Besenheide: Pflanzen und pflegen

Stellen Sie sich eine Heidelandschaft in ihrer vollen Pracht vor. Dabei denken Sie vermutlich zuerst an die Besenheide. Der Zwergstrauch ist typisch für diesen Landschaftstyp und schafft in Ihrem Garten farbliche Akzente. Es gibt zahlreiche Sorten, die durch Farbenvielfalt überzeugen.

besenheide
Die Besenheide ist weit verbreitet in deutschen Wäldern

Herkunft

Calluna vulgaris ist als Besenheide oder Sommerheide bekannt. Sie ist die einzige Art innerhalb der Gattung Calluna und gehört zu den Heidekrautgewächsen. Ihre natürliche Heimat liegt in Mittel- und Nordeuropa mit einem Verbreitungsschwerpunkt in eiszeitlich geprägten Regionen. Westlich erstreckt sich ihr Areal bis nach Westsibirien.

Die Besenheide gilt als Säurezeiger, da sie hauptsächlich in Mooren und Heiden vorkommt. Dünen und lichte Wälder sind weitere Lebensräume, welche der Strauch besiedelt. Sie kommt im Flachland vor und erobert Höhenlagen bis 2.700 Meter. Calluna vulgaris kam vor 150 Jahren in die Gärten, wo sie seitdem verschiedene Pflanzenarrangements ziert.

Wachstum

Calluna vulgaris ist ein verholzender Zwergstrauch, der immergrün ist und relativ langsam wächst. Dadurch kann das Gewächs ein Alter von 40 Jahren erreichen. Die Besenheide wächst zwischen 30 und 100 Zentimeter hoch und bildet ein kompaktes und straff aufrechtes Erscheinungsbild. Als Tiefwurzler entwickelt sie ein Wurzelgeflecht, das weit in das Substrat reicht. Sie leben in Symbiose mit Wurzelpilzen, die sie zusätzlich mit Nährstoffen versorgen.

Blätter

Im Gegensatz zu anderen Heidekrautgewächsen entwickelt die Besenheide schuppenförmige Blätter, deren Blattspreite dicht am Zweig anliegt. Die Blätter sind ledrig derb und nach oben eingerollt. Sie sitzen gegenständig an der Sprossachse und werden nur wenige Millimeter lang. Die Färbung des Laubs variiert je nach Sorte von glänzend Dunkelgrün über Gelb bis Silbergrau.

Blüte

Ab dem Spätsommer entwickelt Calluna vulgaris eine üppige Blütenpracht, die bis in den Herbst andauert. Einige Sorten beginnen im August zu blühen und bei Spätblühern kommen die letzten Blüten im November. Besenheiden blühen erstmalig ab einem Alter von vier Jahren. Die Blüten drängen sich in einem traubigen Blütenstand dicht zusammen. Sie stehen nickend am Stängel und sind vierzählig aufgebaut. Kron- und Kelchblätter sind gleich gefärbt und unterscheiden sich nur in ihrer Länge. Die Kelchblätter überragen die unscheinbare Krone.

Das Farbspektrum der Wildform variiert zwischen Weiß, Rosa und Purpurfarben. Zuchtformen erstrahlen in Gelb, Bordeaux-Rot, Lila oder Blau. Knospenheiden sind eine Sonderform, bei der sich die Knospen nicht öffnen. Sie beeindrucken bis zu zwei Monaten mit unterschiedlichen Knospenfärbungen, können aber nicht durch Samen vermehrt werden. Die blühenden Sorten sind farbintensiver. Ihre Blütenpracht bleibt für vier bis fünf Wochen erhalten.

Verwendung

Besenheiden sind äußerst robust und wetterfest, was sie zu beliebten Topfpflanzen macht. Die neuen Sorten bestechen durch ihre intensiven Farbtöne. Mit diesen Exemplaren lassen sich bunte Topfgärten gestalten. Calluna vulgaris eignet sich ideal für den Heidegarten. Sie harmoniert mit anderen Moorbeetpflanzen wie Rhododendren.

Achten Sie darauf, dass die Pflanzpartner nicht zu hoch wachsen. Die Besenheide ist sehr lichthungrig und geht in der Nachbarschaft dicht wüchsiger und hoher Begleitpflanzen ein. Als wenig schattenwerfende Sträucher können Sie Wacholder, Ginster oder Rosmarinheide pflanzen. Besenheiden wachsen in Gesellschaft mit Krähenbeeren oder Preiselbeeren. Auch die Zwergformen von Nadelgehölzen wie Kiefer oder Fichte eignen sich als Pflanzpartner.

