Eichhörnchen füttern – Alles, was Sie wissen müssen

Das Füttern von Eichhörnchen gehört zu den spannendsten Naturerlebnissen von Kindern und auch Erwachsene erfreuen sich über die flauschigen Gartenbesucher. Doch es gibt zahlreiche Fragen rund um das Thema. Wenn Sie die Tiere in Ihren Garten locken möchten, sollten Sie einige Aspekte beachten.

Eichhörnchen Futter
Besonders im Winter kann das Futter für Eichhörnchen knapp werden

Soll man Eichhörnchen füttern?

Es gibt deutschlandweit neben bekannten Naturschutzorganisationen auch private Vereine, in denen sich ehrenamtliche Helfer um Eichhörnchen in Not kümmern. Sie finanzieren sich durch Spenden und sind über jede Hilfe dankbar, besonders in Jahren mit hohem Ansturm aus der Bevölkerung. Daher wird empfohlen, die Tiere zu füttern. Doch es gibt auch Kritiker, die der Zufütterung skeptisch gegenüberstehen.

Kritische Stimmen

Aus Sicht des Artenschutzes gibt es keinen Grund für eine Zufütterung, denn Schwankungen des Nahrungsangebots sind normal. Etwa alle vier Jahre gibt es sogenannte Mastjahre, in denen die Bäume übermäßig viele Früchte und Samen produzieren. Diese wechseln sich ab mit Jahren, in denen kaum Bucheckern oder Haselnüsse gebildet werden.

Heiße und trockene Sommer erschweren die Fruchtreife zusätzlich. Dadurch finden Eichhörnchen kaum Nahrung für sich und ihre Jungen, sodass die Eichhörnchen-Bestände in manchen Jahren stark zurückgehen. Verbessert sich das Nahrungsangebot, erholen sich die Populationen wieder.

Befürworter

Während die Tiere im Wald meist alternative Nahrungsquellen finden, wird es ihnen in städtischen Gebieten zusätzlich erschwert. Hier mangelt es an Laubbäumen, Kiefern und Fichten, sodass Eichhörnchen in diesen Lebensräumen kaum Nahrung finden. Das eingeschränkte Nahrungsangebot führt dazu, dass die Bestände von Eichhörnchen in der Stadt zurückgehen.

Wenn die natürliche Nahrung fehlt, kann eine Zufütterung Abhilfe verschaffen – zumindest kurzfristig, denn der Gesamtbestand kann dadurch nicht gerettet werden und unterliegt weiterhin den natürlichen Schwankungen des Nahrungsangebots. Für das Naturerlebnis sind Futterstellen sehr gut geeignet, denn sie ermöglichen seltene Beobachtungen.

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Nicht immer finden Eichhörnchen genügend Futter

Sommer- vs. Winterfütterung

Wer die Frage nach der Zufütterung für sich mit einem “Ja” beantwortet hat, der steht nun vor der Entscheidung, wie oft Nahrung angeboten werden sollte. Naturschutzorganisationen wie Nabu oder LBV empfehlen eine Zufütterung im Winter. Dagegen wird die Sommerfütterung häufiger diskutiert. Doch ein zusätzliches Nahrungsangebot im Sommer birgt keine Gefahren, sofern Sie die Regeln zur Fütterung beachten.

Nahrungsangebot im Jahresverlauf:

  • Sommerfutter: Nüsse ohne Schale, Blätter, Triebe und Knospen
  • Winterfutter: Nüsse mit Schale, Trockenobst, Zapfen
  • ganzjährig: Wasser anbieten

Futterangebot im Winter

Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf. Sie zehren im Winter von ihren Depots, die sie bis zum Herbst angelegt haben. Unter starkem Bodenfrost haben die Tiere allerdings keine Möglichkeit, an die unterirdischen Verstecke zu gelangen. Diese Verstecke machen jedoch nur einen geringen Teil der Winterernährung aus. Finden die Eichhörnchen ihre Verstecke nicht wieder, machen sie sich auf die Suche nach Alternativen und verspeisen Pilze und Baumknospen.

