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Feigenbaum Ernte steigern: Das Geheimnis des Ausgeizens

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Das Ausgeizen fördert die Gesundheit und Produktivität von Feigenbäumen. Dieser Artikel erläutert die Gründe, den idealen Zeitpunkt und die korrekte Durchführung des Ausgeizens, um die Ernte und Langlebigkeit des Baumes zu optimieren.

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Das professionelle Ausgeizen erhöht den Ernteertrag

Gründe für das Ausgeizen eines Feigenbaums

Das Ausgeizen eines Feigenbaums bietet zahlreiche Vorteile, die zur Gesundheit und Produktivität der Pflanze beitragen. Zu den Hauptgründen gehört die Verbesserung der Luftzirkulation. Eine gut belüftete Pflanze ist weniger anfällig für Pilzkrankheiten wie Feigenrost. Das Entfernen überflüssiger Triebe senkt das Risiko solcher Probleme und fördert die allgemeine Gesundheit des Baumes.

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Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Optimierung des Lichteinfalls. Durch das Entfernen unnötiger Triebe erhalten die verbleibenden Feigen mehr Sonnenlicht, was ihre Reifung unterstützt und zur Produktion qualitativ hochwertiger Früchte beiträgt. In Regionen mit weniger Sonnenschein ist dieser Aspekt von besonderer Bedeutung.

Zusätzlich hilft das Ausgeizen dabei, die Energie der Pflanze effizient zu nutzen. Ein Feigenbaum mit weniger kleinen und schwach entwickelten Trieben kann seine Energieressourcen besser auf die verbleibenden, kräftigeren Triebe und Früchte konzentrieren. Dies führt zu einer verbesserten Fruchtqualität und einer insgesamt stärkeren Pflanze.

Zudem trägt das Ausgeizen zur ästhetischen Formgebung bei. Feigenbäume neigen dazu, in die Breite und nach unten zu wachsen. Durch gezieltes Ausgeizen können Sie eine attraktivere und kompaktere Pflanzenform erzielen, die sich besser in Ihren Garten einfügt.

Ein letztlicher Vorteil ist die Verhinderung von Überlastung. Ein Baum, der zu viele Früchte trägt, kann unter dem Gewicht brechen oder die Früchte nicht ausreichend versorgen. Durch das Entfernen von Trieben und überschüssigen Früchten sichern Sie die Stabilität und Langlebigkeit Ihres Feigenbaums.

Der richtige Zeitpunkt zum Ausgeizen

Das Ausgeizen eines Feigenbaums sollte im Frühjahr erfolgen, bevor der Baum zu stark austreibt. Wählen Sie dafür einen Zeitpunkt nach Ende der Frostgefahr, in der Regel zwischen Ende Februar und Anfang März. Ein bedeckter, regenfreier Tag bietet die besten Bedingungen, da die Schnittstellen schneller trocknen und heilen.

Beachten Sie den Zustand der Pflanze. Bei jungen Feigenbäumen, die primär Energie ins Wurzelwachstum stecken, sollte mit dem Ausgeizen gewartet werden, bis die Pflanzen gut etabliert sind. Nutzen Sie das Frühjahr auch, um alte, abgestorbene oder erfrorene Triebe zu entfernen, damit der Baum kraftvoll austreibt und die Wachstumsperiode optimal nutzt.

Durchführung des Ausgeizens

Um den Feigenbaum korrekt auszugeizen, entfernen Sie zuerst die jungen, senkrecht wachsenden Triebe zwischen den Blattachseln der Fruchttriebe. Verwenden Sie dafür Ihre Finger oder ein kleines, scharfes Werkzeug, um die Triebe sauber zu entfernen und die Hauptäste nicht zu beschädigen.

Achten Sie darauf, die Triebe so abzuzwicken, dass keine Reste am Stamm verbleiben, um Krankheitsbefall zu verhindern. Entfernen Sie insbesondere Wasser- und Bodenschösslinge, die in der Nähe des Stammes oder vom Boden aus wachsen, da diese wertvolle Nährstoffe und Wasser von den fruchttragenden Ästen abziehen.

