Ableger vom Drachenbaum selber ziehen

Der Drachenbaum ist aufgrund seiner immergrünen Blätter eine sehr beliebte Zimmerpflanze und kann unter den richtigen Bedingungen im Sommer auch auf einen nicht zu heißen Balkon gestellt werden. Wenn Sie von dieser an sich relativ pflegeleichten Pflanze nicht genug bekommen können, so ist die Anzucht von Ablegern auch für Hobbygärtner problemlos möglich.

Drachenbaum Stecklinge
Drachenbäume lassen sich gut über Ableger vermehren

Gründe für die Vermehrung durch Stecklinge

Drachenbäume blühen grundsätzlich nur eher selten, da für die Blüte bestimmte Faktoren wie ein gewisses Alter der Pflanze, eine kühlere Temperatur und eine gewisse Trockenheit vorherrschen müssen. Das macht die Vermehrung über die Samen der Pflanze nicht nur langwierig, sondern auch schwierig. Material für Stecklinge kann beim Drachenbaum außerdem ganz von allein anfallen, wenn dieser beispielsweise an einem zu wenig hellen Standort in der Wohnung steht. Dann neigt die Pflanze nämlich zur Ausbildung eines langen, und relativ kahlen “Stammes”, da sie sich nach dem Tageslicht zu strecken versucht. Mit dem Rückschnitt des Drachenbaums und der gleichzeitigen Gewinnung von Stecklingen erreichen Sie eine kompaktere und mitunter auch verzweigtere Wuchsform der Pflanzen.

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Den richtigen Zeitpunkt wählen und die Mutterpflanze richtig versorgen

Damit die geschnittenen Kopf- und Stammstecklinge während der Wurzelbildungsphase genügend Licht und Wärme bekommen, sollte die Vermehrung möglichst im Sommer stattfinden. Benutzen Sie ein scharfes Messer oder noch besser eine gut geschärfte Gartenschere, um das Stämmchen der Pflanze mit einem geraden Schnitt sauber zu durchtrennen. Die geschnittenen Stecklinge sollten möglichst eine Länge von jeweils 20 bis 30 Zentimetern aufweisen. Üblicherweise befinden sich ohnehin nur an der Spitze des Drachenbaums mehrere Ebenen Blätter. Sollte Ihr Steckling eher knapp geschnitten sein, so kann es sich anbieten, für die erfolgreiche Bewurzelung einige der unteren Blätter zu entfernen. Die Schnittstelle an der Mutterpflanze können Sie mit etwas Holzkohlenstaub oder einer aufgetropften Wachsschicht vor einfallenden Krankheitskeimen schützen, bis sich wenige Wochen danach wieder neue Austriebe unterhalb der austrocknenden Stammspitze gebildet haben.

Die Stecklinge wollen richtig platziert sein

Damit die noch wurzellosen Ableger in Ruhe Wurzeln bilden können, sollten diese möglichst nicht in der prallen Sonne aufgestellt werden. Ganz allgemein sollte der Drachenbaum möglichst nie ganztägig in voller Sonne stehen, da es sonst zu einem Sonnenbrand und braunen Blättern kommen kann. Wie die bewurzelten Exemplare wissen auch Ableger des Drachenbaums eine hohe Luftfeuchtigkeit oder das regelmäßige Besprühen der Blätter mit Wasser zu schätzen. Sollen die Stecklinge im Wasser Wurzeln bilden, so sollte ein lichtdichtes Gefäß gewählt werden, in dem das Wasser alle paar Tage ausgewechselt werden sollte. Die Stecklinge können aber auch direkt in geeignete Erde gesteckt werden.

Kreative Ideen für die Drachenbaum-Zucht

Bei der Vermehrung von Drachenbäumen können Sie auch Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Es bieten sich zum Beispiel die folgenden Gestaltungs-Ideen an:

  • Stecklinge verschiedener Drachenbaum-Sorten in einen Topf pflanzen
  • verschieden lange Stecklinge als “Drachenbaum-Ensemble” anordnen
  • lange, gerade Ableger mit den Stämmchen ineinander verflechten

Tipps

Spezielle Bewurzelungshormone sind für die Vermehrung des Drachenbaums nicht notwendig, da er ohnehin bereits nach drei bis vier Wochen verlässlich Wurzeln bildet. Es kann vorteilhaft sein, wenn Sie die Stecklinge zunächst etwa 24 Stunden antrocknen lassen, bevor diese dann in das Wasser oder in die Erde kommen.

Text: Alexander Hallsteiner

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