Der sonnenhungrige Zwergstrauch hat neben ästhetischen Funktionen auch eine wichtige Bedeutung als Nahrungslieferant. Der süße Nektar liefert Wildbienen und Hummeln Nahrung. Besenheiden sind beliebte Gewächse auf Bienenweiden und werden häufig genutzt, um den wertvollen Heidehonig zu gewinnen. Blühende Besenheiden und Knospenheiden werden häufig als Grabschmuck angepflanzt.

Bonsai

Calluna vulgaris kann trotz seiner buschigen Wuchsform als Bonsai gezüchtet werden. Wegen des langsamen Wachstums dauert es sehr lange, bis eine baumförmige Gestalt mit einem Hauptstamm entsteht. Pflanzen, die bereits ein tiefgründiges Wurzelwerk entwickelt haben, eignen sich nicht für die Bonsaizucht. Da die Wurzeln stark gekürzt werden müssen, überleben diese Exemplare das Umpflanzen nicht. Um ein flachgründiges Wurzelgeflecht zu fördern, hilft eine dickte Mulchschicht mit ausreichend hoher Bodenfeuchte.

Tipps für die Bonsaikultivierung:

  • Substratgemisch aus Torf, Akadama und Lava im Verhältnis 30:10:60
  • Blütenrispen regelmäßig zurückschneiden, da sie bis 30 Zentimeter lang werden
  • gedeihen in Schalen an sonnigen Standorten im Freien

Essbar

Die Besenheide wurde bereits im 19. Jahrhundert als Heilpflanze verwendet. Noch heute dienen Blüten und Triebe als Basis für die Herstellung von Tinkturen und Tees. Der dunkle Heidehonig versüßt nicht nur Tees, sondern auch Gewürzbrote. Es besteht keine Gefahr für Kinder oder Haustiere.

Welcher Standort ist geeignet?

Sommerheiden gedeihen an sonnigen oder lichten Plätzen. Die Zwergsträucher vertragen halbschattige Bedingungen, wenn das Substrat ihren Ansprüchen genügt. In Moorbeeten und Heidegärten finden Besenheiden optimale Bedingungen vor.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Das Substrat sollte eine hohe Durchlässigkeit gewährleisten und nicht zu feucht sein. Wechselfeuchte Böden bereiten den Gewächsen keine Probleme. Ideal ist ein sandiger Boden mit humosen Anteilen. Besenheiden wachsen auf sauren Böden. Der pH-Wert sollte nicht über 6,5 liegen. Rhododendronerde bietet den Zwergsträuchern optimale Wachstumsbedingungen.

Einen kalkhaltigen Boden können Sie mit Eichenlaub oder Nadelstreu vermischen, um den pH-Wert zu senken. Reine Lehmböden sollten mit Sand oder Humus vermischt werden. Wenn Sie Ihre Besenheide übergangsweise im Kübel kultivieren, können Sie auf handelsübliche Blumenerde zurückgreifen.

Besenheide vermehren

Calluna vulgaris lässt sich durch Absenker vermehren. Bei dieser Methode biegen Sie Seitenzweige einer kräftigen Pflanze zum Boden und ritzen den Trieb an der tiefsten Stelle kreuzweise an. Mit einer langen Haarnadel oder Steinen können Sie das Ende des Seitenzweigs im Boden fixieren, wobei die Triebspitze aus der Erde ragen sollte. Sobald der Absenker an der Spitze neu austreibt, hat er Wurzeln entwickelt. Trennen Sie den Seitenzweig von der Mutterpflanze.

Aussaat

Eine Vermehrung über Samen ist möglich. Sie müssen etwas Geduld mitbringen, bis Sie die reifen Früchte von Ihrer Besenheide absammeln können. Es dauert einige Jahre, bis die Zwergsträucher erstmals blühen.

Stecklinge

Besenheiden lassen sich durch sogenannte Risslinge vermehren. Diese Art von Stecklingen wird nicht abgeschnitten, sondern mit einer raschen Bewegung vom Stamm nach unten abgerissen. Dadurch reißt ein Stück Rinde ab, die an dem zehn Zentimeter langen Seitentrieb später als Wachstumstreiber dient.

Befüllen Sie ein Pflanzgefäß mit einer Mischung aus Sand und Rhododendron- oder Moorbeeterde und stecken Sie den Rissling in das Substrat. Befeuchten Sie die Erde und decken Sie das Pflanzgefäß mit einem Glas oder einer durchsichtigen Plastiktüte ab. Dadurch bleibt die Luftfeuchtigkeit konstant. In den nächsten drei Wochen entwickeln die Risslinge Wurzeln und können pikiert werden.