Warum eine Winterfütterung sinnvoll ist:

  • kalte Temperaturen erhöhen Energieverbrauch
  • junge Eichhörnchen kommen Anfang Februar zur Welt
  • Weibchen benötigen deutlich mehr Futter

Nahrungsquellen im Sommer

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Auch im Sommer kann hin und wieder zugefüttert werden

Einige Naturfreunde befürchten negative Folgen, wenn sie Futter das ganze Jahr hindurch anbieten. Diese können sich dadurch äußern, dass sich die Tiere an die Futterstelle gewöhnen und Alternativen aus dem Blick verlieren. Solche Entwicklungen sind jedoch nicht nachgewiesen. Wenn Sie auf eine natürliche Fütterung achten und ein ausgewogenes Nahrungsspektrum bereitstellen, sollten die Instinkte der Eichhörnchen nicht verloren gehen.

Das spricht für die Sommerfütterung:

  • Naturpädagogik: Beobachtungen ermöglichen neue Erfahrungen
  • Artenvielfalt: je mehr Arten im Garten leben, desto ausgeglichener ist der Lebensraum
  • Vogelschutz: Samen locken auch Singvögel an

Was fressen Eichhörnchen?

Eichhörnchen gehören zu den Allesfressern. Sie ernähren sich hauptsächlich von vegetarischer Kost und nehmen alles an, was die Natur in den Baumkronen zu bieten hat. Neben Blättern, Knospen und Trieben gehören verschiedene Früchte zu ihrem Nahrungsspektrum. Einen großen Teil ihrer Nahrung machen Nüsse und Samen aus. Eichhörnchen fressen Walnüsse, Bucheckern, Esskastanien oder Eicheln. Seltener ernähren sich die Nagetiere von tierischer Kost wie Insekten, Küken und Eier oder Kleintiere.

Lebensweise

Eichhörnchen sind tagaktiv und verbringen die meiste Zeit in den Bäumen. Sie leben hauptsächlich in Laub- und Mischwäldern. Immer häufiger können die Tiere in Gärten und Parks beobachtet werden, denn hier gibt es häufig fruchttragende Bäume. Von diesen sammeln die Tiere zwischen Frühjahr und Herbst Samen und Früchte.

Eichhörnchen legen sich zahlreiche Verstecke an, in denen sie die gesammelten Früchte eingraben. Während des Winters gehen die Tiere nicht in den Winterschlaf. Sie plündern ihre Verstecke, doch nicht immer werden alle Lager wiedergefunden. Die Samen beginnen im nächsten Frühjahr unterirdisch zu keimen und entwickeln Bäume und Sträucher. Auf diese Weise sorgen Eichhörnchen für eine natürliche Bewaldung.

Exkurs

Ein Leben in den Bäumen

Dass Eichhörnchen in den Baumkronen leben können, wird durch ihren buschigen Schwanz ermöglicht. Dieser ist ein multifunktionales Werkzeug und hilft beim Balancieren, Steuern und Rudern. Springt ein Eichhörnchen von Ast zu Ast, nutzt es nicht nur seinen Schwanz. Es kann Entfernungen zwischen vier und fünf Meter springend überwinden. Dafür benötigt das Eichhörnchen kräftige Hinterbeine zum Abspringen und scharfe Krallen, mit denen es sich an der Rinde festhalten kann. Die Krallen machen es möglich, dass ein Eichhörnchen kopfüber an der Rinde entlang klettern kann.

So füttern Sie richtig

Obwohl es immer wieder Diskussionen rund um das Füttern der Nager gibt, besteht kein Grund zur Sorge. Wenn Sie einige Aspekte beachten, schadet es den Tieren nicht und sie gewöhnen sich nicht an die Futterstellen. Auch wenn eine Fütterung im kleinen Rahmen nicht den gesamten Bestand an Eichhörnchen positiv beeinflussen kann, so steht der Zufütterung nichts im Weg.

 geeignetbedingt geeignetungeeignet
NüsseWalnüsse, HaselnüsseMaronen wegen geringer HaltbarkeitErdnüsse, Mandeln
SamenSonnenblumenkerne
FrüchteRosinen, getrocknete Äpfelexotische Früchte
GemüseKarotten, reife GurkenMais in kleinen Mengen
Sonstigesalles, was Eichhörnchen natürlich fressenZwiebackBrot, Milchprodukte

Füttern in der Stadt

In der Stadt ist eine gezielte Fütterung von Eichhörnchen empfehlenswert, da die Tiere hier kaum Nahrung finden. Zum Problem wird lediglich der Verkehr, wenn Sie an viel befahrenen Straßen leben. Auch Katzen können Eichhörnchen zum Verhängnis werden. Wer Eichhörnchen mit Futter anlockt, sollte sich über diese Gefahren bewusst sein.

