Heidekraut kräftig schneiden

Heidekraut ist längst nicht gleich Heidekraut, obwohl sich Besenheide und Schneeheide sehr ähnlich sind. Doch aufgrund ihrer unterschiedlichen Blütezeiten werden beide Arten auch zu verschiedenen Zeitpunkten geschnitten.

Erika schneiden
Ein kräftiger Rückschnitt fördert das Blütenwachstum
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Zeitpunkt für Rückschnitt abhängig von Blütezeit

Damit die Heidepflanzen nicht von unten verkahlen, sondern immer wieder schön austreiben und blühen, müssen Sie sie zumindest einmal pro Jahr kräftig zurückschneiden. Dabei hängt der richtige Zeitpunkt von der jeweiligen Art und ihrer Blütezeit ab, wobei das Frühjahr als Schnittzeitpunkt niemals verkehrt ist. Schneiden Sie die Pflanzen bis auf eine Handbreit über dem Boden ab. Außerdem können Sie bei der Sommerheide noch einen Herbstschnitt vornehmen, den Sie jedoch bei der Winterheide besser unterlassen sollten – sonst schneiden Sie die Blütenknospen ab und verhindern so eine Blüte.

Stecklinge schneiden

Heidekrautgewächse lassen sich im Frühjahr prima durch Absenken vermehren, wobei die Stecklingsvermehrung jedoch die schnellste Methode ist, um rasch Jungpflanzen in großer Zahl zu gewinnen. Sowohl Erika-Gewächse als auch die Besenheide werden durch so genannte Risslinge, die im Juli geschnitten werden, vermehrt.

Was sind „Risslinge“?

Risslinge werden genau genommen nicht geschnitten, sondern von der Pflanze abgerissen. Dabei verbleibt eine Rindenzunge, die bis auf einen kurzen Rest abgeschnitten wird. Die in der Rindenzunge befindliche hohe Konzentration an Wachstumshormonen wirkt sich günstig auf die Bewurzelung aus. Wenn Sie nicht ganz so rabiat mit ihren Pflanzen umgehen wollen, so können Sie die Stecklinge natürlich auch schneiden.

Heide durch Stecklinge vermehren

Die Stecklingsvermehrung bei Heidekrautgewächsen funktioniert am besten nach folgender Methode:

  • Entfernen Sie junge Seitentriebe (ca. fünf bis acht Zentimeter lang) vom Haupttrieb,
  • indem Sie sie nach unten hin abreißen.
  • Dabei bleibt eine Rindenzunge vom Haupttrieb erhalten.
  • Achten Sie darauf, möglichst Zweige ohne Blüten und Blütenknospen auszuwählen.
  • Zweige mit Blütenknospen bewurzeln sich langsamer.
  • Pflanzen Sie die Stecklinge in eine Mischung aus gleichen Teilen Sand, Torf und Moorbeeterde.
  • Bedecken Sie sie mit einer durchsichtigen Plastikfolie.
  • Nach etwa drei Wochen können Sie die Plastikfolie nach und nach abnehmen.
  • Vergessen Sie nicht, regelmäßig zu gießen.
  • Bei sehr heißem Wetter ist eine Schattierung nötig.

Tipps

Was Sie allerdings immer mal wieder machen sollten, ist das regelmäßige Ausputzen von verblühten Blütenständen. Auf diese Weise regen Sie die Pflanze immer wieder zur Neubildung von Blüten an.

Text: Ines Jachomowski
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