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Gartenhaus vergrößern: So schaffen Sie zusätzlichen Raum

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Ein Gartenhaus lässt sich auf vielfältige Weise erweitern, um zusätzlichen Raum oder Funktionen zu gewinnen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Erweiterungsmöglichkeiten, angefangen von Anbauten bis hin zum Aufstocken, und gibt wertvolle Tipps zur Planung und Umsetzung.

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Gartenhäuser aus Stein lassen sich unkompliziert erweitern

Möglichkeiten zur Erweiterung des Gartenhauses

Es gibt verschiedene Ansätze, Ihr Gartenhaus zu erweitern und zusätzliche Funktionen oder zusätzlichen Raum zu schaffen. Hier sind einige der am häufigsten genutzten Optionen:

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1. Anbau eines zusätzlichen Raumes

Ein zusätzlicher Raum kann auf derselben Ebene wie das bestehende Gartenhaus oder als zusätzliches Stockwerk errichtet werden. Dadurch schaffen Sie mehr Wohnraum, den Sie beispielsweise als Schlafzimmer, Küche, Sauna oder Homeoffice nutzen können. Ein zweiter Raum kann das Gartenhaus auch zu einer vielseitigeren Erholungszone machen.

2. Bau eines Schuppens oder eines Geräteraums

Ein an das Gartenhaus angebauter Schuppen bietet zusätzlichen Stauraum für Gartengeräte, Werkzeuge und Gartenmöbel. Die Größe des Schuppens kann variieren und sollte passend zur Tiefe und Breite des bestehenden Gartenhauses gewählt werden, um eine harmonische Optik zu gewährleisten.

3. Erweiterung der Terrasse

Das Anbauen einer Terrasse ist eine hervorragende Möglichkeit, den Wohnraum im Freien zu vergrößern. Sie können eine offene oder überdachte Terrasse in Erwägung ziehen, je nach Ihren Bedürfnissen. Eine überdachte Terrasse schützt vor Witterungseinflüssen, während eine geschlossene Terrasse auch als Wintergarten genutzt werden kann.

4. Bau eines Schleppdachs

Ein Schleppdach kann zusätzlichen überdachten Stellplatz neben Ihrem Gartenhaus schaffen. Dies eignet sich ideal für die Aufbewahrung von Fahrrädern, Brennholz oder als Schutz für Fahrzeuge. Ein anderes Einsatzgebiet kann ein Carport sein, der direkt an das Gartenhaus angebaut wird.

5. Aufstocken des Gartenhauses

Falls der verfügbare Platz auf der Grundstücksfläche begrenzt ist, können Sie Ihr Gartenhaus auch nach oben erweitern. Das Aufstocken um ein zusätzliches Geschoss schafft wertvollen Raum, der beispielsweise als weiterer Wohnraum genutzt werden kann. Hierbei ist eine stabile Unterkonstruktion und eine fachgerechte Planung besonders wichtig.

6. Kombinierte Anbaulösungen

Sie können auch multifunktionale Anbauten in Erwägung ziehen. Eine Kombination aus Geräteschuppen und Terrasse schafft sowohl zusätzlichen Stauraum als auch zusätzlichen Wohnraum. Dies macht Ihr Gartenhaus noch vielseitiger und optimiert die Nutzung des vorhandenen Platzes.

Egal für welche Erweiterungsoption Sie sich entscheiden, achten Sie immer darauf, dass der Anbau sowohl bautechnisch als auch optisch zum bestehenden Gartenhaus passt. So schaffen Sie eine harmonische und funktionelle Ergänzung zu Ihrem bestehenden Gartenbereich.

Eigenkreation, Anbau von der Stange oder Handwerker?

Wenn Sie Ihr Gartenhaus erweitern möchten, stehen Ihnen drei grundlegende Ansätze zur Verfügung: die Eigenkreation, der Anbau von der Stange und die Beauftragung eines Handwerkers. Jeder dieser Ansätze hat seine Vor- und Nachteile, die je nach Ihren Fähigkeiten, Ihrem Budget und Ihren Vorstellungen variieren können.

