Bauernhortensie pflanzen und pflegen

In Beet und Kübel setzt die Bauernhortensie malerische Akzente mit üppigen Blütenbällen. Damit der sommerliche Blütenstrauch über viele Jahre seine Vitalität bewahrt, rücken wichtige Fragen seiner Kultivierung in den Fokus. Fundierte Antworten bereinigen alle Unklarheiten rund um die Gartenhortensie.

Hydrangea macrophylla
Die Blütenfarbe der Bauernhortensie variiert mit dem pH-Wert des Bodens

Bauernhortensie richtig pflanzen

Eine fachgerechte Bodenvorbereitung stellt die Weichen für bestes Wachstum und eine reiche Blüte. Lockern Sie am gewählten Standort die Erde tiefgründig auf, entfernen Wurzeln und Steine. Heben Sie eine Grube aus mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens und füllen diese mit frischer Moorbeet- oder Rhododendronerde. So verläuft die Pflanzung weiter:

  • Den noch eingetopften Wurzelballen in Wasser tränken, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  • Austopfen, mittig in die Grube setzen und angießen

Zum guten Schluss breiten Sie eine 5 Zentimeter hohe Mulchschicht aus, wie Lauberde, Nadelkompost oder Rindenmulch.
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Pflegetipps

In der Pflege von Bauernhortensien dominiert ein hoher Bedarf an Wasser und Nährstoffen, in Verbindung mit einem sauren, möglichst kalkfreien Säure- und Basengehalt des Bodens. Das Pflegeprogramm in Kurzfassung:

  • Ein- bis zwei Mal täglich gießen mit weichem Wasser
  • Von März bis September organisch oder mineralisch-organisch düngen
  • Im Winter anhäufeln mit Laub, Nadelreisig oder Stroh
  • Reduziert gießen und nicht düngen
  • Verwelkte Blütenköpfe schneiden im Frühjahr, Totholz und 5-jährige Zweige auslichten
  • Knospen schützen mit Vlies vor verspäteten Bodenfrösten

Bauernhortensien im Kübel ziehen um in ein frostfreies Winterquartier mit Temperaturen um 5 Grad Celsius, wie einem ungeheizten Treppenhaus.
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Welcher Standort ist geeignet?

Der ideale Standort für eine Bauernhortensie ist halbschattig, luftfeucht und windgeschützt. Unter dem Blätterdach von Laubbäumen erreicht das Ziergehölz sein Optimum. Wo eine sattsame Wasserversorgung gewährleistet ist, toleriert die Gartenhortensie eine sonnige Lage.
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Der richtige Pflanzabstand

Als Faustregel gilt: Der Pflanzabstand entspricht der halben Wuchsbreite. Die majestätische Sorte ‘Alpenglühen’ wächst bis zu 120 cm in die Breite, sodass ein Pflanzabstand von 60 cm richtig gewählt ist. Die schlankere ‘Mathilde Gütges’ mit einer Wuchsbreite von 100 cm, setzen Sie in einer Distanz von 50 cm.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Pflanzen Sie eine Bauernhortensie ausschließlich in nährstoffreiche, humose und lockere Erde mit leichtem Feuchtigkeitsgehalt. Von essenzieller Bedeutung ist ein saurer pH-Wert von 5 bis 6, für blaue Sorten von 3,5 bis 4. Für die Kübelkultur empfehlen wir daher die Verwendung spezieller Rhododendron- oder Moorbeeterde.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Das Zeitfenster für die Pflanzung einer Bauernhortensie öffnet sich im Mai, wenn die Eisheiligen sich verabschiedet haben. Bis dahin könnten verspätete Bodenfröste dem Ziergehölz Schaden zufügen.

Wann ist Blütezeit?

Die Blütezeit der klassischen Sorten erstreckt sich von Juli bis Oktober. Moderne Züchtungen verfügen über das Potenzial, am alten und jungen Holz zu blühen. Daher erfreuen uns diese Gartenhortensien bei milder Witterung bereits ab Mai mit ihrer Blütenpracht, die sich bis September/Oktober hinzieht.
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Bauernhortensie richtig schneiden

Lassen Sie beim Schnitt einer Bauernhortensie Zurückhaltung walten. Je älter der Blütenstrauch, desto weniger toleriert er einen umfangreichen Rückschnitt. So machen Sie es richtig:

  • Im zeitigen Frühjahr die verwelkten Blüten abschneiden
  • Den Schnitt knapp über der ersten kräftigen Knospe ansetzen
  • Mehr als 5 Jahre alte Zweige sowie das Totholz bodennah kappen