Besenheide im Topf

Besenheiden sind perfekte Topfpflanzen, die im Herbst für stimmungsvolle Momente sorgen. Sie eignen sich für die Bepflanzung von Balkonkästen, Tontöpfen oder geflochtenen Körben. Bei der Gestaltung können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die Heidekrautgewächse können einzeln oder in Gruppen mit verschieden gefärbten Sorten gepflanzt werden. Sie harmonieren perfekt mit Enzianen, Fetthennen, Efeu oder Hornveilchen. Gräser sorgen für ansprechende Akzente.

Darauf sollten Sie achten:

  • Gefäß mit Wasserabzug verwenden, um Staunässe zu verhindern
  • ausreichend großen Kübel verwenden, damit sich Wurzeln ausbreiten können
  • herkömmliche Pflanzenerde mit hoher Strukturstabilität nutzen

Besenheide gießen

Calluna vulgaris ist eine anspruchslose Pflanze, die im ersten Jahr nach der Pflanzung regelmäßig gewässert werden sollte. Eine Gießeinheit ist notwendig, sobald die obere Bodenschicht abgetrocknet ist. Auf sandigen Böden sollten Sie häufiger gießen, als auf weniger durchlässigen Substraten. Richten Sie die Bewässerungseinheiten nach Niederschlag und Temperatur. In warmen und trockenen Zeiten gießen Sie häufiger als in kühlen regenreichen Phasen.

Gut angewachsene Pflanzen müssen seltener gegossen werden. Sie freuen sich in lang anhaltenden Trockenzeiten über eine zusätzliche Wasserversorgung. Gießen Sie die Pflanzen auch im Winter an frostfreien Tagen, da die immergrünen Sträucher ihren Stoffwechsel nicht einstellen. Topfpflanzen benötigen etwas mehr Pflege. Sie erfreuen sich über eine regelmäßige Wassergabe.

Besenheide richtig düngen

Wenn Sie Ihre Besenheide in Rhododendronerde gepflanzt haben, müssen Sie den Zwergstrauch erst im nächsten Jahr düngen. Nutzen Sie einen Dünger für Rhododendren, da dieser eine saure Wirkung hat und den Pflanzen alle lebensnotwendigen Nährstoffe und Spurenelemente bietet.

Düngen Sie gut angewurzelte Exemplare nicht mehr als zwei Mal pro Jahr. Eine Überversorgung mit Nährstoffen schadet den Pflanzen und macht sie anfälliger für Pilzerkrankungen. Besenheiden werden ab dem zweiten Jahr zwischen April und Mai das erste Mal gedüngt. Eine weitere Nährstoffversorgung erfolgt zwischen Juli und August. Der Boden sollte ausreichend feucht sein und darf in den folgenden 14 Tagen nicht austrocknen.

Besenheide richtig schneiden

Im Frühjahr entfernen Sie die verwelkten Blütenstände aus dem letzten Jahr. Diese Maßnahme regt das Wachstum der Zwergsträucher an, sodass sie in der kommenden Blühphase zahlreiche frische Blüten entwickeln. Mit einem Rückschnitt beugen Sie eine Verkahlung der unteren Bereiche vor. Achten Sie darauf, nicht in das alte Holz zurückzuschneiden. Besenheiden treiben dann schlecht aus.

Wie pflanze ich richtig um?

Wenn die Besenheide wegen Platz- oder Lichtmangel umgepflanzt werden muss, sollten Sie auf die Witterung achten. Wählen Sie für diese Maßnahme einen kühlen und feuchten Tag, damit die Wurzeln nicht austrocknen. Ist der Sommer sehr heiß und trocken, sollten Sie bis in den Oktober warten. Nach einem regenreichen Sommer können Sie bereits im September mit dem Umpflanzen beginnen.

Bevor Sie die Pflanze ausgraben, sollte sie zurückgeschnitten werden. Ideal ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Blattmasse und Wurzelballen, damit sich der Zwergstrauch am neuen Standort gut regenerieren kann. Vermeiden Sie Rückschnitte bis in das alte Holz, da die Besenheide sonst unansehnlich wirkt und schlecht austreibt.