1. Eigenkreation

Der Eigenbau des Anbaus bietet Ihnen die größte Freiheit in der Gestaltung. Sie können individuelle Wünsche realisieren und Kosten sparen, sofern Sie über praktisches Geschick und das notwendige Werkzeug verfügen. Dieser Ansatz erfordert:

  • Detaillierte Planung: Ein maßstabsgerechter Plan ist essenziell, um die Stabilität und Ästhetik zu gewährleisten.
  • Stabile Unterkonstruktion: Die Fundamentierung und Struktur müssen sorgfältig geplant werden, um die Langlebigkeit des Anbaus sicherzustellen.
  • Geeignetes Baumaterial: Verwenden Sie Materialien, die zum bestehenden Gartenhaus passen, um eine harmonische Optik zu erzielen.

2. Anbau von der Stange

Viele Hersteller bieten vorgefertigte Anbausätze speziell für vorhandene Gartenhäuser an. Diese Lösung ist besonders praktisch und zeitersparend, da der Anbau oft in Bausätzen geliefert wird und mit einer klaren Anleitung einfach aufzubauen ist:

  • Vorgefertigte Baukits: Diese enthalten alle benötigten Einzelteile und das notwendige Montagezubehör.
  • Kompatibilität: Anbauten desselben Herstellers passen meist optimal zum bestehenden Gartenhaus.
  • Einfache Montage: Dank der gelieferten Anleitungen können Sie den Anbau meist schnell und ohne großen Aufwand montieren.

3. Beauftragung eines Handwerkers

Die Zusammenarbeit mit einem professionellen Handwerker ist die sicherste Methode, um eine fachgerechte und qualitativ hochwertige Erweiterung zu erzielen. Dieser Service ist besonders geeignet, wenn Sie keine handwerkliche Erfahrung haben oder die Arbeit schneller erledigt haben möchten:

  • Maßgeschneiderte Lösungen: Der Handwerker passt den Anbau genau an Ihre Vorstellungen und die bautechnischen Gegebenheiten an.
  • Fachgerechte Ausführung: Professionelle Handwerker gewährleisten eine hohe Qualität der Bauausführung sowie die Einhaltung aller relevanten Bauvorschriften.
  • Zeitersparnis: Der Auftrag an einen Experten spart Ihnen Zeit und Aufwand bei der Montage.

Egal, für welche Option Sie sich letztlich entscheiden, wichtig ist, dass der gewählte Anbau sowohl bautechnisch als auch optisch zum bestehenden Gartenhaus passt. Eine durchdachte Planung hilft, unnötige Kosten und Probleme zu vermeiden.

Die Optik sollte stimmig sein

Bei der Planung einer Erweiterung Ihres Gartenhauses ist es essenziell, darauf zu achten, dass der Anbau optisch und bautechnisch harmonisch zum bestehenden Gebäude passt. Dadurch vermeiden Sie eine uneinheitliche Erscheinung und schaffen ein ansprechendes Gesamtbild.

Gartenhaus aus Holz erweitern

Für eine nahtlose Erweiterung eines Gartenhauses aus Holz ist es wichtig, das gleiche Holz zu verwenden, das bereits beim bestehenden Gebäude eingesetzt wurde. Achten Sie darauf, dass Beschaffenheit, Stärke und Oberflächenbehandlung des Holzes übereinstimmen. Da Holz mit der Zeit verwittert, kann ein Unterschied im Aussehen zwischen dem alten und neuen Teil des Gartenhauses sichtbar werden. Ein frischer Anstrich des gesamten Gartenhauses kann hier helfen, eine einheitliche Optik zu erzielen.

Gartenhaus aus Stein erweitern

Wenn Ihr Gartenhaus aus Stein besteht, stehen Ihnen mehrere Optionen zur Verfügung. Eine Erweiterung kann sowohl aus Stein als auch aus Holz erfolgen:

  • Steinerweiterung: Verwenden Sie den gleichen Stein, um Risse zu vermeiden und ein harmonisches Erscheinungsbild sicherzustellen.
  • Holzanbau: Ein Holzanbau kann farblich an den Stein angepasst werden. Alternativ verkleiden Sie die gesamte Konstruktion nachträglich einheitlich, um eine konsistente Optik zu erreichen.

Allgemeine Tipps für die optische Abstimmung

  • Dachhöhe: Die Höhe des Daches des Anbaus sollte zur bestehenden Struktur passen. Bei Satteldächern sollten Sie die Firsthöhe anpassen, bei Flachdächern die Dachhöhe.
  • Verkleidung: Erwägen Sie die Verwendung moderner Verkleidungsmaterialien, wie wartungsarme Holzoptikfassaden aus Kunststoff oder andere Verbundwerkstoffe, um die Pflege des Gartenhauses zu erleichtern.
  • Einbeziehung von Fenstern und Türen: Große Fenster und Türen sorgen für eine nahtlose Verbindung zwischen Innen- und Außenbereich, was zu einem offeneren und natürlicheren Erscheinungsbild beiträgt.

