Gartenhortensie: Pflanzen und pflegen

Gartenhortensien sind echte Blütenwunder. Ihre knalligen Farbtöne verzaubern jeden Betrachter. Doch die Farbenpracht kommt nicht von selbst. Einige Faktoren müssen Sie bei der Pflege und der Auswahl des Standorts beachten, damit der Halbstrauch kräftig wächst.

gartenhortensie
Die Gartenhortensie ist eine schöne Bereicherung für jeden Garten

Herkunft

Die Gartenhortensie ist unter dem Namen Bauernhortensie bekannt. Ihr lateinischer Name lautet Hydrangea macrophylla. Sie gilt als der bekannteste Vertreter innerhalb der Gattung der Hortensien, denn ihr Siegeszug durch die Gärten Europas begann schon im frühen 20. Jahrhundert. In dieser Epoche entstanden zahlreiche Züchtungen und Hybride. Davor wurde die Pflanze in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Japan kultiviert.

Blätter

Gartenhortensien entwickeln gegenständig angeordnete Laubblätter, die sich aus Blattstiel und Blattspreite zusammensetzen. Die Stiele sind kurz und erscheinen fleischig. Sie enden in einer einfach aufgebauten Spreite. Sie besitzt einen scharf gezähnten Blattrand und wird von einem erhabenen Mittelnerv durchzogen, von dem zahlreiche Seitennerven abzweigen.

Die ovalen bis eiförmigen Blätter sind je nach Sorte etwas breiter oder schmaler. Sie können bis zu 15 Zentimeter lang werden. Der Grund der Blattspreite ist stumpf keilförmig. Das Blattende ist spitz ausgezogen. Die sommergrünen Blätter sind in einem dunklen Grün gefärbt. Die Blattoberseite glänzt.

Blüte

Die Sträucher entwickeln zahlreiche Einzelblüten, die sich zu schirmtraubigen Blütenständen zusammendrängen. Sie sitzen auf dicken Zweige. Der äußere Rand eines Blütenstandes ist mit sterilen Blüten besetzt, die eine Schaufunktion übernehmen. Die äußeren Blüten bestehen aus vier Kelchblättern, die auffallend groß und bunt gefärbt sind.

Die Farbe der Kelchblätter variiert in Abhängigkeit vom pH-Wer des Bodens. Wachsen Gartenhortensien auf sauren Böden, entwickeln sie eine blaue Färbung. Alkalische Böden führen zu einer roten Blütenfarbe. Die Intensität der Färbung ist je nach Sorte unterschiedlich stark ausgeprägt. Manche Exemplare blühen rein Weiß. Wenn sich die Blütezeit dem Ende entgegen neigt, kommt es zu einem faszinierenden Farbspiel. Die Farben verändern sich zu Grün und schließlich zu Rostrot. Bei den neuen Hovaria-Sorten ist dieses Phänomen besonders intensiv ausgeprägt.

Im Inneren sitzen fertile Blüten, die für die Fortpflanzung zuständig sind. Ihr Kelch ist klein und glockenförmig. Die einzelnen Kelchblätter sind kurz und dreieckig ausgeformt. In Japan blühen Gartenhortensien zwischen Juni und August. Die Blütezeit der in Mitteleuropa kultivierten Pflanzen erstreckt sich über den ganzen Sommer und zieht sich bis in den Oktober. Die Blütenknospen werden im Vorjahr gebildet.

Wachstum

Die Wildform der Gartenhortensie wächst als Halbstrauch. Die alten Triebe verholzen im zweiten Jahr, während der frische Austrieb krautig ist. Sie sind laubabwerfend und wächst aufrecht mit dichten Verzweigungen. Nach dem Verblühen bleiben die Blütenstände an den Pflanzen.

Die Rinde junger Äste ist grünlich gefärbt. Mit zunehmendem Alter wird sie bräunlich. Starke Äste erscheinen hellbraun. Sie werden von einer filzigen Borke umhüllt, die sich leicht ablösen lässt.

Grösse

Gartenhortensien erreichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet Wuchshöhen bis zu zwei Meter. Je nach Sorte und Standortbedingungen variieren die Höhen. Die Sommerblüher haben einen großen Platzbedarf, der sich nach der Wuchshöhe richtet. Gartenhortensien wachsen mindestens so breit wie hoch.

Verwendung

Die sommerlichen Sträucher haben einen rustikalen Charakter. Sie eignen sich für die Anpflanzung in Staudenbeeten, die halbschattige Bedingungen gewährleisten. Unter höher wachsenden Gehölzen machen die Sommerblüher eine besonders gute Figur. Sie verschönern kleine Vorgärten und bringen farbliche Akzente in dunkle Ecken des Gartens.