Eine Sonderstellung nimmt die innovative Züchtung ‘Endless Summer’ ein. Da diese Gartenhortensie sowohl am vorjährigen als auch am diesjährigen Holz blüht, nimmt sie einen umfangreicheren Rückschnitt nicht übel. Dessen ungeachtet sollten die Blütenschönheiten nicht mehr geschnitten werden als unbedingt nötig.
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Bauernhortensie gießen

Der botanische Name Hydrangea deutet bereits den hohen Wasserbedarf einer Bauernhortensie an. Gießen Sie täglich, selbst wenn es geregnet hat. An heißen Sommertagen wässern Sie am besten am frühen Morgen und späten Abend. Vermeiden Sie dabei die Beregnung der Pflanze, sondern geben das Wasser unmittelbar an die Wurzeln, ohne Staunässe zu verursachen. Je weicher das Wasser, desto vorteilhafter für die Gesundheit und Farbenpracht einer Gartenhortensie.

Bauernhortensie richtig düngen

In der Zeit von März bis September befindet sich der Nährstoffbedarf einer Bauernhortensie auf hohem Niveau. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung stellen Sie sicher mithilfe der folgenden organischen oder mineralisch-organischen Dünger:

  • Alle 14 Tage mit Laub- oder Nadelkompost versorgen, ergänzt mit Hornspänen und Kaffeesatz
  • Alternativ organischen Hortensiendünger Azet von Neudorff oder Compo alle 4 Wochen applizieren
  • Mineralisch-organischen Langzeitdünger von Substral, Compo oder Beckmann im März und Juli als Granulat oder flüssig verabreichen

Darüber hinaus bietet der Fachhandel organisch-mineralische Düngemittel mit Blaumacher an, die eine lang anhaltende blaue Blütenfarbe gewährleisten.
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Krankheiten

Eine durch unsachgemäße Pflege geschwächte Bauernhortensie ist anfällig für Mehltau. Überzieht während des Sommers eine mehlig-weiße Patina das prächtige Hortensienlaub, haben sich hier die Pilzsporen angesiedelt. Im frühen Befallsstadium wirkt die klassische Milch-Wasser-Lösung im Verhältnis 1:9. Schneiden Sie auf jeden Fall infiziertes Laub ab und entsorgen es im Hausmüll.

Schädlinge

Mit den folgenden Schädlingen gerät die Bauernhortensie hin und wieder in den Clinch:

  • Blattläuse: vernichten mit 30 Gramm reiner Kernseife, aufgelöst in 1 Liter Wasser mit einem Schuss Spiritus
  • Spinnmilben: bekämpfen mit einem biologischen Insektizid auf Rapsöl-Basis

Ein Befall mit Spinnmilben tritt insbesondere auf im Rahmen einer zu warmen Überwinterung. Stellen Sie die Bauernhortensie kühler bei 4-6 Grad, wird es den Plagegeistern zu ungemütlich.

Überwintern

Erst im fortgeschrittenen Alter hat sich die Bauernhortensie eine robuste Winterhärte erworben. Bis dahin erhält das Blütengehölz alljährlich folgenden Winterschutz:

  • Den Wurzelbereich abdecken mit Lauberde, Stroh und Nadelreisig
  • In rauen Lagen zusätzlich die Triebe umhüllen mit Jute oder Schilfmatten
  • Kübel einpacken in Noppenfolie und auf Holz stellen vor die Südwand
  • Über die Zweige einen Filzsack stülpen (keine Folie)

Die Bedrohung der jungen Knospen durch Spätfröste bleibt während der gesamten Lebenszeit einer Bauernhortensie bestehen, sodass bis Mitte Mai erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht geboten ist.
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Bauernhortensie vermehren

Die vegetative Vermehrung einer Bauernhortensie punktet mit einer sortenreinen Nachzucht und unkomplizierten Handhabung. Die folgenden beiden Methoden bieten sich an:

  • Stecklinge schneiden im Juli, in magere Erde pflanzen und konstant feucht halten bis zur Bewurzelung
  • Absenker zu Boden ziehen, den mittleren Bereich anritzen, eingraben und bis zum nächsten Jahr bewurzeln lassen

Die Stecklingsvermehrung verläuft zügiger, wenn Sie den Topf unter eine transparente Haube stellen und täglich kurz lüften. Um das zarte Wurzelsystem eines Absenkers schonend aus der Erde zu holen, versenken Sie neben der Mutterpflanze einfach einen Blumentopf im Boden, füllen diesen mit Torf-Sand und fixieren den Triebteil darin.
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Wie pflanze ich richtig um?