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Katzen können Eichhörnchen gefährlich werden

Das ist zu beachten

Verzichten Sie auf ebenerdige Futterstellen. Eichhörnchen leben von Natur aus in luftigen Höhen und bevorzugen diese auch zur Nahrungsaufnahme. In mindestens zwei Meter Höhe sind die Tiere besser vor Räubern geschützt und können bei einem Angriff durch die Baumkronen flüchten.

Je mehr Futterstellen angeboten werden, umso weniger kommen sich Eichhörnchen ins Gehege. Die Plätze sollten regelmäßig gereinigt werden, damit sich keine Krankheitserreger ausbreiten. Lassen Sie die Nahrung nie länger als zwei Tage liegen. Achten Sie außerdem auf ein ausgewogenes Nahrungsangebot und verzichten Sie auf eine einseitige Fütterung.

Tipps zum Umgang mit Eichhörnchen:

  • Tieren mit Respekt begegnen
  • darauf achten, dass Eichhörnchen nicht die Scheu verlieren
  • für ausreichend Versteckmöglichkeiten sorgen
  • Futter nicht täglich anbieten

Wasser bereitstellen

Noch wichtiger als ein Futterautomat ist eine Wassertränke. In den letzten Jahren versiegten viele Wasserquellen und Flüsse. Die Tiere haben immer größere Probleme, ihren Wasserhaushalt aufrecht zu erhalten. Viele Nager dehydrieren und müssen ihren Nachwuchs hilflos zurücklassen. Schaffen Sie Wasserstellen in Ihrem Garten. Dazu eignet sich ein kleiner Gartenteich ebenso gut wie eine Schale, die auf einem erhöhten Baumstumpf im Gebüsch aufgestellt wird.

Standorte für Futterplätze

Der ideale Standort für das Futterhaus ist ein weit vom Haus entfernter Platz, damit die Tiere ungestört fressen können. Der Kasten sollte in einer Höhe von mindestens zwei Meter angebracht werden, damit Katzen der Raubzug erschwert wird und die Nager rechtzeitig flüchten können. Wenn Sie den Kasten auf Balkon oder Terrasse anbringen möchten, sollten Sie den Tieren ungestörte Fresszeiten ermöglichen. Verlieren sie die Scheu vor dem Menschen, sind negative Folgen nicht ausgeschlossen.

Gefahr durch Gewöhnung:

  • Tiere können den natürlichen Fluchtinstinkt verlieren
  • zunehmender Mut drängt Eichhörnchen in unnatürliche Umgebungen
  • werden zum leichten Opfer für den Straßenverkehr

Tipps

Wenn Sie Futtermischungen kaufen, sollten Sie auf Qualität und Zusammensetzung achten. Das Futter sollte naturbelassen sein und keine Zusatzstoffe beinhalten.

Naturnaher Garten

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Im naturnahen Garten finden Eichhörnchen genügend Futter

Die ideale Lösung ist ein natürlich gestalteter Garten, in dem sich Eichhörnchen wohl fühlen und genügend Nahrung vorfinden. Eine Hecke aus Haselnusssträuchern in Kombination mit fruchttragenden Büschen sorgt für einen reichhaltigen Speiseplan. Sie werden von Walnussbäumen angelockt und verschmähen auch Zapfen von Fichten und Kiefern nicht. Die Tiere fühlen sich besonders wohl in Lebensräumen mit unterschiedlichen Baumarten aller Altersklassen.

Der Eichhörnchen-Garten:

  • niedrige Sträucher und hohe Bäume
  • geschützte Wasserstelle
  • Totholz am Uferrand oder Äste, die ins Wasser ragen

Tipps

Reisighaufen und Steinmauern bieten Insekten und Wirbeltieren einen Lebensraum. Auch die Eichhörnchen profitieren von den Elementen, denn sie bieten zusätzliche Nahrungsquellen.

Fungizide, Insektizide und Herbizide

Wenn Sie eine Ecke des Gartens dem natürlichen Lauf überlassen, sollte auch die übrige Fläche schonend gepflegt und behandelt werden. Durch den Einsatz chemischer Stoffe oder Hausmittel zur Beseitigung von Schädlingen, Pilzen und unerwünschten Pflanzen werden in den meisten Fällen auch Tiere beeinträchtigt. Informieren Sie sich über mögliche Auswirkungen verschiedener Mittel, damit keine Gefahr für Eichhörnchen, Insekten und Vögel zu befürchten ist. Beseitigen Sie alle potentiellen Gefahrenquellen. Selbst die offene Regentonne kann ein Risiko darstellen, wenn das Tier hineinfällt.