Winterhart

Calluna vulgaris ist winterhart und verträgt Temperaturen im zweistelligen Minusbereich ohne Probleme. Sie benötigt keinen speziellen Winterschutz. Damit der Boden in besonders kalten Wintermonaten nicht gefriert, sollten Sie Reisig und Tannenzweige auf dem Substrat verteilen. Gießen Sie die Pflanzen an frostfreien Tagen. Da sie ihr Laub nicht abwerfen, benötigen die Zwergsträucher auch im Winter Wasser. Lange Trockenphasen oder zugefrorene Böden führen dazu, dass Blätter und Zweige absterben.
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Schädlinge

Blattläuse und Spinnmilben zählen zu den Schädlingen, die häufig Besenheiden befallen. Besonders betroffen sind geschwächte Sträucher. Wenn Ihre Pflanze betroffen ist, sollten Sie die Pflegemaßnahmen überprüfen. Überdüngung ist die häufigste Ursache, die zu einem Schädlingsbefall führt. Mit einem scharfen Wasserstrahl können Sie die Schädlinge entfernen.

Pilzbefall

Staunässe im Boden und eine feuchte Witterung bieten Pilzsporen ideale Wachstumsbedingungen. Calluna vulgaris wird häufig von Phytophthora oder Grauschimmel befallen. Der Echte Mehltau ist ein Schönwetterpilz, der sich bei trockener und warmer Witterung ausbreitet.

Welkepilz

Die empfindlichen Wurzeln der Besenheide verfaulen schnell, wenn sich Staunässe im Boden bildet. Unter diesen Bedingungen werden die Pflanzen häufig von einem Welkepilz aus der Gattung Phytophthora befallen. Bei Jungpflanzen führt ein Pilzbefall zum plötzlichen Vertrocknen. Ältere Exemplare zeigen Wuchsdepressionen. Ihre Blätter verfärben sich gelblich oder rot.

Wenn Ihre Pflanze betroffen ist, sollten Sie die kranken Gewächse sofort entfernen. Dadurch verhindern Sie, dass sich die Sporen auf andere Sträucher ausbreiten. Vorbeugend hilft eine Kur mit pilztötenden Spezialmitteln.

Grauschimmel

Unter hoher Luftfeuchtigkeit breitet sich Grauschimmel auf den Pflanzenteilen aus. Die Sporen setzen sich im unteren Bereich ab, der schlecht durchlüftet ist. Sie können auch Blüten und Triebe schädigen. Ein starker Befall führt zum Verfaulen, daher sollten Sie schnell handeln und die Pflanze mit einem Gegenmittel behandeln.

Echter Mehltau

Ein mehlig weißer Belag auf den Pflanzenteilen deutet auf einen Befall durch den Echten Mehltau hin. Bei betroffenen Pflanzen verfärben sich die unteren Blätter oft rötlich. Als vorbeugende Maßnahme sollten Sie Ihrer Pflanze keine stickstoffbetonten Dünger verabreichen. Sie lassen das Gewebe weich werden, wodurch sich die Sporen besser ansiedeln können. Gegen einen Befall helfen Mittel gegen Fungizide.

Besenheide blüht nicht

Wenn die Pflanze nur noch schwach oder gar nicht mehr blüht, können ein zu hoher Salzgehalt im Substrat, eine übermäßige Nährstoffversorgung oder Staunässe die Ursache sein.

Tipps

Knospenheiden müssen nicht ausgeputzt werden. Diese Sorten sind dadurch besonders pflegeleicht. Besenheiden mit gefüllten Blüten sind gleichermaßen leicht zu pflegen und verzaubern mit romantischen Blütenständen. Beide Formen eignen sich perfekt für herbstliche Topfarrangements, die festliche Tische dekorieren.

Sorten

  • Dark Beauty: Blüten leuchten weinrot, gefüllt. Blüht von September bis Oktober. Wächst zehn bid 20 Zentimeter hoch.
  • Gardengirls: Knospenheiden, die ihre Knospen bis in den Dezember tragen. Wuchshöhe 20 bis 30 Zentimeter.
  • Silver Queen: Entwickelt silbergraues Laub. Blüht von September bis November, Blüten lila. Schwaches Wachstum, zwischen 35 und 50 Zentimeter hoch.
  • Boskoop: Gelbes Laub, verfärbt sich im Herbst orange bis kupferfarben. Blüten malvenlila, Blütezeit von August bis September. Wuchshöhe zwischen 20 und 30 Zentimeter.
  • Peter Sparkes: Gefüllte Blüten, tiefrosa. Wächst zwischen 30 und 45 Zentimeter hoch.
  • Zeta: Gelbgrünes Laub. Entwickelt keine Blüten oder Knospen. Wuchshöhe 25 bis 40 Zentimeter.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Ihor Hvozdetskyi/Shutterstock
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