Als optimale Pflanzpartner erweisen sich andere Hortensienarten. Sie können in kleinen Grüppchen und Reihen angepflanzt werden, sodass sie im Laufe der Zeit eine dichte Hecke erzeugen. Gartenhortensien fühlen sich neben Rhododendren und anderen Pflanzen schattiger bis halbschattiger Standorte wohl. Zwischen Funkien, Sterndolden, Wald-Geißbart oder Astilben kommt die Blütenpracht perfekt zur Geltung.

Ist Gartenhortensie giftig?

Wie alle Hortensiengewächse enthalten die Gartenhortensien verschiedene Giftstoffe. Sie sind in allen Pflanzenteilen schwach konzentriert. Neben Blausäure kommen Hydrangenol, Saponine und Hydrangin vor. Normalerweise kommt es nach einem Verzehr von geringen Mengen nicht zu einer Vergiftung. Lediglich große Mengen verursachen Vergiftungserscheinungen. Empfindliche Menschen können bei Hautkontakt allergisch reagieren.

Mögliche Symptome:

  • Beklemmungsgefühl
  • Kreislaufprobleme und Schwindel
  • Atemnot
  • Krämpfe

Gartenhortensien sind für Pferde, Hunde und Katzen, Vögel, Hasen, Hamster und Meerschweinchen schwach giftig. Die Giftstoffe können zu Kreislaufproblemen oder Beschwerden im Magen-Darm-Bereich führen. Ernsthafte Vergiftungserscheinungen treten nur nach einem Verzehr von großen Mengen auf. Oft schreckt der bittere Geschmack der Pflanze die Tiere ab.

Welcher Standort ist geeignet?

Bauernhortensien haben spezielle Anforderungen an den Standort. Sie wachsen ursprünglich an Wasserläufen und feuchten Waldrändern. Die Halbsträucher bevorzugen einen geschützten Platz mit halbschattigen Bedingungen. Optimal ist ein nördlich oder westlich ausgerichteter Platz, an dem keine Zugluft herrscht. Die Pflanzen wachsen auch unter starker Sonneneinstrahlung. Unter diesen Bedingungen steigt der Wasserbedarf stark an. Bei Wassermangel lässt die Gartenhortensie ihre Blätter hängen und bekommt einen Sonnenbrand.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Das Substrat sollte kalkarm, humusreich und feucht sein. Ideal ist ein pH-Wert zwischen 4,5 und 6. Bei einem niedrigen pH-Wert blüht der Halbstrauch blau. Höhere Werte erzeugen violette, pinkfarbene oder rote Töne. Weiß blühende Sorten verändern ihre Blütenfarbe nicht.

Gartenhortensie vermehren

Die einfachste Methode ist die Stecklingsvermehrung. Schneiden Sie im Juli frische Triebe ab. Achten Sie darauf, dass die Triebe keine Blütenknospen besitzen. Zerteilen Sie die Triebe in kleine Abschnitte mit jeweils zwei Blattpaaren. Das untere Blattpaar wird entfernt und die oberen Blätter werden um die Hälfte gekürzt. Dadurch haben die Stecklinge im Pflanzgefäß mehr Platz zum Ausbreiten und können mehr Energie in die Wurzelentwicklung stecken.

Stecken Sie die abgeschnittenen Triebe in Anzuchterde und gießen Sie das Substrat. Um die Luftfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten, sollten Sie eine Plastiktüte oder ein Schraubglas über das Pflanzgefäß stülpen. Lüften Sie täglich, damit sich kein Schimmel ansetzt. Stellen Sie das Pflanzgefäß an einen warmen und schattigen Platz im Garten oder auf die Terrasse. Die Stecklinge benötigen wenig Zeit für die Wurzelentwicklung.

Pikieren

Wenn die Stecklinge Wurzeln entwickelt haben, werden sie pikiert und einzeln in kleine Töpfe umgepflanzt. Das Pflanzgefäß sollte einen Durchmesser von zehn Zentimeter haben. Stellen Sie den Topf an einen schattigen Ort. Für die weitere Kultivierung müssen Sie die Jungpflanzen nicht mehr mit Folie abdecken. Im ersten Winter sind die Jungpflanzen empfindlich gegenüber frostigen Temperaturen. Stellen Sie das Pflanzgefäß an einen kühlen und frostfreien Ort im Haus. Bis zum nächsten Frühjahr haben sich die Pflanzen soweit entwickelt, dass sie bereit sind für die Auspflanzung im Garten.