 WirkungMögliche GefahrenFolgen
Blaukornmineralische Düngungverflüssigt sich bei StarkregenVerätzungen an den Laufsohlen
SchneckenkornLockmittelsüßes Aroma zieht Vögel und Nager antödliche Vergiftung
EssigsäureUnkrautvernichtungStoffe benetzen FutterpflanzenVerätzungen der Schleimhäute

Eichhörnchen in der Natur füttern

In einigen Regionen haben sich die eher scheuen Tiere an den Menschen gewöhnt. Im Schwarzwald und in Bayern gibt es mittlerweile Eichhörnchenwälder, in denen die Nager jegliche Scheu vor dem Menschen verloren haben. Sie zeigen sich neugierig und fressen den Besuchern sogar aus der Hand. Die üppigen Nahrungsquellen werden dankend angenommen, was vor allem Kindern ein einzigartiges Erlebnis verspricht.

Eichhörnchenwälder in Deutschland:

  • Doniswald bei Königssee
  • Triberger Wasserfälle
  • Fischen im Allgäu

Darauf müssen Sie achten

Wenn Sie den Tieren ausschließlich fettreiche Nahrung anbieten, besteht die Gefahr der einseitigen Ernährung. Die Eichhörnchen wählen Nahrungsquellen, die geringere Anstrengungen mit sich bringen. Eine unausgewogene Fütterung führt dazu, dass die Nager träge und bequem werden. Das macht sie zu leichten Opfern für natürliche Feinde. Achten Sie auf ein ausgewogenes und abwechslungsreiches Nahrungsangebot und übertreiben Sie es nicht. Für das Füttern in freier Wildbahn werden Nüsse mit Schale empfohlen, damit die Tiere beschäftigt sind.

Eichhörnchen sind von Natur aus scheu. Diese Instinkte dürfen durch eine Fütterung nicht verloren gehen.

Häufig gestellte Fragen

Darf man Eichhörnchen füttern?

Es gibt kein Verbot gegen die Fütterung von Eichhörnchen. Allerdings kann das Zufüttern im städtischen Bereich Probleme mit den Nachbarn verursachen. Nicht selten beschweren sich Mieter über das Verhalten von Hausbewohnern, deren Balkon über ihrem liegt. Fallen die Futterreste auf den fremden Balkon, zeigen sich die Betroffenen meist verständnislos. Solche Vorkommnisse führen dazu, dass die Vermieter selbst Verbote zur Tierfütterung auf dem Balkon aufstellen.

Ist es sinnvoll Eichhörnchen zu füttern?

Über diese Frage wird immer wieder diskutiert. Es gibt sowohl Gründe, die für eine Fütterung sprechen, als auch Fakten gegen das unnatürliche Nahrungsangebot. Aus Sicht des Artenschutzes ist es nicht notwendig, Eichhörnchen zu füttern. Die Bestände unterliegen natürlichen Schwankungen und werden durch das Nahrungsangebot im Wald reguliert. In naturpädagogischer Hinsicht spricht nichts gegen die Fütterung. Kinder und Erwachsene erfreuen sich an den Beobachtungen.

Wie lange sollte man Eichhörnchen füttern?

Grundsätzlich raten Naturschutzorganisationen zu einer Fütterung während der Wintermonate, da hier das Nahrungsangebot besonders knapp ist. Zudem bringen Eichhörnchen bereits im Februar ihre Jungen zur Welt. Sie benötigen während der Schwangerschaft viel Energie und nach der Geburt Nahrung für die Jungenaufzucht. Im Sommer ist eine Fütterung allgemein nicht notwendig. Sie kann allerdings das Nahrungsangebot der Tiere hauptsächlich in Stadtgebieten erweitern.

Was tun, wenn man ein verletztes Eichhörnchen findet?

Ein Eichhörnchen-Baby ist noch hilflos und benötigt Schutz und Zuwendung durch die Mutter. Wenn Sie ein junges Eichhörnchen finden, sollten Sie die Situation in Ruhe beobachten. In vielen Fällen kommt die Mutter nach einigen Minuten zurück und kümmert sich um das Jungtier. Wenn das Eichhörnchen sichtlich verlassen wurde oder verletzt ist, benötigt es unsere Hilfe. Es gibt spezielle Aufnahmestationen, die sich um die Tiere kümmern. Informieren Sie sich bei den örtlichen Naturschutzvereinen.

Text: Christine Riel

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