Beim Ausgeizen ist es ratsam:

  • Regelmäßig zu kontrollieren: Überprüfen Sie in festen Zeitabständen (etwa wöchentlich) auf neue Triebe, besonders während der Wachstumsphase im Frühling und Sommer.
  • Gezielt zu entfernen: Entfernen Sie Triebe, die nach innen wachsen, sich überkreuzen oder die Fruchtqualität beeinträchtigen.
  • Sauber zu arbeiten: Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanze durch präzises Arbeiten mit sauberen Werkzeugen, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
  • Pflanzenreste sofort zu entfernen: Entsorgen Sie die entfernten Triebe außerhalb des Gartens, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Durch diese sorgfältige Vorgehensweise sichern Sie sich eine stärkere Pflanze und eine qualitativ hochwertige Ernte.

Weitere Pflegemaßnahmen für Feigenbäume

Um die Gesundheit und den Fruchtertrag Ihrer Feigenbäume zu maximieren, sind neben dem Ausgeizen weitere Pflegemaßnahmen essenziell. Diese umfassen den Schutz vor Schädlingen und Krankheiten, eine angemessene Bewässerung sowie die Vorbereitung auf den Winter.

Schutz vor Schädlingen und Krankheiten

Feigenbäume können von Krankheiten wie Feigenrost oder Blattfallkrankheit befallen werden. Entfernen Sie kranke Pflanzenteile sofort, um die Ausbreitung zu verhindern. Kontrollieren Sie regelmäßig auf möglichen Schädlingsbefall wie Blattläuse oder Spinnmilben und reagieren Sie gegebenenfalls mit einem starken Wasserstrahl oder umweltfreundlichen Mitteln.

Wasserversorgung

Eine ausgewogene Wasserversorgung ist entscheidend für optimales Wachstum und Fruchtbildung. Neu gepflanzte Feigenbäume sollten in den ersten Wochen täglich gegossen werden, damit sie gut anwurzeln. Etablierte Bäume können Trockenperioden relativ gut überstehen, profitieren jedoch während langer Trockenphasen und der Fruchtbildung von zusätzlicher Bewässerung. Vermeiden Sie Staunässe, da Feigenbäume dies schlecht vertragen und es zu Wurzelfäule führen kann.

Winterschutz

Die Winterhärte von Feigenbäumen variiert je nach Sorte und Region. Jüngere Pflanzen und solche mit niedrigerer Frosttoleranz benötigen Winterschutz. Decken Sie den Wurzelbereich mit einer dicken Schicht Mulch, Laub oder Stroh ab, um die Wurzeln vor Kälte zu schützen. Bei starkem Frost helfen Frostschutzvliese oder eine Ummantelung mit Jutesäcken, Stamm und Zweige zu isolieren. Feigen in Kübeln sollten an einem wind- und wettergeschützten Ort überwintern, beispielsweise in einem frostfreien, kühlen Raum.

Standortpflege

Ein geeigneter Standort ist essenziell für gesunde Feigenbäume. Wählen Sie einen sonnigen, geschützten Platz, idealerweise an einer Südwand, die tagsüber Wärme speichert und nachts abgibt. Achten Sie darauf, dass der Boden gut durchlässig ist. Lockern Sie schwere Böden mit Kies oder Sand auf, um Staunässe zu verhindern.

Düngung

Die Nährstoffversorgung trägt wesentlich zur Vitalität der Feigenbäume bei. Verwenden Sie organische Langzeitdünger, spezielle Mittel für mediterrane Pflanzen oder Kompost. Beginnen Sie im Frühjahr mit der Düngung und setzen Sie diese bis zum Herbst fort. Vermeiden Sie eine zu hohe Düngergabe im Spätsommer, damit die Pflanze sich gut auf den Winter vorbereiten kann.

Durch Beachtung und Umsetzung dieser Pflegemaßnahmen sichern Sie die Gesundheit Ihrer Feigenbäume und eine reiche Ernte an süßen Früchten.

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