Aussaat

Die Vermehrung über Samen gestaltet sich schwierig. Viele gefüllte Sorten entwickeln keine Samen. Ursprüngliche Sorten und die Wildart tragen Samen im Inneren der verwelkten Blütenstände. Sie sind schwer zu sammeln, da sie sehr versteckt sitzen und mit drei Millimeter Länge kaum auffallen. Im Fachhandel können Sie Samen kaufen.

So säen Sie die Samen aus:

  • Pflanzgefäß mit Anzuchterde befüllen
  • Samen ausstreuen
  • leicht mit Erde bedecken
  • mit einer Sprühflasche befeuchten
  • Pflanztopf mit Folie überziehen

Gartenhortensie im Topf

Gartenhortensien eignen sich optimal für eine Kübelkultivierung. Sie verschönern Balkone, Hauseingänge und Terrassen. Im Handel werden häufig Topfhortensien angeboten. Dieser Begriff ist irreführend, da es sich nicht um eine eigenständige Art handelt. Auch Topfhortensien sind Sorten von Hydrangea macrophylla.

Im Gewächshaus

Ein Gewächshaus liefert optimale Bedingungen, um Gartenhortensien vorzuziehen. Topfhortensien, die bereits zwischen Februar und April in voller Blüte stehen, wurden im Gewächshaus vorgezogen. Diese Exemplare zeigen sich empfindlich gegenüber Spätfrösten und benötigen einen Winterschutz. Im Gewächshaus vorgezogene Hortensien sollten im ersten Jahr nicht in den Garten gepflanzt werden. Sie sind anfangs sehr kälteempfindlich.

Gartenhortensie richtig schneiden

Bauernhortensien müssen nicht geschnitten werden. Im Frühjahr sollten Sie die verwelkten Blütenstände entfernen, damit sich die frischen Knospen ungehindert entfalten können. Schneiden Sie abgestorbene und erfrorene Zweige zurück. Diese erkennen Sie an der graubraunen Verfärbung. Bei Unsicherheit können Sie die Rinde leicht ankratzen. Wenn das Gewebe darunter gelbgrün gefärbt ist und trocken erscheint, dann ist der Trieb abgestorben.

Gehen Sie bei einer Auslichtung behutsam vor. Die meisten Sorten entwickeln ihre Blütenknospen im Herbst. Schnittmaßnahmen im Frühjahr reduzieren die Blütenpracht. Es gibt spezielle Züchtungen, die auch nach einem kräftigen Rückschnitt neue Blüten entwickeln.
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Gartenhortensie richtig düngen

Gartenhortensien erfreuen sich über einen speziellen Dünger für Hortensien oder Rhododendren. Um die Blaufärbung zu fördern, sollte das Düngemittel Alaun enthalten. Dieses Aluminiumsalz enthält wasserlösliche Kristalle, die sauer wirken.

Freiwachsende Hortensien werden im Frühjahr erstmals gedüngt. Eine zweite Düngung erfolgt im Frühsommer. Verwenden Sie einen Langzeitdünger, von dem die Pflanze während der gesamten Wachstumsperiode zehrt. Kübelpflanzen werden in regelmäßigen Abständen zwischen März und August mit einem Flüssigdünger versorgt. Stellen Sie die Düngung ein, sobald sich der Sommer dem Ende entgegen neigt. Dann haben die frischen Triebe genug Zeit zu verholzen. Die Triebspitzen bleiben unverholzt, was typisch für Halbsträucher ist.

Gartenhortensie gießen

Die Halbsträucher haben einen hohen Wasserbedarf. Bei direkter Sonneneinstrahlung am Wuchsort benötigen die Pflanzen größere Mengen Wasser. Gießen Sie die Pflanzen durchdringend, sodass die Erde gut durchfeuchtet ist. Der Wurzelballen sollte nie vollständig austrocknen. Kontrollieren Sie das Substrat in heißen Sommermonaten häufiger, um ein Austrocknen zu vermeiden. Im Topf kultivierte Pflanzen sollten im Sommer zwei Mal täglich gegossen werden.

Verwenden Sie kein kalkhaltiges Wasser zum Gießen, da dieses den pH-Wert im Substrat verändert. Nutzen Sie weiches Regenwasser. Leitungswasser kann mit einem Schuss Essig aufbereitet werden. Vermeiden Sie Staunässe, da diese die Wurzeln der Hydrangea schädigt.

Überwintern

Topfhortensien sollten in winterkalten Regionen im Haus überwintern. Ein unbeheiztes Gewächshaus ist der ideale Ort, wenn es vor der direkten Wintersonne geschützt wird. Dadurch fallen die Temperaturschwankungen niedriger aus. Eine dunkle Überwinterung ist möglich. Achten Sie hierbei auf niedrige Temperaturen, die nicht über fünf Grad steigen. Unter diesen Bedingungen stellen die Gartenhortensien ihren Stoffwechsel ein. Helle und warme Überwinterungen sind suboptimal, da die Sträucher schnell von Schädlingen befallen werden. Die fehlende Ruhezeit hemmt die Entwicklung von neuen Blütenknospen.

