sie das Wasser alle zwei Tage, um ein sauberes, sauerstoffreiches und keimarmes Umfeld zu gewährleisten.
  • Einpflanzen: Sobald die Wurzeln 3-5 cm lang sind, können Sie die Stecklinge vorsichtig in Blumenerde umpflanzen. Halten Sie die Erde anfangs feucht, damit sich die jungen Wurzeln gut an die neue Umgebung anpassen können.

Bewurzelung der Kopfstecklinge in Anzuchterde

Die Bewurzelung in Anzuchterde ist eine weitere bewährte Methode:

  • Stecklinge: Schneiden Sie die Stecklinge auf eine Länge von 15 bis 20 cm zu. Wählen Sie dafür junge, noch nicht verholzte Triebe, um eine optimale Bewurzelung zu gewährleisten. Entfernen Sie überschüssige Blätter und lassen Sie den Milchsaft über Nacht eintrocknen.
  • Substrat: Verwenden Sie eine Mischung aus Anzuchterde und Sand. Diese bietet eine gute Durchlässigkeit und beugt Staunässe vor.
  • Einpflanzen: Setzen Sie den Steckling etwa 3-4 cm tief in das Substrat.
  • Bewässerung: Gießen Sie den Steckling vorsichtig an, ohne das Substrat zu durchnässen.
  • Luftfeuchtigkeit: Stülpen Sie ein Glas oder eine transparente Plastiktüte über den Steckling, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. So schaffen Sie ein feuchtes Mikroklima, das die Wurzelbildung fördert.
  • Standort: Wählen Sie einen hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung und mit einer Temperatur von über 20 °C.
  • Lüften: Lüften Sie regelmäßig, um Schimmelbildung zu vermeiden. Sobald die Stecklinge sichtbar gewachsen sind, können Sie die Abdeckung entfernen.

Pflege der bewurzelten Stecklinge

Nach der erfolgreichen Bewurzelung benötigen die jungen Pflanzen besondere Pflege:

  • Luftfeuchtigkeit: Um die Feuchtigkeit hochzuhalten, sollten die Stecklinge in den ersten Wochen nach dem Umtopfen mit einer transparenten Plastiktüte abgedeckt werden. Verwenden Sie kleine Stäbe, um zu verhindern, dass die Folie die Pflanze berührt.
  • Bewässerung: Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Die Oberfläche darf zwischen den Wassergaben leicht antrocknen.
  • Standort: Wählen Sie einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung und mit einer Temperatur von über 20 °C.
  • Lüften: Öffnen Sie die Folienabdeckung täglich kurz, um Schimmelbildung vorzubeugen und für eine ausreichende Luftzirkulation zu sorgen. So gewöhnen sich die Pflanzen langsam an die Raumluft.
  • Umpflanzen: Sobald die Stecklinge deutlich gewachsen und stabil sind, können sie in größere Töpfe mit nährstoffreicher Erde umgepflanzt werden.

Vermehrung der Geigenfeige durch Abmoosen

Abmoosen eignet sich besonders für ältere Pflanzen mit verholzten Trieben:

  1. Trieb auswählen: Wählen Sie einen kräftigen, gut verholzten und gesunden Trieb.
  2. Einschnitt: Setzen Sie mit einem desinfizierten Messer einen schrägen Schnitt von der Unterseite des Triebs bis zur Mitte, aber nicht durch den ganzen Trieb.
  3. Spalt offen halten: Biegen Sie den Trieb vorsichtig, um den Schnitt zu öffnen. Ein kleiner Stein oder Zahnstocher kann helfen, den Spalt offen zu halten.
  4. Moos: Umwickeln Sie die Schnittstelle mit leicht angefeuchtetem Sphagnummoos.
  5. Folie: Wickeln Sie Frischhaltefolie um die mit Moos umhüllte Schnittstelle. Fixieren Sie die Folie an beiden Enden.
  6. Wurzeln: Nach etwa vier Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben. Halten Sie das Moos feucht.
  7. Trennen: Sobald die Wurzeln ausreichend entwickelt sind, trennen Sie den Ableger vorsichtig unterhalb der Wurzeln von der Mutterpflanze.
  8. Einpflanzen: Pflanzen Sie den Ableger in einen Topf mit durchlässigem Substrat.
  9. Pflege: Stellen Sie den Ableger an einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung und halten Sie das Substrat feucht.

Vermehrung der Geigenfeige durch Aussaat

Die Aussaat ist eine spannende, aber zeitintensive Methode:

  1. Saatgut: Besorgen Sie sich Saatgut im Fachhandel oder gewinnen Sie es vorsichtig aus den Früchten.
  2. Anzuchtgefäß: Verwenden Sie ein flaches Gefäß mit einer Mischung aus Erde und Sand.
  3. Aussaat: Drücken Sie die Samen sanft in die Erde.
  4. Angießen: Befeuchten Sie das Substrat vorsichtig.
  5. Mikroklima: Decken Sie das Gefäß mit Folie ab.
  6. Standort: Wählen Sie einen warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  7. Feuchtigkeit: Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht.
  8. Pflege: Sobald die Keimlinge kräftig genug sind, können Sie sie in einzelne Töpfe umpflanzen.