Durch sorgfältige Planung und die richtige Materialwahl schaffen Sie eine Erweiterung, die das Gesamtbild Ihres Gartenhauses aufwertet und gleichzeitig funktional ist.

Sonderfall: Gartenhaus aufstocken

Wenn der verfügbare Platz auf dem Grundstück begrenzt ist oder die vorhandene Baufläche nicht geeignet erscheint, bietet sich die Möglichkeit, das Gartenhaus aufzustocken. Hierdurch kann nicht nur zusätzlicher Raum geschaffen werden, sondern auch eine ansprechende Gestaltung des Gartenhauses erfolgen. So können aus einem Flachdach-Gartenhaus Varianten mit Spitzdach oder Pultdach entstehen, die zusätzlichen Raum im Dachgeschoss bieten.

Gartenhaus aus Holz aufstocken

Für ein Gartenhaus aus Holzbalken gestaltet sich die Aufstockung vergleichsweise einfach. Hierbei wird das Dach abgenommen und die Balkenkonstruktion erhöht. Bei der Installation einer neuen Zwischendecke sollten Sie eine Öffnung für die Treppe, die ins Obergeschoss führt, einplanen. Diese Treppe kann sowohl innen als auch außen angebracht werden. Nach Abschluss der Erhöhungsarbeiten wird das bestehende Dach wieder aufgesetzt.

Gartenhaus aus Stein aufstocken

Für ein Gartenhaus aus Stein ist die Vorgehensweise etwas anders. Hierbei werden die vorhandenen Wände weiter aufgemauert, um die gewünschte Höhe zu erreichen. Es ist ratsam, den gleichen Stein wie beim bestehenden Bauwerk zu verwenden, um eine einheitliche Optik sicherzustellen und Rissen im Mauerwerk vorzubeugen. Unterschiedliche Mauersteine können sich bei Temperaturschwankungen verschieden ausdehnen, was langfristig Schäden verursachen könnte.

Durch die richtige Planung und Umsetzung können Sie Ihr Gartenhaus durch eine Aufstockung erheblich vergrößern und es optimal den vorhandenen Gegebenheiten anpassen. Beachten Sie dabei immer die Stabilität der Unterkonstruktion sowie eine harmonische optische Gestaltung.

Baugenehmigungspflicht beachten

Bevor Sie Ihr Gartenhaus erweitern, sollten Sie sich genau über die gesetzlichen Vorgaben und möglichen Baugenehmigungspflichten informieren. Die Notwendigkeit einer Baugenehmigung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe des Anbaus, die Nutzung und der Standort des Gartenhauses. Hier einige wichtige Punkte, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Prüfen Sie die Landesbauordnung: Die Vorschriften variieren je nach Bundesland. Informieren Sie sich daher bei Ihrer lokalen Bauaufsichtsbehörde über die spezifischen Anforderungen.
  • Einhalten von Mindestabständen: Achten Sie darauf, den vorgeschriebenen Mindestabstand zur Grundstücksgrenze und zu benachbarten Gebäuden einzuhalten.
  • Nutzung und Größe: Besonders bei einer Umnutzung oder einer Vergrößerung des Gartenhauses kann eine Genehmigung erforderlich sein. Beispielsweise benötigen feste Erweiterungen wie zusätzliche Räume oder Geschosse häufig eine Genehmigung.
  • Pachtgärten und Kleingartenkolonien: Wenn Ihr Gartenhaus in einer Kleingartenkolonie steht, greifen oft die Bestimmungen des Bundeskleingartengesetzes. Hier gelten etwa eine maximale Grundfläche von 24 Quadratmetern und ein Verbot der dauerhaften Wohnnutzung.
  • Vorabinformation durch Bauvoranfrage: Stellen Sie im Zweifelsfall eine Bauvoranfrage bei der zuständigen Behörde. Dies kann Ihnen Klarheit darüber verschaffen, ob Ihr Vorhaben genehmigungspflichtig ist.

Es ist ratsam, alle erforderlichen Genehmigungen einzuholen, bevor Sie mit den Bauarbeiten beginnen. Ein nachträglicher Rückbau bei fehlender Genehmigung kann nicht nur ärgerlich, sondern auch kostspielig sein.

Bilder: pu_kibun / Shutterstock