Im Freiland wachsende Exemplare benötigen in jungen Jahren einen zusätzlichen Winterschutz. Ideal ist eine Schicht aus Tannenzweigen oder Reisig. Ältere Pflanzen benötigen in wintermilden Regionen keinen Winterschutz. Schützen Sie die Pflanze bei strengen Frösten.
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Pilzbefall

Hydrangea-Arten können sowohl vom Echten als auch vom Falschen Mehltau befallen werden. Der Echte Mehltau ist ein Pilz, der sich bei trockenen und warmen Witterungsbedingungen ausbreitet. Sie erkennen einen Befall anhand des weißen Belags, der an eine Mehlschicht erinnert. Der Falsche Mehltau benötigt Feuchtigkeit. Er hinterlässt einen silbrig-grauen Pilzrasen auf der Blattunterseite.

So bekämpfen Sie Mehltau:

  • befallene Stellen abschneiden und vernichten
  • gegen Echten Mehltau helfen Mittel mit Niemextrakt oder Kieselsäure
  • Knoblauch- oder Zwiebelsud bekämpft Falschen Mehltau

Braune Flecken auf den Blättern deuten auf die Blattfleckenkrankheit hin. Sie entsteht bei schlechter Nährstoffversorgung. Genauso wie dieser Pilz breitet sich auch der Grauschimmel bei feuchten Witterungsbedingungen aus. Ein Befall ist am grauen Rasen erkennbar, der sich über Blüten, Blätter und Triebe zieht. Die Pflanzenteile verkümmern, wenn die Pflanze nicht behandelt wird. Eine optimale Pflege mit guter Nährstoff- und Wasserversorgung wirkt vorbeugend gegen diese Pilzerkrankungen. Die Pflanzen sollten gut belüftet werden.

Krankheiten

Chlorose ist eine relativ häufig auftretende Erkrankung, die sich in einer Grünfärbung der Blattadern äußert. Die Blätter verfärben sich mit der Zeit Gelb. Chlorose ist auf einen Eisenmangel zurückzuführen. Ein basischer Boden kann ebenfalls zu dieser Erkrankung führen. Arbeiten Sie Rhododendron-Erde oder Torf in den Boden, um den pH-Wert abzusenken. Ein eisenhaltiger Dünger schafft schnelle Abhilfe.

Bestimmte Mykoplasmen oder Viren verursachen bei Gartenhortensien eine Virose. Erkrankte Pflanzen haben kleine und verkümmerte Blütenstände. Die Pflanzenteile nehmen rötliche Farbtöne an. Da sich diese Erkrankung schnell auf andere Pflanzen ausbreiten und nicht bekämpft werden kann, müssen Sie die betroffene Pflanze schnell entfernen und nach Möglichkeit verbrennen.

Tipps

Stützen Sie die Blütenstände großblütige Sorten mit einem gebogenen Staudenhalter, da ihre Stängel besonders nach starken Regenfällen und bei Wind leicht abknicken können. Entfernen Sie abgebrochene Triebe. Die Pflanze regeneriert sich in der Regel schnell.

Sorten

  • Endless Summer: Für absonnige Standorte. Sehr gut schnittverträglich. Blüht zuverlässig nach einem Rückschnitt im Frühjahr. Besonders winterhart.
  • Forever & Ever: Für absonnige Standorte. Gute Schnittverträglichkeit. Blüht nach frühen Rückschnitten zuverlässig. Blüte erfolgt zwei Mal im Jahr. Pflegeleicht.
  • Alpenglühen: Für windexponierte Standorte. Schnell wachsend. Blüht zwischen Juli und September in Karmesinrot. Laub dunkelgrün. Wuchshöhe 120 bis 150 Zentimeter.
  • Hovaria Hobella: Blüht in pastellfarbenen Rosatönen, Blüten bis 25 Zentimeter groß. Blüten verfärben sich grün und rot. Wächst zwischen 100 und 150 Zentimeter hoch.
  • Hovaria Love you kiss: Blüht zwischen Juni und Oktober weiß mit rot gezähntem Rand, Blütezeit hält vier bis sechs Wochen an, anschließend verfärben sich Blüten grün und rot. Erreicht Wuchshöhen zwischen 100 und 150 Zentimeter.

Text: Christine Riel
Artikelbild: orokinnsentient/Shutterstock

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