Ein gut gewählter Termin für den Standortwechsel einer Bauernhortensie ist ein milder Tag im April, damit das Gehölz sich bis zum nächsten Winter erneut gut verwurzeln kann. Stechen Sie 2-3 Wochen zuvor den Wurzelballen rundherum mit dem Spaten ab, wobei der Radius der Wuchshöhe der Gartenhortensie entspricht. Wässern Sie die Pflanze ausgiebig und wiederholt bis zum Tag der Umpflanzung. In diesen Schritten gehen Sie vor:

  • Den Wurzelballen lockern und aus dem Boden heben
  • Am neuen Platz nicht tiefer pflanzen als bisher
  • Reichlich angießen und mulchen mit Laubkompost

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Bauernhortensie im Topf

Keine andere Hortensienart ist für die Topfkultur so perfekt geeignet, wie die Bauernhortensie. Verwenden Sie als Substrat Moorbeet- oder Rhododendronerde und legen eine Drainage aus Tonscherben darunter an, als Schutz vor Staunässe. Halten Sie das Blütengehölz am halbschattigen Platz konstant feucht. Von März bis September düngen Sie alle 14 Tage mit einem extra Flüssigdünger für Hortensien.

Rechtzeitig vor dem ersten Frost tragen Sie die Topf-Hortensie in ein dunkles Winterquartier mit Temperaturen um 5 Grad. Da die Gartenhortensie ihr Laub abgeworfen hat, erhält sie weniger Gießwasser und keinen Dünger. Sprießen die ersten Knospen, stellen Sie die Pflanze halbschattig und etwas wärmer.

Bauernhortensie blüht nicht

Lässt eine Bauernhortensie die Blüte vermissen, zeichnen in der Regel verspätete Bodenfröste für das Manko verantwortlich. Schützen Sie die frostempfindlichen Knospen daher mit Jute oder Gartenvlies, bis die Gefahr nach den Eisheiligen und der Schafskälte vorüber ist. Überdies blüht eine Gartenhortensie nicht, wenn Sie den Rückschnitt bereits im Herbst vornahmen.
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Gelbe Blätter

Eine Bauernhortensie mit gelben Blättern ist an Blattchlorose erkrankt. Ursache für den Schaden ist die Verwendung kalkhaltigen Gießwassers oder ungeeigneter Düngemittel. Gießen Sie prinzipiell mit gesammeltem Regenwasser und verabreichen Sie organischen, sauren Laubkompost oder Spezial-Hortensiendünger aus dem Fachhandel.

Wie färbe ich eine rosa Bauernhortensie blau?

Das Geheimnis einer Farbumwandlung von Rosa in Blau basiert weniger auf Magie, denn auf dem pH-Wert des Bodens von 4,0 bis 4,5. Um diesen Wert zu erzeugen, ist der Griff in den Chemiebaukasten nicht erforderlich. So gelingt die farbliche Verwandlung im Handumdrehen:

  • In der Apotheke nach Kaliumaluminiumsulfat – kurz Alaun – fragen
  • Zusätzlich zur normalen Düngen von März bis Juli an die Bauernhortensie 20-80 Gramm Alaun verabreichen
  • Die Gabe von Alaun so lange wiederholen, bis die erwünschte Blaufärbung eintritt

Im Kübel gelingt die Kolorierung von Rosa nach Blau zügiger, aufgrund des eng begrenzten Substratvolumens. Sie wirken forcierend auf die Wirkung ein, wenn Sie Alaun in kochendem Wasser auflösen und einen Spritzer Essig hinzugeben. Ein Kontakt des Präparates mit den Blüten und Blättern ist unbedingt zu vermeiden. Dieser Kunstgriff funktioniert übrigens nicht bei weiß blühenden Gartenhortensien.

Verblühtes abschneiden oder lieber nicht?

Kreative Hobbygärtner belassen die verwelkten Blütenbälle den Winter hindurch an einer Bauernhortensie. Überzogen mit glitzerndem Reif und Schnee, vertreiben die papiernen Kugeln die Melancholie des Winters aus dem ansonsten so leergefegten Garten. Im Februar/März schneiden Sie die verdorrten Blüten dann ab, um Platz zu schaffen für die nächste Generation.
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Die schönsten Sorten

  • Hamburg: die Sorte besticht mit großen, rosafarbenen Blütenbällen und rötlich angehauchtem Laub
  • Holibel: traumhaft schöne Bauernhortensie mit weißen Porzellan-Blüten und robuster Winterhärte
  • Bela: ein Klassiker für den ländlichen Garten mit riesigen Blüten in Hellblau, standfest und sehr wüchsig
  • Hot Red: die bewährte Gartenhortensie mit kräftig roten Blüten von Juni bis September
  • The Bride: weiß blühende Neuzüchtung aus der innovativen Linie Endless Summer
Text: Paula Jansen

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